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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eingewöhnung in eine neue Familie


Gast
10.12.2004, 10:39
Hallo alle zusammen,

zeit 2 Jahre befindet sich mein Lebensgefährte im Krieg mit seiner Ex-Frau um das gemeinsame 4 jährigen Down-Syndrom Kind. Seine 2 älteren Kinder sind von Anfang an beim Vater geblieben, aus Angst vor der Mutter.

Erst seit 2 Jahre haben sie angefangen über alles das zu reden was die Mutter ihn angetan hat und was sie mit dem Kleinen immer noch macht. Sie ist eine brutale unzurechnungsfähige Frau.

Jetzt ist es so dass wir sehr wahrscheinlich nach einem Psychologischen sachverständigen Gutachten endlich den Kleinen aus den Fängen seine Mutter befreien können, der entscheidende Gerichtstermin steht an und es sieht super gut aus!

Wir haben uns von Anfang an auf den Kleinen vorbereitet und sind eine Selbsthilfegruppe für Eltern on Down-Syndrom beigetreten, bei der wir auch an verschiedene Seminare teilgenommen haben und hoffen so gut auf ihm vorbereitet zu sein. Natürlich wird die Praxis ganz anders sein als die Theorie, aber wir sind sicher dass wir es schaffen.

Wir haben auch schon ein Platz in einem integrativen Kindergarten und haben uns um alles sonst gekümmert was für den Kleinen wichtig sein wird.

Unser Hauptproblem liegt darin darin, das die Mutter in der ganze zeit alles getan hat, das der Kleine seinen Vater nicht zu Gesicht bekommt oder nur sehr, sehr selten.

Er ist zwar ein ganz pfiffiger, freundlicher und entgegenkommenden Kleiner Kerl, dennoch haben wir Angst ihn zu schockieren.

Wir haben nämlich als Patchwork Familie noch 5 Kinder, unter anderem die Geschwister vom Kleinen und wir wohnen ganz, ganz weit weg von da wo der Kleine jetzt wohnt.

Wie soll die Eingewöhnungsphase den aussehen? Es wurde uns geraten, den Kleinen, wenn er dadurch von der Misshandlung seine Mutter befreit wird ins kalte Wasser zu schmeißen und ihn gleich mitzunehmen.

Wir wissen nicht so recht ob das kein extremer stress ist für ihn ist.

Hat jemanden Rat von Euch, wir wollen nicht den süßen Knirps gleich schocken.

amai
10.12.2004, 17:51
Hallo claudia,
wenn der Kleine es bei seiner Mutter wirklich so schlimm hat, dann würde ich alles so schnell daran setzen ihn da rauszuholen-was ihr ja auch tut!
Wenn er dauerhaft in eurer Familie leben soll dann nützt es auch wenig meiner Meinung nach da noch andere Zwischenstationen oder Umwege einzuplanen, die helfen dann eher nicht.
Kann man bis zur endgültigen Klärung nicht schon über das Jugendamt/Vormundsschaftgericht einen regelmässigen Kontakt erwirken bis es so weit ist(selbst wenn es ein weiter Weg wäre)? Oder dem Kind jetzt schon Bilder schicken aller neuen Familienmitglieder oder vielleicht ein Video aufnehmen wo er schon mal alle Familienmitglieder und sein neues Zuhause kennen lernen kann?

Wenn er dann bei euch ist würde ich trotzdem die Mutter nicht total *verbannen*, selbst wenn keine direkten Kontakte mehr wünschenswert sind bzw. schädlich für das Kind . Soweit der Kleine selber möchte würde ich zum Beispiel ein Bild dahaben oder Anrufe zulassen wenn der Kleine das auch möchte. Vielleicht war das Trauma und was er mitmachen musste aber auch zu schlimm, dann wäre es am besten wenn kein Kontakt mehr stattfindet und all seine Erinnerungen langsam verblassen und verarbeitet werden ohne weiter daran erinnert zu werden.
Aber das müsst ihr wirklich sehen wenn er dann bei euch ist, ich nehme an ihr werdet auch professionelle Hilfe suchen um ihm zu helfen bestehende Traumata zu verarbeiten.
Am wichtigsten ist, das ihr ihn lieb habt und akzeptiert wie er ist und ihn so weit wie möglich *normal* behandelt und ihn halt unterstützt wo er Defizite hat, Kinder mit DS können weit mehr als ihnen oft zugetraut wird, es dauert eben oft nur länger *smile*
Alles Gute für euch und liebe Grüße
amai