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    heimunterbringung

    Hatte schon einmal einen Artikel bezüglich Heimunterbringung und Kosten hier im Forum. Heute suche ich aber persönlichen Rat bezüglich meines "Gefühlschaos". Meine Tochter ist 15 und lebt in einem Heim 150 km von mir entfernt. Sie ist zu 100 % schwerbehindert und ich bin gezwungen sie dorthin zu geben da ich arbeiten gehen muß und keine Unterstützung von meinem Exmann bekomme. Da ich sie nur sehr selten sehen kann leide ich sehr darunter, denn immer wenn ich sie besuche macht sie einen sehr ruhigen, stillen Eindruck ( sie kann nicht sprechen, reagiert aber auf Ansprache )kurz gesagt, ich habe immer den Eindruck dass sie sich nicht wohlfühlt. Das Heim ist eigentlich in Ordnung, obwohl es auch einiges zum Aussetzen gibt, aber ein Heim ist halt nicht "Daheim". Sie ist seit fast 2 Jahren dort und seit Dezember ist sie nur noch krank ( 4 x schlimme Bronchitis ). Z. T. muss sie über eine Nasensonde ernährt werden und der Kinderarzt dort spricht von Asthma. (Was ich aber bezweifle)Ich denke, das alles hat damit zu tun weil sie sich nicht wohl fühlt und dort zu wenig Abwechslung hat, bzw. zu wenig an die frische Luft kommt.
    Ich bin am hin und her überlegen ob ich sie wieder nach Hause hole und hier in der Nähe in ihre alte Schule schicke, aber ich weiss nicht wie lange sie dort noch hingehen kann und dann stehe ich wieder vor dem selben Problem und müsste wieder ein neues Heim suchen. Ich weiss nicht ob es gut für sie wäre sie dort "rauszureissen" und ob nur ich diejenige bin, die Probleme mit der Heimunterbringung hat. Auch weiss ich nicht wer auf sie aufpassen könnte wenn Schulferien sind oder sie krank ist.
    Vielleicht gibt es Gleichgesinnte, die auch ein Kind ins Heim gegeben haben und die sich mit mir austauschen können oder mir ein paar Tips geben können wie sie mit so einer Situation umgegangen sind ?

    #2
    Hallo Xenia,
    das ist alles nicht einfach und ich möchte mal einfach nur meine Gedanken dazu schreiben.

    Du schreibst das sie fast seit 2 Jahren dort ist. Ging es ihr schon immer nicht gut dort oder hat sich da evtl. etwas geändert?
    Gibt es kein geeignetes Heim das nicht so weit weg ist damit du mehr Kontakt halten kannst?
    Ich bin auch am überlegen ob man wirklich ein Kind das es schon "gewohnt" ist im Heim zu leben wieder nach Haus zu holen, denn für wieviel Jahre will ich sie dann nach Haus holen und würde dann nicht die erneute Trennung schwerer fallen?

    Ich kenne einen Jungen der mit 15 Jahren in ein Heim kam. Er kam dort überhauptnicht zu recht (was aber am Heim lag und nicht an ihm) also holten die Eltern ihn wieder nach Haus bis sie einen besseren Platz finden. Sie haben einen solchen Platz gefunden aber er will nicht wieder ausziehen und hat sehr große Angst davor.

    Was ich damit meine, ist es nicht evtl. besser eine andere Unterbringung zu suchen und sie solange noch dort zu lassen?

    Ich weiß nicht ob ich dir mit meiner Antort etwas helfen konnte aber evtl. sind da ja Punkte drin über die es sich mal lohnt nachzudenken.

    Ich bin gespannt auf deine Antwort.
    Gruß

    Ingo
    www.behinderte-kinder.de
    in Partnerschaft mit:
    www.intakt.info

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      #3
      Zitat von [b
      Zitat[/b] ( @ --)]
      Hallo Ingo,

      vielen Dank für Deine ehrlichen Gedanken. ich glaube, das Problem liegt auch eher bei mir. Meine Tochter kann leider nie etwas erzählen wie es ihr gefällt, was sie fühlt usw. Immer wenn ich sie besuche, macht sie einen recht ruhigen ( für mich unglücklichen ) Eindruck. Die Erzieher im Heim erzählen oft etwas anderes, das sie albern ist und lacht. Aber es fällt mir schwer das zu glauben. Da dort sehr viele Kinder sind, deren Eltern keinen Kontakt wollen, sind die Erzieher es gewohnt, immer alles alleine zu entscheiden und zu handeln und damit hab ich einfach ein Problem. Ich will sehr wohl eingebunden werden und alles wissen wie es meinem Kind geht. Das Heim ist sicherlich nicht schlecht, aber wie ich schon sagte, als Mutter weiss man einfach am besten was dem Kind fehlt, was es will usw. Ich kann mich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass sie soweit weg ist und ich gar nicht weiss was dort so läuft. Außerdem finde ich, hat sie in diesem Heim sehr wenig Abwechslung, d. h. alle Kinder dort sind schwerstbehindert und meine Tochter liebt es, wenn sie etwas zu schauen hat und Trubel herrscht.Wenn ich sie wieder nachhause holen würde, könnte sie evtl. noch ein paar Jahre in ihre alte Schule gehen, wo die Gruppen gemischt waren sie doch mehr Abwechslung hatte.
      Sie ist zwar jetzt schon 2 Jahre dort, wird auch gut versorgt, aber es ist doch alles recht eintönig dort, denn wenn nicht genug Personal da ist, gibt es nunmal keine eins zu eins Betreuung und auch keine Spaziergänge etc. Jetzt ist sie laufend krank ( Atemwegsinfekte) und ich suche natürlich nach den Ursachen ( zuwenig frische Luft, fühlt sich nicht wohl dort usw. ) Ich weiss, das es nicht gut für sie ist, sie wieder dort rauszureissen, aber bei uns in der Nähe gibt es nur Heime für Erwachsene und sie müsste noch mind. 3 Jahre dortbleiben. Ich bin erlich gesagt ziemlich ratlos, weiss auch nicht was ich tun soll, denn ich will ja nur ihr Bestes. Ich weiss auch gar nicht wie lange sie noch in die Schule gehen kann und was danach kommt.
      Wie ich schon sagte, ich denke, dass das Problem eher bei mir liegt, deshalb suche ich Eltern, denen es ähnlich ergeht und die mir ihre Errfahrungen schildern können.

