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    Down-Syndrom

    Hallo Holger
    Habe den weg hierher gefunden ;) und gleich eine Frage zu den letzten Gutachten von Töchterlein. Also, so oft ich auch das Gutachten durchlese, ich kann nichts finden, was auf so einen geringen IQ hinweist (?) Deswegen bräuchte ich einfach mal ein paar andere Meinungen.

    Vorsicht, viel zum Lesen *g*

    Kognitive Entwicklung:
    Bereich Voraussetzungen zum Lesen-/Schreibenlernen:
    In diesem Bereich verfügt Alexandra bereits über außergewöhnliche Fähigkeiten. Sie kennt fast alle Groß- und Kleinbuchstaben und kann schon zahlreiche Ganzwörter (Mama, Oma....) lesen. Ohne Probleme kann sie außerdem schon unbekannte Silben lesen. Sehr gute Fähigkeiten hat Alexandra auch beim Schreiben. Sie kennt die Form fast aller Großbuchstaben und kann diese aufschreiben.

    Nicht OK

    Ein phonologisches Bewusstsein hat sie bisher nur ansatzweise entwickelt: so ist sie z.b. in der Lage, markante Buchstaben aus einem Wort herauszuhören. Bei einigen Wörtern kann sie sogar die Anfangs- und teilweise auch die Endbuchstaben erkennen (Affe, Löwe Maus).
    Meiner Einschätzung nach sind ihr diese Wörter jedoch als Ganzwörter bekannt, da ihr die auditive Durchgliederung von Silben beim Silbendiktat noch nicht gelingt.
    (Was erwartet die von einem Kind das noch nicht in die Schule geht? Fehlerfreies Diktat?)


    Dazu kommt dann noch ;)

    Orientierung:
    Alexandra hat bereits eine sehr gute räumliche Orientierung. Im Kindergarten weiß sie z.b. genau, wo alle Räume liegen. Außerdem kann sie den Ort benennen, in dem sie wohnt. Auch ihre zeitliche Orientierung ist sehr gut. Sie kann den aktuellen Wochentag benennen und weiß sogar welcher Tag morgen oder übermorgen ist.

    Nicht OK

    Die Beschreibung eines Tagesablaufs in zeitlicher Abfolge gelingt Alex noch nicht. Sie kann sich zwar schon sehr gut an einzelne Ereignisse des vorangegangenen Tages erinnern, die Reihenfolge der Ereignisse bringt sie beim Erzählen aber noch durcheinander.

    Lebenspraktische Fähigkeiten:
    Auch im Kindergarten zeigt Alexandra, dass sie schon sehr selbständig ist: Sie bedient sich z.B. allein am Frühstücksbuffet, deckt ihren Tisch, isst allein und räumt hinterher wieder auf.

    Nicht OK

    Kann keine Schuhe Binden, wofür gibt es Klettverschlüsse *g* Reißverschluss und Knöpfe kann sie nicht schließen?
    Kann sie wohl!

    Problemlösendes Denken:
    Alexandra zeigt in den Überprüfungssituationen, das sie Zusammenhänge entdecken und Probleme selbstständig lösen kann. So hat sie z.B. den Spielteppich zur Seite geräumt um besser Flummi spielen zu können. Bei der mitgebrachten Stoppuhr versuchte sie gleich, ihre Funktion herauszufinden.

    Nicht OK

    Gelingt ihr nicht, eine kleine Bildergeschichte aus drei Bildern in die richtige Reihenfolge zu legen.

    Bereich mathematisches Denken:
    Die Unterscheidung "eins" und "viele" und Eins-zu-Eins-Zuordnung bewältigt Alexandra ohne Probleme. Außerdem kann sie die Zahlenmenge bis 10 fast fehlerfrei ausführen. sie weiß das man Mengen durch Hinzufügen oder wegnehmen verändern kann.

    Nicht OK

    Kann noch nicht Plus und Minus Rechnen.
    Sie zeigt kleine Unsicherheiten beim durchhalten des Eindeutigkeitsprinzips.
    Die Begriffe Kreis, Viereck und Dreieck kennt sie noch nicht sicher. (Kennt sie schon lange *) Auch beim visuellen Operieren mit Größen ist sie noch nicht sicher.

    Sprache:

    Alexandras Sprache ist bereits sehr gut entwickelt. Besonders auf der syntaktisch-morthologischen Ebene ist sie schon sehr kompetent:

    Nicht OK

    Ab und zu verschluckt sie noch Laute (Mahlzeit ;) Kleine Unsicherheiten pf, kn, fr, br.
    Erwachsenen gegenüber zeigt Alexandra sich sehr offen und sprechfreudig. Dabei ist es ihr jedoch wichtig, dass der andere auf sie zugeht und sie nicht von sich aus Kontakt zu einem Kommunikationspartner aufnehmen muss. (Häääh??seid wann? ) *Bei der Kommunikation mit anderen Kindern hat sie noch Schwierigkeiten.

