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Gedichte zum Tod eines Kindes

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    Gedichte zum Tod eines Kindes

    Es sind die Glückskinder
    die die Erde überspringen dürfen,
    um dort hinzugelangen
    wofür wir einen weiten Weg gehen müssen.
    (VerfasserIn unbekannt)

    Wenn Du beginnst zu lieben,
    sagst du schon Ja zu den Tränen des Abschieds,
    sagst Du Ja zu Enttäuschungen, die nicht ausbleiben,
    sagst Du Ja zu Hoffnungen, die sich nicht erfüllen,
    zu Anfängen, die unvollendet bleiben.
    (Walter Wais)

    Das einzig Wichtige im Leben
    sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen,
    wenn wir ungefragt weggehen und Abschied nehmen müssen.
    (Albert Schweitzer)

    Wenn ich eines Tages gehen muss, tue ich das nicht wirklich.
    Du kannst mich dann nur nicht mehr sehen, nicht mehr berühren.
    Aber ich werde immer da sein, egal wo du bist.
    Werde der Wind sein, der zärtlich durch dein Haar streicht,
    der Regen, der sanft deine Haut berührt, der Regenbogen am Horizont,
    der dir die schönsten Farben schenkt,
    die Sonne, die dich wärmt und mit dir lacht,
    der Duft von Sommer, den du einatmest,
    die Erde auf der du gehst,
    die Nacht, in der ich für dich die Sterne erstrahlen lasse,
    der Tag, der dir tausend Überraschungen bringt,
    die Hoffnung, die dich trägt, wenn du traurig bist,
    dieses Gefühl was in dir ist, wenn du glücklich bist.
    Du kannst mit mir reden,
    ich werde dich immer hören oder einfach weinen,
    dann nehme ich dich in meinen Arm und du wirst dich frei fühlen.
    Ich werde über deinen Schlaf wachen
    und dir wundervolle Träume schenken.
    Du brauchst keine Angst zu haben, wenn du daran glaubst.
    Du bist niemals allein, weil ich immer da sein werde,
    wenn du an mich denkst so wie ich an dich.
    (VerfasserIn unbekannt)

    Mitten im Tagwerk inne halten
    mich setzen müssen
    wie ein weicher Zwang
    zu wissen
    mich trotz Eiseskälte jetzt im Feuer wälzen
    Mit brennenden Gegenständen
    in der Hand
    blassen Bildern im Kopf
    Melodien aus deiner Zeit
    um dich für Momente bewusst wieder zu holen
    in meinen Alltag
    Manchmal Glück haben
    beim Anblick der vertrauten Dinge
    von denen ich mich trennen wollte
    und merken
    dass du Engelchen doch nicht ewig schläfst
    plötzlich gezwungen zu ahnen
    das du heimlich etwas zurechtrückst
    Fäden knüpfst in meinem Leben
    Leise meinen Kopf meine Hand
    mein Herz berührst
    Kleine Ärmchen die sich von hinten
    um meinen Hals legen
    ein Köpfchen das sich wieder an meine Wange schmiegt
    Dann manchmal
    schaffe ich es trotz Herzjagen
    und nassem Gesicht
    ganz selten aber nur
    sehr sehr ruhig zu sein
    gespannt zu lauschen
    um ihn dann zu hören
    Deinen Flügelschlag
    Und immer wieder ist es neu
    immer wieder anders wie du mir begegnest
    oft nur geahnt... selten gespürt
    aber immer geheimnisvoll
    immer bezaubernd
    diese Zwiesprache
    während wir beide Sand mit Sternchen mischen
    Ich mit meiner lächerlich irdischen Freude
    du mit deiner Engelsgeduld
    Was tun?
    Fliegen mit dir?
    Weiterlaufen mit deiner Schwester?
    Du legst mahnend
    deinen Zeigefinger auf die Lippen
    um diesem Denken Schweigen zu gebieten
    Komm weiterhin in diesen Momenten
    verleihe mir Flügel für kurze Zeit
    und dann gehe wieder
    ohne Fußspuren oder
    Fingerabdrücke zu hinterlassen
    wie schon einmal in meinem Leben
    Geh wieder zurück tief ganz tief
    nach Hause in das Mamaherz
    und schlaf weiter mein Engel
    (VerfasserIn unbekannt)


    Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis
    ist der Wunsch zu sterben.
    Dieses Leben ist unerträglich,
    ein anderes unerreichbar.
    (Franz Kafka)

    Manchmal beglückwünschen wir uns
    im Moment des Erwachsens geradezu,
    einem bösen Traum entronnen zu sein.
    Vielleicht wird es uns genauso
    im Moment nach dem Tod ergehen.
    (Nathaniel Hawthorne)

    Niemand kennt den Tod, und niemand weiß,
    ob er nicht vielleicht das größte Gut für den Menschen ist,
    und sie fürchten ihn, als wenn sie gewiss wüssten,
    dass er das größte Übel sei.
    (Sokrates)

    Sie sagen, sie schenken dir das Leben.
    Sie müssten sagen, sie schenken dir den Tod.
    Denn es war nicht sicher, dass du lebst.
    Sicher ist, dass du sterben musst.
    (Janosch)

    Wenn Dir jemand erzählt,
    dass die Seele mit dem Körper zusammen vergeht
    und dass das, was einmal tot ist, niemals wiederkommt,
    so sage ihm: Die Blume geht zugrunde,
    aber der Same bleibt zurück und liegt vor uns,
    geheimnisvoll, wie die Ewigkeit des Lebens.
    (Khalil Gibran)

    Anfangs wollt ich fast verzagen und ich glaubt ich trüg es nie,
    und ich hab es doch getragen - aber fragt mich nur nicht wie?
    Heinrich Heine

    Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
    wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
    weil ich auf einem von ihnen wohne,
    weil ich auf einem von ihnen lache.
    Du allein wirst Sterne haben, die lachen können! ...
    Und wenn du dich getröstet hast ...,
    wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.

    Der kleine Prinz
    von Antoine de Saint-Exupéry

    Du verstehst. Es ist zu weit.
    Ich kann diesen Leib da nicht mitnehmen.
    Er ist zu schwer. ...
    Aber er wird daliegen wie eine alte verlassene Hülle.
    Man soll nicht traurig sein um solche alten Hüllen...
    (Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry)


    Ich habe gebetet. So nimm von der Sonne und geh.
    Die Bäume werden belaubt sein.
    Ich habe den Blüten gesagt, sie mögen dich schmücken.
    Kommst du zum Strom, da wartet ein Fährmann.
    Zur Nacht läutet sein Herz übers Wasser.
    Sein Boot hat goldene Planken, das trägt dich.
    Die Ufer werden bewohnt sein.
    Ich habe den Menschen gesagt, sie sollen dich lieben.
    Es wird dir einer begegnen, der hat mich gehört.
    (G.B. Fuchs)

    Der Herr hat seinen Engeln befohlen,
    dass sie dich behüten auf all deinen Wegen,
    dass sie dich auf Händen tragen
    und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
    (Psalm 91)

    Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang.
    Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
    Allein im Nebel tast ich tot entlang
    und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
    Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr,
    und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur,
    doch mit dem Tod der andern muss man leben.
    (Mascha Kaléko)

    Wen man in Liebe in sein Herz geschlossen hat,
    den kann man selbst durch den Tod nicht verlieren.
    (VerfasserIn unbekannt)

    Wer wie die Biene wäre,
    die die Sonne auch durch den Wolkenhimmel fühlt,
    die nie die Richtung verliert -
    dem lägen die Felder in ewigem Ganz.
    Und wie kurz er auch lebte -
    Er würde selten weinen.
    (Hilde Domin)

    Tod und Schönheit sind zwei hohe Dinge,
    die gleich viel Schatten und Licht enthalten, so dass man sie
    für zwei Schwestern halten könnte, gleich schrecklich und furchtbar,
    erfüllt von dem selben Rätsel und dem selben Geheimnis.
    Victor Hugo

    Du lächelst,
    um nicht zu weinen.
    Du lächelst,
    als würden lange noch die guten Tage scheinen.
    Deine Flügel glänzen
    wie junge Blätter.
    Dein Gesicht war ein weißer Stern.
    Seitdem du gestorben bist,
    danke ich jedem vergehenden Tag.
    Jeder vergangene Tag
    bringt mich dir näher.
    Hans Arp

    In unserer Naivität fürchten wir den Tod und wissen nicht, dass das Leben eine Reihe vergehender und wiederentstehender Augenblicke ist.
    Janusz Korczak