      Liebe Grüße Xenia

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        #4
        Hallo,

        die Entscheidung über deine Tochter, die kann dir keiner abnehmen, aber ich möchte dir ein wenig weiterhelfen, was deine Zukunftsgedanken angeht.

        Deine Tochter kann normalerweise mindestens bis zu ihrem 18. Lebensjahr in die Schule für Geisitgbehinderte gehen (das ist mein Wissensstand).
        Unter Umständen kann sie dort auch noch etwas länger bleiben.
        Wenn die Schulzeit für dich also kein so großes Problem darstellt, dann wären die nächsten drei Jahre erstmal gelöst.
        Anschließend haben behinderte Menschen Anspruch auf einen Platz in der WfB (Werkstatt für Behinderte). Hier gibt es Sonderbetreuungsgruppen, die auch schwerstbehinderte Menschen aufnehmen, die keine Produktionsarbeit ausführen können.
        Manche großen Träger von WfBs betreiben auch andere Zentren, in denen Tagesstrukturierende Maßnahmen angeboten werden. Dies ist für schwerstbehinderte u. Umständen besser, weil das Umfeld dort auf die Tagesgestaltung und weniger auf die Produktion ausgerichtet ist.
        Der Unterschied ist meines Wissens jedoch, dass dem Behinderten beim Besuch einer solchen Maßnahme nicht der, in der Werkstatt übliche, Lohn gezahlt wird.
        Grundsätzlich hätte die Werkstatt oder solch eine Maßnahme für dich den Vorteil, dass du großen Teils den Urlaub deiner Tochter selber einplanen kannst.
        Du hast nur selten festgelegte Schließungstage, anders als in der Schule.
        Der Punkt über den du dir jedoch im klaren sein musst, ist, dass du für deine Tochter sorgen musst, wenn Sie krank ist. Es ist eine unzumutbare Belastung, sowohl für das Pflegepersonal in den ambulanten Einrichtungen (Schule, Werkstatt), als auch für die anderen Schüler oder Werkstattkollegen dort, aber auch für deine Tochter selbst, wenn sie im Kranken Zustand dort den Tag verbringen muss.
        Ich erlebe es immer wieder, dass behinderte Menschen tortz starkem Druchfall, Grippe usw. in die Werkstatt geschickt werden, nur weil sonst keiner Zeit für sie hat.
        So kommt es dann, dass sich Betreuer und andere Beschäftigte Anstecken und es somit zu erheblichem Mangel an Betreuung kommt.

        Ich hoffe, dir ein paar Tipps gegeben zu haben.
        Wenn du Interesse hast, dann melde dich doch einfach mal.
        Wenn du mir sagst wo du herkommst, kann ich evtl. auch für dich in Erfahrung bringen, wer dort entsprechende Einrichtungen betreibt.
        Schreib mir einfach.
        heilerziehungspfleger@freenet.de
        Gruß
        Michael

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          #5
          Hallo Xenia,
          bin erst neulich auf deine Zeilen gestoßen und weiß auch nicht ob du ab und zu nochmals reinschaust. Aber dein Artikel hat mir sehr geholfen. Meine Tochter schätze ich wie deine ein, nur daß sie noch ein bißchen jünger ist - fast 12 J. Manchmal denke ich, es ist so schwierig mit ihr, und ich brauche Hilfe. Also habe ich im Internet rumgesurft zwecks Heimunterbringung. Nachdem ich deine Zeilen gelesen hatte, war ich tief berührt, denn mit meiner Tochter wäre das gleiche. Sie kann nicht sprechen und was habe ich davon, wenn ich sie weggebe und dann trotzdem nicht glücklich werden kann, weil ich den Eindruck habe, es fehlt ihr was. Deine Zeilen haben mich wieder in die Realität zurückgebracht und ich weiß, daß ich meine Tochter gar nicht weggeben möchte. Frau braucht nur auch ab und zu etwas Zeit um sich zu erholen und Kräfte zu sammeln.
          Ich wünsche dir auch weiterhin noch viel Kraft für deine Tochter und dich das richtige zu tun.
          Mir hast du auf jeden Fall sehr viel geholfen. Ich danke dir aus ganzem Herzen.

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            #6
            Hallo Xenia,

            wenn auch etwas verspätet, möchte ich dir doch gerne noch auf deine Anfrage antworten.
            Ich hoffe, dass du hier wieder mal rein schaust.