    Feinmotorik:
    In ihrem Alltag löst Alexandra viele Anforderungen mit großen feinmotorischen Geschick: Sie kann z.b. mit Messer uns Gabel essen, mit einem Stift Malen und schreiben, Gegenstände mit dem Pinzetten aufnehmen und Puzzles oder Steckspiele spielen.

    Nicht OK

    Augen-Hand-Koordination, mit der Schere schneiden.
    Alexandra bevorzugt beim Spielen, Malen Essen usw. ihre rechte Hand (Was sagt uns das? Genau, sie ist Rechtshänder (*g*)


    Wahrnehmung:
    Keine Probleme bereite ihr der Aspekt Wahrnehmungskonstanz. Sie kann geometrische Formen nach den Kriterien der Farbe, Form und Größe zu Mengen zusammenfassen. Die Wahrnehmung der Raumlage gelingt Alexandra schon recht gut. Sie hat bereits einen sicheren Lagebegriff entwickelt und kann daher Gegenstände nach Aufforderung auf, unter oder neben einen Stuhl legen. Recht gut kann Alexandra schon abstrakte Formen nachmalen.

    Nicht OK

    Figur-Grund-Wahrnehmung
    Räumliche Beziehung

    Bereich auditive Wahrnehmung:
    Im Alltag scheint Alexandra keine besonderen Auffälligkeiten im Bereich "Auditive Wahrnehmung" zu haben. Sie kann sich kleine Spiel und Bewegungslieder gut behalten und dabei laute und leise Töne voneinander unterscheiden. Die sprachliche Äußerungen versteht sie offensichtlich gut und dabei kann sie auch ähnlich klingende Wörter (z.b. Tasse-Tasche; Kanne-Tanne) voneinander unterscheiden.

    Nicht OK

    Nach dem Hören von Alltagsgeräuschen und Tierstimmen konnte sie nur bei etwa der Hälfte der Geräusche spontan auf das entsprechende Bild zeigen. Die Lokalisation von Geräuschen oder Sprache gelingt Alex bei geschlossenen Augen noch nicht.

    Bereich Gleichgewichtswahrnehmung:
    Alexandras Gleichgewichtswahrnehmung ist recht gut entwickelt. sie kann kurzzeitig auf einen Bein stehen und sogar auf einen Bein vorwärts hüpfen. Beim Balancieren kann sie ohne große Ausgleichsbewegungen im Fuß-vor-Fuß-Gang über ein Seil gehen.

    Nicht OK

    Scheint alles OK *fg*

    Soziale und emotionale Entwicklung:
    Nur zu beginn der Überprüfung zeigte sich Alexandra etwas zurückhaltend, dann war sie mir gegenüber sehr offen und kontaktfreudig. Sie wirkt sehr selbstbewusst und selbstständig.
    Sehr gut kann sie sich schon allein Beschäftigen (z.b. beim Bauen im Bewegungsraum). Dabei fordert sie nur selten sie Aufmerksamkeit anderer. Bei kleineren Konflikte sucht sie sich keine Hilfe.

    Nicht OK

    Zu lang, Zusammenfassung: Alexandra kann mit gleichaltrigen Kindern nichts anfangen, jüngere versucht sie zu bemuttern. Hatte ich aber irgendwo schon einmal auf der Page erwähnt *Grübel* das Alex sich lieber an älteren Kindern orientiert.

    Ergebnis standardisierter Testverfahren:
    Alexandra erreichte einen Gesamtrohwert von 18, was einen Standartwert von 57 eintspricht. Daraus ergibt sich bei vier abgenommenen Subtest ein IQ von 49

    #2
    Hallo Gabi,
    zur Beurteilung der Fähigkeiten müsste man zunächst wissen, wie alt Alexandra ist und vor allem welche Verfahren zur Feststellung des IQ verwendet wurden.
    Gruß
    Erwin Breitenbach

    Kommentar


      #3
      Auch Hallo
      Sorry, habe ich vergessen.
      Alexandra ist 7 Jahre alt und wird im Sommer eingeschult.
      Alexandra wurde mit dem
      Snijders-Oomen nicht-verbale Intelligenz-Testreihe, getestet. Habe ich abgeschrieben, vom Gutachten. Was ich nicht verstehe ist der IQ von nur 49. Alexandra hat von Anfang an eine normale Entwicklung durchlaufen, keine großartigen Auffälligkeiten. Verhaltensauffälligkeiten waren auch nie ein Thema. Deswegen verstehe ich nicht, warum meiner Tochter eine mittelgradige geistige behinderung attestiert wird. Bevor ich das auch noch vergesse ;) Alexandra hat Trisomie 21 Mosaik
      Wünsche einen schönen Restabend

