Parkerleichterungen für Schwerbehinderte

Inhaltsverzeichnis:

Überblick über die Parkausweise für behinderte Menschen

Der internationale blaue Parkausweis

Der orange Parkausweis

Der dunkelblaue Parkausweis mit dem Vermerk BY

Was müssen Inhaber eines Behindertenparkausweises beachten?

Wo kann man die Behindertenparkausweise beantragen?

Welche weiteren Parkerleichterungen gibt es?

Überblick über die Parkausweise für behinderte Menschen

Der internationale blaue Parkausweis

Wer kann diesen Parkausweis erhalten?

  • Schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung (Merkzeichen aG)
  • Blinde Menschen (Merkzeichen Bl)
  • Contergangeschädigte (beidseitige Amelie oder Phokomelie) und Menschen mit vergleichbaren Beeinträchtigungen (z.B. Amputationen beider Arme)
  • Personen mit vorübergehender außergewöhnlicher Gehbehinderung

Welche Rechte sind mit dem blauen Parkausweis verbunden?

Parken im eingeschränkten Halteverbot oder im Zonenhalteverbot bis zu drei Stunden. Die Ankunftszeit muss auf einer Parkuhr eingestellt werden. 

Überschreiten der zugelassenen Parkdauer bei Parkplätzen mit Begrenzung der Parkzeit. Dies gilt auch im Zonenhalteverbot mit Zusatzschild.

Parken während der Ladezeit in Fußgängerzonen, in denen das Be- oder Entladen für bestimmte Zeiten freigegeben ist.

Parken an Parkuhren und bei Parkscheinautomaten ohne Gebühr und ohne Zeitbegrenzung.

Parken auf Parkplätzen für Bewohner bis zu drei Stunden. Die Ankunftszeit muss auf einer Parkuhr eingestellt werden.

Parken in verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb der gekennzeichneten Flächen.

Parken auf Parkplätzen, die mit dem Rollstuhlfahrersymbol gekennzeichnet sind.

Wo gilt der internationale blaue Parkausweis?

Der blaue Parkausweis gilt in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und außerdem in folgenden ausländischen Staaten: Albanien, Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Georgien, Island, Liechtenstein, Mazedonien, Moldawien, Norwegen, Rumänien, Russland, Schweiz, Türkei, Ukraine und Weißrussland.

Die Regelungen zu den Parkerleichterungen können sich in den verschiedenen Ländern jedoch stark unterscheiden. Deshalb sollten Sie sich vor Reisebeginn unbedingt über die lokalen Vorschriften informieren.

Zum EU-Parkausweis gehört immer ein Merkblatt, das die Straßenbehörde mit ausgibt. Im Merkblatt werden die Parkerleichterungen beschrieben. Es ist beim Parken im europäischen Ausland neben dem Ausweis immer gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe auszulegen, damit die Kontrolleure in Ihrer Landessprache nachlesen können, welche Parkvergünstigungen der Parkausweis gewährt.

Öffnet externen Link in neuem FensterEine deutsche Ausgabe des Merkblatts kann außerdem als PDF-Dokument im EU Bookshop der Europäischen Union kostenlos heruntergeladen werden (pdf, 2.699 kB).

Der orange Parkausweis

Wer kann diesen Parkausweis erhalten?

  • Schwerbehinderte Menschen, die die Merkzeichen G und B erhalten haben und einen GdB von mindestens 80 für Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen (und der Lendenwirbelsäule, soweit sich diese auf das Gehvermögen auswirken) anerkannt bekommen haben. Achtung: Es gilt nicht der Gesamt-GdB.
  • Schwerbehinderte Menschen, die die Merkzeichen G und B erhalten haben und für die Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen (und der Lendenwirbelsäule, soweit sich diese auf das Gehvermögen auswirken) einen GdB von wenigstens 70 und gleichzeitig einen GdB von mindestens 50 durch Funktionsstörungen des Herzens oder der Atmungsorgane anerkannt bekommen haben.
  • Personen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, wenn hierfür ein GdB von wenigstens 60 anerkannt wurde.
  • Personen mit Doppelstoma (künstlicher Darmausgang und künstliche Harnableitung nach außen) mit Einzel-GdB 70

Welche Rechte sind mit dem orangen Parkausweis verbunden?

Parken im eingeschränkten Halteverbot oder im Zonenhalteverbot bis zu drei Stunden. Die Ankunftszeit muss auf einer Parkuhr eingestellt werden.

Überschreiten der zugelassenen Parkdauer bei Parkplätzen mit Begrenzung der Parkzeit. Dies gilt auch im Zonenhalteverbot mit Zusatzschild.