            Ich habe auch einen Angehörigen in einem Heim. Es handelt sich hier allerdings um meinen Mann. Ich habe ihn behindert in einem Pflegeheim kennen gelernt , aus anfänglicher Fürsorge hat sich eine tiefe Liebe zu ihm entwickelt. Ich habe ihn von dort herausgenommen und in einem Heim der Behindertenhilfe unterbringen können.

            Anfänglich kam er besuchsweise zu mir, dann mal über Nacht und jetzt für 4 Nächte am Wochenende und im Urlaub.

            Weder mit dem Pflegeheim noch mit dem Heim der Behindertenhilfe bin ich zufrieden.
            Genau wie du schreibst, fehlt mir insbesondere der Austausch, denn auch mein Mann kann nicht sprechen und auch nicht schreiben. Wie oft habe ich um Informationen gebeten und immer wieder wird er wie ein Paket nach Hause geschickt.

            Die Pflege ist auch nicht so besonders gut.

            Immer wieder habe ich überlegt, ihn ganz nach Hause zu nehmen. Habe aber große Angst davor, wie schaut es aus, wenn ich nicht mehr kann evtl. aus gesundheitlichen Gründen oder wegen der starken psychischen Belastung. Eine Rückkehr in ein Heim wird dann viel schlimmer für ihn.


            Wäre es nicht möglich, deine Tochter an den Wochenenden nach Hause zu holen?
            Wenn du sie fragst, wie es ihr dort gefällt, wie antwortet sie dir?
            Hast du schon einmal einen Tag einfach dort mit am Gruppengeschehen teilgenommen?

            LG
            Jaguar

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              #7
              Hallo Xenia,

              mir geht es in vielerlei Hinsicht so wie Dir. Ich habe auch Deinen Beitrag zur "häuslichen Ersparnis" gelesen. Ich habe eine 16jährige Tochter mit Epilepsie und einem geistigen Stand eines 1jährigen Kindes. Sie ist seit 7 Jahren in einem Heim und seit 2 Jahren kämpfe ich ganz akut mit mir, ob ich sie wieder nach Hause holen soll. Das Heim ist 80 km entfernt und ich versuche, sie jedes Wochenende zu holen. Da ich aber vor einiger Zeit arbeitslos geworden bin, kann ich das Geld dafür nicht mehr immer aufbringen. Und die "häusliche Ersparnis" muss ich weiterhin zahlen, obwohl ich nur noch Arbeitslosenhilfe erhalte. Dadurch kommt es immer öfter vor, dass wir mal ein Wochenende aussetzen müssen. Und das fällt mir wahnsinnig schwer.
              Eigentlich bin ich mit dem Heim zufrieden, und die Erzieherinnen geben ihr Bestes, aber es ist eben nicht zu Hause.
              Manchmal denke ich, ich hab mir die Heimunterbringung meiner Tochter nur irgendwie aufschwatzen lassen. Ich hörte immer nur: "das kannst Du doch nicht mehr leisten, Du musst auch mal an Dich denken usw." Ich muss ganz ehrlich sagen, aus dem "an mich denken" ist auch nach 7 Jahren nicht ganz viel geworden. Ich denke an meine Tochter! Es gibt niemanden, der versteht, daß ich ohne dieses Kind fürchterlich leide. Lange Zeit hab ich mir eingeredet, es sei einfach besser für sie, wenn sie dort unter ihresgleichen ist und ich könnte ihr nichts mehr bieten. Heute bin ich mir sicher, dass auch dies wieder die Sprüche anderer Leute sind.
              Wie Du siehst, habe ich diesen Kampf mit mir auch noch nicht ganz ausgestanden, aber ich tendiere doch dazu, sie wieder zu mir zu holen. Es steht jetzz erst einmal eine neue Einstellung der Medikamente in Bethel an. Es kann sein, dass, wenn dieser Krankenhausaufenthalt zu lange dauert, uns der Platz in dem Heim nicht freigehalten wird. Irgendwie wäre es dann so, als ob mir die Entscheidung dadurch abgenommen würde. Ich würde mich dann auch nicht mehr dagegen wehren.

              Viele Grüße
              Marike

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                #8
                Zitat von [b
                Zitat[/b] ( @ --)]
                Hallo Marike,würde mich gerne noch weiter mit Dir austauschen, da unsere Töchter ja gleich alt sind und Du die selben Probleme hast wie ich denke ich. Würdest Du Dich nochmal bei mir melden ? ich würde mich echt darüber freuen. Hier meine Mailadresse:
                Abelek@web.de

                Xenia

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                  #9
                  Hi,

                  Mein Sohn ist erst fünf aber ich hab mich schon damit befasst was nötig werden könnte wenn ich ihn nicht mehr versorgen kann wenn er älter ist.
                  Ich habe mir also unterschiedliche Heime und verwante einrichtungen angesehen.
                  Ich meine wirklich NICHT, das es immer zutrifft - aber ich wollt trotzdem loswerden (hi xenia) das ich in WFB´s oft einen sehr schlechten Eindruck hatte.
                  Ich bin tierisch froh das es für mich nicht aktuell ist genauer darüber nachzudenken, was ich an deiner Stelle machen würde.
                  wirklich beste Wünsche für euch
                  Tic
                  imagination is more importand than knowledge

