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    Erstkommunion

    Hallo zusammen,

    hat irgendjemand von euch Erfahrung/ Meinung zur Erstkommunion von geistig behinderten Kindern?

    Dies wird im befreundeten Elternkreis angedacht, mein Sohn wäre auch "betroffen". Ich (bzw. wir) habe keine richtige Meinung. Was haltet ihr davon? Ist es normal?
    Mir ist wenig bekannt, was in der katholischen Kirche an Integration läuft.

    Ich möchte hier nicht das Thema "Einstellung zum Glauben" diskutieren, sonder bin mir unsicher. Was bekommt mein Kind mit, zwinge ich ihm etwas auf...?

    Fragen über Fragen, die mir sicher keiner beantworten kann. Deshalb nochmal konkret:
    Erstkommunion bei GB, ist das normale Praxis? Ist es unüblich?

    Kennt jemand Links zu Seiten, auf denen sich damit auseinandergesetzt wird?

    Ich danke euch im Voraus!
    Gruß
    _

    Simon

    #2
    Hallo Simon,

    ich war über viele Jahre als Religionslehrer und Seelsorger an einer Schule der Lebenshilfe tätig. Wir haben uns dort viel Mühe gegeben mit Kommunion- und Firmvorbereitung. Nichts von aufzwingen, sondern gute Erlebnisse und Begegnungen mit Religion für die Kinder. Es gab eine für und mit den Kindern gestaltete Erstkommunion mit der ganzen Schule, sowie Eltern und Verwandten der Kinder, zuvor Elternabend und eine Kommunionvorbereitung über mehrere Monate für die Kinder. Kommunion innerhalb der Einrichtung habe ich als stimmig erlebt, v.a. auch da sie auf Augenhöhe der Kinder war und spezifisch auf sie zugeschnitten. Zudem spielt die Schulgemeinschaft ja eh eine besondere Rolle im Leben der Kinder. Daher erschien mir dieser schulische Rahmen auch passend. Die Heimatpfarrer haben wir zur Feier immer eingeladen.

    Einzelne Kinder gingen auch in Ihren eigenen Kirchengemeinden zur Erstkommunion. Das haben wir unterstützt und flankiert dadurch, dass die Kinder parallel auch in der schulischen Kommunionfeier und -Vorbereitung integriert sein konnten. Kein Entweder-Oder. Die Integration in die Kommunionvorbereitung und -feier vor Ort ist nicht immer ganz einfach. Die Vorbereitung läuft meist in Gruppen, die von Müttern geleitet werden, zu einer Zeit, zu der unsere Kinder häufig noch garnicht von der Schule (mit Tagesstätte) zurück waren. Die Vorbereitung ist nicht selten textorientiert und kann ein Kind mit einer geistigen Behinderung leicht in eine Außenseiterrolle inerhalb der Gruppe bringen. Gerade auch wenn die Gruppenmutter damit überfordert ist und die Situation nicht aus eigener Erfahrung/Familie kennt (vorteilhaft ist es, wenn man selber eine solche Gruppe leitet). Das muss nicht so sein. Es geht auch anders. So, wenn etwa mit Kettmaterialien, mit biblischen Figuren, kreativ und mit allen Sinnen gearbeitet wird. Das hängt von den Gegebenheiten und dem Seelsorgepersonal vor Ort ab. Kommunionfeiern an sich können eine schwere Geduldsprobe sein, zu funktionieren, sich einzupassen in die Regeln, still zu sein und "brav". Das ist auch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und hängt von der Gestaltung und den Traditionen ab. Zum Teil gibt es auch Behindertenseelsorger, die Eltern kontaktieren können und die sich ggf. vor Ort einklinken, sofern sich Probleme abzeichnen. Kontaktadressen: Behindertenseelsorge.

    Gruß: Uwe

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      #3
      Hallo Simon,
      von mir als altem Heiden eine kurze Reaktion. Bin selber katholisch getauft und die ersten 12 jahre meines Lebens so aufgewachsen. Glaubst Du tatsächlich, ich hätte bei meiner Erstkommunion im Alter von 7 Jahren die Bedeutung all dessen erfaßt (und ich war alles andere als geistig behindert...)
      Sowohl mein Mann als auch ich sind aus der Kirche ausgetreten, unsere beiden Kinder sind ungetauft.
      Unsere behinderte Kleine geht nun schon seit Jahren in eine diakonische Einrichtung, in der Tischgebet, Freitagsandacht, etc. gepflegt werden. Da es eine evangelische Einrichtung ist, hat niemand jemals ein Glaubensbekenntnis von uns verlangt.
      Und als unsere Kleine vor ein paar Tagen plötzlich am Tisch anfing, ein Tischgebet zu imitieren mit einem ausdrücklichen "Amen" am Ende, fand ich das sehr rührend.
      Mir hat der Glaube an den lieben Gott in meiner Kindheit sehr geholfen, wieso sollte ich diesen Halt meinem "ewigen" Kind nicht zugestehen. Und daß der Sinn der Erstkommunion von unseren geistig behinderten Kindern nicht verstanden wird.... nenne mir ein 7-jähriges, daß das erfassen kann. Deshalb gibt es ja auch Religionsgemeinschaften, die erst in der Adoleszens taufen...
      Aber ich persönlich sehe das nicht so eng. Wer heilt, hat recht...
      Und jeder vernünftige Pfarrer wird Dein Kind so gut es geht auf die Erstkommunion vorbereiten.
      lg Pauline

      P.S.: Ich glaube auch nicht, daß Dein Kind sich "einpassen" muß, still und brav oder sonstiges sein muß. Sonst hätte ich da all die Jahre irgendwas mißverstanden an der christlichen Botschaft....

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        #4
        Hallo!

        Dieses Thema find ich voll interessant! *freu*

        Hmm, Kommunion ist es bei uns nicht. Ich bin evangelisch, mein älterer Sohn ist auch evangelisch getauft-konfirmiert. Und mein jüngerer Sohn Patrick wird sich wohl auch evangelisch taufen-konfirmieren lassen. Das ist auch gar nicht meine Überlegung. Sondern was?

        Ich leb mit ner Menge autistischer Eigenschaften. Ich bin aktives Mitglied in unserer Gemeinde - zumindest bemühe ich mich darum. Jedoch ist diese aktive Mitarbeit für mich ein riesiges Problem. Denn es gelingt mir nur sehr unzureichend, den Gemeinde-Geschwistern klarzumachen, was meine Grenzen und Fähigkeiten sind. Alles das, was normal als "einfach" gilt, ist für mich oft kaum durchführbar bzw nur mit argen Schwierigkeiten. Vieles von dem, was normal als "schwierig" gilt, ist für desöfteren halbwegs leicht umzusetzen. Ich erdenken zum Beispiel leicht grössere Konzepte usw. Aber die anderen kapieren das nicht.

        Meinem jüngeren Sohn ergeht es ähnlich. Auch er wird als auf spiritueller Ebene vollwertiger Mensch nicht gesehen. Sondern irgendwie nur in dem, wo und wann er grad nervt. Er wird als Grund gesehen, weswegen man ihn wegschieben muss. Oder: Wenn ein anderes Gemeinde-Glied sich grad toll fühlen will-muss, dann wird er mal dazu gebeten, als "Quoten-Behinderter". Es gibt innerhalb der Gemeinde allerdings zwei ganz grosse Ausnahmen. In zwei Familien leben ebenfalls jeweils Kinder mit Behinderungen. Diese Familien sind stark sensibilisiert, sich mit Patrick auch sinnvoll zu befassen. Aber auch diese Leute haben halt ihre Grenzen.

        Wohin sollen sich ähnliche Betroffene wenden?

        "Behinderten-Seelsorge" ist ne nette Idee...Jedoch: Müsste sich das Angebot ungefähr mit der Nachfrage decken. Und autistische Menschen kommen in den Gedanken der Seelsorger irgendwie nicht vor.

        Ich hab lange üben müssen, mich selbst als "spirituell vollwertig-vollkommen" anzusehen. Auf dieser Ebene bin ich jedenfalls voll funktionsfähig und intakt.

        Ich hab aber Probleme, bei Patrick diesen Prozess in Gang zu setzen. Wie, mit welchen Worten bzw Sätzen kann ich bei Patrick diese Persönlichkeits-Entwicklung forcieren?==> klar: Jesus fragen. Das mach ich schon. Ich telefonier-bete gern mit Jesus. Welche Ideen gibt es noch?

        Bin gespannt auf Eure Ideen.
        lg von biene63
        ich: *63. Hochbegabung, ADS, dyspraktisch, Asperger-Syndrom, Trichotillomanie, Messie. Alleinerziehend m:

        Ralf *88. ADHS. Winkelfehlsichtigkeit, Dyspraxie, Legasthenie.