      Kommentar


        #4
        Hallo,
        das unerwartet niedrige Ergebnis im Intelligenztest könnte man mit einer schlechten Tagesform erklären. Gerade bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen sind Tagesschwankungen in ihrem Leistungsvermögen bekannt.
        Weiterhin werden im Snijders Oomen Intelligenztest viele Aufgaben visuell (Bildmaterial) angeboten. Wenn Schwächen oder Unsicherheiten im visuellen Bereich vorliegen (Figur-Grund-Wahrnehmung, räumliche Beziehungen) wäre dies ebenfalls eine Erklärung für die schwachen Leistungen in diesem Testverfahren. Auch die beschriebenen Probleme beim Ordnen einer Bildergeschichte passen hierzu gut.
        Wichtig für das Erlernen der Schriftsprache ist die phonologische Bewusstheit. Diese Fähigkeit, die sich bereits im Vorschulalter entwickelt, ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Schriftspracherwerb. Kinder, die diese Fähigkeit beim Schuleintritt noch nicht besitzen, laufen Gefahr eine Lese-Rechtschreibschwäche zu entwicklen. Die phonologische Bewusstheit lässt sich jedoch gut mit speziellen Trainingsprogrammen (z.B. Küspert: Hören, lauschen, lernen) fördern.
        Herzliche Grüße
        Erwin Breitenbach

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          #5
          Hallo Herr Dr. Breitenbach,

          ich freue mich ganz besonders, das Sie dieses Forum entdeckt haben und mit Qualifizierten Beiträgen die Fragen der Teilnehmer beantworten!

          Wann hat man sonst schon die Möglichkeit einem solch bekannten und anerkannten Mediziner für "unsere" Kinder Fragen zu stellen, ohne in die Praxis zu müssen



          Schöne Grüsse
          Harald

          Kommentar


            #6
            Guten Morgen, die Herren ;)
            Danke für die Antwort!
            Alexandra wurde in 60 Minuten mit 4 Tests getestet, wobei, nach Recherche der Kindergartenleitung, ein Test schon 45 Minuten dauern sollte. Ich denke das phonologische Bewusstsein dürfte da sein um Schreiben und Lesen zu Lernen. Mit 3 Jahren konnte sie, warum auch immer, die Buchstaben des ABC. Mit 4/6 Jahren fing sie an Silben zu Lesen Do, Sa, Mo usw. Heute kann sie einfache Wörter Lesen, hört Anfang und Endsbuchstaben aus einem Wort heraus. Einmal hat sie das Wort Wal ganz spontan geschrieben. Ich übe mit Alexandra nicht, nur hin und wieder frage ich mal, ob wir mal zusammen Lesen können. Was meistens mit einem Nein quittiert wird *g* Ihre Entwicklung verlief Normal, sie spricht sehr schön, so das man sie gut versteht. Bei längeren Sätzen hapert es aber noch. Da Denkt sie schneller als sie sprechen kann ;)
            Warum man in das Gutachten einen so niedrigen IQ Geschrieben hat, versteh ich nicht, zudem nach der ersten Begutachtung (3 Std. lang) im Kindergarten die Bemerkung kam "Alexandra ist nicht geistig behindert, es liegt nur eine Lernbehinderung vor"
            Ich Wünsche ein schönes Wochenende
            Gruß, Gabi

            Kommentar


              #7
              hallo gabi,
              ich würde an Ihrer Stelle die vorliegenden Untersuchungsergebnisse nicht einfach ignorieren oder beiseite schieben und den Untersuchern einfach Unfähigkeit unterstellen. Vielleicht enthalten die Befunde wichtige Informationen über den Entwicklungsstand ihres Kindes, die für die weitere Förderung ihrer Tochter von Bedeutung sind. Wenn ein Kind bis zu einem gewissen Grad lesen und schreiben kann, ist dies noch lange keine Beweis dafür, dass alle Voraussetzungen (z.b. phonologische Bewusstheit) in ausreichendem Maße entwickelt sind. Oft zeigen sich erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es darum geht, schwierigere und umfangreichere Texte schnell zu lesen und zu schreiben, gravierende Leistungsprobleme, die dann allerdings viel schwieriger zu behandlen sind als zum jetzigen Zeitpunkt. Ich habe selbst oft in meiner praktischen Arbeit aufgrund von exakten Untersuchungsergebnissen meinen subjektiven Eindruck von einem Kind revidieren müssen. Das ist ja der tiefere Sinn einer Untersuchung mit psychometrischen Verfahren. Es werden eben Dinge hierbei sichtbar, die man sonst nicht beobachtet, nicht vermutet oder erkannt hätte.
              Herzliche Grüße
              Erwin Breitenbach

              Kommentar


                #8
                "ich würde an Ihrer Stelle die vorliegenden Untersuchungsergebnisse nicht einfach ignorieren oder beiseite schieben"

                Ich bekam Post ab September geht Alexandra als I-Kind in die Grundschule. Somit habe ich es erreicht, nach Jahre langen Kampf, das Alexandra nicht wie in Hessen vorgesehen, in die geistig behinderten Schule abgeschoben wird. Zwar mussten wir umziehen nach Rhein-Land-Pfalz, aber das war es wert
                Mit dem Gutachten ärgert sich die Kindergartenleitung herum, und versucht mit der Dame, die dafür verantwortlich ist, ein Gespräch zu Führen. Leider sträubt die sich die gute mit Händen und Füßen *g* und steckt den Kopf in den Sand (???)
                Erstmal Tausend Dank, heute eine sehr erleichterte Gabi

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