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                    #10
                    Hallo Xenia,ich habe grad das gelesen mit deine tochter.Ich habe vor 1jahr auch gehört wegen diese heim-oder Internat,wo mann die behinderte kinder geben kann.Und seit dem begleiten mir
                    diese so zu sagen "schrekliche gedangen "mit.Aber das mit deine tochter ist mir richtig unter die haut gegangen!
                    Ich bin froh eineseitig das du mir geholfen hast(so sehe ich das)diese "schrekliche getanken"das auf einmal weg sind!Diese gedangen waren das ich auch spätermeine tochter ins Internat gebe und ob ich des ich verkrafte!Weil ich habe noch eine kind(gesund) und er braucht mich auch!
                    Meine tochter ist jetzt 6jahre alt und kann nicht laufen sprechen...Aber verstehen tut sie und gefühle sind auch da.
                    Sie ist schwer und braucht viel viel zeit und grad wenn sie krank wird werde ich auch mit.
                    Aber wo ich deine brief gelesen hab wo du ihr bessuchst und macht so eine eintruck teine tochter,ist mir klar geworden das ich des niemals schaffe diese schrit zu machen!sie her zu geben!
                    Ich bette das ich gesund bleibe und die kraft habe sie aufzupassen.
                    Ich sehe das so was die schiksal mir geschrieben ist muß ich durch!Das war unsere wunsch kind nach 6 jahre lang!
                    Die braucht mich und ich sie.
                    Ich finde nur die rechte fur behinderte kinder soll man die ändern?oder?
                    Kuck mal jetzt zum beispiel für dich das du alleinerziherin bist,das die eine andere art für Pflegestuffen haben?(höhere)
                    Und wenn die krank ist das die Von pflege jemand zu dir schieken,weil ich weis wie es ist wenn sollche kinder krank werden(meine hate 4mal fieber-krämpfe)obwol temperatur 38,2 war!Gut es gibt medikammente aber an den moment will man wirklich nicht allein sei.
                    Dann gehts dir besser und teine tochter!
                    Es ist schwer bis 13 jahre in deine nähe zu sein und aufeinmal anders ohne mutter.
                    Ich glaube das solche kinder wenn verstehen oder nicht die gefühle sind immer da.
                    Ich habe ein bischen offen meine gefühle so für alles geschrieben,ich hoffe das zu verstehen!
                    Andere eltern sehen die das anderes,vielleicht sind die stärker
                    und haben diese kraft diese schritt zu machen.
                    Du mußt deine Herz hören was ist besser und alles anderes mit die zeit glaube ich gibt immer eine weg...
                    gruß:georgia

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                      #11
                      Hallo,

                      vielleicht hast Du die Möglichkeit Deine Tochter mal eine längere zeit zu Dir zu holen, zum Beispiel im Urlaub, 14 Tage lang.
                      Dann hast Du die Zeit, um Deine Tochter zu beobachten.
                      Und dann kannst Du es vielleicht für Dich nochmal entscheiden, ob Du sie aus diesem Heim rausnimmst.

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                        #12
                        Hallo

                        ich frage mich wie man emotional mit der Entscheidung der Heimunterbringung klarkommt.

                        Wir haben 7 Jahre alten Sohn (mehrfachschwerbehindert) und ich glaube wir werden ihn in ein Heim geben muessen. Meine Frau kümmert sich jeden Tag und auch nachts, ich helfe Ihr nach der Arbeit und Wochenende so gut ich kann. Aber es ist für die Ehe nicht gut, da wir seit 7 Jahren keine Zeit für uns haben. Auch zweites Kind wollten wir schon seit mehr Jahren aber es wurde immer weiter aufgeschoben. Wenn wir uns viel kümmern ist der kleine sehr lieb, aber das kann so nicht immer weitergehen.

                        Daher ist es nur eine Zeitfrage, wann man sich für Heim entscheiden muss um Ehe zu retten. Oder aber ist dioe Entscheidung für Heim das Ende der Ehe.

                        Welche Erfahrung habt Ihr während der Entscheidung für oder gegen Heim gemacht?
                        Wenn Ihr Euch für Heim entscheiden musstet, wie kommt Ihr damit klar?
                        Wenn abzusehen ist, das man irgendwann nicht mehr kann, soll man sich drüher oder aber wenn es gar nicht mehr geht entscheiden?
                        Wie kommt man zur Entscheidung? Gibt es Beratung dabei?

                        Danke für Eure Antwort.

