Mutismus Diagnose

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Diagnose

Ausschlussdiagnosen

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Quellen und Literatur

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Diagnose

Der gravierende Unterschied im kommunikativen Verhalten von Mutisten in Abhängigkeit von den Situationen erschwert häufig ein rechtzeitiges Erkennen des Störungsbildes. Üblicherweise teilen Erzieherinnen/Lehrerinnen den Eltern mit, dass das Kind nicht spricht oder sich weigert mit anderen Kindern zu interagieren. In anderen Situationen stellen die Eltern schon sehr früh fest, dass ihr Kind mit den meisten Menschen außerhalb des Hauses nicht spricht. Eltern, die Ärzte um Rat bitten, hören häufig: “Ihr Kind ist nur schüchtern.“ „Das wird sich schon auswachsen.“ „Geben Sie noch Zeit.“ Vielfach warten Eltern daraufhin mit einer notwendigen Behandlung und hoffen ihr Kind entwächst dem Mutismus. Studien zeigen deutlich auf, dass je früher das Kind behandelt wird, die Gesamtprognose besser ist. Schweigt ein Kind über viele Jahre, kann, sich sein mutistisches Verhalten verfestigen. „Zwischen Erkennen der psychischen Störung und Therapiebeginn vergehen jedoch in der Praxis häufig bis zu 5  Jahre.“(Prof. Steinhauser Uni-Zürich)
Zur Diagnostik bei selektivem Mutismus:
-    Soziogramm
-    Psychopathologischer Befund
-    Befragung des Kindes und der Eltern
-    Familienanamnese
-    Verhaltensbeobachtung
Aufgrund des mutistischen Verhaltens kann in der Regel keine Sprachdiagnostik erstellt werden. Hilfreich sind daher Videoaufzeichnungen innerhalb der Familie oder Tonbandaufnahmen, um Sprachverständnis, Artikulation, Satzbau und Grammatik beurteilen zu können.
Zur Diagnostik eines akinetischen Mutismus wenden Sie sich bitte an den behandelnden Arzt oder Neurologen.

Ausschlussdiagnosen

sind nach ICD-10 (Remscheidt et al., 2006)

•    der passagere Mutismus (hält das Schweigen nicht länger als vier Wochen an wird von einem passageren Mutismus gesprochen); häufig ist dieser mit Trennungsangst verbunden

•    Schizophrenie

•    tiefgreifende Entwicklungsstörungen und umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache.

DSM-IV-TR (APA 2000) erwähnt ergänzend, dass begleitende Sprechstörungen* aufgrund einer Schwäche der Hörverarbeitung (rezeptiv) oder ein Aussprachproblem (expressiv) vorhanden sein kann.

* Sprechstörung: die Unfähigkeit, Sprachlaute korrekt und deutlich auszusprechen

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Quellen:

  • Bahr, Reiner (2002): Wenn Kinder schweigen, Redehemmungen verstehen und behandeln. Ein Praxisbuch, Düsseldorf. Walter Verlag
  • Black, B. & Uhde T.W. (1992): Elective mutism as a variant of social phobia. Journal of the American Academy Child and Adolescent Psychiatry 31, 1090-1094,
  • Brack, U.B. & Metzner J. (1993). Elektiver Mutismus. Ein Fallbericht. Verhaltenstherapie 3, 131-136
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (2007) Leitlinien für Diagnostik und Therapie Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
  • Hartmann, B. (1997): Mutismus – Zur Theorie und Kasuistik des totalen und elektiven Mutismus. Berlin: Spiess
  • Nitza Katz-Bernstein (2005): Selektiver Mutismus bei Kindern
  • Papousek, M. (1996). Die intuitive elterliche Kompetenz in der vorsprachlichen Kommunikation als Ansatz zur Diagnostik von präverbalen Kommunikations- und Beziehungsstörungen.
  • Scheuerer-Englisch, H., Zimmermann, P. (1997). Vertrauensentwicklung in Kindheit und Jugend. Theorien und empirische Befunde
  • Steinhauser, H.-C., Wachter, M., Laimböck, K. & Winkler Metzke, C. (2006). A long-term outcome study of selective mutism in childhood. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 47, 751-756

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