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Nachzügler im Anmarsch !

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    Nachzügler im Anmarsch !

    Unverhofft kommt oft:
    Fast 20 Jahre nach meinen ersten beiden Kindern (1 mehrfachbehindert) stellt sich nun nochmals Nachwuchs ein.
    Darüber freuen wir uns als Eltern wirklich, die Geschwister naja, und die Umwelt .... (darüber schweigt man besser !!!).

    Wer kennt die Situation, Wie geht Ihr damit um ? Wie übersteht man 9 Monate Hoffen und Bangen (und dabei vorallem das Umfeld trösten !!!!) ?

    Nach der Geburt unseres behinderten Sohnes waren wir schon hauptamtlich damit beschäftigt Omas, Opas, etc. über diesen harten Schlag zu trösten. Aber wenigstens wußte in der Schwangerschaft keiner etwas. Jetzt hat jeder tausende von zumeist unerwünschten Ratschlägen (Untersuchungen, Abtreibung,...) und ich weiß nicht, wie ich das noch monatelang durchstehen soll !!!

    #2
    Hallo,
    Meine Schwiegermutter war bei beiden SS auch so schlimm. Sie hat auch viel gedrängt irgendwelche Unteruchungen machen zu lassen und mir auch viel über Abtreibungen erzählt was ich aber niemals gemacht hätte. Habe nur die Fruchtwasseruntersuchung machen lassen um selber zu wissen auf was ich mich einstellen muss. Irgendwann war ich soweit und habe gar nicht mehr richtig zugehört. Ist nicht einfach, und außerdem habe ich ihr auch mehrfach gesagt das es meine/unsere Entscheidung ist und sie sich nicht einzumischen hat. So viel mehr kannst du eigentlich auch nicht tun. Ich hatte auch das Glück das wir nicht so dicht wohnen und uns selten gesehen haben und ans Telefon habe ich meinen Mann gelassen, so brauchte ICh mir das alles nicht mehr anhören.
    Ich wünsche dir eine schöne SS eine noch schönere Geburt und ein gesundes Kind.
    liebe Grüße von Anke

    ------------------------------

    Nicole*01.06.2001: cerebrale Bewegungsstörung, allgemeine Entwicklungsverzögerung, allgemeine Hypotonie, Hüftdysplasie beidseitig

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      #3
      Hallo,
      wir haben uns bewußt gegen eine weitere Schwangerschaft entschieden (unsere Tochter ist geistig behindert unklarer Genese, wahrscheinlich genetisch), weil vor allem mir klar war, daß ich die Kraft für ein weiteres behindertes Kind nicht hätte.
      Das Risiko hätte aber bei uns bestanden (aufgrund der ungeklärten Ursache der Behinderung). Und irgendwie habe ich die Auffassung, wenn Kind ,dann so, wie es ist. Nicht: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.
      Wenn Ihr dieses Kind wollt, würde ich mich bewußt gegen jede Einflußnahme von außen abgrenzen.
      Wenn es sein muß, auch unhöflich (Wer Mut macht und positiv ist, kommt durch, die Anderen sollen bis nach der Geburt warten).
      Ich wäre in diesem Fall absolut skrupellos.
      Alles Gute
      Pauline

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        #4
        Hallo Gattascarlett ,
        zunächst einmal herzlichen Glückwunsch und ich hoffe es geht dir und der Minimaus gut!

        Mit den Empfehlungen ist es so eine Sache: sie mögen vielfach gut gemeint sein , aber im Grunde belasten sie doch sehr.
        Zudem fehlen Laien und auch vielfach Ärzten gerade zum Thema Fruchtwasseruntersuchung wichtige Informationen: so zum Beispiel , dass die Risiken druch eine FU vielfach höher sind (durch Gefahr einer infektion oder einer spontanen Fehlgeburt) als das vermeintliche *Risiko* wirklich ein behindertes Kind zu bekommen.

        Nun kommt es auf euch und eure Einstellung an: wenn ihr euch sowieso sicher seid eine Abtreibung kommt für uns in keinem Fall in Frage dann würde ich mir auch diese Untersuchung sparen.

        Wenn ihr hingegen auf gar keinen Fall noch ein weiteres behindertes Kind verkraften könnt, sieht das eventuell schon anders aus..... *wobei man auch in diesem Fall immer wieder darauf hinweisen muss, dass es die Möglichkeit der Adoption gibt statt der Abtreibung!

        Was ich auf jeden Fall machen würde: alle Ultraschalluntersuchungen wahrnehmen und evtl. dazu in ein *Zentrum oder Klinik gehen die nicht nur gute , neue Geräte sondern auch Ärzte mit besonders viel Erfahrung haben (man sollte nicht glauben was Schwangeren manchmal an unnötigen Ängsten eingejagt wird). Denn so wäre die Chance sicher grösser eventuelle organische Fehlbildungen zu erkennen und dann dann in einer dementsprechend ausgestatteten Klinik mit Neugeborenenintensivstation zu entbinden.