Parken während der Ladezeit in Fußgängerzonen, in denen das Be- oder Entladen für bestimmte Zeiten freigegeben ist.

Parken an Parkuhren und bei Parkscheinautomaten ohne Gebühr und ohne Zeitbegrenzung.

Parken auf Parkplätzen für Bewohner bis zu drei Stunden. Die Ankunftszeit muss auf einer Parkuhr eingestellt werden.

Parken in verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb der gekennzeichneten Flächen.

Wo gilt der orange Parkausweis?

Der orange Parkausweis gilt deutschlandweit.

 

Der dunkelblaue Parkausweis mit dem Vermerk BY

Wer kann diesen Parkausweis erhalten?

Dieser Parkausweis kann aufgrund einer bayerischen Sonderregelung zusätzlich zum orangen Parkausweis ausgestellt werden für

  • Schwerbehinderte Menschen, die die Merkzeichen G und B erhalten haben und einen GdB von mindestens 80 für Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen (und der Lendenwirbelsäule, soweit sich diese auf das Gehvermögen auswirken) anerkannt bekommen haben. Achtung: Es gilt nicht der Gesamt-GdB.
  • Schwerbehinderte Menschen, die die Merkzeichen G und B erhalten haben und für die Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen (und der Lendenwirbelsäule, soweit sich diese auf das Gehvermögen auswirken) einen GdB von wenigstens 70 und gleichzeitig einen GdB von mindestens 50 durch Funktionsstörungen des Herzens oder der Atmungsorgane anerkannt bekommen haben.

Welche Rechte sind mit dem dunkelblauen Parkausweis verbunden?

Inhaber des dunkelblauen Parkausweises dürfen auch auf den Parkplätzen, die mit dem Rollstuhlfahrersymbol gekennzeichnet sind, parken.

Wo gilt der dunkelblaue Parkausweis?

Der dunkelblaue Parkausweis gilt nur in Bayern.

Was müssen Inhaber eines Parkausweises für behinderte Menschen beachten?

  • Grundsätzlich müssen zuerst andere Parkmöglichkeiten in zumutbarer Nähe genutzt werden.
  • Die Höchstparkdauer beträgt 24 Stunden. Parken ist nur erlaubt, so lange dies notwendig ist (z.B. für einen Arztbesuch oder zum Einkaufen).
  • Der Parkausweis gilt nur für PKWs und Motorräder.
  • Der Parkausweis muss im Auto gut sichtbar ausgelegt werden.
  • Der Verkehr darf nicht durch das geparkte Fahrzeug behindert werden.
  • Keinesfalls darf der Parkausweis von nichtbehinderten Verwandten und Bekannten genutzt werden, wenn der Ausweisinhaber nicht an der Fahrt beteiligt ist.
  • Auf wen das Fahrzeug zugelassen ist, spielt keine Rolle.

Wo kann man die Behindertenparkausweise beantragen?

Der Antrag ist bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde (Stadt- oder Gemeindeverwaltung) zu stellen. Auch das Öffnet internen Link im aktuellen FensterZentrum Bayern, Familie und Soziales bzw. das Versorgungsamt nimmt den Antrag entgegen und leitet ihn an die zuständige Straßenverkehrsbehörde weiter.

Für die Ausstellung eines Behindertenparkausweises entstehen keine Kosten.

Weiterhin kann man beim örtlichen Straßenverkehrsamt einen EU-Parkausweis für Menschen mit Behinderungen beantragen.

 

Welche weiteren Parkerleichterungen gibt es?

  • Personalisierter Behindertenparkplatz: Bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde kann auch ein “eigener” Behindertenparkplatz beantragt werden, z.B. vor dem Wohnhaus. Dieser Parkplatz bekommt ein eigenes Schild auf dem die Nummer des Parkausweises eingetragen wird. Es darf dann auch wirklich nur dort geparkt werden, wenn genau dieser Behindertenparkausweis mit der passenden Nummer sichtbar im Fahrzeug ausgelegt ist. Andere Fahrzeuge können kostenpflichtig abgeschleppt werden.
  • Ohnhänder erhalten auf Antrag bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde eine Ausnahmegenehmigung (keinen Behindertenparkausweis), um an Parkuhren gebührenfrei und im Zonenhalteverbot bzw. auf Parkplätzen mit zeitlicher Begrenzung ohne Parkscheibe parken zu können. Die zulässige Höchstparkdauer gilt auch mit dieser Ausnahmegenehmigung.
  • Kleinwüchsige Menschen mit einer Körpergrüße unter 1,40 können mit Ausnahmegenehmigung an Parkuhren und Parkscheinautomaten gebührenfrei parken. Auch hier gilt keine Befreiung von der zulässigen Höchstparkdauer.