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    ADHS

    Hallo, mein Name ist kathrin Nauta und ich bin Mutter zweier Kinder. Es ist nach langem hin und her festgestellt worden, dass bei meinem Jüngsten der Verdacht auf ADHS besteht. ich habe mittlerweile erreicht, das er in dem entsprechendem Kindergarten kommt.
    Leider ist das, was ich über dieses Thema weiß nicht gerade viel, da es auch hier unterschiedliche Meinungen gibt.
    Wer hat damit auch Erfahrungen gemacht und kann mir weiterhelfen? Welche Möglichkeiten habe ich, wenn der Paragraph zugesprochen wurde?

    #2
    Hallo Katrina,

    ich habe als erstes zwei Fragen:

    Was meinst Du mit wenn der Paragraph zugesprochen wird und wieso besteht der Verdacht auf ADHS? Wurde es noch nicht zweifelsfrei diagnostiziert?

    Nun aber zu dem Rest )

    Ich selbst bin selbst ADHSlerin (diagnostiziert im März 2004) und habe einen jetzt 13jähigen Sohn mit ADHS (diagnostiziert bereits 1995) und Entwicklungsverzögerung um ca. 1,5 Jahre.

    Da nicht nur die Meinungen zu ADHS auseinandergehen, sondern auch die Bandbreite von ADHSlern ziemlich groß ist, müsstest Du schon etwas genauer Deinen Sohn beschreiben, um genauere Hilfen und Tips geben zu können.

    Was möchtest Du genau wissen?

    Wenn Du magst, kannst du mich gerne privat anschreiben.

    Ich und mein Sohn waren und sind übrigens nie in einer speziellen Einrichtung (egal ob Kiga oder Schule) gewesen.
    Viele liebe Gruesse aus Mannheim

    Gaby (Marfan-Syndrom + ADHS) mit Maximiliane *25.03.99 (ausgeprägte Ebstein'sche Anomalie), Chantal *17.07.95 (getestet hochbegabt), Pascal *01.01.92 (ADHS, entwicklungsverzögert, auditive und taktile Wahrnehmungsstörung)

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      #3
      prof.dr.lagenstein meinte 2001/02 in etwa das mein sohn jetzt 14 jahre alt ads hat ....wir stoßen aber überall auf kontra d.h. seine lehrerin meinte das wäre nicht so unterstedt ....klinik für kinder und jugendphychologie meinten auch er hätte das nicht nur wird es zunehmend schwerer mit ihm umzugehen. er war nun schon 2mal in nem heim und wir wollen das nicht mehr aber wir wissen auch nicht mehr weiter er hat ein " bindungsdefiziet" er war und ist in seiner entwicklung hinterher. er ist zwar von seinem alter her schon 14,5 jahre alt aber er ist von seinem verhalten nicht weiter als vielleicht 6-8........wir brauchen ganz schnell hilfe. gruß heike
      heike böhling

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        #4
        Tag, bin 26m und habs selber des Adhs ( Juhu) suche gleich gesinnte um sich aus zutauschen.
        Neine Icq mummer ist 237-262-916.

