Mutter-/Vater-Kind-Kur

Inhaltsverzeichnis:

Was ist eine Mutter-Kind-Kur bzw. Vater-Kind-Kur?

Wie muss ich die Kur beantragen?

Welche Voraussetzungen benötige ich, damit eine Kur genehmigt wird?

Wie viel muss ich selbst dazu bezahlen?

Wieviel Zeit sollte ich einplanen?

Wer kümmert sich um den Rest meiner Familie, wenn ich nicht da bin?

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich weitere Fragen habe?

Was ist eine Mutter-Kind-Kur bzw. Vater-Kind-Kur?

Ihr Kind ist krank und Sie können nicht mehr? Sie sind krank und Ihr Kind leidet mit? Damit Ihnen geholfen werden kann, wurde die Mutter-Kind-Kur bzw. Vater-Kind-Kur erfunden. Das wichtigste Ziel ist: Ihnen und Ihren Kindern neue Kraft zu geben. Kraft für den Kampf gegen Krankheiten, Kraft für den Alltag und für neue Perspektiven.

Eine Eltern-Kind-Kur ist kein Urlaub auf Krankenschein! Sie nehmen eine Kur in Anspruch, weil Sie Hilfe brauchen – und die bekommen Sie von Ärzten, Therapeuten und einem Team von qualifizierten Fachleuten, die sich um Ihre Gesundheit und die Ihrer Kinder kümmern. Das funktioniert um so besser, je mehr Sie selbst aktiv für Ihre Gesundheit tun. Entgegen den Regelungen für Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen gilt für die Mütter- und Mutter-Kind-Kur bzw. Vater-Kind-Kur, dass keine Urlaubstage angerechnet werden (Öffnet externen Link in neuem FensterBundesurlaubsgesetz § 10 ).

Drei Wege zur Kur:

  • Telefonisch:
    Unter der Service-Nummer 0800 2 23 23 73 können Sie ein Antragformular bestellen, das Ihr Arzt ausfüllt und möglichst an die Öffnet externen Link in neuem FensterKur + Reha-GmbH des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes weiterleitet.
  • Das Antragsformular können Sie auch im Internet herunterladen:
    Öffnet externen Link in neuem FensterAntragsformular für Kur (PDF-Dokument)
  • Online:
    Mit der kostenlosen Online-Reservierung können Sie direkt eine Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur reservieren. Um die notwendige Antragstellung bei Ihrer Krankenkasse kümmert sich die gemeinnützige Kur + Reha GmbH für Sie. Dieser Service ist bundesweit einmalig. Sie gehen keinerlei Verpflichtung ein und können sofort und unverbindlich einen Termin für eine Mutter- oder Vater-Kind-Kur reservieren. Eine Auswahl von passenden Kliniken mit freien Terminen wird Ihnen nach wenigen Minuten präsentiert: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.reservierung.kur.org

Wie muss ich die Kur beantragen?

Zur Beantragung einer Mutter-Kind-Reha oder Familienrehabilitation brauchen Sie (Mutter/Vater und ggf. Kinder) ein ärztliches Attest. Das entsprechende Formular können Sie unter den oben angegebenen Adressen herunter laden. In einigen Fällen empfiehlt es sich, ein ausführliches Attest mit einem Sozialbericht einzureichen, damit eine Kurdurchführung vom Öffnet internen Link im aktuellen FensterMDK genehmigt werden kann. Bei der Durchführung einer Mutter-Kind oder Vater-Kind-Kur muss die Mutter bzw. der Vater auf jeden Fall, die Kinder können kurbedürftig sein.

Im Falle der Kurbedürftigkeit der Kinder brauchen diese ebenfalls ein Attest des behandelnden Kinderarztes. Kinder ohne Erkrankung können Ihre Mutter/Ihren Vater dann begleiten, wenn eine Trennung von der Mutter/dem Vater nicht zumutbar oder eine anderweitige Unterbringung nicht möglich ist.

Sind die Mutter/der Vater und ihre Kinder in unterschiedlichen Kassen versichert, zahlt bei kurbedürftigen Kindern deren Kasse für ihre Kur, bei Kindern, die ihre Mutter/ihren Vater aus anderen Gründen begleiten, die Kasse der Mutter/des Vaters.

