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KLAGE gegen Frauenarzt

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    KLAGE gegen Frauenarzt

    [B]Hallo wer kann mir helfen !!
    Ich bin Mutter eines 11 Monate alten Jungen mit angeborener Querschnittlähmung Spina bifida HC.
    Ich möchte gegen meinen Frauenarzt klagen , der eigentlich diese Behinderung hätte erkennen müssen !
    Wer kann mir Tips geben und helfen wie man in solch einem Falle vorgeht.
    Liebe Grüße an alle Tanja



    http://people.freenet.de/Spina-bifida/Regenbogen

    #2
    Hallo Tanja,
    Tipps kann ich Dir leider keine geben, aber es würde mich interessieren, was Du Dir von einer solchen Klage versprichst.
    Hätte Dein Frauenarzt irgendetwas tun können, damit Dein Sohn gesund zur Welt kommt? Hättest Du ihn heilen können, wenn Du diese Info früher gehabt hättest ?
    Ich weiß, wie es ist mit einem Kind mit Behinderung zu leben und auch daß Du gerade jetzt eine sehr schwere Zeit durchmachst. Andere Kinder lernen sitzen, krabbeln, laufen und Dein Sohn vielleicht nie oder anders.
    Bisher brauchte niemand zu sehen, daß etwas nicht stimmt, aber mehr und mehr wird es auffällig.
    Ich kenne die wohlmeinenden Fragen "Na, wie alt ist er denn ?" " Ohh, doch so alt. Müßte er dann nicht schon laufen ? Naja, der lernt es auch noch ! Blablabla !!! ".
    Aber wenn ich eines gelernt habe, dann, daß man gerade dann seine Kräfte einteilen und auf die wichtigen Dinge konzentrieren muß.
    Ich wünsche Euch alles Gute !

    Cordula

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      #3
      Da hat Cordula eindeutig Recht.
      Was hätte es gebracht. Nix.
      Oder hättest du dein Kind dann abtreiben lassen wenn du gewusst hättest, dass es behindert ist.
      Sowas finde ich dann ganz zum kotzen. Wenn es so wäre, dann kann man deinen Sohn nur beglückwünschen, dass der Arzt nix festgestellt hat und dir raten, gib ihn in eine Pflegefamilie oder an Adoptiveltern, wenn du ihn nicht willst. Aber auch behinderte Menschen haben ein Recht auf Leben und auf ein glückliches Leben und nicht nur als ein dasein als gehasstes und ungewolltes Familienmitglied.

      Denk einfach mal drüber nach, was du möchtest und was dir hilft.
      Vielleicht erkennst du selbst, dass eine Klage dir nicht weiterhilft.

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        #4
        hallöchen!!
        meine tochter ist 9 monate alt und hat ebenfalls spina bifida & hydrocephalus(mit shunt)
        ich gehe auch gegen meine fa vor,da sie janas behinderung nicht erkannt hat!!!
        ich bin in der 35.ssw auf eigene kappe ins kh,um jana wenden zu lassen-da ist der hc sofort aufgefallen & die haben jana 2 tage später geholt!
        ich habe einen guten anwalt in hagen.wichtig ist,daß der anwalt sich auf arzthaftungsrecht spezialieiert hat.
        wir haben uns erstmal für eine gutachterkommission entschieden-die prüfen den fall erstmal außergerichtlich.aber egal,was die sagen-wir werden vor gericht gehen,denn das verhalten meiner fa ist jetzt unter aller s...!!!
        wenn du fragen hast,dann melde dich einfach bei mir: bonsaitilo@aol.com
        außerdem : http://hometown.aol.de/bonsaitilo/homepage/privat.html
        vlg christine

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          #5

          Hallo Tanja,
          ich denke Du solltest Dich nicht entmutigen und schon gar nicht so angreifen lassen von einigen, die Dir hier antworten ! Letztendlich entscheidest Du ja erst noch was Du mit den Tipps anfängst die Du hier bekommst. Ich fürchte auch daß es nicht viel bringen wird den Arzt zu verklagen, trotzgem drücke ich Dir die Daumen - wie Du Dich auch entscheiden magst ! Ich würde mich schon erkundigen welche Möglichkeiten Du hast bzw. ob man den Arzt irgendwie haftbar machen kann, oder das Kind tatsächlich immer so lag daß er es nicht hat sehen können...
          Es gibt sicher spezielle Selbsthilfegruppen die Dir weiterhelfen können - viel Glück.
          Aber laß es Dich nicht zu viel Kraft kosten Dich damit zu beschäftigen, denn Dein Kleiner braucht Dich !!!