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          #5
          Als ich vor einem Vierteljahrhundert (nach meiner Diplomarbeit über Autosuggestion und Schule) die sonderpäd. Arbeit über Autosuggestion und Hyperaktivität schrieb, war ich böse erstaunt, wie selbstverständlich und grundsätzlich man von Krankheit ausgeht und wie primitiv sich alle damit abspeisen lassen, dass sie diese Krankheit haben. Dabei bringt es, dass man allen sagen kann "Mein Kind hat ADHS" kein Gramm Lösung, es ist quasi nur eine Ausrede, die etwas Abwechslung von der Ungewissheit bringt.
          Um Probleme zu lösen, muss man aber nicht über das Problem bescheid wissen sondern über die Mittel und Wege der Problemlösung.
          Davon dass ich mich mit der Unruhe herumraufe, ist für die Ruhe noch nullkommagarnichts geschehen.
          Ich war damals froh, in Coués "Selbstbemeisterung durch bewusste Autosuggestion" einer - vieltausendfach praxisbewährten Methode begegnet zu sein. Coué kümmerte sich nie um das Problem, er wandte sich den Selbstheilungskräften des Geistes zu und aktivierte sie, und er tat dies bei allen Krankheiten und Lebensproblemen, mit denen die Leute aus aller Welt zu ihm kamen, mit gleichem Erfolg.
          Als junges Lehrergreenhorn hatte ich einen Zappelmeister in meiner 4.Klasse. Ihm verdanke ich ein Schlüsselerlebmis. Ich konnte ihm zeigen, dass er mit dem WILLEN, den die Pädagogik ausschließlich bemühte, immer mehr versagt hatte. Dabei geschah ohne den geringsten Kraftaufwand immer unerbittlicher das, was er (und alle) sich unbewusst vorstellte(n): "Ich kann nicht anders!"
          Wir änderten ohne großen Aufwand die Vorstellung und alles änderte sich. In Coués "Selbstbemeisterung" ist das alles ganz einfach erklärt und in der "Ich-kann-Schule" steht Peters Story ausführlich.
          Bei Peter wurden immer nur die auffallenden Flegel-Potentiale angesprochen; seine Gentleman-Potentiale hörten nie ein gutes Wort - kein Wunder, dass sie verkümmerten! War es schon interessant, wenn ich seine guten Seiten ansprach, so wurde es noch viel interessanter, wenn er seinen Einfluss auf seinen Erfolg erkannt und verstanden hatte. "Jetzt weiß ich, wie mans machen muss", kam er eines morgens mit seiner Hausaufgabe gesprungen, "Man muss nur immer sagen: "Es geht leicht, ich kann das, dann geht´s ganz leicht!"
          Seit ich vor 16 Jahren die Dorn-Methode gelernt habe, achte ich bzw. fühle ich auch, ob nicht durch Wirbelverschiebung die Organsteuerung über die Nervenleitungen blockiert ist. Das ist auch ein häufiger Grund, um mehr als unruhig zu werden; kann aber leicht und einfühlsam durch sanften Daumendruck bei Bewegung korrigiert werden.
          Auffööigkeiten lenken meine Wahrnehmung immer auf die Potentiale, die dahinterstecken, um damit Lösung und Entwicklung zu erzielen. Jedes Problem ist nur zur Herausforderung der Potentiale und Talente da. Ich grüße herzlich.
          Franz Josef Neffe
          Franz Josef Neffe
          Kinder werden auffällig, damit uns was auffällt.

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            #6
            Naja, das ist eben eine andere Meinung als die Schulmedizin hat. Muss ja jeder selbst wissen...
            Bei diagnostiziertem ADHS- und die muss vom Kinder- und Jugendpsychiater gesteltt werden- liegen die Ursachen im Gehirnstoffwechsel. (Ähnlich wie bei Depressionen übrigens und da würde mittlerweile auch kaum jemand daruf kommen, dass man da keine Medikamente geben kann!!) Und diese Probleme können nur durch Medikamente beeinflusst werden. Das hat nichts mit Zudröhnen und Ruhigstellen zu tun, sondern ist einfach die korrekte Behandlungsmethode. Zusätzlich kann man noch ne Verhaltenstherapie machen, aber es hat sich in Studien gezeigt, dass die nicht bei allen Kindern was nützt. Kinder mit ADHS, die nicht behandelt werden, sind in späteren Jahren viel häufiger drogenabhängiger und kriminell.
            Vielleicht helfen dir diese Informationen ein bisschen. Wie gesagt, das ist die schulmedzinische Seite. Ich nehme auch nach wie vor Antibotika bei ner Mandelentzündung
            *83, bin Referendarin an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