    Die andere Seite hinter dem Fluss war ihm nicht fremd.
    Er hatte Zeit genug gehabt, hinüberzuschauen.
    aus: Janosch

    Der Tod und der Gänsehirt
    Wir sollen leben, bis wir sterben.
    Keiner stirbt allein.
    Jeder wird in unbegreiflichem Maße geliebt.
    Jeder ist gesegnet und geführt.
    Es ist sehr wichtig, stets nur das zu tun, was du auch gern tust.
    Du magst arm sein, Hunger leiden, in einer schäbigen Hütte hausen, aber du wirst voll und ganz leben.
    Und am Ende deines irdischen Daseins wirst du dein Leben segnen,
    weil du das gemacht hast, was dir hier aufgegeben war.
    Die schwerste Lektion ist die bedingungslose Liebe.
    Der Tod ist nichts, was du fürchten müsstest.
    Er kann zur schönsten Erfahrung deines Lebens werden.
    Alles hängt davon ab, wie du gelebt hast.
    Der Tod ist nur ein Übergang von diesem Leben zu einer anderen Existenz, in der es keinen Schmerz und keine Angst mehr gibt.
    Mit Liebe lässt sich alles ertragen.
    Ich wünsche mir, dass du versuchst,
    mehr Menschen mehr Liebe zu geben.
    Das einzige, was ewig dauert, ist die Liebe.
    Elisabeth Kübler-Ross

    Immer wenn wir von dir erzählen,
    fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen,
    unsere Herzen halten dich umfangen,
    als wärst du nie gegangen...

    Da werden Hände sein, die dich tragen
    und Arme, in denen du sicher bist
    und Menschen, die dir ohne Fragen zeigen,
    dass du willkommen bist.

    Trauer kann man nicht überwinden wie einen Feind.
    Trauer kann man nur verwandeln:
    den Schmerz in Hoffnung, die Hoffnung in tieferes Leben.
    (von Sascha Wagner, sie verlor ihren 4jährigen Sohn durch Ertrinken und ihre 20jährige Tochter durch Suizid)

    Ich habe Angst vor dem Tod.
    Beim Einschlafen denke ich manchmal:
    Was wird mit mir sein, wenn ich nicht mehr aufwache?
    Ich denke mir oft, dass ich vor der Geburt
    von meiner Mutter umgeben war,
    in ihrem Leib, ohne sie zu kennen.
    Dann brachte sie mich zur Welt.
    Und ich kenne sie nun und lebe mit ihr.
    So, glaube ich, sind wir als Lebende von Gott umgeben,
    ohne ihn zu kennen.
    Wenn wir sterben, werden wir ihn erfahren,
    so wie ein Kind seine Mutter,
    und mit ihm sein.
    Warum soll ich den Tod fürchten?
    Carl Zuckmeyer

    Still, seid leise,
    es war ein Engel auf der Reise.
    Sie wollte ganz kurz bei euch sein,
    warum sie ging, weiß Gott allein.
    Sie kam von Gott, dort sind sie wieder.
    Sollte nicht auf unsre Erde nieder.
    Ein Hauch nur bleibt von ihr zurück.
    in eurem Herz ein großes Stück.
    Sie wird für immer bei euch sein
    vergesst sie nicht, sie war so klein.
    Geht nun ein Wind an mildem Tag,
    so denkt: Es war ihr Flügelschlag.
    Und wenn Ihr fragt: Wo mag sie sein?
    So wisst: Engel sind niemals allein.
    Sie kann jetzt alle Farben sehn,
    und barfuss durch die Wolken geh'n
    Bestimmt lässt sie sich hin und wieder
    bei anderen Engelkindern nieder.
    Und wenn ihr sie auch sehr vermisst
    und weint, weil sie nicht bei Euch ist,
    so denkt: Im Himmel, wo es sie nun gibt
    erzählt sie stolz: Ich werde geliebt!
    (VerfasserIn unbekannt)

    Die Welt
    ist arm
    geworden
    seit es
    dich
    nicht mehr
    gibt
    grau hängt
    Himmel
    über
    weißen
    Feldern
    und in der
    Dämmerung
    rieselt
    der Schnee
    und die
    Sehnsucht
    leise
    über die
    leere
    flache
    Hand
    (Gitta Deutsch)

