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Wolfgang
24.07.2006, 16:33
Gefunden unter http://www.bild.t-online.de/BTO....ue.html (http://www.bild.t-online.de/BTO/news/aktuell/2006/07/03/abtreibung-fehler-reue/abtreibung-fehler-reue.html)


Eine Mutter bereut
Ich hab’ mein Baby abgetrieben,
was hab’ ich nur getan?
Von ANDREA BRÖSEL

Marianne Neeb (44) ließ ihr Kind nach der Fruchtwasseruntersuchung abtreiben

Diese Anzeige schaltete die Mutter
zum errechneten Geburtstermin
von Lysander

Hanau – Engel halten ein Herz aus Blumen. Darin steht der Name eines Kindes: Lysander, gestorben am 2. 2. 2006. Ein Geburtsdatum gibt es nicht. Der kleine Junge wurde nie geboren.

Er hätte jetzt, im Juni, auf die Welt kommen sollen. Er starb im Februar bei der Abtreibung.

Hier erzählt eine Mutter die ganze traurige Geschichte – und es scheint, als würde es sie befreien!

„Es war der größte Fehler meines Lebens“, so beginnt Marianne Neeb (44).

Sie war glücklich verheiratet, hatte zwei gesunde Söhne (9, 11), als sie unerwartet noch einmal schwanger wurde. Der Arzt riet zu einer Fruchtwasseruntersuchung.

Die niederschmetternde Diagnose: Trisomie 21, Downsyndrom. Da war sie schon in der 19. Schwangerschaftswoche.

„Die Ärzte ließen mich mit der Entscheidung allein“, sagt sie.

Die Eltern aus Hanau (Hessen) entschieden sich gegen das Kind. Doch als die Mutter im Krankenhaus die ersten Tabletten geschluckt hatte, tat ihr alles leid. „Aber ich wußte: Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Das Todesurteil war gesprochen.“

Lysander starb. Sie durfte den toten Embryo noch einmal sehen.

„Die Schwester brachte uns Lysander, bedeckt mit einer Stoffserviette, in einem ganz kleinen Körbchen. Er war ein ganz kleines Kind von 22 cm und 270 g. Es lag ganz friedlich da. Ganz unschuldig und hilflos.“

Die Mutter weiter: „Mein Kind hatte winzige Öhrchen, einen süßen Mund, ein Stupsnäschen. Ich fing an, Lysander zu streicheln. Es schrie in mir auf: Was habe ich dir nur angetan?“

Das winzige Baby wurde im Familiengrab beigesetzt.

Die Mutter fiel in eine tiefe Depression, sagt: „Für mich ist die Welt stehengeblieben. Am liebsten wäre ich auch tot gewesen. Ich vermisse Lysander so sehr, aber ich hatte einfach nicht den Mut, mich zu ihm zu bekennen.“

In ihrer Verzweiflung schrieb sie ein Buch: „Lysander – Grenzerfahrungen einer Mutter“ (Books on Demand, 11 Euro). Der Verkaufserlös geht an die Stiftung „Menschen für Menschen“ von Karlheinz Böhm.