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            #6
            hallo,
            ich bin auch der meinung das du dich NICHT entmutigen lassen sollst.meine tochter hat auch spina bifida und einen hc mit shunt und auch ich verklage diesen arzt...weil er fahrlässig gehandelt hat..und ich finde es unverschämt das dir zu einer pflegefamilie geraten wird oder gar dein kind ganz ab zu geben...denn ich kann nicht über jemanden urteilen von dem ich nichts weiß.ich zb bin alleinerziehend mit drei kindern und ich weiß nicht ob ich mich gegen meione süße entschieden hätte und wenn ich sie heute sehe will ich sie keie sekunde missen..aber ich war damals schon in der schwangerschaft allein...und für eine abtreibung oder sogibt es sicher hier und da gute gründe...heute denke ich das wenn meine maus nicht das recht oder glück hatte gesund auf die welt zu kommen weil ein arzt nicht sorgfälltig genug war dann soll sie wenigstens geld haben und im leben auf fast nichts verzichten sollen...geld macht zwar nichts gut aber es vereinfacht ihr leben ganz bestimmt und wer weiß wie lang wir eltern noch für unsere kinder da sein können und ich kann ihr leider nicht alles ermögliche...jeder automechaniker der die bremsen nicht richtig einbaut oder so wird haftbar gemacht als beispiel...kommt mir jetzt nicht das ich mein kind mit einem stück blech vergleiche..aber jeder der fehler macht muß dafür gerade stehen also auch ein arzt...ich habe in einem anderen forum dazu auch schon sehr positive wie auch negative antworten bekommen..das ist auch voll ok..ok ist es aber nicht wenn man anfängt andere anzugreifen von dem man nichts weiß.das sind meistens die die mit ihrer situation wohl doch nicht so zufrieden sind oder so...ich jedenfalls liebe meine kinder total und meine kleine noch viel mehr und werde dafür alles für sie tun was ihr ihr leben verschönert oder erleichtert.ich kämpfe schon ein jahr für einen rehabuggy ohne erfolg...ich denke wir eltern mit solchen besonderen kindern werden schon genug diskriminiert oder man tut zu wenig für uns oder läßt uns unmögliche wege gehen also sollten wir betroffenen noch mehr zusammen halten anstatt uns noch gegenseitig zu beschimpfen oder an zu machen...ist meine meinung.ich werde weiter kämpfen..und wenn es jahre dauert.wenn wir fehler machen müssen wir auch dafür gerade stehen ....lieben gruß roswitha mit jill-mara

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              #7
              Hallo!

              Ich dennke, du solltest auch Klage genen deinen FA einreichen.
              Man sollte nicht alles hinnehmen, auch wenn man es nicht ändern kann. Es wäre seine Pflicht gewesen, dir dieses mitzuteilen! Wie du damit umgegangen wärst, ist deine Sache und steht nicht zur Diskussion. Auch bei dem kleinsten Verdacht, hätte er dich weiterkonsultieren müssen. Auch, wenn du bereits in der 20./30. SSW davon gewusst hättest, hättest du dich seelisch schon viel besser darauf vorbereiten können.
              Suche dir einen guten Anwalt, der die Sache in die Hand nimmt, damit du Kraft und Zeit für dein Kind hast!
              Du machst das schon richtig!

              Gruß anke

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                #8
                Hmmm, das ist ein sehr schwieriges Thema.

                Zum einen denke ich, dass du möglicherweise Schadenersatz bekommen könntest, sich die Klage also (finanziell) lohnen würde. Kommt aber sicher auch darauf an, ob dein Arzt es tatsächlich "absichtlich" oder fahrlässig versäumt hat, dich über Möglichkeiten der Diagnostik aufzuklären. Im Falle von Spina bifida und Hydrocepahlie wäre das z.B. der Feinultraschall (sonografische Fehlbildungsdiagnostik) gewesen, zu dem man ggf. eine Überweisung zu einem anderen Arzt bekommen hätte, wenn der eigene Arzt die Untersuchung nicht macht bzw. nicht die nötigen Gerätschaften dafür hat. Aber auch da muss einem einfach klar sein: Man kann nicht jede Fehlbildung sehen, selbst geübten Diagnostikern können Fehleinschätzungen passieren. Eine Garantie für ein Kind ohne Behinderung und Fehlbildung kann es einfach nicht geben und ÄrztInnen sind auch nur Menschen. Wenn ich mal den Anwalt der Gegenseite spielen soll, würde ich sicher auch so eine Frage stellen wie: „Haben Sie eigentlich alles dafür getan, um die Wahrscheinlichkeit für eine solche Behinderung bei Ihrem Kind möglichst klein zu halten? Haben Sie z.B. schon im Vorfeld der Schwangerschaft Folsäure eingenommen?“ Auch mit solchen Dingen muss man rechnen. Wenn es um Schuld geht, kann das

                Das zum einen. Die andere Seite der Sache wäre zumindest für mich die, das ich mich fragen müsste: Wie stehe ich vor meinem Kind da... Was zeige ich ihm mit der Klage? Das es ich mir gewünscht hättest, dass seine Behinderung vorgeburtlich erkannt worden wäre, was wahrscheinlich als Konsequenz den Abbruch der Schwangerschaft nach sich gezogen hätte? Viele Alternativen gibt es dazu ja nicht.

                Und obwohl es ein weites Feld ist: Durch solche Klagen wird ein gesellschaftliches Klima geschaffen, in dem Menschen mit Behinderungen als vermeidbar gesehen werden, in dem ÄrztInnen in die Situation versetzt werden, auf Teufel komm raus zu testen, zu tun und zu machen. Nicht aufgrund medizinischer Notwendigkeiten, sondern einfach aus Schutz vor Klagen. Schließlich wird es soweit kommen, dass zum Schutz der ÄrztInnen pränataldiagnostische Untersuchungen für alle Schwangeren verpflichtend werden. Wer sie dann ablehnen oder sich im Falle eines positiven Befundes für das Kind entscheiden würde, könnte dann wahrscheinlich nicht mehr auf die Solidarität der Gesellschaft zählen. Denn die "Belastung" war absehbar und wäre vermeidbar gewesen.

                Ich persönlich würde mich wohl mit einer (erfolgreichen) Klage nicht besser fühlen und mir auch immer vor Augen halten, dass mein Kind nicht dadurch zu meinem (Wunsch-)Kind wird, weil es „perfekt“ ist. Es wäre ja auch mein Kind geblieben, wenn es während oder nach der Geburt behindert geworden wäre. Ganz gleich, ob man jemandem dafür (subjektiv oder objektiv) die Schuld geben könnte. Durch eine (erfolgreiche) Klage wird mein Kind nicht anders und ob das Geld wirklich das ist, was die (gesellschaftliche) Zukunft für mein Kind besser werden lässt, ist mehr als fraglich.

                Liebe Grüße
                Sabine

                Vielleicht sind diese Links interessant für dich:

                Kind als Schaden
                http://www.uni-heidelberg.de/institu...7/bauerbvg.htm
                http://www.lrz-muenchen.de/~Lorenz/u...njw00_1782.htm
                http://www.trisomie21.de/kind_nicht_als_schaden.html
                http://dejure.org/gesetze/rechtsprec..._Schaden_.html


                Literatur:
                Kind als Schaden
                Autorin: Ulrike Riedel
                Mabuse-Verlag (Mai 2003)
                Infos: http://www.imew.de/imew.php/cat/91/a...d_als_Schaden_

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                  #9
                  Hallo Sabine,

                  ich danke dir von ganzem Herzen für deinen qualifizierten, perfekt durchdachten Beitrag und die hervorragenden Literaturempfehlungen.

                  Ich möchte mich nicht ausführlich zu dem Thema äußern, aus Sorge gegen die Forenregeln zu verstoßen.

                  Es wäre wünschenswert wenn alle, die über so eine Klage nachdenken (Klagegrund: der SCHADENSFALL wurde nicht rechtzeitig erkannt. Hört sich fast nach Autoversicherung an...), sich genauso intensiv mit den Themen Ethik, Moral und Werten bzw. Werteverfall beschäftigen.

                  Sollten diese Klagen Erfolg haben, werden die verurteilten Gynäkologen die pränatale Diagnostik ins uferlose steigen lassen. Dies wird sich auf den gesamten Berufsverband der Gynäkologen auswirken. Kosten für die Krankenversicherung steigen.
                  Da die tolle Diagnostik da ist, ist doch klar, dass sämtliche Leistungen von Kranken- und Pflegekasse für Behinderte gestrichen werden, deren Behinderung durch diese Diagnostik erkennbar wäre. Selber schuld, wenn der Schadensfall nicht verhindert wird. In den heutigen Zeiten meines Erachtens kein Horrorszenario.
                  Gruß
                  _

                  Simon

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                    #10
                    Hallo Simone!

                    Warum klagst du an Frauenarzt mal ?

                    Ist das schlimm wegen SB/HC ?


                    Gruß Anna

                    Kommentar


                      #11
                      Hi Anna,

                      habe mich ggf. unklar ausgedrückt.

                      Ich finde es verwerflich, wenn Frauenärzte verklagt werden, weil sie die Behinderung eines ungeborenen Kindes nicht erkannt haben.
                      Hier wird meiner persönlichen Meinung nach menschliches Leben auf die Sachebene gestellt. So werden mögliche Kosten berechnet.

                      Ich habe ein behindertes Kind. Ich käme nie auf die Idee dem Frauenarzt vorzuwerfen, er hätte dies vor der Geburt erkennen müssen. Und somit auch noch Geld vom Arzt zu bekommen.

                      Habe ich deine Frage korrekt verstanden? Nicht, dass wir aneinander vorbeischreiben
                      Gruß
                      _

                      Simon

                      Kommentar


                        #12
                        Hallo Simone!

                        Verstehe! Das ist ja schlecht für die Frauenarzt. Meine Mutter war damals bei Frauenarzt, als sie Schwangerschaft. Die Behinderung war unklar. Nachdem ist Rötelnembryopathie ist erkennen. Die Frauenärztin will mich das Embryo abtreiben. Meine Mutti sagte nein, ich will nicht, bleibt das Baby bis so das Leben entwickelt, ist doch egal, wenn das Kind das Behinderung bekommt, soll das Schicksall werden. Ich habe mich entsaunt, dass meine Mutti stark Kritik gemacht hat. Und sie hat gut gemacht als nichts.

                        Ich bin Cerebralparese mit Mikrocephalie nach 5. Schwangerschaftsmonat, bei Gehörlosigkeit wurde ca. 2- 3. schon klar.

                        Gute Nacht,
                        Anna

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                          #13
                          Ich verstehe die Enttäuschung und Verbitterung, die ihr Ventil in der Suche nach dem "Schuldigen" sucht. Aber ich befürchte, dass dies den Druck auf die Ärzte, nur ja jede Möglichkeit der vorgeburtlichen Diagnostik auszureizen, nur steigert. Welcher Arzt kann da noch ruhig schlafen, wenn er ständig befürchten muss, verklagt zu werden?
                          Ich sehe das Ganze mit gemischten Gefühlen...
                          Mir wäre es lieber gewesen, ein behindertes Kind zu bekommen als gar kein Kind. Ich hatte 3 Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft - und heute bin ich zu alt für Kinder (
                          Liebe Grüße
                          Beate

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                            #14
                            Hallo Tanja,

                            ich hatte 2001 eine Totgeburt in der 19 SSW. diese hätte verhindert werden können wenn die Ärzte mal auf mich gehört hätten.
                            Nach dieser Totgeburt war mein erster Gang zu einem Anwalt mit Patientenrecht,dieser war auch voller Zuversicht diesen Kampf gegen zwei Ärzte zu gewinnen.Ich betone hierbei aber,dass ich diesen Schritt gewagt habe um anderen Frauen wegen diesen zwei Ärzten so etwas zu ersparen. Man geht bei einer Totgeburt durch die Hölle.
                            Als wir dann das eigentliche Beweisstück eine Überweisung zu einer FW-Untersuchung(die dieser Arzt nie gemacht hat)anforderten war urplötzlich diese nicht mehr auffindbar.
                            Auch existierten auf einmal in der Klinik keine Unterlagen mehr von mir und somit kamen wir nicht weiter und mußten das Ganze auf sich beruhen lassen.
                            Wir hatten selbstverständlich zusammen mit dem Anwalt an allen möglichen Stellen nach der Überweisung nachgefragt,leider ohne Erfolg.
                            2 jahre später war ich wieder schwanger eine Super Schwangerschaft ohne Komplikationen und irgendwelche Hinweise zu einer Behinderung des Kindes.
                            Die Geburt wurde dann bei einer CTG Untersuchung per Notkaiserschnitt eingeleitet,laut KH hatte mein Kind kleine Probleme mit dem Atmen und wurde deshalb in eine Kinderklinik gebracht.
                            In dieser Kinderklinik wurde mir dann am nächsten Tag mitgeteilt Verdacht auf Trisomie21 und außerdem habe sie einen Herzfehler.Für uns ein SCHOCK.
                            Aber mein Kind LEBT und das war für mich das Wichtigste und ich hätte nie daran gedacht den Arzt der das nicht feststellte zu verklagen.
                            Wir haben für dieses Kind schon viel kämpfen müssen und trotzdem verschwand ich nie einen Gedanken daran diesen Arzt dafür verantwortlich zu machen.
                            Bei der Totgeburt war das wieder was ganz anderes ich hatte wegen diesen Ärzten kein Kind mehr und wollte mit der Klage anderen Frauen so etwas ersparen.
                            Vor 2 Jahren sahen wir mit unserer Kleinen auch demTod ins Auge,aber wir kämpften und Ärzte retteten Ihr Leben und wir sind überglücklich über den gewonnenen Kampf.
                            Ich möchte unsere Kleine nicht mehr missen und liebe sie genauso viel wie meine gesunden Jungs auch,aber dafür einenArzt verantwortlich zu machen das würde ich nicht.



                            LG Martina
                            Ailine *27.08.03, DS, inkompletter atrioventrikulärer Septumdefekt, 2 Lungenvenenstenosen,Pulmonale Hypertonie Korrektur OP am 01.04.04 im DHZB

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                              #15
                              Hallo zusammen,

                              dieses Thema ist zwar schon alt, hat aber nichts von seiner Brisanz verloren. Man muß hier ja einige Aspekte betrachten:

                              1) Der Frauenarzt hat die Behinderung nicht erkannt! Sicher, man kann ihn verklagen und bekommt vielleicht sogar Recht und somit Schadenersatz zugesprochen. Aber der Weg dorthin ist sehr weit und steinig. Denn man darf dabei nicht vergessen, das man ja praktisch vor Gericht sagen muß, das man sein Kind nicht mag, weil es behindert ist. Und wer würde so etwas schon öffentlich zugeben? Man verleugnet also sein eigenes Kind. Tut man es nicht, sinkt die Chance auf Widergutmachung ganz rapide.

                              2) Jeder Frauenarzt der einmal deswegen verklagt wurde, wird beim nächsten Mal besser aufpassen und sich dafür einsetzen, das die Pränataldiagnostik verbessert wird. Und wenn dies passiert, wird es durch die verfeinerten Methoden auch immer weniger Geburten von behinderten Kindern geben. Und unsere Kinder sind bald Exoten, die man im Zoo bewundern kann *

                              Möchten wir das wirklich?? Es ist schön, wenn es nur noch gesunde Kinder auf der Welt gibt (zumindest wären Sie es bei Geburt - was anschließend alles passieren kann...), aber denken wir auch an die vielen tausend Kinder mehr, die bei einer noch feinmaschigeren Pränataldiagnostik ebenfalls erst gar nicht auf die Welt kommen würden, weil man irgendwelche Behinderungen entdeckt, die heute noch nicht im Mutterleib diagnostiziert werden können? Es würden also noch mehr Kinder getötet (um es mal ganz krass zu sagen!), die zwar ein schönes und durchaus erfülltes Leben haben könnten, aber man verwehrt es ihnen, weil sie nicht "gefallen" - Zu viel Arbeit!

                              Ich für mein Teil habe die Antwort auf diese Fragen gefunden. Hoffentlich findet ihr auch die richtige für euch!

                              LG
                              Harald



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                                #16
                                Hallo Tanja,

                                also ich finde es mutig das du klagen willst und wünsche dir viel Erfolg!!!

                                Und all den Anderen die hier fragen warum sie klagen will möchte ich sagen:

                                Es ist verdammt schwer ein Leben als Mensch mit Handicap zu führen. Sicher gibt es tausende von Hilfsmitteln und Operationen aber die Gesellschaft erschwert einem so viel.. Und diese vielen Entäuschungen und Ablehnungen sollte kein Mensch erleben müssen.

                                Ich selbst habe sb und weiß wovon ich rede.

                                Kommentar


                                  #17
                                  Hallo an alle!!!!! 1996 war ich Schwanger, im sechsten Monat stellte man fest, das kein Fruchtwasser mehr vorhanden ist. Durch eine Fruchtwasseruntersuchung(von dem Rest der noch da war) sollte festgestellt werden ob es sich " lohnt" um das Kind zu kämpfen. Wir wollten kämpfen, egal ob das Kind eine Behinderung hat oder nicht . Es war unser Kind und ich wollte es austragen. Sie hat den Kampf leider verloren.......

                                  Uns wäre aber nie der Gedanke gekommen die Ärzte zu verklagen, denn hätte man den Fehler früher erkannt , hätte sie vielleicht überlebt. Eine Klage hätte uns unsere Tochter auch nicht wiedergebracht. Tanjas Sohn lebt.......................
                                  sie sollte dankbar sein .

                                  1998 habe ich nach einer Risiko Schwangerschaft einen " angeblich" gesundes Frühchen zu Welt gebracht. Als er anderthalb war sagte man uns, das er Spastische Diparese hat, hätten Ärzte auch Früher erkennen können. Ja und ........ hätte es uns geholfen.
                                  Wir haben einen ganz besonderen Sohn und sind froh und dankbar, das er bei uns sein darf . Gruß Sandra.

                                  Kommentar


                                    #18

                                    (Guest @ 10. 07 2002, 16:56)
                                    [B]Hallo wer kann mir helfen !!
                                    Ich bin Mutter eines 11 Monate alten Jungen mit angeborener Querschnittlähmung Spina bifida HC.
                                    Ich möchte gegen meinen Frauenarzt klagen , der eigentlich diese Behinderung hätte erkennen müssen !
                                    Wer kann mir Tips geben und helfen wie man in solch einem Falle vorgeht.
                                    Liebe Grüße an alle Tanja



                                    http://people.freenet.de/Spina-bifida/Regenbogen
                                    [CODE]hallo erst mal,es bringt dir garnichts deinen frauenarzt zu verklagen,hatten wir auch vorgehabt wo wir vor 5 jahren unsere tochter tot zur welt gebracht haben .Gegen Ärtzte kommst du nicht an ,eine Krähe hackt dem anderen kein auge aus.es ist schlimm was dir wiederfahren ist aber spar die kräfte besser für dein kind als mit solchen ärtzten dich rumzuschlagen davon wird er auch nicht wieder gesundund unsere tochter ist(wäre)durch eine klage auch nicht wieder lebendig geworden.ich verstehe dein zohrn aber es ändert nichts an der tatsache,die zeit die dafür verschwenden würdest kannst du besser deinem kind witmen.wünsche dir alles gute und deinem kleinem lg:sandra

