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AfD fragt nach Ursache von Behinderungen

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    AfD fragt nach Ursache von Behinderungen

    "Es ist erschütternd und völlig inakzeptabel, dass in einer Anfrage im Deutschen Bundestag erkennbar im Subtext vermittelt wird: Die Zunahme von Behinderung ist ein gesellschaftliches Übel", sagte der Erlanger Theologe am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.
    Die Autoren der Anfrage bewegten sich damit wieder "bewusst an der Grenze rechtsextremistischen Vokabulars. Jeder, der es will oder kann, soll darin Lebenswerturteile erkennen", fügte Dabrock hinzu.

    "Allen Menschen, die behindert sind, allen Menschen, die eine Solidarität mit Menschen mit Behinderung haben, und auch allen Menschen, die aufgrund von Alter oder Krankheit Sorge haben, bald selbst behindert zu werden, sollte klar und deutlich sein, aus welchem dunklen Geist solche Anfragen kommen."

    Dass die Anfrage zudem einen "erkennbar abstrusen Zusammenhang zur Migrationsfrage" aufbaue, "toppt das Ganze im negativen Sinne", so der Ethikexperte.
    Quelle und kompletter Text: Domradio


    Der Bundesvorstand der Lebenshilfe ist entsetzt über eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion. Damit werden Menschen mit Behinderung und Menschen mit Migrationshintergrund diskriminiert.
    Kompletter Text und Stellungnahme der Lebenshilfe


    Sie ist anders als die Andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei
    Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei

    "Sommerkind" von Wortfront

    #2
    Es ist erschreckend, Leute das hatten wir alles schon mal!!! Was können wir tun gegen diese gefährlichen, schleichenden Aktionen? “Wehret den Anfängen“!!! Aus Gedanken werden Taten und die arbeiten an einer neuen Wirklichkeit.
    Nachdenkliche Grüße
    Hildegard

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      #3
      Hallo zusammen,

      die Kleine Anfrage an den Bundestag zeigt die abgrundtief menschenverachtende und behindertenfeindliche Ideologie dieser Partei.
      Meines Erachtens soll in erster Linie vergetäuscht werden, dass die meisten Behinderungen vermieden werden könnten - was natürlich nicht der Fall ist. Die Folge dieser Ideologie könnte auch ein Entzug der Unterstützung für Eltern sein, wenn diese vorgeburtliche Untersuchungen ablehnen oder - bei entsprechenden Untersuchungsergebnissen - bewusst ein behindertes Kind bekommen. In Israel gab es übrigens sogar schon ein entsprechendes Gerichtsurteil dazu.

      Ja! Wehret den Anfängen!

      Sie ist anders als die Andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei
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      "Sommerkind" von Wortfront

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        #4
        Guten Abend,

        Hier der Link zur Originalquelle auf der Seite des Bundestages: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/014/1901444.pdf

        Da wurde viel Unsinn geschrieben in den letzten Tagen über diesen Vorgang im Bundestag. Ich glaube, es ist wichtig, da genau hinzugucken und auf der Sachebene zu bleiben. Gerade WEIL das Ganze so widerwärtig ist. Unterstellungen und Mutmaßungen mögen zwar naheliegend sein, führen aber nicht weiter.

        Die Studie, auf die sich die AfD in der Anfrage bezieht, stammt angeblich von der Uni Birmingham aus dem Jahr 1993 (Vgl. http://www.tagesspiegel.de/berlin/ve...en/416322.html).
        Es war mir nicht möglich, diese Studie im Originaltext zu entdecken - auch längere Zitate daraus konnte ich nicht finden. Dafür fand ich mehrere Artikel aus "seriösen" und (vor allem) aus "einschlägigen" Medien, die letztlich alle ein und denselben Satz („wenn die Inzucht beendet würde“) zitieren, OHNE nachvollziehbare Quellenangabe.

        Das Ganze ist also durchaus suspekt - und es wäre spannend, zu wissen, ob irgendjemand von der AfD diese angebliche Studie tatsächlich mal zu Gesicht bekommen hat...

        Die AfD stellt immer wieder Anfragen zu verschiedensten Themen, die sie dann gerne mit Migration verknüpft. Das politische Kalkül dahinter ist simpel und durchschaubar. Das ist an sich zwar wert zu hinterfragen und zu kritisieren, aber letztlich eben "Politik" von gewählten Vertretern der Gesellschaft, die ihre Agenda verfolgen.

        Über "Wehret den Anfängen" sind wir, fürchte ich, schon weit hinaus.
        Die PolitikerInnen der AfD, so befremdlich ihre Aussagen und Aktionen auch wirken mögen, sind in meinen Augen das kleinere Problem. Das weitaus größere scheint mir in der gesellschaftlichen Entwicklung hinter dem politischen Erfolg dieser Partei zu liegen - und die ist bereits in vollem Gange.

        In den späten 1920ern / frühen 30ern war es eine handfeste wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise, die zum Aufstieg der NSDAP führte. Heute scheint mir die Krise, die die "besorgten Bürger" wahrzunehmen glauben, mehr eine "gefühlte" zu sein. Im postfaktischen Zeitalter gelingt es vielen Menschen aber scheinbar nicht mehr, Realität und subjektive Wahrnehmung einer Realität auseinander zu halten.

        Demokratie, Freiheit, Sozial- und Rechtsstaatlichkeit sind Prinzipien, die aktiv und aufwendig gepflegt werden müssen von den Politikern, die sie verwalten, und von den Menschen, die sie leben wollen. Die immer wieder neu erkämpft und verteidigt werden müssen, uneigennützig und manchmal unter schweren Verlusten. Diese Erkenntnis scheint bei vielen Menschen, BürgerInnen und PolitikerInnen gleichermaßen, verloren gegangen zu sein.
        Das Leben ist zu kurz für schlechten Kaffee.

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          #5
          Hallo Daniel,

          auch ohne die Grundlagen und das Ergebnis dieser Studie zu kennen, stellt sich mir die Frage, mit welcher Intention diese Fragen gestellt wurden. Welche Konsequenzen sollen (nach Ansicht der AfD) aus der Beantwortung der Fragen (die anscheinend noch nicht veröffentlicht wurde) gezogen werden?
          Das ist es, was mir Sorgen bereitet. Dass der politische und gesellschaftliche Hintergrund leider zu gut passt, hast du ja schon sehr zutreffend beschrieben.

          Sie ist anders als die Andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei
          Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei

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