    Trösten
    Die Situation aufnehmen.
    Erkennen, dass du helfen musst.
    Einer ruft dich. Du wirst gebraucht.
    Nimm deine Hand zu Hilfe: Streicheln
    Gebrauche deinen Mund: Fragen
    Benutze dein Ohr: Zuhören
    Verwende dein Gehirn: Zusammenhänge klarmachen
    Setze dein Herz ein: Alternativen aufzeigen

    Trösten ist Arbeit an der Seele des Anderen.
    In Zusammenarbeit mit Gott.
    Uwe Kynast (1943-1985)

    Früher,
    vor den Tod meines Kindes
    war ich naturverbunden
    und ich freute mich
    über ein Blumenbeet
    über Vogelgezwitscher
    über ein rauschendes Bächlein...
    Jetzt
    ist meine Seele geöffnet
    beim leichten Amselflug über mir
    beim Rot der abendlichen Sonne
    in der Stille vor der Nacht
    ahnt sie die Weite des Universums
    und ich fühle mich ganz nah bei Dir, mein Kind.
    (Ilse Karsch)

    Jetzt bist du schon gegangen, Kind,
    und hast vom Leben nichts erfahren,
    indes in unseren welken Jahren
    wir Alten noch gefangen sind.
    Ein Atemzug, ein Augenspiel,
    der Erde Luft und Licht zu schmecken,
    war dir genug und schon zuviel;
    du schliefst ein, nicht mehr zu wecken.
    Vielleicht in diesem Hauch und Blick
    sind alle Spiele, alle Mienen
    des ganzen Lebens dir erschienen,
    erschrocken zogst du dich zurück.
    Vielleicht wenn unsre Augen, Kind,
    einmal erloschen, wird uns scheinen,
    sie hätten von der Erde, Kind,
    nicht mehr gesehen als die deinen.
    (Hermann Hesse)

    Der Tod ist ohne Bedeutung.
    Ich bin lediglich in einen anderes Zimmer hinübergegangen.
    Ich bin ich, du bist du.
    Was immer wir einander waren, wir sind es noch.
    Sprich mit mir wie immer, auf die gleiche leichte Art und Weise.
    Verändere nicht den Klang deiner Stimme.
    Setze keine feierliche oder traurige Mine auf.
    Lache, wie wir immer über die kleinen Witze gelacht haben,
    an denen wir gemeinsam Spaß hatten.
    Spiele, lache, denke an mich.
    Belasse meinen Namen an seinem Platz, an dem er immer war.
    Spreche ihn mühelos aus, ohne die Spur eines Schattens auf ihm.
    Leben hat die gleiche Bedeutung, die im immer beikam.
    Es ist das selbe, was es immer war.
    Da ist keinerlei Unterbrechung in der Beständigkeit.
    Warum sollte ich nicht mehr in deinen Gedanken sein,
    weil du mich nicht mehr sehen kannst?
    Ich warte auf dich in einiger Entfernung.
    Irgendwo in der Nähe, nur hinter der Biegung.
    Alles ist gut.
    frei nach Charles Pierre Peguy, 1873-1914

    Von einem Menschen,
    den Du geliebt hast,
    wird immer etwas in deinem
    Herzen zurückbleiben-
    etwas von seinen Träumen,
    etwas von seiner Hoffnung,
    etwas von seinem Leben,
    alles von seiner Liebe.
    (Reifmüller)

    Gustav Schüler:
    Der Tod und das Kind
    Lieb Kindlein, komm, ich trage dich,
    lehn recht dein Köpfchen her an mich;
    ich sing dir eine Weise
    von Vögelein und Blümelein,
    die wollten Fahrtgenossen sein
    auf deiner ersten Reise.

    Sieh nur! Doch deine Augen sind
    so voll von Schlaf, mein trautes Kind,
    ich will dir alles sagen:
    Wir wandern durch ein großes Feld,
    das hat der liebe Gott bestellt,
    das Feld muss Sterne tragen.

    Und horch - was schläfst du nur so schwer!
    ein lieblich Singen läutet her,
    wir nahen deinen Schwestern,
    die waren auch so krank wie du,
    ich sang sie alle fein in Ruh -
    vor tausend Jahren und gestern.

    Gustav Schüler:
    An die Melancholie
    Zum Wein, zu Freunden bin ich dir entflohn,
    Da mir vor deinem dunklen Auge graute,
    In Liebesarmen und beim Klang der Laute
    Vergaß ich dich, dein ungetreuer Sohn.