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              #7
              Wenn die Wissenschaft was interpretiert, muss man ja nicht unbedingt den Verstand ausschalten. So gut wie alles, was Wissenschaft bis heute produiziert, ist in immer kürzeren Abständen überholt - schon durch ihre eigenen "neuen Erkenntnisse".
              1.) In der PRAXIS ist nicht zu übersehen (und ganz leicht nachzuprüfen) dass die meisten, die das Wort Diagnose in den Mund nehmen, noch nicht einmal erklären können, was es bedeutet.
              2.) untersucht die Wissenschaft auffalend einseitig Probleme und nicht Lösungen. Das Ergebnis: eine Inflation von Begriffen und Theorien, die offensichtlich vom immer noch schlechteren Bewlätigen der Praxis ablenken.
              3. Wenn man im Gehirnstoffwechsel etwas misst, ist das eine Sache und wie man es interpretiert ist eine ganz andere. Es ist schon ein übermerkwürdiger Zustand, eir systematisch Messergebnisse exclusiv zu Gunsten der Pharmaindustrie interoretiert werden.
              Ich habe z.B. - aufgrund konkreter praktischer Ergebnisse - vor 25 Jahren meine sonderpäd. Hausarbeit über Hyperaktivität + Autosuggestion geschrieben. Auf dem Kongress wurde ich von mehreren Professoren coram publico für meinen Bericht dazu gelobt. Dennoch gab und gibt es keinerlei wissenschaftliche Aktivitäten in diesem Bereich. Es läuft alles in den alten Schablonen.
              Dass man "diese Probleme" nur durch Medikamente beeinflussen könne ist ein pseudoreligiöses Märchen.
              Dass Kinder die nicht dem Ritalin-Kult unterzogen werden später häufiger zu Drogen und kriminellen Handlungen neigen, finde ich wenig erstaunlich, wenn man hinschaut, welche Qualität sowohl das "mit" als auch das "ohne" hat. Fast alle Probleme in unseren Schulen haben sich in den letzten 20 Jahren in etwa verdoppelt. Auf die Frage, dass da vielleicht auch die Pädagogik (und ihr zuarbeitende Therapeutik) als TÄTER infrage kommt, darf man frommerweise nicht kommen.
              4.) Mandelentzündung ist im Übrigen ein deutliches Zeichen für Übersäuerung, Verschlackung, Vergiftung. Mandeln sind Entgiftungsorgane. Öfter ein einfaches basisches Bad mit "Natron" für 30 Cent (und einiges dazulernen) würde dem Körper bei der Entgiftung helfen und die Mandeln entlasten. Aber man kann auch mit ANTI(gegen)BIO(Leben)TICA perfekt Krieg spielen, wenn man Erfahrung sucht.
              Selber zu denken kann man immer anfangen.
              Ich wünsche ein gutes Ergebnis.
              Franz Josef Neffe
              Franz Josef Neffe
              Kinder werden auffällig, damit uns was auffällt.

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                #8
                @ Franz Josef:
                Ob und wie ich mit meinem Körper umgehe, ist meine Sache. Und ich möchte bitte nicht dazu "gemaßregelt" werden.
                Zum ADS: Woher kommen denn deiner Meinung nach die Auffälligkeiten im Hirnstoffwechsel? Warum wirkt Ritalin bei einigen wie ein Aufputschmittel (den Menschen ohne ADS nämlich) und bei anderen wie das Gegenteil? Wie sollte sich das erklären?
                Zum anderen bin ich der Meinung, dass Informationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Würzburg, die in diesem Fachgebiet einen besonders guten Ruf hat, aufgrund vielfältiger Forschungen, nicht die Meinung der Pharmaindustrie sind, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse, denen man Glauben schenken und Rechnung tragen sollte.
                Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, alles zu verteufeln, was irgendwie mit Medikamenten zu tun hat, aber ich finde es nicht besonders gut, damit hier im Forum betroffene Eltern zu verunsichern.
                Grüße
                Katrin
                *83, bin Referendarin an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

