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Doris2
29.10.2007, 13:40
Hallo

Ich heiße Doris, habe 3 Kinder, 2 Jungs und ein Mädchen ( 7J., 5J. und der Jüngste ist21 Monate). DerJüngste ist unser Sorgenkind. War von Geburt etwas auffällig. 2 markante braune Muttermale an beiden Unterarmen,4-F-F bds., die Doc`s haben am 2. Tag n.d. Entb. einen Ganzkörperultraschall veranlaßt, was aber nichts genaues ergeben hat ( Gehirnventrikel waren vergrößert "nur eine Auffälligkeit" Aussage der Ärztin.
N hat von Geburt an einen Nabelbruch, Schädelskoliose. Jetzt mit 22 Mon. hat er einen Knick-Platt-Spreizfuß und Hakenfuß. Was ihm das Laufenlernen nicht gerade erleichtert.

Wir wollten ihn mit 8 Wochen operieren lassen, nach der U3 wurde der Nabel immer größer, wobei er eine Größe von einem Tischtennisball, vielleicht sogar etwas größer einnahm. Da N. ständig erkältet war, haben wir die Op verschoben. Vielleicht auch deshalb, weil der Arzt uns fast zum nächsten OP -Termin gedrängt hat ( obwohl es ja nur eine rein kosmetische OP in seinen Augen war). Wir hatten bei der Op kein gutes Bauchgefühl. Nach 2 Wochen wurde der Bauchnabel kleiner.Mit 4 Mon. wurde die Muskelschwäche und einen Entwicklungsverzögerung festgestellt. ER bekam 3 Mon KG nach Bobath, die aber nicht anschlug. Seit AUg.2006 KG nach Vojita. Seit dieser ZEit macht er gute Fortschritte.
Mit 1 Jahr ließen wir eine Chromosomenanalyse machen lassen.. Dabei hatten die Ärzte einen konkreten Verdacht auf Angelmann-Syndrom. Zu 75 % konnten sie es ausschließen. Dieses Syndrom haben sie aber erst später nochmal untersucht, weil es bei der "normalen Chromosomenanlyse" erst den Anschein hatte, als würde sich da etwas ergeben. Was aber nicht der Fall war. Auf das Ergebnis von AS haben wir fast 3 Mon. gewartet!!!
Mein Mann und ich haben uns entschieden N. nicht weiter untersuchen zu lassen. Weil die Ärzte selber nicht genau wissen, wonach sie suchen sollen. Und das wollen wir unserem Sohn ersparen. Wobei: die Unsicherheit bleibt und man hat ständig Angst, das doch etwas Schlimmes dahintersteckt. Jetzt bekommt N. vermehrt braune Flecken an den Beinen, hat eine Zahnfehlstellung, 2 Schneidezähne im OK sind nicht da. Dazu braucht man eine Rö-U um festzustellen, ob die Zähne überhaupt angelegt sind oder nicht.

Mit 18 Mon. fing er das Krabbeln an, mit 19 1/2 Mon. sitzt er von alleine. Er zieht sich hoch und läuft am Tisch entlang.

So, das war`s von mir.

Gruß
Doris

Holger
30.10.2007, 09:00
Hallo Doris,

nochmal "offiziell" ein HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns! :-)

Da hattet und habt ihr ja einiges zu schultern mit der ganzen Diagnostik, den Unsicherheiten und der Angst, was da noch kommen könnte. Was ich nicht ganz verstanden habe: Ist das Angelman-Syndrom jetzt letztlich festgestellt oder (zu 75% ?) ausgeschlossen worden?

Wichtig ist natürlich, dass die medizinisch relevanten Dinge entsprechend behandelt werden mit Krankengymnastik etc. und das scheint ja mittlerweile auch gut anzuschlagen. So wie du es beschreibst, macht der Kleine doch ganz gute Fortschritte. Und wie du ja eben auch schreibst: Mit diesen Fußfehlstellungen das Laufen zu lernen ist ja tatsächlich keine leichte Sache. Unter den Bedingungen macht er das - soweit ich das deiner Beschreibung entnehmen kann - doch mittlerweile ganz gut.

Habt ihr Kontakt zu anderen Eltern, deren Kinder auch Entwicklungsverzögerungen haben?

Falls (noch) nicht, werdet ihr den sicherlich hier im Forum finden, wenn ihr möchtet!

Liebe Grüße,

Holger

Doris2
30.10.2007, 14:53
Hallo Holger

AS konnte zu 75 % ausgeschlossen werden. Aber ein Restrisiko von 25% bleibt. Was mich nur ärgert, ist, daß man von den Ärzten gleich ein schlechtes Gewissen gemacht bekommt, weil wir den Kleinen eben nicht mehr weiteruntersuchen lassen wollen. "Wollen Sie denn nicht wissen,was mit Ihrem Sohn los ist?" Ich fand die Bemerkung ziemlich daneben. N. macht gute Fortschritte. Seine Ki-ärztin legt mir nahe, ihn beim einem Ki-neurologen vorzustellen. Vielleicht werden wir das irgendwann machen.
Zu anderen Eltern haben wir keinen Kontakt. Ich wurschtele mich seit Monaten durchs Internet, um Informationen, Infos zu bekommen. Was mich nicht gerade beruhigt. Ich bin froh, daß ich jetzt fündig geworden bin.
Ich bin mir auch bewußt, das es b. N. nicht ganz so arg gehandicapt ist, wie bei einigen hier im Forum und bewundere diese Menschen, wie sie mit den Handycaps umgehen.
LEONA Verein kann ich nur empfehlen. Der Vorsitzende ( den Namen habe ich leider vergessen) mit dem ich damals gesprochen habe, sprach von unterschiedlich ausgeprägten Handycaps,und nicht von einer Behinderung. Er fand das Wort Behinderung einfach schrecklich. Ich kann ihm nur beipflichten. Mir kommt das Wort "behindert" oder "Behinderung" auch sehr schwer von den Lippen, weil ich es diskriminierend finde. Meine KI-ärtzin u. Orthopäde sprechen, von "besonderen Kindern". Das finde ich sehr viel schöner.