    Du aber gingest mir verschwiegen nach
    Und warst im Wein, den ich verzweifelt zechte,
    Warst in der Schwüle meiner Liebesnächte
    Und warest noch im Hohn, den ich dir sprach.

    Nun kühlst du die erschöpften Glieder mir
    Und hast mein Haupt in deinen Schoß genommen,
    Da ich von meinen Fahrten heimgekommen:
    Denn all mein Irren war ein Weg zu dir.

    Auf meines Kindes Tod (Joseph Freiherr von Eichendorff)
    Was ist mir denn so wehe?
    Es liegt ja wie im Traum
    Der Grund schon, wo ich stehe,
    Die Wälder säuseln kaum

    Noch von der dunklen Höhe.
    Es komme wie es will,
    Was ist mir denn so wehe
    Wie bald wird alles still.

    Das ist`s, was mich ganz verstöret:
    Dass die Nacht nicht Ruhe hält,
    wenn zu atmen aufgehöret
    lange schon die müde Welt.

    Dass die Glocken, die da schlagen,
    und im Wald der leise Wind
    jede Nacht von neuem klagen
    um mein liebes, süßes Kind.

    Dass mein Herz nicht konnte brechen
    bei dem letzten Todeskuss,
    dass ich wie im Wahnsinn sprechen
    nun in irren Liedern muss.

    Von fern die Uhren schlagen,
    es ist schon tiefe Nacht,
    die Lampe brennt so düster,
    dein Bettlein ist gemacht.

    Die Winde nur noch gehen
    wehklagend um das Haus,
    wir sitzen einsam drinnen
    und lauschen oft hinaus.

    Es ist, als müsstest leise
    du klopfen an die Tür,
    du hättest dich nur verirret,
    und kämst nun müd` zurück.

    Wir armen, armen Toren!
    Wir irren ja im Graus
    des Dunkels noch verloren
    du fandst dich längst nach Haus.

    Dort ist so tiefer Schatten,
    Du schläfst in guter Ruh
    Es deckt mit grünen Matten
    Der liebe Gott dich zu.

    Die alten Weiden neigen
    Sich auf dein Bett herein,
    Die Vöglein in den Zweigen,
    sie singen treu dich ein.

    Und wie in goldnen Träumen
    Geht linder Frühlingswind
    Rings in den stillen Bäumen
    Schlaf wohl, mein süßes Kind!

    Mein liebes Kind, Ade!
    Ich konnt Ade nicht sagen,
    Als sie dich fortgetragen,
    Vor tiefem, tiefem Weh.

    Jetzt auf lichtgrünem Plan
    Stehst du im Myrtenkranze
    Und lächelst aus dem Glanze
    Mich still voll Mitleid an.

    Und Jahre nahn und gehen,
    Wie bald bin ich verstoben
    O bitt für mich da droben,
    Dass wir uns wiedersehn!

    Stufen
    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

    Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
    bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    in andre, neue Bindungen zu geben.

    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    an keinem wie an einer Heimat hängen,
    der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.

    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    uns neuen Räumen jung entgegensenden,
    des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
    (Hermann Hesse)

    Wenn ich wüsste
    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich dich einschlafen sehe,
    würde ich dich besser zudecken
    und zu Gott beten, er möge deine Seele schützen.

    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich dich zur Tür hinaus geh`n sehe,
    würde ich dich umarmen und küssen
    und dir noch einmal übers Haar streichen.

    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich deine Stimme höre, ich würde
    jede Geste und jedes Wort auf Video aufzeichnen,
    damit ich sie Tag für Tag wieder sehen könnte.

    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich den Tag mit dir teilen kann,
    ich würde jede Minute noch mehr genießen
    und dir sagen, was ich an dir liebe.

    Das Morgen ist niemandem versprochen,
    weder Jung noch Alt haben die Gewissheit,
    und heute könnte die letzte Chance sein, die du hast,
    um deine Lieben glücklich zu machen
    und ihnen zu sagen, was sie dir bedeuten.
    (VerfasserIn unbekannt)
    Zuletzt geändert von Volker; 02.02.2016, 11:14. Grund: amp#8220 entfernt

    #2
    Danke, LALA !
    LG, amai
    Zuletzt geändert von Volker; 02.02.2016, 11:20.

    Kommentar


      #3
      AW: Gedichte zum Tod eines Kindes

      Zum Weiterlesen:

      Intakt hat einen Artikel veröffentlicht mit Hilfen im Umgang mit der eigenen Trauer und in der Unterstützung von Kindern in ihrer Trauer, insbesondere bei Kinder mit einer geistigen Behinderung.
      www.intakt.info

      Freude ist ein tolles Motiv, um Menschen zu helfen. Mitleid nicht.

      Kommentar


        #4
        AW: Gedichte zum Tod eines Kindes

        "In meiner Liebe bleibst du mir nahe" -
        Wie Eltern den Tod ihres Kindes überleben

        Der Tod eines Kindes gehört zu den schmerzlichsten menschlichen Erfahrungen. [...]
        Quelle und kompletter Text: WDR 5 - nachzuhören als Podcast Lebenszeichen

        Sie ist anders als die Andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei
        Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei

        "Sommerkind" von Wortfront

        Kommentar


          #5
          AW: Gedichte zum Tod eines Kindes

          Danke an den Gast.

          Es sind sehr schöne, zum Nachdenken anregende Gedichte.

          Wäre schön gewesen, noch ein paar persönliche Worte von ihm zu lesen.
          LG v. Sanne

          Kommentar


            #6
            AW: Gedichte zum Tod eines Kindes

            "Schrecklich frei von Erwartungen"

            Ronan wurde mit einer Krankheit geboren, die innerhalb weniger Jahre zum Tod führt. Seine Mutter hat aufgeschrieben, was ein Kind ohne Zukunft für die Eltern bedeutet – und was wir alle davon lernen können. [...]
            Wie soll man eine Mutter, ein Vater sein ohne Zukunft, in dem Wissen, dass man sein Kind verlieren wird, qualvoll Stück für Stück? [...]
            Deprimierend? Klar. Aber so eine Erfahrung macht man nicht, ohne an Weisheit zu gewinnen, an tieferem Verständnis dafür, was das Leben bedeutet. Es sind schwer erlernte Lektionen, geschmiedet aus Trauer und Hilflosigkeit und tiefer Liebe, die einem nicht nur beibringen, wie man ein Vater oder eine Mutter sein kann, sondern ein Mensch. [...]
            der ganze Artikel ist nachzulesen bei Zeit-Online

            Sie ist anders als die Andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei
            Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei

            "Sommerkind" von Wortfront

            Kommentar


              #7
              AW: Gedichte zum Tod eines Kindes

              Hallo zusammen,

              einfach mal inne halten, fühlen und Anteil haben, an Eltern, Väter, Mütter, die das Leben nicht festhalten konnten.
              Zuletzt geändert von Löwenkind; 08.02.2012, 09:53.
              Viele Grüße vom
              Löwenkind



              Im Herbst sammelte ich all meine Sorgen
              und vergrub sie im Garten.
              Als der Frühling wiederkehrte,
              da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen
              Khalil Gibran

              Kommentar


                #8
                AW: Gedichte zum Tod eines Kindes

                In der Trauer ist alles erlaubt. Von außen wird oft erwartet, das man auch sichtbar trauert, sichtbar traurig ist. Je nachdem, wo man lebt, erwartet man vielleicht sogar, das man in schwarz geht. Manche haben immer noch gedanklich ein Trauerjahr im Kopf. Und wenn dann das erste Jahr rum ist, dann könnte man ja mal wieder normal funktionieren. Trauert man dann aber immer noch oder sogar sehr stark, wird vermutet, dass man depressiv ist, dass man professionelle Hilfe braucht, besteht großes Unverständnis darüber, das man die Trauer noch nicht abgelegt hat. Das man noch nicht darüber hinweggekommen ist.

                Ich weiß nicht, wie andere trauern, aber ich glaube, Trauer ist etwas sehr individuelles. Vielleicht ist es auch ein Unterschied, was man betrauert, wen man betrauert und wie alt man dabei ist. Vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon?
                Quelle und kompletter Text: Eine Lanze für Trauernde brechen

                Sie ist anders als die Andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei
                Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei

                "Sommerkind" von Wortfront

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                  #9
                  AW: Gedichte zum Tod eines Kindes

                  Der Tod gehört zum Leben.....es ist wie es ist. Doch wenn so junge Seelen geholt werden, welche die noch so viel erleben können....da fällt es noch schwerer sich mit diesen Gedanken anzufreunden.....

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