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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fremder Betreuer gegen Willen der Eltern?


Holger
21.11.2007, 13:51
Hallo zusammen,

habe eben einen Anruf bekommen und wollte euch mal fragen, ob ihr mir weiterhelfen könnt:

Hat jemand von euch Kontakt zu Eltern und/oder Initiativen die sich mit dem Thema beschäftigen bzw. betroffen sind: "Mein behindertes Kind hat gegen meinen Willen einen fremden gesetzlichen Betreuer erhalten"

Bei der Mutter, mit der ich gesprochen habe, ist das der Fall und sie würde sich sehr gerne mit anderen Eltern austauschen, kann jedoch niemanden finden, da die "klassischen" Anlaufstellen wie Betreuungsstellen und Betreuungsvereine sich wohl nur um Eltern kümmern, die ihre Kinder selbst betreuen.

Wäre dankbar für jeden Tipp!

LG
Holger

amai
21.11.2007, 15:06
Hallo Holger,
ich habe Zwar keine Ansprechpartner für dich aber möchte meine Gedanken hierzu äussern:

Ich nehme an, dass es sich um ein volljähriges *Kind* handelt?
Hatten die Eltern selber die Betreuung überhaupt beantragt?

Soviel ich weiss, geht es hier aber weniger um den Willen der Eltern , sondern der Betreute selber kann Betreuerwünsche/-vorschläge äussern oder auch ablehnen, also ein Wunsch- bzw. Wahlrecht ausüben.

Gibt es eine Begründung des Gerichts , warum die Eltern nicht in Betracht kommen ?

Ist der Betreuer für alle Angelegenheiten bestellt worden ? Aufenthaltsrecht, Gesundheitssorge, Finanzen und Geschäfte?

Ich finde den Fall schon ungewöhnlich, weil was ich bisher so mitbekommen habe sind Eltern in allen Fällen wo sie es wollten und die Kinder einverstanden waren auch zum Betreuer bestellt worden.

LG, amai

HHelmutS
21.11.2007, 15:11
Hallo Holger,

normaler Weise kann man gegen solche Entscheidungen Beschwerde einlegen. Dafür sollte man bedenken, das "bei entspr. Behinderten" nicht die Eltern, sondern der Behinderte selbst entscheidet, wer sein gesetzlicher Betreuer wird. Bei so einer Entscheidung kann z.B. eine Rolle spielen, was andere Bezugspersonen ... Lehrer, Ärzte und co... dazu sagen. Ich selbst bin gegen den Wunsch der Eltern gesetzlicher Betreuer geworden, weil der Betroffene mich, und nicht seine Eltern als Betreuer wollte. Die Beschwerde der Eltern, die dazu einen Anwalt einschalteten, hatte keinen Erfolg. Normaler Weise helfen Betreuungsvereine bei "solchen Problemen".

:-) Helmut

Holger
27.11.2007, 18:15
Hallo ihr beiden,

sorry für meine Verspätung und danke für eure Antworten! :-)

Bei den Betreuungsvereinen ist die Mutter eben wohl ziemlich "abgeblitzt", weil die sich eben nur um Leute kümmern, die wohl die Betreuung haben und sich für andere nicht interessieren. So die Aussage der Mutter.

Soweit ich das mitbekommen habe (sie hielt sich recht bedeckt), handelt es sich wohl um einen Fall, wo die Tochter nicht mitteilen kann, wen sie als Betreuer möchte, ist vermutlich schwerst mehrfachbehindert. Das erschwert die Sache natürlich. Das Gericht muss also wohl Vorbehalte gegen die Mutter als Betreuerin haben.

Zudem hat sie erzählt, dass sie diese Probleme erst nach dem Umzug in ein anderes Bundesland hatte, wo ihre Eignung als Betreuerin wohl dann angezweifelt wurde, was vorher nicht der Fall war.

Letztlich kenne ich die Frau nicht und weiß auch nicht, welche Gründe angegeben wurden, warum sie nicht als Betreuerin bestellt. Darüber hat sie mir keine Auskunft gegeben, sondern wollte lediglich Kontakte zu anderen Betroffenen von mir.

Viele Grüße,
Holger