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                                      #19
                                      Hallo,
                                      ich bin ohne Arme geboren worden und mittlerweile fast 20, studiere Rechtwissenschaften. Mein Leben ist erfüllt, ich bin selbstständig und ich kann für mich jetzt entscheiden, dass ich mein Leben als lebenswert empfinde. Das kann niemand über das Leben eines anderen behaupten denke ich.
                                      Wenn ich ein "normaler" (will heißen vollständiger) Mensch wäre, dann hätte ich mir sicherlich wie die meisten Unbetroffenen nicht viele Gedanken über ein Leben mit Behinderung gemacht. Demzufolge hätte ich mir auch nicht vorstellen können, dass ein kleines Menschlein ohne Arme mal so selbstständig und zufrieden werden kann. Vielleicht wäre ich auch durch die Umstände meines eigenen Lebens gar nicht in der Lage gewesen, die Kraft für ein besonderes Kind aufzubringen. Man kann nicht einfach voraussetzen, dass jeder Mensch diese Stärke hat. Und dass man viel mehr Kämpfen ausgesetzt ist, wenn man sein Kind fördern möchte, steht außer Frage.
                                      Ich begrüße Abtreibungen keinesfalls. Aber unter gewissen Umstände ist es denke ich oft der einzige (scheinbar mögliche) Weg.
                                      Wenn nun die Frage der Abtreibung nicht mehr gegeben ist, da das Kind schon auf die Welt kam - wieso sollte man den Arzt dann nicht verklagen? Ob man das "behinderte" Kind sonst abgetrieben hätte oder nicht ist meiner Ansicht nach nicht einmal das Entscheidende. Ich würde diesen Schritt gehen, wenn ich dadurch mein Kind mehr fördern und den "Nachteilsausgleich" (den es leider oft nur theoretisch gibt) selbst verwirklichen könnte. Der Nebeneffekt, dass der Arzt bei der nächsten Untersuchung besser aufpasst, kann für andere Eltern sehr hilfreich sein. Ob sie ihr Kind bei Feststellung einer Behinderung abtreiben lassen oder nicht ist deren Entscheidung - aber zumindest können sie sich darauf einstellen.
                                      Abtreibung grundsätzlich abzulehnen ist in der heutigen Zeit nicht sehr tolerant und solche Vorwürfe wie in den vorherigen Beiträgen teilweise vorzufinden sind, sind vor allem den betroffenen Eltern gegenüber ungerecht.
                                      Wer die Kraft und den Mut hat, sich auf ein behindertes Kind einzulassen, der verdient sehr viel Respekt. Andererseits sollte man auch eine negative Entscheidung respektieren.
                                      Alles Gute und viel Spaß mit den Kids!

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                                        #20
                                        Hallo "Betroffen",

                                        das Meiste was du schreibst ist zweifellos richtig. Es gibt aber einen Punkt, den ich kritisiere: Ärzte und Hebammen und wer auch immer den Schwangeren sagen muß, das das (noch) ungeborene Kind eine Behinderung haben wird, beraten viel zu einseitig. Ich habe schon mit vielen Dutzend Müttern gesprochen, denen die Diagnose "Down-Syndrom" in der Schwangerschaft mitgeteilt wurde. Unter diesen war lediglich 1 einzige (!!) der man nicht zum sofortigen Schwangerschaftsabbruch geraten hat. Bei allen anderen wurden die Frauen praktisch gar nicht gefragt - es ging lediglich um einen Termin wann der Abbruch gemacht werden könnte - das jemand sein Kind vielleicht dennoch auf die Welt bringen möchte stand gar nicht als Alternative zur Auswahl!

                                        Das ist für mich der blanke Horror, spiegelt aber leider die Wirklichkeit wieder! Anstatt auch die Alternativen aufzuzeigen lässt man diese armen Frauen im Regen stehen. Worauf ich hinauswill ist: Selbst wenn eine Frau sich nicht dazu in der Lage sieht (aus welchen Gründen auch immer) besteht IMMER die Möglichkeit das Kind auszutragen und unmittelbar nach der Schwangerschaft zur Adoption freizugeben. So wird dieses junge Leben gerettet und hat zumindest eine Chance ein erfülltes Leben zu haben. Und jetzt sag mir keiner das so ein Kind keiner adoptieren würde: Ich weiß es besser - Viel besser

                                        Gruß
                                        Harald

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