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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ergotherapie und Psychomotorische Behandlung - PKV


rddomain
01.02.2008, 12:21
Hallo!



Mein Sohn Marcel ist 5 Jahre alt und hat eine Entwicklungsverzögerung, vor allem im sprachlichen aber auch im feinmotorischen Bereich - aber keine amtlich bestätigte Behinderung (im Sinne von 50% behindert oder so). Ich hoffe, ich bin hier trotzdem richtig...

Mein Sohn ist wegen seiner Entwicklungsverzögerung seit etwa einem Jahr in logopädischer und seit 9 Monaten in ergotherapeutischer Behandlung. Diese Behandlungen sind bisher von der Krankenkasse bezahlt worden (Marcel (Victoria) und mein Mann (Alte Oldenburger) sind privat versichert). Wir haben 12 Anwendungen bezahlt bekommen. Nun bekamen wir nach einer Anfrage auf Kostenüberahme für "Psychomotorische Behandlung" mitgeteilt bekommen, dass wir 1. keine Ergotherapie und 2. keine Psychomotorische Behandlung bekommen:kopfkratz:.
Es wurde nie ein Hinweis oder Schreiben gesendet, in dem mitgeteilt wurde, dass die Ergo nur eine bestimmte Zeit gewährt wird.

Nun erhalten wir heute ein Schreiben von der Krankenkasse: "Nach Beurteilung durch unsere Gesellschaftsärzte sehen diese weder für die Fortsetzung der Logopädie noch für die Weiterführung der Ergotherapie eine medizinische Indikation. Nach den uns vorliegenden Berichten leidet Marcel unter einer allgemeinen Entwicklungsstörung. Unsere medizinischen Berater halten hier eine umfassende heilpädagogische Förderung für sinnvoll. Diese fällt in die Zuständigkeit der Sozialhilfeträger."

Die Kinderärztin hat weitere Behandlungen verschrieben und hält das demnach auch für sinnvoll. Marcel ist seit September in einem integrativen Kindergarten auf einem heilpädagogischen Platz. Er bekommt dort bei einer Krankengymnastin Förderung mit einem anderen Kind zusammen (mit Übungen, die in "Richtung" Ergotherapie gehen).

Die Frage ist jetzt an Euch: Hat jemand schon mal ähnliches erlebt mit der PKV? Was kann man da tun? Der Kindergarten alleine kann ja die Förderung nicht ersetzen, da fehlt ja auf jeden Fall der Logopäde. Gibt es eine andere Stelle, die diese Behandlungen weiter finanziert? Wer ist mit Sozialhilfeträger gemeint? - wir beziehen keine Sozialhilfe. Von der Lebenshilfe (Frühförderung) bekommen wir übrigens keine Unterstützung, da Marcel eben diesen heilpädagogischen Kindergartenplatz hat; es gibt nur entweder Frühförderung oder Kindergartenplatz, hat mir die Lebenshilfe erklärt. Von dort bekäme er also auch keine auf ihn abgestimmte Förderung...

Schöne Grüße
Andreas

ladysuns1980
02.02.2008, 17:58
Hallo! Ich bin eine Mutter die 2 Kinder mit der gleichen Behinderung hat! Es stimmt was die Lebenshilfe dir erzählt hat. Denn das Thema hab ich schon hinter mir.

rddomain
02.02.2008, 20:20
Danke für Deine Antwort. Kanns Du mir sagen, was Du unternommen hast. Habt Ihr die Ergo usw. dann aus eigener Tasche bezahlt???? Irgendwie bin ich mitlerweile echt Sauer - Zum einen darf man sein Kind nicht mal schief ansehen, ohne schon in den Verdacht der Kindesmishandlung zu kommen - aber zum anderen wenn man um das wohlergehen seinen Nachwuchs bemüht ist, dann wird man voll im Regen stehen gelassen. Mir scheint es gerade bei Kindern mit Behinderung oder von Behinderung bedrohten Kindern ist es besonders Schlimm. Würde mich trotzdem freuen weiter von Euch mitteilungen zu diesem Thema zu bekommen.

Gruß

rddomain
02.02.2008, 20:23
Wie habt Ihr das ganze gemeistert???? Aus eigener Tasche bezahlt. Oder kann man noch an anderer Stelle um Hilfe nachfragen ?? Würde mich freuen von Dir zu hören.

Liebe Grüße

Andreas

Geja
02.02.2008, 21:00
Hallo,
der Sozialhilfeträger bezahlt den integrativen Kindergartenplatz z.B.. Das hat nichts damit zu tun ob ihr Sozialhilfe bekommt oder steinreich seit.So ein Integrationsplatz ist relativ teuer und das ist halt der Kostenträger.
An eurer Stelle würde ich mir vom Kinderarzt und Kindergarten einen Bericht und eine genaue Bergrüdung über die Notwendigkeit der Therapien geben lassen und den dann der Kasse geben.Meisst hilft es auch wenn der Kinderarzt direkt bei der Versicherung und mit dem zuständigen Sachvertändigen redet. Oder geht mit eurem Sohn ins SPZ oft reagieren die Versicherungen ganz anders wenn man eine Verordnung vom SPZ bekommt.

LG
Ester

bianka018
02.02.2008, 21:47
Hallo Andreas,
bei mir war das so, dass die Kinderärztin mir das Ausstellen der Rezepte verweigerte, weil der Integrative Kindergarten die Fördergelder dafür bekommt um z.B. eine eigene Ergotherapeutin und eine eigene Logopädin zu bezahlen.

