Pflegehilfsmittel und technische Hilfen ab 1.1.2017

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zum Hauptartikel Öffnet internen Link im aktuellen FensterLeistungen der Pflegeversicherung

Pflegehilfsmittel und technische Hilfen

Pflegehilfsmittel und technische Hilfen

Pflegebedürftige haben Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege, zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständige Lebensführung ermöglichen (Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 40 SGB XI ). Dies gilt, wenn diese Hilfsmittel nicht schon durch einen anderen Leistungsträger, wie Krankenkasse oder Sozialamt, gewährt werden müssen.

Für Änderungen, die die Wohnung betreffen gibt es Zuschüsse zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds.

Verbrauchsmaterial:

Die Aufwendungen für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel werden monatlich bis zu 40,- Euro ersetzt (z. B. Windeln bzw. Inkontinenzmittel, wenn diese die Krankenkasse nicht zahlt).

Technische Pflegehilfsmittel sind Pflegehilfsmittel:

Technische Pflegehilfsmittel sind Pflegehilfsmittel, die nicht zum Verbrauch bestimmt sind. Hierzu gehören Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege, zur Körperpflege, zur selbständigen Lebensführung und Mobilität sowie zur Linderung von Beschwerden. Die Ausstattung mit Pflegehilfsmitteln umfasst:

Die Grundausstattung, das Zubehör, die Anpassung und Ausbildung im Gebrauch des Pflegehilfsmittels, die Änderung, Instandsetzung oder Ersatzbeschaffung. Bei technischen Hilfsmitteln gibt es für Volljährige eine Eigenbeteiligung von bis zu 25,- Euro je Hilfsmittel (10 % des Preises), wenn diese nicht nur leihweise überlassen werden (§ 40 Abs. 3 SGB XI). Eine Zuzahlungsbefreiung gilt unter den gleichen Öffnet internen Link im aktuellen FensterVoraussetzungen wie bei der Krankenkasse .

Hilfsmittel, die die Krankenkasse bezahlen muss, stehen im Hilfsmittelverzeichnis. Der Öffnet internen Link im aktuellen FensterMedizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK), der auch den Pflegegrad feststellt, verfügt über das Hilfsmittelverzeichnis, so dass es sich empfiehlt, zunächst anhand dieses Verzeichnisses festzustellen, ob die Krankenkasse leisten muss. Nur wenn keine Leistungspflicht der Krankenkasse gegeben ist, tritt die Pflegekasse ein.

Sie haben die Möglichkeit, selbst beim Internetangebot REHADAT in der Öffnet externen Link in neuem FensterHilfsmitteldatenbank und dem Öffnet externen Link in neuem FensterVerzeichnis der zugelassenen Hilfsmittel der Gesetztlichen Krankenversicherung nach Hilfsmitteln zu suchen. Dort finden Sie ebenfalls die Adressen der Hersteller, genaue technische Spezifikationen der jeweiligen Produkte und weiterführende Informationen.

Pflegehilfsmittel

Ob und in welcher Weise die Versorgung mit Hilfsmitteln notwendig ist, prüft der Öffnet internen Link im aktuellen FensterMDK oder eine beauftragte Pflegefachkraft. Man sollte daher gleich bei der Begutachtung durch den Öffnet internen Link im aktuellen FensterMDK angeben, welche Hilfsmittel benötigt werden. Der MDK ist verpflichtet Empfehlungen zur Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelversorgung abzugeben (nach § 18 Abs. 6a SGB XI)

Folgende Hilfsmittel können erforderlich sein:

Zur Erleichterung der Pflege

  • Lifter zur Fremdbedienung,
  • Pflegebetten,
  • Pflegebettzubehör (Bettgalgen, Bettverkürzer, Aufrichthilfen),
  • spezielle Pflegeliegestühle
  • Lagerungshilfen
  • Umsetz-/Hebehilfen zur Fremdbedienung
  • Schieberollstühle, fremdbedienbare Elektrorollstühle und Zusatzantriebe zur Fremdbedienung
  • fremdbedienbare Treppensteighilfen

Zur Körperpflege/Hygiene

  • Hilfen zum Baden oder Duschen (Badelifter, Badewanneneinsätze, Sicherheitsgriffe),
  • Toilettenhilfen (Toilettensitzerhöhung, Toilettenstühle, Toilettenstützgestelle, Sicherheitsgriffe)
  • Produkte zur Betthygienne (Bettpfannen und Urinflaschen, Bettschutzeinlagen)
  • Patientenwaschsysteme

Zur Mobilität bzw. zur selbständigen Lebensführung

  • An-/Ausziehhilfen,
  • Aufstehhilfen
  • Hilfen zum Verlassen und Aufsuchen der Wohnung, z.B. mobile Rampen,
  • Notrufsysteme

Zur Linderung von Beschwerden

  • Fersenschützer/Ellenbogenschützer
  • Sitz-/Liegehilfen zur Linderung von Druckbeschwerden (Fellauflagen, Sitzkissen, Matratzenauflagen),
  • Lagerungsrollen
  • spezielle Wärme-/Kälteapplikationshilfen (Wärme- und Kältepackungen)

Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel

  • urinaufsaugende und -ableitende Produkte (z.B. Windelhose, Urinalkondom),
  • einmalverwendbare Bettschutzeinlagen,
  • Schutzkleidung, wie Fingerling/Handschuh
  • Mundschutz

Wird eine ärztliche Verordnung für Hilfsmittel benötigt?

Für die im MDK-Gutachten empfohlenen Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel wie z.B. Rollstuhl wird  Notwendigkeit vermutet und es ist seit 1.1.2017 und zunächst bis 31.12.2020 keine ärztliche  Verordnung mehr durch einen Arzt erforderlich (§ 18 Abs. 6a SGB XI). Das heißt, dass auf Empfehlung des MDK ein Pflegehilfsmittel zu Lasten der Pflegekasse beschafft werden darf, sofern es im Hilfsmittelverzeichnis gelistet ist. Die Pflegekasse infomiert ihrerseits ebenfalls einen Antragsteller über ihre Entscheidung über die empfohlenen Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel. Damit kann dann direkt zu einem Sanitätshaus gegangen werden und dort bestellt und in Empfang genommen werden.

 

Anlaufstellen in unserer Adressdatenbank

Wir haben für Sie in einer Adressdatenbank für Bayern wichtige Adressen, die Ihnen weiterhelfen können, zusammengetragen.

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Quellen:

Soziale Pflegeversicherung (Sozialgesetzbuch (SGB) – Elftes Buch (XI):