Leitlinien für Eltern

 

Die nebenstehende Grafik zeigt die Häufigkeiten problematischer Situationen in Relation zwischen Kindern mit ADHS (oberer Balken) und “unauffälligen” Kindern (unterer Balken). Die Hausaufgaben sind der problematischste Bereich, einige Hinweise dazu weiter unten.

Zunächst einige Leitlinien über den Umgang zu Hause, die jedoch an dieser Stelle nur skizzenhaft angerissen werden können. Holowenko u.a. empfehlen:

  • Wissen und Verständnis fördern : Ein wichtiger Schritt für den Umgang zu Hause setzt voraus, dass Eltern nach und nach verstehen, welche Probleme sich bei Kindern aufgrund von ADHS zeigen. Es geht um das schwierige Verständnis davon, was ihr Kind aufgrund der Beeinträchtigung “nicht tun kann” und was es “nicht tun will”.
  • Denken Sie positiv über ihr Kind und handeln sie entsprechend: Kinder mit ADHS müssen Konsequenzen für ihr Verhalten spüren, die vorhersagbar sein müssen, klar und einleuchtend. Sie müssen häufiger und schneller als andere Kinder eine Reaktion vermittelt bekommen, damit sie ihr Verhalten steuern können.
  • Bauen Sie bei ihrem Kind ein positives Selbstwertgefühl auf: Meistens fühlen sich Kinder mit ADHS ziemlich schlecht und glauben, dass sie sich in ihrer Welt nicht zurechtfinden, anstatt dass sie die Dinge, die Ihnen gut gelingen, erkennen und positiv für sich annehmen. An dieser Stelle können Sie ihr Kind unterstützen!
  • Nachdruck auf Routine, Struktur und Vorhersagbarkeit: Kinder mit ADHS profitieren davon, wenn es zu Hause vorhersagbar und strukturiert zugeht. Außerdem ist es für die Kinder von Nutzen, wenn Eltern klare und konsequente Grenzen für inakzeptables verhalten setzen.
  • Realistische Erwartungen: Eltern sollten die Probleme nicht dadurch verschärfen, dass sie “aus einer Mücke einen Elefanten machen”, sondern sich auf einige wenige grundsätzliche Verhaltensmuster konzentrieren, auf die es ankommt.
  • Klare Kommunikation und Steuerung: Kinder, die unaufmerksam, impulsiv und anscheinend taub für Grenzen sind, benötigen eine möglichst klare Kommunikation. Dabei sollten jedoch keine Drohungen ausgesprochen werden, die Sie nicht verwirklichen können.
  • Sich um sich selbst kümmern und Hilfe suchen: Ruhepausen für sich selber sind sehr wichtig um Stress abzubauen. Auch der Austausch in Selbsthilfegruppen kann einen Austausch ermöglichen neue Kraft geben.
  • Ausreichende Freizeitgestaltung: Eine bewegungsreiche Freizeitgestaltung ist sehr wichtig für ihr Kind. Diesen Auslauf braucht Ihr Kind als Ausgleich zu den notwendigen klaren Regeln im Alltag.

Die Schulpsychologin Lucia Scherr empfiehlt folgende Leitlinien für das größte Konfliktfeld (siehe Abb.) zu Hause: der Hausaufgabensituation

  • Ruhige Umgebung, wenig Ablenkung
  • Gleicher Arbeitsplatz, Sitzplatz und fester Zeitpunkt
  • Schwierigkeiten nur allmählich steigern
  • Entspannungseinheiten einbauen
  • Viel Lob und Ermutigung
  • Viele kurz Übungsphasen und Teilschritte

Kinder und Jugendliche mit ADHS sind offen für alles und da unser heutiges Leben ständig mehr und neue Reize bietet und immer unübersichtlicher wird, werden für sie die Orientierungsmöglichkeiten immer geringer und die Versuchungen immer größer. Ein äußerst wichtiger Orientierungspunkt sind Sie!

Ihr Kind sucht viel Aufmerksamkeit, die holt es sich notfalls über negative Aufmerksamkeit. Suchen Sie das Gute in Ihrem Kind.

Nicht zu vergessen, was Eltern erzählen:

“Es ist ein anstrengendes Leben mit unserem Max, aber wir lieben ihn – eigenwillig, schusselig, kreativ, explosiv, unordentlich, vergesslich und pfiffig, wie er ist!”

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