Hydrocephalus

Inhaltsverzeichnis:

Begriffsbestimmung

Medizinische Grundlagen

Ursachen

Aussichten nach der Erstversorgung

Information und Hilfe

weiterführende Links

Begriffsbestimmung

Ventilsystem (Shunt), das der Regulation des Gehirnwasserdrucks dient

Der Hydrocephalus (die deutsche Übersetzung des Wortes “Wasserkopf” ist leider zu einem Schimpfwort verkommen) entsteht durch Überdruck im Kopf als Folge einer gestörten Regulierung des Gehirnwasserflusses.

Medizinische Grundlagen

Das Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis, abgekürzt: Liquor) umspült Gehirn und Rückenmark und schützt die empfindlichen Nervengewebe bei Erschütterungen. Wird der Abfluss des Gehirnwassers gestört, so erweitern sich die inneren Hirnhohlräume und das Gehirn wird zusammengedrückt.

Tritt der Hydrocephalus vor der Geburt oder beim Säugling auf, solange die Schädeldecke noch nicht verfestigt ist, so kann der Druck des Gehirnwassers zu einer Vergrößerung des Kopfumfangs führen. Auch lässt sich nicht selten beobachten, dass der Säugling die Augen nicht mehr nach oben heben kann (Sonnenuntergangsphänomen). Hier wird eine künstliche Ableitung des Gehirnwassers notwendig.

Wenn die Diagnose Hydrocephalus gestellt ist, wird mit der Einpflanzung eines Ableitungssystems in der Regel nicht lange gezögert. Es hat sich allgemein die Versorgung mit einem Ventilsystem durchgesetzt, das den Gehirnwasserdruck reguliert und gleichzeitig einen Rückfluss verhindert. Aus einer der Hirnseitenkammern (Seitenventrikel) wird das überschüssige Gehirnwasser mit Hilfe eines Schlauch-Ventil-Systemes (Shunt) aus Kunststoff unter der Haut in die Bauchhöhle (peritoneale Drainage oder peritonealer Shunt) geleitet. Die schematische Darstellung zeigt diese Ableitung in die Bachhöhle.

Ursachen

Annähernd die Hälfte der Kinder mit einem Hydrocephalus leiden auch an Öffnet internen Link im aktuellen FensterSpina bifida . Dennoch sind die Ursachen für das Auftreten von Hydrocephalus und Öffnet internen Link im aktuellen FensterSpina bifida nicht unbedingt die Gleichen. Für die Entstehung des Hydrocephalus gibt es bekannte und auch unbekannte Ursachen. Im Hinblick auf die bekannten Ursachen lassen sich folgende mögliche Faktoren einer Entstehung nennen:

  • Gehirnblutungen während der Geburt
  • Entzündungen (z.B. Hirnhautentzündung) oder Blutungen nach der Geburt
  • Bestimmte Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft (Toxoplasmose, Röteln oder andere Virusinfektionen)
  • Keimschädigung bei den Eltern

Aussichten nach der Erstversorgung

Kinder mit Hydrocephalus in der Krabbelstube

Die Einpflanzung einer Drainage zieht heute kaum Komplikationen nach sich. Jedoch die folgende verantwortungsvolle Überwachung ist wichtig und fordert Eltern und Ärzte. Das Ventil kann zuwachsen und sich durch Schwebeteilchen im Gehirnwasser zusetzen. Auch mit dem Längenwachstum des Kindes werden die Katheter, die die Flüssigkeit ableiten, irgendwann zu kurz. Hier sind bei regelmäßiger Beobachtung Abhilfe und vorbeugende Operationen möglich.

Eine wichtige Aufgabe der Beobachtung liegt auch bei den Eltern. Sie haben kontinuierliche Beobachtungsmöglichkeiten und die beste Sensorik für ihr Kind: Anzeichen kann eine Auffälligkeit im Verhalten des Kindes sein und ein Befinden des Kindes, dass über allgemeines Unwohlsein hinaus geht. Typische Zeichen einer Krise können Kopfschmerz, Bewusstlosigkeit, Erbrechen u.a. sein.

Durch heutige moderne Diagnostikgeräte, wie u.a. Computertomographie und Ultraschall, kann eine Störung des Gehirnwasserkreislaufs und damit ein Gehirnüberdruck diagnostiziert werden. Ein Überdruck im Kopf führt in der Regel (längerfristig) zu einer Schädigung des Gehirns. Allerdings, wenn keine vorgeburtlichen Schädigungen vorliegen oder eventuelle spätere Komplikationen sich negativ auswirken, hat das Kind durch die Regulierung des Gehirnwasserdrucks keine Beeinträchtigung seiner geistigen Entwicklung.

Information und Hilfe

Hydrocephalus und Spina bifida hängen in ihren medizinischen Verbindungen eng zusammen, so sind viele Kinder von beidem betroffen. Deshalb ist die Arbeitsgemeinschaft Spina bifida und Hydrocephalus e.V. (ASbH) sehr aktiv bei Unterstützung von Eltern mit einem Kind mit Hydrocephalus und Spina bifida. Dabei reicht diese Unterstützung von Informationsweitergabe, Organisation von Seminaren/Tagungen und Kursen, Selbsthilfegruppenvermittlung bis hin zum Diskussionsforum. Besuchen Sie bitte, auch für weitere Literaturempfehlungen, die Homepage des ASbH e.V.:

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