Mutismus Therapieziele

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Therapieziele

Das wesentliche Ziel aller Therapieansätze sollte darin bestehen, das Kind zum Kommunizieren zu führen, und zwar nicht nur in der therapeutischen Situation, sondern auch in den alltäglichen, angstbesetzten Situationen.
Wenn der Mutismus erkannt wurde, sollte so bald als möglich mit der Therapie begonnen werden. Hält das Schweigen über einen langen Zeitraum an, haben sich häufig Muster gebildet und es wird dem Kind zunehmend schwerer fallen, aus dem Schweigen herauszutreten. Zwangsläufig entstehen so soziale Beeinträchtigungen. Über Jahre bestehend, hinterlässt dies unweigerlich Spuren in der Gesamtpersönlichkeit. Monatelanges, jahrelanges, konsequentes Schweigen erfordert zudem eine ungeheure psychische Energie, die auf Kosten anderer Bereiche, z.B. Lernen, gehen kann. Sprechen fällt auch als Mittel zum Wissenserwerb aus. So kann es auch, trotz gutem Potenzial, zu Lern- und Leistungsschwächen kommen.

Da es sich bei Mutismus um eine psychische Störung handelt, ist die Ausrichtung der Therapie im psychotherapeutischen Bereich zu suchen. Das Fundament einer gelingenden Therapie ist neben fachlicher Kompetenz und Erfahrung auch Einfühlungsvermögen in das mutistische Kind.  Es sollte dem Kind ein Weg aufgezeigt werden, in welchem es ohne „Gesichtsverlust“ aus dem Schweigen heraustreten kann. Zielführend ist hierzu die gegenseitige Achtung und Wertschätzung, gepaart mit einem hohen Maß an Empathie und einem tiefem Verständnis für die kindliche Not.
Therapien die im Zeitraum von 6 Monaten keine eindrückliche Verbesserungen bewirken, sollte beendet werden; es sollte dann ein Therapiewechsel stattfinden (Prof. M. Doepfner, Uni Köln, Psychiater für Kinder und Jugendliche).
Eine rein sprachtherapeutische Therapie ist kontraindiziert (Univ. Prof. Dr. med. Rolf Castell, Uni Erlagen Abtl. für Kinder- und Jugendpsychiatrie).

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Quellen:

  • Bahr, Reiner (2002): Wenn Kinder schweigen, Redehemmungen verstehen und behandeln. Ein Praxisbuch, Düsseldorf. Walter Verlag
  • Black, B. & Uhde T.W. (1992): Elective mutism as a variant of social phobia. Journal of the American Academy Child and Adolescent Psychiatry 31, 1090-1094,
  • Brack, U.B. & Metzner J. (1993). Elektiver Mutismus. Ein Fallbericht. Verhaltenstherapie 3, 131-136
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (2007) Leitlinien für Diagnostik und Therapie Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
  • Hartmann, B. (1997): Mutismus – Zur Theorie und Kasuistik des totalen und elektiven Mutismus. Berlin: Spiess
  • Nitza Katz-Bernstein (2005): Selektiver Mutismus bei Kindern
  • Papousek, M. (1996). Die intuitive elterliche Kompetenz in der vorsprachlichen Kommunikation als Ansatz zur Diagnostik von präverbalen Kommunikations- und Beziehungsstörungen.
  • Scheuerer-Englisch, H., Zimmermann, P. (1997). Vertrauensentwicklung in Kindheit und Jugend. Theorien und empirische Befunde
  • Steinhauser, H.-C., Wachter, M., Laimböck, K. & Winkler Metzke, C. (2006). A long-term outcome study of selective mutism in childhood. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 47, 751-756

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