Multimodale Therapie

Hamburger Arbeitskreis zur ADS/ADHS

Obligate Therapiemaßnahmen: Information, Aufklärung und Anleitung von Kind, Eltern und Umfeld

Unerlässlich (obligat) sind eine ausführliche Aufklärung und Beratung der Eltern des betroffenen Kindes. Auch die Aufklärung der Lehrer ist von großer Bedeutung.
In der Eltern-Kind-Behandlung sowie einem speziellen Elterntraining lernen die Kinder den Umgang mit ihrem eigenwilligen Kind und erhalten Ratschläge.

Fakultative Therapiemaßnahmen

Zusätzlich zu den Elterntrainings und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen können eine medikamentöse Therapie sowie weitere psychotherapeutische Maßnahmen nötig sein:

  • Medikamentöse Therapie Am häufigsten werden zur Behandlung von ADS/ADHS sogennante Psychostimulanzien (das bekannteste ist Methylphenidat) verwendet. Zum Ansatzpunkt der Medikation siehe nebenstehende Abbildung.
  • Psychotherapien Als weitere Maßnahmen können verschiedene Arten der Psychotherapie sinnvoll sein, die sich entweder allein auf das Kind (kindzentrierte Verfahren) oder auch auf das Umfeld (Familie, Kindergarten, Schule) beziehen. Bei der einzeltherapeutischen Maßnahme steht die Verhaltenstherapie mit begleitender Elternberatung im Vordergrund. Gruppentherapeutische Verfahren werden gewählt, wenn soziale Schwierigkeiten des Kindes im Mittelpunkt stehen. Familientherapeutische Verfahren beeinflussen einen positiven Umgang der Familienmitglieder mit dem Kind.
  • Übende Verfahren Wichtig ist auch das soziale Kompetenztraining. Hierbei lernen die Kinder, wie sie soziale Situationen richtig einschätzen und sich entsprechend angemessen verhalten können. Beim Aufmerksamkeitstraining üben die Kinder ihre Ausdauer zu steigern oder auch anhand ständig steigender Schwierigkeitsgrade Aufgaben über einen längeren Zeitraum mit Aufmerksamkeit zu verfolgen.
  • Sonderpädagogische Maßnahmen Die kindergarten- und schulzentrierten Interventionen haben die Integration des Kindes mit ADHS zum Ziel, als auch die Verminderung von Verhaltensauffälligkeiten.

Grundsätzlich ist eine ärztliche Basis- und Psychodiagnostik durch Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit besonderer Ausbildung und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie notwendig.

Wichtig ist das multimodale Therapiekonzept. Auf der einen Seite ist das enge Zusammenarbeiten von Fachärzten, Psychologen, Eltern, Lehrern und Erziehern entscheidend. Auf der anderen Seite muss die Intervention multimodal sein: Alle Ebenen: sonderpädagogische Maßnahme, übende Verfahren, verhaltenstherapeutische Maßnahmen und medikamentöse Therapie müssen auf die jeweiligen Notwendigkeiten des Kindes mit ADS/ADHS abgestimmt werden.

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