                        Max

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                          #13
                          Zitat von [b
                          Zitat[/b] ( @ --)]
                          Hallo Max,
                          die Entscheidung ein Kind ins Heim zu geben ist immer schwer und ich komme bis heute nicht ganz klar damit, obwohl meine Tochter schon seit 3 Jahren dort ist (und sich auch gut eingelebt hat). Leider gibt es immer wieder zwingende Umstände, die es notwendig machen, einen solchen Weg zu gehen. Wenn Du denkst, dass Ihr es nicht mehr alleine schaffen könnt, ist es sicher besser Eueren Sohn in einem "guten" Heim unterzubringen. Ein gutes zu finden ist sehr schwer und wird in Zukunft immer schwieriger, denn die Plätze sind rar. Ich würde an Euerer Stelle zuerst einmal einen Schulplatz mit Internat (Montag-Freitag im Internat und am Wochenende zuhause) suchen, so ist der Elternkontakt immer noch da, denn Euer Sohn ist ja noch recht jung. Meine Tochter kam mit 13 Jahren in eine vollstationäre Einrichtung, da ich arbeiten gehen musste und in den Ferien, Krankzeiten und am Wochenende niemanden hatte der auf sie aufpassen konnte. Ich denke, sie hat das inzwischen gut verkraftet und fühlt sich dort wohl, aber ebensogerne ist sie auch zuhause wenn ich sie in den Ferien oder am Wochenende mal hole. Es ist eine ungemeine Erleichterung, endlich hat auch mal wieder Zeit für sich und den Rest der Familie (ganz wichtig) Ihr habt ja keine anderen Kinder mehr, aber ihr habt noch Euch und das dürft Ihr nicht vergessen, bei aller Liebe zu Euerem behinderten Kind! Wenn Euere Ehe kaputt geht, nützt es niemandem was! Also wie gesagt, informiert Euch (Internet, Lebenshilfe, Schule...) wo es geeignete Einrichtungen in Euerer Nähe gibt und schaut sie Euch an. Ihr steht nicht unter Druck, ihr klönnt Euch jetzt informieren und in aller Ruhe überlegen. Wenn Ihr erst mal unter Druck steht, weil Ihr es nicht mehr alleine bewältigen könnt, dann ist es zu spät, denn dann müsst ihr nehmen was ihr gerade kriegen könnt oder wo gerade ein Platz frei ist und ob das zu Eurer Zufriedenheit ist, bezweifle ich.
                          Wie gesagt, ein Heim ist immer ein Heim und kann kein Elternhaus ersetzen, aber wenn ihr ein gutes findet und den Kontakt haltet denke ich, braucht ihr kein schlechtes Gewissen zu haben, denn es ist ja auch zum Wohl Eures Kindes und Euch.
                          Liebe Grüsse
                          Xenia
                          PS: Das mit dem schlechten Gewissen hab ich übrigens immer noch, aber es wird schon deutlich weniger, wenn ich sehe dass meine Tochter sich wohl fühlt und gut versorgt wird.
                          Xenia

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                            #14
                            Mir ist es, allerdings vor gut acht Jahren, mal ähnlich gegangen. Unsere Tochter Nadine, war ebenfalls für ca. 2-3 Jahre in einem Heim bzw. Internat untergebracht. Es war schön, sie in den Ferien oder verlängerten Wochenenden zu holen, es war schrecklich sie danach wieder abzuliefern. Uns hat der Abstand gegenseitig allerdings sehr gut getan. Sie hat gelernt, selbständiger zu werden. Sie war ein gleichberechtigtes Mitglied der Gemeinschaft. Allerdings, sie ist seit 8 Jahren wieder zu Hause, und das ist gut so. Über die Verhinderungshilfe haben wir die Betreuung seinerzeit geregelt. Wie gut, dass es die gibt. Mein Mann und ich sind Vollzeit berufstätig. Man muss sein Leben zwar straff organisieren, aber man kann es schaffen. Übrigens ich war auch früher alleinerziehend ohne Kindesunterhalt. Ich weiß, was Sie durchmachen. Dennoch auch die Heimunterbringung ist nicht umsonst. Ich hatte nach drei Jahren eine dicke Rechnung vom Landschaftsverband bekommen. Dabei habe ich damals nicht großartig viel verdient!!!! Erkundigen Sie sich doch mal bei dem Familienunterstützenden Dienst oder bei Ihrer Krankenkasse über die Verhinderungshilfe. Vielleicht ist es ja nicht erforderlich, dass Ihre Tochter immer in dem Heim bleibt! Schließlich sind die Kinder in den Heilpädagogischen Schulen fast den ganzen Tag betreut.

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                              #15
                              Ich hatte meine Tochter auch einmal für 2 Jahre in einem Heim, weil alleinerziehend und berufstätig. Was bin ich froh, daß ich meine Tochter wieder zu mir genommen habe.
                              Wie schon gesagt, ein Heim kann kein Zuhause ersetzen.
                              Und gute Heime ......... ich kenne keines. Meine Tochter ist wieder aufgeblüht und wir beide sind froh und glücklich.
                              Beate

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                                #16
                                Hallo alle zusammen,
                                meine Tochter, 12 Jahre, hätte ab sofort einen Heimplatz. Da ich mich nicht wirklich um diesen platz bemüht habe und er mir eher zufällig zugeteilt wurde, bin ich nun hin und her gerissen. Gibt es unter euch auch Eltern, die die Heimunterbringung positiv sehen? Wenn ich meine Gefühle ausschalte, sehe ich sehr viel Gutes: gute Förderung und Therapien, Unternehmungen, konsequentere Erziehung zur Selbständigkeit. Meine anderen Kinder sind oft genervt, weil ihre Schwester sehr viel kaputt macht und weil sie sehr eingeschränkt ihretwegen sind. Zur Betreuung und Überwachung müssen wir alle mithelfen, weil es sonst für den einzelnen zu viel ist. Spielen mag schon lange keiner mehr mit ihr. Sie ist auf der Stufe eines 2 jährigen Kindes, aber sehr stur und sehr stark, wenn sie ihren Kopf durchsetzen möchte. Unser aller Leben dreht sich nur um sie. Haben wir nicht auch ein Recht nach 12 Jahren "normal" zu leben? Ich weiß wirklich nicht, was tun. Wenn die Gefühle sich wieder einschleichen, geht es mir total elend. Aber wird es nicht immer schwierig sein, ein Kind in ein Heim zu geben: heute oder in ein paar Jahren? Gewöhnen sich Kinder leichter ein, oder junge Erwachsene? Was tun?? Bin so verzweifelt!
                                Hat schon jemand gute Erfahrungen gemacht?
                                Bitte schreibt mir bald eure Gedanken, weil ich in den nächsten Tagen eine Entscheidung treffen muß.
                                Vielen Dank!
                                Gerrie

