Störungsverlauf des selektiven Mutismus

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Störungsverlauf des selektiven Mutismus

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Störungsverlauf des selektiven Mutismus

Frühsymptome können Formen von kommunikativer Unsicherheit, Kontaktscheu (schon als Kleinkind) und/oder eine zeitlich begrenzte Sprechverweigerung sein (die nicht länger als drei Monate, aber länger als eine Woche andauert). Auch kann eine mimisch/gestische Verarmung und Erstarrung des Gesichtsausdruckes, mit fehlendem Blickkontakt hinzukommen. Weitere Merkmale können leises oder lautes Flüstern sein, eine Veränderung der Stimme, statt Sprache werden Laute oder Geräusche eingesetzt.
Häufig fällt es im Kindergarten auf, dass sich das mutistische Kind schwer von den Eltern lösen kann, sich passiv-abwartend verhält, in der Beobachterrolle bleibt, keinen Kontakt zu anderen Kindern sucht, Spielangebote abwehrt und nicht mit den Kindern, sondern neben den Kindern spielt. Eine Vielzahl der mutistischen Kinder vermeidet im Kindergarten zu essen und zu trinken sowie den Toilettengang.
Im weiteren Verlauf der Störung ist eine Einengung der geisten und sozialen Entwicklung zu beobachten, eine massive Verunsicherung im Kontakt mit Gleichaltrigen, bei denen Hilflosigkeit und Unverständnis, Ablehnung oder Wut provoziert wird, ist typisch. Die Familie zentriert ihre Bedürfnisse oftmals um das mutistische Kind, das sich zu Hause häufig völlig entgegengesetzt zum mutistischen Verhalten ungehemmt und dominant verhält (Melfens S. und Warnke A. 2007, Kinder-und Jugendpsychiatrie. Psychother. 35 (6).

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Quellen:

  • Bahr, Reiner (2002): Wenn Kinder schweigen, Redehemmungen verstehen und behandeln. Ein Praxisbuch, Düsseldorf. Walter Verlag
  • Black, B. & Uhde T.W. (1992): Elective mutism as a variant of social phobia. Journal of the American Academy Child and Adolescent Psychiatry 31, 1090-1094,
  • Brack, U.B. & Metzner J. (1993). Elektiver Mutismus. Ein Fallbericht. Verhaltenstherapie 3, 131-136
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (2007) Leitlinien für Diagnostik und Therapie Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
  • Hartmann, B. (1997): Mutismus – Zur Theorie und Kasuistik des totalen und elektiven Mutismus. Berlin: Spiess
  • Nitza Katz-Bernstein (2005): Selektiver Mutismus bei Kindern
  • Papousek, M. (1996). Die intuitive elterliche Kompetenz in der vorsprachlichen Kommunikation als Ansatz zur Diagnostik von präverbalen Kommunikations- und Beziehungsstörungen.
  • Scheuerer-Englisch, H., Zimmermann, P. (1997). Vertrauensentwicklung in Kindheit und Jugend. Theorien und empirische Befunde
  • Steinhauser, H.-C., Wachter, M., Laimböck, K. & Winkler Metzke, C. (2006). A long-term outcome study of selective mutism in childhood. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 47, 751-756

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