        Wenn ihr euch sicher seid , dass ihr euer Kind so annehmen könnt und wollt wie es auch immer sein mag, dann würde auch ich klare Worte sprechen und mir jede Einmischung und Druck von aussen verbieten, das gebietet allein schon der Respekt vor Dir, deinem Zustand und natürlich euren Wünschen.

        Weiterhin alles Gute und eine schöne Schwangerschaft und Geburt, liebe Grüße,
        amai

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          #5
          Danke an Alle für die netten Worte !
          Das Leben mit einem weiteren behinderten Kind macht mir eigentlich keine Angst.
          Unserem Sohn wurde zu Anfang fast keine Chance gegeben, mit den Jahren in denen jeder von uns viel gelernt hat, hat er sich zu einem tollen Menschen entwickelt, der überall positiv aufgenommen und gerne gesehen ist. Mit Ihm die Welt zu entdecken macht auch heute noch viel Freude. Mittlerweile haben wir auch die Hoffnung, dass er einmal alleine (z.B. in einer offenen Wohngruppe) leben kann.
          Mit unseren Erfahrungen kann es beim 2.Mal nur besser werden.
          Die Ignoranz der Mitmenschen (sogar Eltern) bleibt für mich immer noch ein hartes Brot. Auch wenn Sie unseren Sohn haben aufwachsen sehen und sich an seinen Fortschritten gefreut haben, reagieren Sie jetzt total ablehnend. Das zeigt mir leider nur, dass unser Sohn auch jetzt doch noch als Belastung angesehen wird.
          Gibt es Frauen oder Familien im östlichen Rhein-Main-Gebiet denen es z.Zt. ähnlich geht und die Lust haben sich gelegentlich privat auszutauschen ? Ich würde mich freuen ?

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            #6
            Hallo,
            ich habe zu Ihrem Problem eine Unterstützung anzubieten. Es ist eine der Aufgaben aller Schwangerschaftsberatungsstellen, Schwangere im Zusammenhang mit Pränataldiagnostik zu begleiten. Wir begleiten z. B. relativ häufig Schwangere bei einer 2. Schwangerschaft nach Geburt eines Kindes mit Behinderung. Das Thema "Reaktionen der Umwelt auf die neue Schwangerschaft" taucht dabei fast immer auf. Wir unterstützen Frauen und ihre Partner dabei, einen guten Umgang damit zu finden.
            Ich empfehle Ihnen, sich an eine Schwangerschaftsberatungsstelle zu wenden, und bin Ihnen gern in Form einer Adressenweitergabe behilflich. Es gibt sicher auch in Ihrer Region eine Beratungsstelle, die auf dieses Thema spezialisiert und dafür fortgebildet ist. Meine Telefonnummer ist: 0931 / 13811, Kath. Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, Ludwigstraße 29, 97070 Würzburg,
            Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter!
            Michaela Zezula (Beraterin, Fachreferentin Pränataldiagnostik)

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              #7
              Hallo,
              bei uns war es umgekehrt. Die Verwandtschaft hat gedrängt, dass wir nochmal schwanger werden. Wir hatten Angst. Leider konnten die Ärzte keine eindeutige Diagnose bei unserem erstgeborenen behinderten Sohn stellen.

              Ich habe mal eine Mutter im Krankenhaus getroffen, deren 1. Kind schwerbehindert zur Welt kam. Sie ist kurz darauf wieder schwanger geworden, weil sie sich gesagt hat: "Sie weiß, soviel Unglück kann ihr nicht noch einmal im Leben passieren." Sie lag zum Glück richtig damit. Das 2. Kind kam gesund auf die Welt.

              An diesen Satz haben wir uns gehalten, als wir uns zum 2. Kind entschlossen, dass dann aber noch einige Zeit auf sich warten ließ. Jetzt ist er schon 2 Jahre und gesund.

              Ich hatte während der ersten Schwangerschaft einen Traum, dass ich ein Kind tot zur Welt bringen würde, das zweite Kind aber gesund und munter sein würde. Nun ist das erste zwar nicht tot, aber trotzdem hat mir der Traum viel Kraft gegeben, dass alles gut wird.

              In der Schwangerschaft hatte ich wider Erwarten wenig Ängste. Die Angst flackerte immer mal wieder auf, aber es wa kein Horror. Ich angelte mir natürlich jeden Strohhalm, der mir mehr Sicherheit gab. Mein Mann hatte mehr Ängste als ich.

              Kurz vor der Geburt hatte ich dann nochmal Panik.

              Viel Glück,
              Astrid

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                #8
                Hallo Gattascarlett,

                leider weiss ich deinen richtigen Namen nicht. Es gibt eine Mailingliste im Internet die sich Folgekinder nennt. Dort sind alles Mütter mit behinderten Kindern angemeldet die nochmal ein Kind bekommen haben oder aber noch eines nach ihrem behinderten Kind wollen. Hier der Link:
                Folgekinder
                Ich selbst habe auch ein behindertes Kind und wurde danach troz Spirale wieder Schwanger.
                Viele Außenstehende haben meinen Mut bewundert es auszutragen und viele rieten zur Abtreibung, sogar die eigene Mutter. Ich stand auf dem Standpunkt, dass es Gottes Wille sei, dass ich Schwanger geworden war und wir dachten es kann für unser behindertes Kind nur gut sein.
                Klar hatte ich in der Schwangerschaft Angst und man machte sich viele Gedanken. Ich habe damals auch ne Fruchtwasseruntersuchung machen lassen und stand auf dem Standpunkt wenn es behindert sei, lasse ich es weg machen. Ob man es dann wirklich getahn hätte weiss ich nicht. Es ist gesund geboren, heute 8 Jahre alt und das beste was uns je passieren konnte.
                Ich wünsche Dir viel Kraft und lass dich von den anderen nicht unterkriegen. Es ist euer Leben und ihr habt den Weg gewählt.

                Viele Grüße

                Yvonne
                ( Mama von Sarah 30.05.1994 , globale Entwicklungsretardierung, keine Sprache,versteht aber alles, Minderwüchsig und auf dem Stand eines 3 jährigen Kindes

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                  #9
                  Hallo
                  erstmal herzlichen Glückwunsch. Wir hatten vor 2,5 Jahren auch einen Nachzügler zum Entsetzen von Familie und Umgebung erwartet, obwohl wieder ein hohes Risiko einer Frühgeburt mit Folgeschäden bestand . Es ging zum Glück alles gut, der Kleine ist gesund.Wir haben es nicht bereut
                  und die Mehrbelastung ist auch zu meistern.Unser Tommi,schwerstmehrfach behindert, liebt seinen kleinen Bruder, auch wenn er es nicht in Worten ausdrücken kann.

                  Gruß Bettina.
                  tina

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                    #10
                    Hallo Ihr Lieben !

                    Nach all den lieben Ratschlägen und Tipps will ich doch wenigstens schreiben wie alleas ausgegangen ist.

                    Nach 37 ziemlich gut verlaufenen Wochen in denen ich stets versucht hatte alle Einwände und Bedenken der lieben Mitmenschen durch Zuversicht zu bekämpfen, hat es uns eiskalt erwischt.

                    Unser Sohn Jakob starb am 28.07. völlig unerwartet und entgegen aller positiven US-Untersuchungen in meinem Bauch.
                    Am 02.08. habe ich Ihn geboren und am 06.08. beerdigt.

                    Es waren keinerlei Fehlbildungen festzustellen !!!!

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                      #11
                      Liebe Gattascarlett,
                      es tut mir sehr , sehr leid das von dir und dem kleinen Jakob zu hören.

                      Leider war es euch nicht vergönnt, euren Weg gemeinsam weiterzugehen, das ist traurig und *ungerecht*.
                      Ich hoffe für dich, daß es dir ein Trost ist, das du alles richtig gemacht hast. Du hast zu deinem Sohn trotz äusserer Widerstände gestanden , ihn geliebt und geschützt soweit es dir möglich war.

                      Für alle mit den *guten* Ratschlägen hoffe ich, daß sie auch daraus gelernt haben und sich in einer erneuten oder ähnlichen Situation anders verhalten würden.

                      Konntet ihr in Ruhe Abschied nehmen von eurem kleinen Sohn? Hast du wenigstens jetzt genügend Rückhalt und Hilfe? Wenn nicht innerhalb der Familie dann solltest du dich an einen Verein wenden , die trauernde und verwaiste Eltern betreut.

                      Sei ganz fest umarmt (((((Gattascarlett))))), ich wünsche dir alles Liebe und Gute!
                      Grüße, amai



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                        #12
                        Liebe Gattascarlett,

                        ich hoffe du kennst das Schmetterlingsforum.
                        Dort tauschen sich Mütter von Früh- oder Todgeburten aus.

                        Ich war dort 4 Jahre "Stammgast".

                        Dort findest du den Trost, dich mit anderen, die das selbe Schicksal erlebt haben, sich aus zu tauschen.

                        Lasse dich ganz lieb umarmen und wenn ich mich recht erinnere ist der 8.12. der Tag der Sternenkinder.

                        Ich zünde da regelmäßig meine 4 Kerzen an, die meinen Sternen den Weg leuchten sollen.

                        Fühle dich ganz lieb umarmt.
                        MfG Antje,
                        wer mehr über uns wissen will:
                        http://muskulaere-hypotonie.foren-city.de/

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                          #13
                          Danke für Eure lieben Worte !
                          Zur Zeit schweigen die "Ratschläger" still. Dazu musste ich aber erst ein wenig laut werden.
                          In SHG und im Internet habe ich zum Glück viele, liebe Menschen kennengelernt, die mich mittragen.
                          Mittlerweile geht es auch schon wieder so weit, dass ich wieder zu kämpfen beginne. Eine Parkbank an den Kindergräbern auf unserem Friedhof habe ich schon erfochten.
                          So wie auch nach der Geburt unseres behinderten Sohnes hat sich auch jetzt wieder die Bedeutung der Dinge ein ganzes Stück verschoben. Das dauert einfach bis man sich wieder zurecht findet.
                          Auf bald!
                          Cordula

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