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                  #9
                  Liebe Katrinchen,
                  ich bestätige Dir, dass es Deine Sache ist, wie Du mit Deinem Körper umgehst. Falls ich den Eindruck erweckte, Dich maßregeln zu wollen, bitte ich dafür um Entschuldigung. Es ist mir wichtig, dass Du Dich nicht persönlich beleidigt fühlen musst, weil ich ein paar Standards zu Übersäuerung und Entschlackung und der Funktion der Mandeln erwähne.
                  Die Fragen, die Du stellst, zu klären, bin ich einfach nicht kompentent genug. Kompetent bin ich nur für sorgfältiges Beobachten und allein dort setzt meine Kritik an, wo Beobachtungs- und Interpretationsfehler vorliegen.
                  Gegen Ritalin als solches habe ich persönlich gar nichts. Aber ich habe z.B. etwas *dagegen, eine "Diagnose" ernst zu nehmen, wenn mir der, der sie "gestellt" hat, nicht einmal erklären kann, was eine Diagnose ist. Ich habe auch etwas dagegen, mir bloß aufgrund einiger erwünschter Effekte einer Chemikalie einreden zu lassen, dass es sonst keine Möglichkeit gebe, das Problem zu lösen. Das entspricht einfach nicht der Realität. Diese den Gebrauch des Verstandes und der Beobachtungsgabe ausschließende Vergötzung einzelner Techniken oder Mittel und die Verteufelung von Menschen, die es wagen nicht daran zu glauben und weiterhin selbständig zu denken, sehe ich auf einem primitiven, vorwissenschaftlichen Niveau. Die Grundlage der Wissenschaft sind ja gerade die Beobachtung, das Experiment und das Denken und nicht die Hörigkeit und Unterwürfigkeit für propagierte Ergebnisse und Institutionen.
                  Ich stelle Dir auch mal eine Frage aus der Praxis: Was machst Du, wenn es nach Ritalingabe nicht besser sondern noch schlimmer wird? Dann bleibt doch nichts als das zu tun, was man hätte vorher tun sollen: gründlicher prüfen, sorgfältiger nachdenken, den Standpunkt wechseln und flexibler herangehen, Alternativen prüfen, .......
                  Vielleicht magst Du einmal für Dich überlegen, wie Du darauf kommst, mir vorzuwerfen, ich würde "alles, was mit Medikamenten zu tun hat verteufeln". Aus diesem Vorwurf lese ich ab, dass Du diese Situation schon wenigstens einmal gehabt haben dürftest und sie bisher nicht bewältigt hast. Wenn Du sie nämlich verstanden und bewältigt hättest, dann hättest Du mir aus Deiner Erfahrung ein Angebot machen können, damit ich es auch lerne.
                  Sei mir nicht böse, aber die Sicherheit, die Du mir vorwirfst, dass ich sie verunsichere, ist noch nicht einmal eine Scheinsicherheit. Das Leben ist eine sich unablässig verändernde dynamische Größe; man ist nie auf alle Zeiten aus dem Schneider dadurch dass man seine Verantwortung an einen noch so guten Professor übergibt. Selbstverständlich achte ich gerne jeden Menschen, nicht nur den Arzt, dafür, dass er mit Kindern und Jugendlichen so umgeht, dass er dafür einen guten Ruf bekommt. Ich danke Dir für Deine Mitteilungen.
                  Franz Josef Neffe
                  Franz Josef Neffe
                  Kinder werden auffällig, damit uns was auffällt.

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                    #10
                    Hallo Franz Josef,
                    die Entschuldigung nehme ich gerne an. Die Formulierung hat mich schon persönlich angegriffen, also das nächste Mal bitte ein bisschen vorsichtiger
                    Wenn das Ritalin nicht wirkt, wird sich das im Laufe der Testphase herausstellen. Gute Psychiater geben dem Kind Ritalin und zeitweise Placebos. Was das Kind gerade bekommt, weiß aber keiner. Denn alle Bezugspersonen des Kindes (also vielleicht auch ich als Lehrerin des Kindes) erhalten die ganze Zeit über Beobachtungsbögen (ja klar, Grundlage ist Beobachtung!), durch die der Arzt dann die Wirkung des Medikaments einschätzen kann. Sollte es sich herausstellen, dass sich Besserungen unter dem Placebo und Verschlechterungen unter dem Ritalin ergeben, dann ist die Diagnose des Arztes schlichtweg falsch. Aber das sollte hoffentlich nicht zu oft passieren. Grundsätzlich würde ich (als zukünftige Lehrerin) das Kind natürlich zunächst genau beobachten und zwar mit Beobachtungsskalen und erst dann mit den Eltern ein Gespräch beginnen. Wenn sich aber nach all diesen Beobachtungen herausstellt, dass es dem Kind mit Ritalin besser geht, ist doch das ein Zeichen dafür, dass ADS mit Hilfe des Ritalin therapiert werden kann. Oder etwa nicht?
                    Was du mit dem Vorwurf meinerseits und meiner nicht bewältigten Situation meinst, verstehe ich nicht. Kannst du mir das noch mal anders erklären?
                    Gruß Katrin
                    *83, bin Referendarin an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