Privat Versicherte können in der Regel eine Mutter-/Vater-Kind-Kur nur beantragen, wenn Sie eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen haben. Immerhin sind die Kuren seit Januar 2004 beihilfefähig.

Welche Voraussetzungen benötige ich, damit eine Kur genehmigt wird?

Stationäre Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen (Mutter-/Vater-Kind-Kur) gemäß §§24 und Öffnet externen Link in neuem Fenster41 SGB V unterliegen mit einigen Abweichungen den selben Mechanismen und gesetzlichen Regelungen wie stationäre Rehabilitationsmaßnahmen nach §§ 23 bzw. Öffnet externen Link in neuem Fenster40 SGB V .

Der Anspruch auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme setzte bis April 2007 voraus, dass eine ambulante Krankenbehandlung einschließlich ambulanter Rehabilitationsmaßnahmen nicht ausreicht, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Seither ist die Mutter- bzw. Vater-Kind-Kur eine Regelleistung der gesetztlichen Krankenkassen, wodurch nicht erst alle ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft sein müssen, bevor die Kur bewilligt wird.

Wie viel muss ich selbst dazu bezahlen?

Berlin, 28.06.2002. Mit den Stimmen aller Parteien hat der Bundestag am 28.06.2002 einstimmig beschlossen, dass die gesetzlichen Krankenkassen Mutter-Kind-Kuren voll finanzieren müssen.

Krankenkassen dürfen nicht mehr per Satzungsbeschluss die Höhe ihrer Zahlung in Form einer Anteilsfinanzierung bestimmen.

Der gesetzliche Eigenanteil für Mutter-Kind-Kuren bzw. Vater-kind-Kur beträgt – auch nach der Gesetzesänderung – nur 10,00 Euro pro Tag. Befreiungen von dieser Pauschale sind möglich. Urlaubstage dürfen für eine Kur nicht abgezogen werden.

Im Gegensatz zu Vorsorge- und Rehabilitationskuren gemäß Öffnet externen Link in neuem Fenster§§ 23 bzw. 40 SGB V hat die Krankenkasse bei den Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter bzw. Väter und Kinder die Möglichkeit, entweder eine Vollfinanzierung zu gewähren, oder einen Anteil zu finanzieren (§ 24 Abs. 1 5 2 und § 41, Abs 1 5 2). Je nach Satzung der Krankenkasse der Versicherten muss ggf. ein Eigenanteil zur Durchführung der Maßnahme getragen werden. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt folgende Beratungsstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbands: Telefon 0800 / 2 23 23 73.

Wichtig : Wird die Kur von der Krankenkasse nicht voll finanziert, entfällt die gesetzliche Zuzahlung.

Die gesetzliche Zuzahlung bei voll finanzierten Rehamaßnahmen und Kuren beträgt 10,- Euro je Kalendertag, allerdings entfällt dieser für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, d.h. bei Mutter-/Vater-Kind-Kuren fällt die Zuzahlung nur für die Mutter bzw. den Vater an. Die Zuzahlung für die Fahrtkosten beträgt 10% der tatsächlichen Kosten, dabei mindestens 5,- Euro, aber höchstens 10,- Euro pro Person und Fahrt. Die darüber hinaus gehenden Fahrtkosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.

Eine Befreiung von der Zuzahlung im Härtefall gibt es so nicht mehr. Die Zuzahlungsgrenzen richten sich nach den üblichen Öffnet internen Link im aktuellen FensterZuzahlungs-Regelungen für Chroniker sowie für bestimmte Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis.

Wieviel Zeit sollte ich einplanen?

Die Regelkurdauer beträgt drei Wochen, in medizinisch notwendigen Fällen kann sie auch verlängert werden. Der Wiederholungszeitraum zwischen zwei Kuren wurde von drei auf vier Jahre verlängert. Auch hier sind medizinisch begründete Ausnahmen möglich.

Wer kümmert sich um den Rest meiner Familie, wenn ich nicht da bin?

Während Sie (allein oder z.B. mit nur einem Kind) auf Kur sind, haben Sie unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Näheres erfahren Sie aus unserer Seite Öffnet internen Link im aktuellen FensterHaushaltshilfe bei Krankheit .

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich weitere Fragen habe?