LG
Doris

Holger
30.10.2007, 16:16
Hallo Doris,

ein bisschen muss man die Seite der Ärzte natürlich auch verstehen. Deren Job ist nun mal Krankheiten zu diagnostizieren, um dann entsprechende Therapie verordnen oder anbieten zu können. In vielen Fällen ist das sicherlich auch sinnvoll, in manchen Fällen bringt eine spezielle Syndrom-Bezeichnung nicht wirklich viel. Soweit ich das beurteilen kann mit ein wenig Web-Recherche (ich bin KEIN Mediziner), wäre das z.B. beim Angelman-Syndrom der Fall, da es da wohl keine spezielle Therapie gibt.

Klar, da wird dann bisweilen der Nutzen für die Eltern übersehen. Es gibt viele Eltern, die wollen sehr gerne eine Diagnose haben und sind oft jahrelang dafür auf der Suche. Und dann gibt es die, die sagen: "Was bringt mir ein besonderer Name für diese Behinderung, letztlich ist ja doch erst mal mein Thomas". Jeder muss wissen, was für sich und sein Kind am besten ist. Im Austausch mit anderen bekommt man oft auch neue Anregungen und Sichtweisen mit, deswegen habe ich gefragt, ob du Kontakt zu anderen Eltern hast. Vielen hilft das, anderen natürlich wieder nicht. Falls du gern Kontakt vor Ort hättest, können wir dir sicher ein paar Tipps geben, wie du den findest.

Wenn du bei LEONA e.V. bist oder warst, dann hast du bereits eine sehr, sehr wichtige und gute Kontaktstelle gefunden, auf die du ja zurück greifen kannst. Ansonsten kannst du dich natürlich auch hier im Forum über verschiedenstes mit anderen austauschen.

Viele Grüße und bis bald,

Holger

P.S.: Es waren hier im Forum auch schon Eltern von Kids mit Angelman-Syndrom, falls es das denn tatsächlich doch wäre. Kuck mal die Beiträge hier an:
http://www.intakt.info/forum/showthread.php?t=6154
http://www.intakt.info/forum/showthread.php?t=4660
http://www.intakt.info/forum/showthread.php?t=4304

Sylvia
30.10.2007, 18:50
Hallo Doris,

herzlich willkommen. Kann dich schon ein bisschen verstehen, daß Du das Wort 'behindert - benachteiligt' als diskriminierend empfindest, aber bitte dran denken, das 'handycap' auch nichts anderes heißt nur eben auf englisch:-)
Mein Jüngster ist schwerbehindert und in Irland aufgewachsen, wir sind halbe Iren. da gefiel mir immer der Ausdruck' a child with special needs' 'besondere Bedürfnisse' und das drückt es wohl am besten aus. Ich gebe Holger recht, jeder sieht es anders und ich muss sagen, daß ich nach 15 Jahren mir Fintan kein Problem damit habe ihn selbst als behindert zu bezeichnen, da die Welt die für uns s.g. Normale aufgebaut ist, in der ist er behindert, da sie nur auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet ist, er braucht eine andere Welt und die können nur wir ihm schaffen, bzw. Du deiner jüngsten.
er muss tagtäglich mit Hindernissen umgehen... Sieh das Wort als das was es ist: nur ein Wort, die Diskriminierung haben wir Normale dem Wort gegeben.
Ich wünsche Dir schöne Erlebnisse mit deiner Kleinen. Auch meine ältesten haben sehr davon profitiert, auf Bedürnisse anderer einzugehen, ich sage bewusst nicht *Rücksicht' zu nehmen, sondern anzuerkennen, daß wir alle anders sind, manche etwas anders als andere...und sie in der Welt in der wir leben Unterstützung brauchen.
Du wirst Kraft brauchen um mit der Bornierheit vieler umzugehen. Ich finde es gut, dass die Generation die noch während des Krieges geboren wurden aus dem Alltagsleben - Berufsleben weitesgehend weg sind; ich bin vor 15 Jahren immer mal auf der Strasse angesprochen worden: das man mit so einem Kind wohl nicht am hellichten Tag spazieren gehen muss :-) Das hat sich sehr gewandelt

Sorry, da habe ich mich ja richtig verquatscht, wollte eigentlich nur mal sehen, was es neues hier gibt:-)

Euch einen schönen Abend

schokomaus 10
31.10.2007, 09:37
Hallo Doris,
auch von mir ein herzliches Willkommen! Ich wünsche Dir einen regen Erfahrungsaustausch.
LG Schokomaus:wink: