Schulwahl: Förderschule oder Inklusion?

Inhaltsverzeichnis:

zum Hauptartikel Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchule/Förderschule

Schulwahl: Förderschule oder Inklusion?

Welche schulischen Möglichkeiten gibt es?

Welche Bedingungen bieten die verschiedenen Schulen?

  Wie groß ist die Klasse, in die mein Kind kommt?

  Wer wird mein Kind unterrichten?

  Bekommt mein Kind zusätzliche, intensive Förderung im Schulunterricht?

  Bekommt mein Kind noch weitere Unterstützung?

Ich kenne mein Kind. Wo kann es wohl am besten lernen?

  Wie selbständig kann mein Kind arbeiten?

  Von welchen Mitschülern würde es profitieren?

Was braucht mein Kind neben dem Schulunterricht noch?

  Wird Therapie angeboten?

  Welche Form der Nachmittagsbetreuung gibt es?

Welche schulischen Möglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich haben Sie in Bayern (Öffnet internen Link im aktuellen FensterWarum nur Bayern?) drei Möglichkeiten:

  1. die Anmeldung an einer der Öffnet internen Link im aktuellen Fensterverschiedenen Arten von Förderschulen,
  2. die Anmeldung an der Grundschule in Ihrem Schulsprengel oder
  3. die Anmeldung an einer besonderen Grundschule mit dem Schulprofil Inklusion (Diese finden Sie direkt in derÖffnet externen Link in neuem Fenster Adressdatenbank des Kultusministeriums).

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Nachdem Sie mittlerweile recht frei entscheiden können, in welche Schule Ihr Kind geht, müssen Sie entscheiden. Das heißt nicht, dass es niemanden gibt, der Ihnen hilft! In Bayern (und auch in anderen Bundesländern) gibt es einige Einrichtungen, die Sie beraten und mit denen Sie das Gespräch suchen können. Hat ihr Kind eine Behinderung können Sie sich immer an eine Förderschule in Ihrer Nähe wenden. Viele Förderschulen haben einen Öffnet internen Link im aktuellen FensterMobilen Sonderpädagogischen Dienst oder sind ein Sonderpädagogisches Komptenz- und Beratungszentrum. Sie betreuen auch Kinder mit Förderbedarf in Grundschulen, kennen also die Bedingungen dort, wissen natürlich gleichzeitig über die Möglichkeiten an der jeweiligen Förderschule Bescheid oder können auch an andere spezialisierte Dienste verweisen. Auch im Rahmen der Anmeldung an Ihrer örtlichen Grundschule können Sie sich beraten lassen oder an die Staatliche Schulberatungsstelle wenden. Unser Rat: Gehen Sie diese Frage rechtzeitig an, damit Sie genügend Zeit haben um sich über die Bedingungen in Ihrer Gegend zu informieren.

Welche Bedingungen bieten die verschiedenen Schulen?

Die Bedingungen können sich grundsätzlich deutlich unterscheiden. Sie müssen vorab die richtigen Fragen stellen, von denen wir hier einige aufführen. Danach geben wir einen groben Rahmen an, wie die Bedingungen an den verschiedenen Schularten sind. Gerade wenn Sie über eine inklusive Beschulung nachdenken, ist die Klärung der Bedingungen aus unserer Erfahrung besonders wichtig. Denn auch wenn Öffnet internen Link im aktuellen Fenstergesetzlich geregelt ist, dass Ihr Kind auf eine Grundschule gehen darf, ist jedoch nicht festgeschrieben, dass ihm dort die gleichen Ressourcen und Bedingungen zustehen, die es an einer Förderschule bekommen würde.

Wie groß ist die Klasse, in die mein Kind kommt?

An Förderschulen sind grundsätzlich die Klassen kleiner als an der Grundschule. Wie klein sie sind, hängt von der jeweiligen Förderschule ab. In den Diagnose- und Förderklassen sind es oft 10-14 Schüler, in Förderzentren mit den Förderschwerpunkten geistige oder körperliche und motorische Entwicklung oft noch weniger. Natürlich kann es - gerade im ländlichen Bereich - auch in der Grundschule zum Teil sehr kleine Klassen geben. Fragen Sie, wie groß die Klasse sein wird, in die ihr Kind kommen soll.

Wer wird mein Kind unterrichten?

In der Förderschule wird ihr Kind meistens von einem besonders ausgebildeten Förderschullehrer unterrichtet. An manchen Förderschulen werden auch Grundschullehrer oder Heilpädagogische Förderlehrer in den Klassen eingesetzt. In Grundschulen unterrichten generell Grundschullehrer. Geht ihr Kind an die Grundschule kann die Lehrkraft zwar Unterstützung durch den Öffnet internen Link im aktuellen FensterMobilen Sonderpädagogischen Dienst anfordern, dieser übernimmt jedoch nur selten eine wöchentliche Förderung und ist in erster Linie beratend tätig. An Schulen mit dem Schulprofil Inklusion gibt es ganz verschiedene Konzepte, doch auch hier unterrichtet in der Regel der Grundschullehrer. Viele dieser Lehrkräfte sind sehr engagiert, manche haben auch noch wenig Erfahrung mit Kindern mit Förderbedarf.

Bekommt mein Kind zusätzliche, intensive Förderung im Schulunterricht?

Auch hier sind die Bedingungen sehr unterschiedlich. An der Förderschule ist die individuelle Förderung gut verankert und eine wesentliche Basis dieser Schulart. Zudem werden den Förderschulen in der Regel mehr Lehrerstunden zugewiesen als für die reine Unterrichtsversorgung benötigt würde. So gibt prinzipiell die Möglichkeit von zusätzlicher Förderung in Kleingruppen oder manchmal sogar im Einzelunterricht. Solche Kapazitäten für Zusatz-Förderung sind an den Grundschulen noch selten. Teilweise gibt es jedoch sog. Förderlehrer an den Schulen, die zusätzliche Angebote machen können. An Schulen mit dem Schulprofil "Inklusion" gibt es ebenfalls zusätzliche Lehrerstunden. Letztlich verteilt die Schule die zusätzlichen Ressourcen immer selbst. Ob Ihr Kind davon profitieren könnte, müssen Sie erfragen.

Bekommt mein Kind noch weitere Unterstützung?

Abhängig von der Art und Schwere der Behinderung hat Ihr Kind an der Regelschule - manchmal auch an der Förderschule - Anspruch auf einen Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchulbegleiter.

Ich kenne mein Kind. Wo kann es wohl am besten lernen?

Aus unserer Sicht ist die Entscheidung, auf welche Schule ein Kind mit Behinderung geht, neben den Bedingungen vor Ort vom Kind abhängig. Sie kennen ihr Kind am besten und können am besten einschätzen, unter welchen Rahmenbedingungen es ihm gut gehen würde und es am besten lernen könnte. 

Wie selbständig kann mein Kind arbeiten?

In der Grundschule wird von den Kindern relativ schnell erwartet, dass sie Dinge selbständig erledigen: Schuhe und Jacke an- und ausziehen, beim Sportunterricht umziehen, ein Arbeitsblatt von oben bis unten bearbeiten, bald schon selbst erlesen, was zu tun ist, sich und das eigene Arbeiten gar selbst zu organisieren. Allein wegen der Anzahl der Kinder ist intensive Unterstützung hier in der Grundschule in der Regel nicht (lange) zu erwarten. In der Förderschule ist das meist besser möglich, weil es manchmal auch noch zusätzliche Kräfte zur Unterstützung gibt (Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen, ...). Würde ihr Kind in der Grundschule einen Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchulbegleiter bekommen, kann dieser die Unterstützung natürlich übernehmen.

Von welchen Mitschülern würde es profitieren?

Eine Besonderheit der Förderschule ist es, dass alle Schüler in einer Klasse eine Behinderung haben oder entwicklungsverzögert sind. Es gibt also im Vergleich zur Grundschule vor Ort eine Häufung von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten im Lernen oder auch im Verhalten. Eltern, die eine inklusive Schulform wählen, nennen dies häufig als Argument dafür, dass die Vorbilder "schlechter" sind oder der Unterricht nicht so konzentriert abläuft, weil eine Schülerin immer wieder laut ausruft, weil sie das nicht kontrollieren kann. Solche Klassen und Konstellationen gibt es. Auch deshalb lohnt sich nachzufragen: Welche Mitschüler wird mein Kind haben? Auch an der Grundschule. Denn auch hier sind Mitschüler mit besonderen Schwierigkeiten durchaus möglich.

Was die Schulleistung angeht, ist das Umfeld ebenfalls vom Kind abhängig: Manche Kinder lassen sich durch stärkere Mitschüler anstacheln oder lernen von ihnen, manche ziehen sich gänzlich zurück, weil sie immer das Gefühl haben, sie können gar nichts.

Was braucht mein Kind neben dem Schulunterricht noch?

Wird Therapie angeboten?

Kinder mit Behinderung können häufig von therapeutischer Unterstützung profitieren. Je nach Art der Entwicklungsrückstände haben Sie Anspruch auf Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie. Hier werden wiederum wichtige Voraussetzungen für den Schulerfolg geschaffen. Denn wie soll ein Kind z.B. schreiben lernen, wenn es seine Finger und seine Hand noch nicht im nötigen Maße bewegen kann? Einige Förderschulen bieten Therapien in der Schule an und sichern so eine gute Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Therapeuten. Gibt es keine Therapie in der Schule, können Sie sich selbst darum kümmern und ihr Kind in einer Praxis anmelden. Im Sinne optimaler Förderung können Sie auch dafür sorgen, dass sich die Lehrkräfte mit den Therapeuten austauschen können, wenn Sie beide von ihrer Schweigepflicht entbinden.

Welche Form der Nachmittagsbetreuung gibt es?

Immer mehr Eltern wünschen sich eine Ganztagesbetreuung für Ihr Kind. Viele Förderschulen und auch Grundschulen bieten auch bereits Ganztagesklassen an. An Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige oder körperliche und motorische Entwicklung gibt es fast immer eine integrierte Öffnet internen Link im aktuellen FensterHeilpädagogische Tagesstätte, welche eine besondere Betreuung auch für den Nachmittag anbietet. Das ist deutlich mehr als eine Hausaufgabenbetreuung und gerade für Kinder mit besonderem Bedarf in der Erziehung von Bedeutung. Solche Tagesstätten gibt es auch unabhängig von Schulen. Wichtig ist hier: Was wird gemacht, wer macht es und ist diese Betreuung oder gar Förderung ausreichend für Ihr Kind?

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