Und das leuchtet mir auch ein.

Für was sollen denn sonst Monat für Monat die Gelder fließen? Nochzumal der Junge im Kindergarten sonst so gut wie gar keine Förderung bekommen würde.

Das war zwar für mich ein Kampf das das dort auch so durchgeführt wird, aber jetzt wird das so gemacht. Ich hatte sogar den Behindertenbeauftragten des Landes Sachsen Anhalt hinzugezogen, weil die Einrichtung uneinsichtig war.

Schade dass man sich als Mutter immer so stark machen muß :-(

Liebe Grüße, Bianka

Holger
03.02.2008, 12:15
Hallo Andreas,

erst mal herzlich Willkommen hier bei uns im Forum! :wink: ... wenn auch der Anlass für dich natürlich nicht sehr erbaulich ist... :unsicher:

Also ich würde das Ganze so einschätzen: Die PKV versucht, die Zuständigkeit weiterzuschieben in Richtung Sozialhilfeträger. Wie schon gesagt, hat das nichts damit zu tun, ob ihr Sozialhilfe bekommt. Der Sozialhilfeträger (der Bezirk Schwaben) ist zuständig für viele Leistungen für Menschen, die behindert oder von Behinderung bedroht sind.

Für diese muss er die erforderlichen Leistungen erbringen, wenn die Kinder in einer Einrichtung umfassend betreut werden, z.B. in einem sozialpädiatrischen Zentrum oder in einer Frühförderstelle. So etwas möchte eure Krankenversicherung gerne erreichen, denn dann werden die Therapien aus "einem anderen Topf" bezahlt und sie sparen sich das Geld. Eines ist korrekt: Es gibt entweder die komplexe (stationäre) Leistung (und zu der zählt wohl evtl. auch der heilpäd. Kiga?) oder die (ambulante) Verordnung eines Arztes.

Ich hatte vor einiger Zeit einigen ähnlichen Fall in Schwaben, sh. den Beitrag hier im Forum (http://www.intakt.info/forum/showthread.php?t=5942). Da wurde das deutlich, dass du nicht z.B. die Leistung in der Einrichtung wahrnehmen kannst UND ZUSÄTZLICH ambulante Verordnungen. Die gehen davon aus, dass in der Einrichtung das Notwendige erfolgt.

Und hier ist es nach meinem Informationsstand nicht soo toll geregelt. Unter http://www.intakt.info/56-0-integration-im-kindergarten.html#BezirkSchwaben hab ich mal versucht zusammenzutragen, wie es mit den Regelungen für die Integration in den Regierungsbezirken ist. In manchen gehören die Therapien da explizit dazu (werden auch vom Bezirk bezahlt), in manchen nicht, wohl auch in Schwaben. Das ist aber ein wirklich sehr unklares Feld, in dem es sehr schwierig ist, an Infos zu kommen. Vielleicht fragst du mal bei der dort angegebenen Integrationsberatungsstelle (die kennen sich mit den schwäbischen Bedingungen aus) nach, ob und inwiefern der Kiga für die ergotherapeutische Behandlung aufkommen müsste bzw. die im Rahmen der Förderung durch den Bezirk die erstattet bekäme. Vielleicht weiß das im Kiga nur keiner (kommt immer wieder mal vor...) oder der will sich das Geld sparen. Das wäre dann so wie bianka eben beschrieben hat.

Allerdings würde ich trotzdem bei der Kasse erst noch einmal widersprechen. Es ist ja eben ein Widerspruch, dass sie keinen medizinischen Grund für eine Fortsetzung der Therapie sehen, dir aber eine heilpädagogische Förderung empfehlen, die (unter anderem Namen) letztlich das Gleiche ist. Sie wollen sich eben um die Zahlung drücken... falls sie sich weiter weigern (mit PKVs hab ich wenig Erfahrung...), müsste letztlich doch der Sozialhilfeträger einspringen, weil der sozusagen das letzte Glied in der Kette ist, der zahlen müsste, wenn alle anderen ausfallen.

Hoffe, das hilft dir etwas. Nicht aufgeben!! ;-)

Liebe Grüße,

Holger

rddomain
05.02.2008, 13:09
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Hilfe. Es tut wenigstens emotional gut, wenn man nicht alleien mit einem Problem ist. Ich habe noch eine Frage ??? Kann mir jemand sagen, was ein LPZ ist (Logop.- Zentrum ????). Wenn ja, dann haben wir genau von so einem eine Empfehlung bekommen. Meint Ihr wirklich, das es was bringen wird, wenn jemand die Kinderärztin bei der Victoria anrufen soll.
Was jemand wie man bei der PKV vorgehen muss, wenn man eine Absage für medizinisch notwendige Behandlungen bekommt. sozusagen eine to do - Liste.
Danke schon mal

Viele Liebe Grüße

andreas

amai
05.02.2008, 16:07
Hallo Andreas,
ein SPZ ist ein Sozialpädiatrisches Zentrum.
Dort arbeiten mehrere Fachleute zusammen und beurteilen das Kind als Team.
Also Kinderarzt, Logopäde, Ergotherapeut, Krankengymnast, Psychologe, in unserem auch Musiktherapeutin.

Meine Kinder haben ihre Therapien dort ambulant wahrgenommen und wir waren sehr zufrieden, aber das hängt natürlich immer auch vom jeweiligen SPZ und der Kompetenz und Engagement des jeweiligen Personals ab.

LG, amai