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                      #11
                      Liebe Katrinchen,
                      in der Münchner Heckscher Klinik habe ich bei meiner Ausbildung einmal einen schwer adipösen 15jährigen getestet, dessen Intelligenz im Rahmen mehrjähriger Förderung von 0,95 auf ca. 0,60 gesunken worden war. Aus den Akten konnte ich entnehmen, wie groß und fast schon exclusiv das Interesse bei den vorangegangenen Maßnahmen war, Probleme, Defekte, Schwächen u.dgl. herauszufinden. Ich machte dieselben Test - im Gegensatz dazu - mit ausgestrahltem Interesse, herauszufinden, WAS FÜR FÄHIGKEITEN in dem Kerl steckten. Während des Tests erlebte ich die Wirkung der vorangegangenen Tests nicht zu knapp. Ich brach nach etwas über einer Stunde ab, als mir Andi nicht mehr nur Worte an den Kopf werfen wollte. Ergebnisstand: 0,90.
                      Mit solchen Erfahrungen kann ich Tests mit Placebos, wie Du sie beschreibst, leider weder ernst noch heiter nehmen.
                      Ich akzeptiere auch keine Beobachtungen nach Schablone. Ganz einfach, weil das Wesentliche gerade dann passiert sein könnte, wenn der Schablonengehilfe von der Realität wegschaut und sein Kreuzchen macht.
                      Mein Lebensmotto ist immer noch "von Einfachen zum Komplizierten" und "vom Ungefährlichen zum Gefährlichen". Das bedeutet für die vielen Probleme, die wir so geschäftstüchtig unter Begriffen wie ADHS zusammenwerfen, dass zuerst und grundsätzlich die einfachen a) pädagogischen, b) medizinischen und c) menschlichen Probleme geklärt werden müssen, ehe die Grenze zu komplizierteren Verfahren und Techniken überschritten wird. Es darf nicht sein, dass durch Medikamente menschliches Versagen auf Dauer kaschiert wird. Dafür muss man in unserer Gesellschaft soweit kommen, dass man für einen sensiblen Umgang mit Fehlern nicht bestraft sondern belohnt wird. Das heißt z.B. dass man für einen Fehler von seinem Chef keinen Anpfiff bekommt sondern dass der Chef einem konkret vormacht, wie die Lösung geht, und wenn er das nicht kann, dann sucht man gemeinsam nach einer Lösung und jemand, der sie zeigen kann.
                      Zum Schluss: Du meintest, dass ich alles verteufele, was irgendwie mit Medikamenten zu tun hat, und dass ich damit Eltern verunsichere.
                      Da in meinem Text keine Anhaltspunkte für diese Behauptung sind, schloss ich, dass Du mir damit etwas über Deine Lebenserfahrungen gesagt hast. Und ich meine, dass das blinde Glauben an Institutionen, Menschen, Nachrichten usw. allenfalls eine Scheinsicherheit bietet. Davon dass ich zum Gebrauch des eigenen Verstandes anrege, sollte doch wohl niemand zu Schaden kommen.
                      Mit guten Wünschen und herzlichen Grüßen
                      Franz Josef Neffe
                      Franz Josef Neffe
                      Kinder werden auffällig, damit uns was auffällt.

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                        #12
                        Also, den Vergleich von vielen (unnötigen?) Intelligenztestverfahren und der Beobachtung unter Placebonahme verstehe ich überhaupt nicht. Wo soll denn der Zusammenhang sein?
                        Erst sagst du, dass man zuerst alles beobachten muss, dann aber wiederum, dass die Beobachtung der Wirksamkeit eines Medikaments nicht in Ordnung ist. Wie dann?
                        Zudem sind Beobachtungsskalen sinnvoll und wichtig insofern, dass die zu beobachtenden Details kaum von jemandem sämtlich beobachtet werden. Und natürlich werden die Bögen im Nachhinein ausgefüllt. Aber das sind förderdiagnostische Techniken, die gar nicht zur Diskussion stehen, oder?
                        Ich habe nämlich nicht das Gefühl, dass du sachlich über die Vor- und Nachteile der medikamentösen Ritalintherapie diskutieren willst. Denn was sollen dann die Hinweise auf die "Schuldigen"? Wen meinst du damit im Übrigen? Die Eltern, die Lehrer oder vielleicht sogar die Gesellschaft als solches? Ich weiß nicht, was es bringen soll, diese Schuldigen zu finden (möglicherweise liegt es ja auch an Umweltproblemen ). Es geht doch darum, den verzweifelten Kindern zu helfen. Und wie sonst soll ich die Aussage eines Kindes verstehen, das mir sagt:
                        "Früher musste ich immer zappeln und bekam dafür Ärger von meinem Lehrer, obwohl ich nichts dafür konnte. Da bin ich oft wütend geworden. Wenn ich jetzt das Medikament nehme, kann ich viel besser aufpassen. Das finde ich toll."
                        Kennst du solche Kinder? Kennst du Eltern von Kindern mit ADS? Was rätst du denen? Den Schuldigen suchen?
                        Es wäre schön, wenn diese Diskussion zu etwas Produktivem führen würde!
                        Katrin
                        *83, bin Referendarin an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

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