        Patrick *91. Mittel-bis hochgradig schwerhörig. ADS, Asperger-Syndrom. Skoliose d Muskelhypotonus.

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          #5
          Hallo @ all,

          um es vorweg zu nehmen: Ich bin begeistert über die Resonanz, danke dafür!
          Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass meine Frage unbeantwortet bleibt.

          Zunächst hätte ich wohl meine Situation etwas deutlicher beschreiben sollen. Meine Tochter hat derzeit ihre Vorbereitung zur Erstkommunion, das Procedere ist mir also bekannt. Allerdings deutlich strenger als Uwe dies beschrieben hat. Auf den Elternabenden werden Vorwürfe gemacht, wenn man nicht jeden Sonntag in der Kirche erscheint. Ich empfinde es als Zwang, wie einem mitgeteilt wird, wie wichtig das Beten vor dem Essen ist, ferner werden spontane Elterngespräche über den Glauben abgebrochen, um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen. Wenn dann Sonntags im Gotteskind Kleinkinder mal durch den Gang rennen, ernten diese böse Blicke.

          Kurz gesagt: Für mich war bisher die Erstkommunion undenkbar für meinen Sohn, das war völlig klar, dass das auch gar nicht geht. Umso überraschter war ich über die Initiative in der Schule (die in einer anderen Stadt ist).

          Uwe, ich danke dir für deinen Beitrag. Er hat mir bewiesen, dass es auch anders geht und dass es durchaus nicht undenkbar ist. Du schreibst ja selber „Es geht auch anders“.
          Pauline, du hast recht! So habe ich es noch nicht gesehen. Unsere beiden werden zwar zum Zeitpunkt der Kommunion schon 9 Jahre sein, jedoch stimme ich dir trotzdem zu.
          Im Übrigen sind auch wir etwas „distanziert“ zu unserer Religion, wir möchten aber, dass unsere Kinder dies erleben. Wie sie sich später entscheiden ist ihre Sache, sie sollen nur die Chance haben „Kirche“ zu erleben. Und das ist eben meine Ursprungsfrage, erlebt mein Sohn dies, oder ist es eher Stress, weil er eben z.B. länger ruhig sitzen muss.

          Biene, wie eingangs beschrieben, war es nicht meine Absicht, dass Thema „Glaube“ allgemein zu diskutieren. Dennoch, stimme ich auch dir zu. Ich finde toll, wie Uwe es beschreibt, erlebe aber in der Realität deine Beschreibungen. Das war es, was ich meinte mit fehlender Integration. Wenn ich mich denn traue unseren Sohn mal sonntags mit in die Kirche zu nehmen, ist es purer Stress, dass er sich halbwegs ruhig verhält. Vielleicht sollten wir die Thematik in einem separaten Thread besprechen.

          So, das war es für´s erste. Danke euch, würde mich über weitere Beiträge freuen!

          Ganz herzliche Grüße,
          Simon
          Gruß
          _

          Simon

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            #6
            Hallo ,
            unser Jonny geht dieses Jahr auch zur Erstkommunion !
            Hab jetzt hier noch net gelesen das mach ich morgen
            LG Tine

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              #7
              Hallo und willkommen Tine!

              Ich würde mich riesig freuen, wenn du mal kurz (gerne in Stichworten) beschreibst, wie das abläuft und aus welcher Ecke Deutschlands du kommst.

              Bin einfach interessiert, wie das woanders läuft. Wie schon geschrieben, ist mir das Procedere aus meinem Umfeld völlig unbekannt.

              Schöne Grüße,
              Simon
              Gruß
              _

              Simon

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                #8
                Hallo Simon!
                Ich komme aus Hessen - In der nähe von Limburg/Weilburg
                Ich habe mich wegen Jonny selbst als Katechetin gemeldet und staune jedesmal neu über unsere Kommunionkinder , Ist Jonny mal krank kommt gleich die Meldung "Wie geht es ihm ? Kann er nächstes mal wieder kommen?" Kurz : die Kinder lieben ihn!
                Oft stelle auch ich fest das es für Jonny etwas Kreativer gestaltet sein dürfte ! Aber ich will nicht zu viel von der Katholischen Kirche erwarten ! Mir ist auch aufgefallen das der Pfarrer die Kinder in der Kirche sehen will , darauf antworte ich nur - wir gehen in die "Kirche" Nur halt selten bei uns am Ort ! Ich gehe mit Jonny am Liebsten in die Freie Christliche Gemeinde und fühlen uns dort beide Wohl Und dort nimmt auch Jonny wesentlich mehr beim Kinderdienst mit wie im Katholischen Kindergottesdienst! Ein Besuch in unserer Kirche Ist für mich meistens wie Spießrutenlaufen ! Wir werden teilweise wirklich angestarrt ! Fehlt nur noch das mal jemand sagt "was wollen die denn hier !" Aber inzwischen weiß ich auch das dies hauptsächlich "Ältere"Mitbürger sind ! Die Kinder jedenfalls nicht ! Jonnys Erstkommunion wird sicher auch schön weil er gemeinsam mit meiner Nichte geht ! Und die ist mehr als stolz darauf !
                Schon recht lang geworden ! Freue mich über mehr austausch ! Liebe Grüße Christine

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                  #9
                  Ich noch mal
                  Wollte ja noch was erzählen !
                  Der Pfarrer bei uns war sehr unsicher anfangs und ich befürchtete das er deswegen vielleicht auch leicht(ungewollt) abweisend reagieren könnte , dem war jedoch nicht so !
                  Letzte Woche hatten unsere Kinder ihre Erstbeichte und alle Kinder fragten mich " Wie beichtet Jonny? " Meine Antwort darauf war " am besten fragt ihr den Pfarrer mal ob und wie Jonny beichtet ! " Ich wußte es leider selbst nicht ! Am Tag der Erstbeichte ging ich mit Jonny und cousine Ida gemeinsam zum Pfarrer - da Ida sehr Neugierig war was denn nu mit Jonny ist ! Dann sagte ich ihm offen das ich nicht wüßte wie die Kirche es mit dem Beichten hält bei jemand der weder spricht noch sonst irgendwie sich deutlich machen kann! Seine freundliche Antwort(zu meiner Freude) war Dann segne ich ihn und bete kurz für ihn ! Dann wurde Ida gebeten doch bitte draußen zu warten , da auch Jonny ein recht darauf hat dabei alleine mit dem Pfarrer zu sein ( ich blieb natürlich dabei ) ! Das war für mich wirklich ein Positives erlebnis!
                  Nun bin ich gespannt wie das Kommunionwochenende wird ! Und natürlich auch wie es am Weißen Sonntag wird -- eigentlich ziehen die Kinder über eine Außentreppe in die Kirche ein -- das ist für Jonny ja mit Rollstuhl nicht möglich!
                  Aber darüber mache ich mir erstr später Gedanken
                  LG Christine

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                    #10
                    Hallo Christine,

                    DANKE! Ich erkenne einiges wieder. Ich deutete ja auch schon an, dass der sonntägliche Kirchbesuch nicht das wahre entspannte Vergnügen ist.

                    Deine Beschreibungen hören sich super an. Ich denke Johnny hat zwei entscheidende Vorteile. Zum einen bist du Katechetin, zum anderen hat er seine Nichte. So wie ich es rauslese, kann Ida sich auch für ihn einsetzen bzw. Integration "vorleben".
                    Unser Sohn hat im Dorf leider keine Kontakte (Schule liegt außerhalb) und eine Gruppenleitung ist leider nicht möglich (private Umstände, die ich hier nicht erläutern möchte).

                    Aber mir gefällt sehr deine Konfrontation. Ich denke ein Gespräch hier in der Pfarre wäre als erstes angebracht.

                    Mir sträubt es etwas, meinen Sohn nur mit den Schulkameraden in einer weiter entfernten Pfarre zur Kommunion zu schicken. Das ist nun keine Integration.

                    Auch bei dem Grundgedanken, ob es überhaupt richtig ist, bin ich noch hin- und hergerissen.

                    Aber du hast mir weitere Gedankenanstöße gegeben!

                    Lg Simon
                    Gruß
                    _

                    Simon

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                      #11
                      Hallo Simon !
                      Ich freue mich wen ich dir wenigstens schon ein bischen helfen konnte! Wo kommt ihr Her? Bei uns im Ort haben wir auch nur Kontakte von Familie und Kindergarten - wobei die Kindergarten Kontakte inzwischen ganz schön nachlassen , Jonny ist ja nun auch schon das 3Jahr in der Schule und die ist in der Stadt und nicht hier im Ort!
                      Ja Jonny hat Glück das ich mit dabei bin und sein kann!
                      Das Ida auch dabei ist , ja das ist auch gut - allerdings sand es erst gar nicht fest das Ida mit geht , mir war aber wichtig das er in der eigenen Gemeinde geht -- er ist doch schon genug ausgegrenzt und unser Dorf kann ein wachrütteln gebrauchen ! *
                      Nun wenn du selbst nicht so wie ich mitwirken kannst - hast du denn die möglichkeit das jemand deinen Sohn begleitet? Ein Zivi ? Oder Betreuung von Lebenshilfe oder Sozialstation? Oder aus der Familie(wäre bei uns z.B. meine Schwester)? Wichtig ist das die anderen Kinder sehen das er auch Gefühle und Bedürfnisse hat wie sie auch --- man darf nie vergessen "Kinder gehen eigentlich offen damit um - die Erwachsenen sind das Problem" ! Es gab schon Kinder die sagten nein mit dem spiel ich nicht - ich will mich ja nicht anstecken! *oo| Also das fand ich unglaublich , auf nachfrage kam dann "Das hat Papa gesagt" ! So kanns einem gehen und dafür ist Integration wichtig , auch wenn diese dann oft an uns Müttern (Familie) hängen bleibt! Gut finde ich auch das Jonnys Klassenlehrer die Kommuniongruppe eingeladen hat mal morgens Jonny in der Schule zu besuchen und der Religionslehrer der Kinder das ebenfalls gern machen möchte !
                      Wie läuft es denn bei euch ab ? Habt ihr denn unterstützung?
                      Liebe Grüße Christine



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                        #12
                        Also, hier meldet sich jetzt noch eine "doppelt Betroffene". Zum einen, weil wir unsere behinderte Tochter haben, zum anderen, weil ich als Gemeindereferentin in unserer (kath.) Dreifaltigkeitsgemeinde bzw. in unserer Seelsorgeeinheit vor allem für die Erstkommunionvorbereitung zuständig bin (vereinfacht ausgedrückt) .
                        Fangen wir mal dienstlich an:
                        Wenn behinderte Kinder bei uns zur Erstkommunion gehen werden, dann ist mir vor allem der Kontakt mit den Eltern wichtig: wie machen wir es am besten mit dem Kind, was ist möglich, was ist sinnvoll.....
                        Nur um mal Beispiele zu nennen: letztes Jahr hatten wir ein Kind, leicht körperbehindert und lernbehindert, der wurde in eine "ganz normale" Gruppe integriert; allerdings habe ich im Vorfeld sehr wohl überlegt, in welche / bei welchem Gruppenleiter....
                        Dieses Jahr haben wir ein geistig fittes aber nichtsprechendes körperlich mehrfachbehindertes Kind dabei; da macht die Mutter bei den Gruppenstunden mit; nicht vorrangig als Katechetin, sondern als Unterstützung und "Übersetzerin" für ihren Sohn. Da werden wir dann z.B. bei der Erstkommunion, wo die Kinder bei uns auch immer einen Schluck Traubensaft bekommen, für diesen Bub eben einen Trinkhalm bereit halten, weil er es so am besten kann.
                        Da gibt's bei uns von Pfarrers Seiten her absolut keine Probleme; vielleicht aber auch deshalb, weil tatsächlich beide (!) unsere Pfarrer zusätzlich eine Ausbildung als Heilerziehungspfleger gemacht haben!
                        Wie gesagt, der Blick auf das entsprechende Kind ist mir aber am wichtigsten; sollte das mit einer Integration in eine Gruppe nicht sinnvoll sein, dann lasse ich mir was anderes einfallen.
                        Da unser gesamtes Vorbereitungssystem etwas anders als üblich ist, gibt es da seeeehr viel Spielraum.
                        Übrigens: Nächstes Jahr ist dann unsere Tochter dran, und ursprünglich wollte ich sie auch in eine von unseren Gruppe integrieren. Aber jetzt mache ich es doch anders: sie geht eh schon extern in eine Heimsonderschule, und die bieten dort auch Vorbereitung und Kommunion an. Und sie hat eben dort ihre Freundinnen und Freunde (sowohl von der Schule als auch aus dem Heim, wo sie auch 2mal die Woche über Mittag bleibt), und mit denen sie gerne zusammen ist. Die haben für mich diesbezüglich Vorrang; in unserer Gemeinde ist sie auch durch den sonntäglichen Gottesdienstbesuch, Kinderfasching und ähnliche Aktivitäten genug dabei.
                        Das war jetzt ein Schnelldurchlauf - wenn ihr Fragen habt, stellt sie ruhig.
                        Ein Grüßle von Bea

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                          #13
                          Hallo,

                          und nochmal DANKE, für alle Beiträge. Ich habe alles ausgedruckt und als Gesprächsgrundlage in der Familie genutzt.
                          Zunächst sind wir uns nun sicher, dass unser Sohn zur Kommunion geht.

                          Bei uns in der Gemeinde läuft wenig bis nichts an Integration. Entschuldigend ist zu ergänzen, dass das Personal auch sehr knapp ist (ein Pfarrer für 4 Gemeinden, entsprechend ausgelastete Referentinnen).
                          So werden wir uns für die Möglichkeit entscheiden, dass unser Sohn die Erstkommunion mit den Klassenkameraden feiert. Bis dahin stehen aber noch weitere Gespräche an.

                          So, ihr alle habt mir bzw. uns sehr geholfen, darum nochmal ein großes Dankeschön!
                          Gruß
                          _

                          Simon

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                            #14
                            wir sind zwar evangelisch, aber unsere Tochter auch behindert, ist trotzdem konfimiert worden. Das ganz lief seinerzeit über die Schule und war sehr sehr schön gemacht.
                            Zwar hatte sich unser Pastor im Ort auch angeboten, so als Integrationsmaßnahme - was ich sehr löblich fand, aber so war es auch sehr gut.

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                              #15
                              Hallo,
                              mein Sohn geht nächstes Jahr zur Kommion. Er kann bei uns in der Pfarre gehen.Wir haben einen Pastor der sehr kinderlieb ist und es ihm nichts ausmacht,wenn schon mal Kinder in der Kirche rumlaufen.
                              Da er Lehrnbehindert ist ist das mit dem Unterricht noch nicht geklärt.Entweder er wird in der Gruppe mit sechs bis acht Kindern unterrichtet oder im Einzelunterricht,sollte es in der Gruppe nicht klappen.

                              Wir versuchen aber noch mit mehreren Eltern,das unsere Kinder in der Schule mitgehen können.Das wäre eine Alternative und sie hätten einige Freunde dabei,was in der Heimatpfarre nicht gegeben wäre.

                              Viele Grüße Susy mit Domenic(mehrfachbehindert)

                              Kommentar


                                #16
                                Hallo !
                                Alles rum - endlich kehrt bei uns wieder etwas mehr ruhe ein ! Bilder der Kommunion
                                (zumindest eine Auswahl derer die wir bis jetzt haben)


                                Man sieht Ida an das sie keine Lust mehr zum Posieren hat :lach

                                Wir mußten ja Samstags schon mal gucken wie es aussieht

                                Kommentar


                                  #17
                                  Hallo Tine!

                                  Finde ich echt schön, dass du uns hier nach überstandenem Fest mit so schönen Bildern versorgst und man sehen kann: Es IST möglich!

                                  Würde mich interessieren, wie die weiteren Reaktionen noch so waren. Wie hat die Gemeinde reagiert? Wie wurde der Einzug gemacht, wenn das über die Außentreppe nicht ging ...

                                  Viele Grüße

                                  Holger
                                  Früher www.intakt.info

                                  jetzt Lehrer an einem Förderzentrum

                                  Kommentar


                                    #18
                                    Hallo Holger!
                                    Ja, es war echt schön , alle Kinder gingen über die Außentreppe und wir kamen von oben dazu . Es waren 15 Kinder da paßte es schön das er beim Einzug vorneweg fuhr (von mir geschoben) und beim Auszug als letztes .
                                    Da die Kinder den Gottesdienst ja auch mit Begrüßung , Ansprache , Fürbitten usw. mitgestalten hatte sein Cousin ihm seinen Part auf den Talker aufgesprochen und er mußte dann am Mikro nur drauf drücken ! Von unserer Verwandtschaft weiß ich das sie es ganz toll fanden , was die Gemeinde ansonsten dazu sagt werde ich jetztz sicher dann mal so nach und nach hören , böse Blicke kamen jedenfalls nicht !
                                    Sobald wir die Bilder aus der Kirche haben kann ich davon ja auch noch eine kleine Auswahl einstellen !
                                    Liebe Grüße Tine

                                    Kommentar


                                      #19
                                      Hallo Tine,

                                      hört sich echt super an! Auch die Geschichte mit den Fürbitten auf dem Talker und so ... super Idee!

                                      Fotos? Immer her damit!

                                      Liebe Grüße,
                                      Holger
                                      Früher www.intakt.info

                                      jetzt Lehrer an einem Förderzentrum

                                      Kommentar

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