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                                  #17
                                  Hallo Gerrie,

                                  beim Stichwort "normal Leben" fällt mir einiges ein. Meine Tochter war vor 6 Wochen für 10 Tage in Kurzzeitpflege im derzeit einzigen Heim, das sie aufnehmen würde, wenn ich es denn wollte. Dort bekommen die Kinder alle Insassen... egal ob 12 oder 20 J. um 16.30 Abendessen... werden um 20.30 in Bett gepackt, und kommt erst um 6 wieder raus, bzw. 7 was zu essen... "Normal" ist das auch nicht... wie ist das bei euch ? Um "wegen Komplikationen", die sich aus solchen Umgangsformen ergeben können später keine Gewissensbise zu bekommen, sollte man sein Kind nur in so ein Heim geben, wenn man tatsächlich nicht mehr kann, bzw triftige Gründe dafür hat denn "normal leben" wollen Behinderte auch.

                                  Helmut

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                                    #18
                                    Hallo Gerrie

                                    ich denke dass man irgendwann nicht mehr alle Zeit für ein so schwer behindertes Kind aufbringen kann. Gerade wenn dadurch keine Verbesserung kommt. Daher denke ich man sollte dann eher früher als später an ein Heim denken.

                                    Ich fühle aber anders. Die Vorstellung, dass ein Kind nicht mit der Liebe und Aufmerksamkeit betreut wird, die man selbst aufbringt, finde ich schlimm. Und in einem Heim ist es nie so gut wie zu hause. Aber ist die Familie (Partner, andere Kinder) nicht wichtiger gerade wenn sie durch das behinderte Kind gefährdert ist.

                                    Alles gute
                                    Max

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                                      #19
                                      Hallo Gerrie!


                                      Ich arbeite seit 4 Jahren in einem heilpädagogischen Kinderheim. Ich befürworte eine Heimaufnahme flapsig gesagt, indem Fall, dass das Kind besser auszieht, bevor man es hasst. Ich denke, dass man nicht darum herum schreiben muss, dass ein gutes Heim eventuell schlechter ist als ein "o.k.es" "zu Hause" ist, aber dennoch muss man das Für und Wider abwägen.

                                      Das kann dir keiner sagen und auch auf die Gefahr hin, dass du das (wahrscheinlich) zwar weißt: Es gibt Einrichtungen, die Hilfe leisten können. Eine ehemalige Arbeitskollegin (Sozialpädagogin) arbeitet in einer solchen. Dort werden möglicherweise die Probleme, die die Familie momentan sieht, versucht beizulegen oder es wird geholfen eine Entscheidung zu treffen und mit der Entscheidung gut zu leben.

                                      Ich finde es hart die Kinder im Heim als "Insassen" (immerhin wird damit auch etwas assoziiert) zu bezeichen und sehe das absolut nicht so.

                                      Ich denke, dass du weißt um die eher negativen Seiten des Heimaufenthaltes, aber auch die Dinge, die sich verbessern. Für euch und für das Kind.

                                      Wenn du möchtest, dann kannst du mich auch gerne anmailen (siehe Profil).

                                      Gruß,
                                      Julia.

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                                        #20
                                        [B] hallo gerrie
                                        meine jetzt 61jährige geistig behinderte, eretische und mittlerweile blinde schwester kam 1956 mit 12 jahren in ein heim, weil wir es alle nicht mehr ausgehalten haben. selbst unsere damals kranke mutter hatte angst vor ihren ausbrüchen. nach einer phase der entfremdung - durch familiäre veränderungen - haben wir brüder seit rd 20 jahren wieder guten kontakt zu ihr und sie in unser familiäres denken und handeln eingebunden. sie lebt mittlerweile in einem heim für erwachsene mehrfachbehinderte an meinem wohnort, so dass regelmäßige kontakt gut möglich ist. wenn ich zurückblicke, dann ist es schon so, dass wir brüder und die ganze familie stark beeinträchtigt waren und wir konkret nachteile in kauf zu nehmen hatten, die aus der fürsorge für sie kamen. ich empfehle daher dringend, die heimunterbringung als entlastung für die ganze familie ernsthaft zu erwägen, um dann aus einer neuen situation heraus eine regelmäßige kontaktpflege aller familienmitglieder organisieren zu können. Übrigens: niemand hat das recht, diese entscheidung zu beurteilen oder auch pauschal stellung zur betreuung in heimen etwas zu sagen; das ist sehr personenabhängig und entscheidet sich aus der beziehung heraus, die das kind mit den betreuern vor ort entwickelt. dennen sollte man auch etwas zutrauen und vertrauen! ich wünsche dir mut und entschiedenes handeln. der kopf muss tun, was das herz noch zulassen kann. einzelfragen beantworten die lebenshilfe oder einrichtungen direkt, auch der kostenträger = überörtlicher träger der sozialhilfe. da ich im bereich rehalbilitation arbeite, weiß ich, dass es einen rechtsanspruch gibt, der durchsetzbar ist. so das war jetzt viel. nochmals alles gute und gottes segen.

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                                          #21
                                          Vielen Dank für eure Antworten. Sie geben mir weitere Denkanstöße und helfen mir, die Heimunterbringung von allen Seiten zu beleuchten. Der Gedanke, auch mal Mutter von nur normalen Kindern sein zu dürfen ist sehr verführerisch. Aber meine Tochter ist doch da, also kann ich doch nicht einfach sie in ein Heim geben und tun als wäre alles nur ein schlechter Traum gewesen? Ich bin so hin- und hergerissen. Meine Familie habe ich in Urlaub geschickt, damit sie sich mal erholen kann. Wenn sie nächste Woche zurück kommt, werde ich mit ihr darüber sprechen müssen, aber ich wäre gerne für mich zu einer Entscheidung gekommen. Vielleicht sollte ich einfach viel öfters mal am Wochenende die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen, damit wir da mal Luft holen können??
                                          Aber meine Tochter hat überhaupt niemand zum Spielen, wir sind von allem ausgegrenzt, weil niemand zu uns kommt. Niemand lädt mich oder uns mit meiner Tochter ein. Wir vereinsamen genauso. Wirklich, ich weiß absolut nicht, was tun??
                                          Aber irgendwann bleibt doch eine Heimunterbringung nicht aus - ist es aber trotzdem besser für das Kind solange als möglich in der Familie zu bleiben?
                                          Toni, was du geschrieben hast, finde ich sehr schön für deine Schwester. Toll, dass sich für euch das super entwickelt hat!!!
                                          Danke auch an Helmut, Max und Julia für eure Meinungen.
                                          Ich bin sooooooo zerrissen!!!!!!!!& #33;!!????
                                          Was gäbe ich drum, wenn ich diese Entscheidung nicht treffen müßte.
                                          Kann es nicht auch sein, dass es jetzt einfacher sein wird, einen Heimplatz zu bekommen, als vielleicht in ein paar Jahren. Momentan wird ja soviel gestrichen. Irgendwann gibt es auch Streichungen im Behindertenbereich, oder glaubt ihr das nicht?
                                          Meldet euch bitte zahlreich - da ich zur Zeit alleine bin, geht mir das Thema Heimunterbringung vom Augenaufschlag morgens bis ich die Augen abends wieder zumache im Kopf rum, nicht zu sprechen von den schlaflosen Nächten.
                                          Vielen Dank vorab und ich werde euch im Nachhinein auf dem Laufenden halten.
                                          Viele Grüße
                                          Gerrie

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                                            #22
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                                            hallo gerrie,
                                            ich antworte dir sofort, da ich deine nachricht lese und sehe wie zerrissen du bist. es ist für dich einfach unheimlich schwer, eine entscheidung zu finden, die dich innerlich in ruhe läßt. du wirst dir so oder so vorwürfe machen - wenn sie zuhause bleibt, dann wirst du merken, wie sehr du den anderen in der familie fehlst und was sie alles schwer mittragen, wenn deine tochte in einem heim ist, dann kommt das schlechte gewissen oder träume und phantasien von irgendwelchen schlimmen berichten und erzählungen.
                                            jetzt sag ich dir mal was als seelsorger, der ich ja auch bin:
                                            du hast wert und würde für dich - die darf auch nicht bei der sorge um das eigenen kind verloren gehen. es hilft deiner tochter nichts, wenn alle in der familie nicht mehr können und wollen - und du eines tages auch nicht mehr.
                                            sie hat mehr von dir, wenn du in bestimmten abständen dich ihr voll widmest. ich bin sehr davon überzeugt, wenn ich so lese, was dich bewegt und umtreibt.
                                            hier wird war - so komisch das klingt: liebe deinen nächsten wie dich selbst - vergißt das nicht. du bist geliebt und hast ein recht darauf, das zu erfahren - in welcher form auch immer. auch jesus hat sich nicht ständig persönlich denen zugewandt, denen er innerlich sehr nahe stand.
                                            das soll dich nicht irritieren - aber ich denke, es ist klar.
                                            nimmt dir das wochende frei für das gespräch mit allen, die es mit dir brauchen und dann sei mutig.
                                            liebe grüße

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                                              #23
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                                              Ob das besser ist, dass das Kind so lange wie möglich zu Hause bleibt, ist auch nicht kategorisch zu beantworten. Das Schwere ist natürlich auch den emotionalen Absprung einer rationalen Lösung zu schaffen. Das mit dem Heimplatz kann natürlich immer sehr schwanken. Es ist schon möglich, dass es später keinen freien Platz in dem Haus geben wird, bei uns z.B. ist es recht schwer einen Platz zu bekommen und wir haben viele (na ja gut, einige) die auf einer unverbindlichen Warteliste stehen. Wenn das Haus denn das deines Vertrauens sein sollte... (Du hast vorher geschrieben, dass du dich nicht richtig um den Platz bemüht hast...)

                                              Zitat von [b
                                              Zitat[/b] ]Aber meine Tochter ist doch da, also kann ich doch nicht einfach sie in ein Heim geben und tun als wäre alles nur ein schlechter Traum gewesen?
                                              So muss es doch nicht werden und ist es doch auch nicht.

                                              Ich wünsche dir viel Kraft.

                                              Julia

                                              P.S.: Wir haben viele tolle Eltern, deren Kinder bei uns wohnen; Sprüche wirken oft als Floskeln aber gibt es nicht sowas in der Art, dass es manchmal stark ist zu seinen Schwächen zu stehen? Ich glaube, du machst es schon richtig. Selbstreflektion ist das, was leider, in Bezug zu Kindern, von vielen oft nicht getätigt wird.

                                              P.P.S.: @ Toni: Nach einer so langen Zeit den Kontakt aufzunehmen und eine wie mir scheint recht innige Beziehung aufzubauen finde ich mutig und bemerkenswert. Ich hätte nicht gedacht, dass sowas passiert. Erweitert meinen Horizont wieder ein wenig.



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                                                #24
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                                                ich arbeite als krankenschwester in einem heilpädagogischen kinderheim in einer gruppe mit mehrstschwerfach behinderten kindern. ich kann deine gedanken,sorgen und ängste sehr gut verstehen.deine zerissenheit, mach ich das richtige, wird sich mein kind wohl fühlen,werden andere nicht vielleicht mich sogar als rabenmutter sehen weil ich mein kind in ein heim "stecke". dies alles haben "unsere" eltern auch mit-und- durchgemacht. ein patentrezept für eine entscheidung habe ich leider nicht für dich, ich kann dir nur erzählen wie das bei uns so leuft.
                                                den eltern wird die möglichkeit gegeben, sich die gruppe in aller ruhe anzusehen. sie können natürlich ihr kind mitbringen. wir haben kinder nur mal zum übernachten da gehabt, damit die eltern sehen konnten wie es dem kind dabei geht (wobei ich persönlich denke, das eine oder zwei nächte nicht wirklich ausagegräftig Sind). vor allem arbeiten wir eng mit den eltern zusammen!! jede entscheidung wird mit den eltern besprochen und das letzte wort haben immer die eltern. obwohl auch bei uns das personal oft knapp ist, stehen immer die kinder an erster stelle!!
                                                trotzalledem ist es den meisten eltern (mit ihrer entscheidung ihr kind zu uns ins heim zu geben) lange sehr schlecht gegangen. nur die zeit hat es gebracht, das sie mit ihrer entscheidung umgehen und leben konnten.
                                                ich persönlich habe hochachtung vor diesen eltern,denn diese entscheidung zu treffen ist mit sicherheit einer der schwersten in einem leben.
                                                ich bin aber auch der überzeugung, das man über kurz oder lang an so einer entscheidung nicht vorbei kommt. denn eins istdoch wohl klar: wir werden alle nicht jünger. die betreuung und pflege wird für dich und deine familie nicht leichter. irgendwann (vielleicht sogar erst in langer zeit) wirst du b.z.w. ihr so ausgelaugt sein,dass ihr eine optimale versorgung (so wie du sie von dir erwartest und wünschst) nicht mehr leisten kannst.
                                                eins ist aber gans wichtig: gib dein kind nur in ein heim wo du es wirklich gut aufgehoben glaubst, denn nur dann wirst du mit deiner (eurer) entscheidung eines tages umgehen können. ich glaube allerdings, dass die suche nach so einer unterbringung sehr viel zeit in anspruch nehmen wird. diese zeit lohnt sich aber bestimmt.
                                                ich wünsche dir alles liebe und gute, viel kraft bei der entscheidungsfindung, lass dich nicht durch andere berirren, denn du kennst dein kind am besten, und du alleine weißt auch wann und wie du reagieren mußt, auch wenn du eine getroffene entscheidung wieder rückgängig machen mußt.
                                                p.s. ich habe noch vergessen zu erzählen, dass "unsere" kinder regelmäßig über das wochenende oder in den ferien nach hause gehen

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                                                  hallo gerrie!
                                                  ich habe selbe eine behinderte tochter.
                                                  jana wird aber-so wie´s bis jetzt aussieht-ein eigenständiges leben führen können.

                                                  meine eltern haben aber freunde,die eine schwerst geistig behinderte tochter haben(dieist heute über 40).sie haben sie ihr leben lang zu hause gepflegt-sie konnten nie urlaub machen,hatten kaum freunde,konnten mit ihrer tochter nur zu ganz engen freunden gehen,die mit der behinderung umgehen konnten,...
                                                  ich habe als kind schon mitbekommen,wie die gesamte familie "behindert" war! der bruder musste arg zurückstecken,lief so neben bei...
                                                  nach 30 jahren tag und nacht pflege haben die eltern sich entschlossen,ihre tochter in eine wohngruppe zu geben,haben endlich malwieder leben konnen!
                                                  heute sagen sie sich,daß sie das viel eher hätten tun müssen!
                                                  es geht ihrer tochter viel besser,sie besuchen sie sehr oft,sind immer für sie da!

                                                  "ins heim stecken" finde ich schlimm,wenn das eltenr tun,die einfach mit ihren behinderten kindern nix zu tun haben wollen!
                                                  aber bei euch ist das ja nicht so! ihr liebt sie ja total.
                                                  du darfst aber auch deine gesunden kinder nicht vergessen!
                                                  und wenn der fplegeauswand so hoch wird,daß die gesunden kinder nichtmehr kind sein dürfen,würde ich mir das mit dem heim genau überlegen!
                                                  auch wenn du sie dorthingibst,kannst du sie ja am wochenende holen und auch besuchen!
                                                  sieh´s mal so: mit 16 gehen auch viele aus dem haus wegen einer lehrstelle-oder spätestens mit 18!
                                                  bei euch wär´s halt ein paar jahre eher!
                                                  vielleicht kann deine tochter dort auch besser gefördert werden und kann ihren platz auf dieser welt finden!

                                                  aber letztendlich kann dir keiner die entscheidung abnehmen!
                                                  und leiden wirst du ,egal wie du dich entschiedest: wenn sie geht machst du dir vorwürfe,wenn sie bleibt,machst du dir auch vorwürfe wegen deiner familie!

                                                  laß dich doll drücken!

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