Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sexualität von Behinderten
Wir haben eine Tochter, die gerade 18 Jahre alt geworden ist. Bei ihr wurde vor knapp 16 Jahren kindlicher Autismus diagnostiziert. Sie ist in ihrer Entwicklung weit zurück, auch wenn sie in den vergangen Jahren gute Fortschritte gemacht hat. Nun arbeitet sie seit kurzer Zeit in einer Behindertenwerkstatt. Nächstes bzw. übernächstes Jahr wird sie ins Betreute Wohnen übergehen und freut sich darauf. Wir haben sie immer zur Selbständigkeit erzogen, was uns gut gelungen ist. Nun waren wir vor wenigen Tagen bei der Frauenärztin und haben uns über Verhütungsmaßnahmen informiert. Die 3-Monatsspritze kommt aufgrund der Nebenwirkungen nicht zum Tragen, die Pille, ein Leben mit Hormonen? Außerdem gegen AIDS, das darf man auch nicht außer acht lassen, schützt die nicht. Hier wäre ein Kondom die beste Alternative. Aber fragt sich, ob sie dann auch daran denkt. Momentan sehen wir wenig Gefahr für "Liebe", aber wenn sie erstmal im Betreuten Wohnen ist, ist das so eine Sache. Wer hat Erfahrung zu diesem Thema und kann Rat geben?
HHelmutS
13.09.2004, 14:57
Hallo Ute,
du schreibst über die Pille.... ein Leben mit Hormonen.. ? Die Nebenwirkungen dieser Hormone wirken auf fast jede Frau unterschiedlich, so das es das sinnvollste ist, sie eine Zeitlang zu testen. Damit wäre die Schwangerschaftsverhütung geregelt, wenn es wegen der Nebenwirkungen keine großen Probleme gibt.
Was den Schutz vor Aids betrifft, so hilft ein Kondom besonders bei Behinderten nur wenig. Nicht wenige Eltern sagen ihren Behinderten nachkommen zum Thema Sex, hier mal ganz plump gesagt, das sie zwar keinen Sex haben, sie sich aber richtig lieb... so mit allem drum und dran, Küssen könnten. Was nützt aber das "dickste Kondom" mit dem besten Schutz vor Aids, wenn der Austauch von Körperflüssigkeiten, über den Aids übertragen wird, am anderen Ende stattfindet ? So gesehen macht es wenig Sinn, sich darüber zu viele Gedanken zu machen, denn wenn man damit anfängt darf men Behinderten hinterher kaum noch Körperkontakt zu anderen erlauben. Wenn ein Bewohner einer WG Aids hat, ist es eine Aufgabe des Personals für die Sicherheit der anderen zu sorgen.
:-) Helmut
Vater von Sonja, 20 J. alt, nach einer schweren
Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber noch auf
den Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehör-
los, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.
Hallo Helmut, erstmal Danke für Deine Antwort. Hatte vorher leider keine Zeit zu reagieren. Es geht nicht darum, dass wir unserer Tochter Freiheiten nehmen wollen. Im Gegenteil, wir sind froh, dass die "alten" Zeiten der Zwangssterilisation abgeschafft wurden. Es geht uns nur einfach darum, dass wir nicht möchten, dass sie sich ihr Leben lang mit Hormonen vollpumpt. Da fänden wir die Alternative mit dem Kondom schon wesentlich besser. Wir waren auch eigentlich nur auf der Suche nach ebenfalls betroffenen Eltern, die das ganze bereits praktizieren. Außerdem jeder Mensch, egal ob behindert oder nicht, kann Aids bekommen. Auch hier bietet nur ein Kondom einen vernünftigen Schutz. Wir leben schließlich im Jahr 2004, da macht man da eigentlich keinen Hehl mehr daraus. Jede Pille hat schließlich auch Nebenwirkungen, die man sich nicht unbedingt lebenslang geben muss. Also wir wollen da für unsere Tochter keine Spielverderber sein.
Hallo Ute,
ich würde mich da einfach mal an eine Beratungsstelle wie *Pro Familia* wenden und die Lebenshilfe hat meines Wissens extra Informationsmaterial das einfach aufbereitet ist und geeignet auch für geistig Behinderte. Vielleicht kann man in der Einrichtung eine Art *workshop* organisieren?
Eine andere Idee wäre mal zu schauen ob das Bundesgesundheitsministerium nicht Infomaterial zum Thema anbietet, hätte schon selber mal gesucht bin aber arg unter Zeitdruck.
Ich persönlich finde Verhütung mit Kondom auch am optimalsten unter dem Aspekt der fehlenden Nebenwirkungen und Schutz vor übertragbaren Geschlechtskrankheiten, AIDS oder Hepatitis B und C, leider ist es aber auch ein *Anwendungsproblem* weil es ja nicht deine Tochter nutzen muss sondern der potenzielle Partner insofern sehe ich da schon eventuell Probleme. Wie kann deine Tochter das dann durchsetzen? Zudem möchte ich dir zwar keine Angst machen aber die Gefahr von Missbrauch ist bei Frauen in Einrichtungen (besonders auch bei geistig behinderten oder nichtkommunizierenden) leider deutlich erhöht. Ich persönlich würde in der Einrichtung deshalb nicht verlauten lassen das meine Tochter Verhütungsmittel nimmt (wenn ich eine hätte) um diese Gefahr nicht noch zu erhöhen.Auch deshalb wäre eine umfassende Aufklärung die diese Themen wie sexuellen Missbrauch und wie man sich dagegen wehrt ,mit einschliesst glaube ich sehr wichtig.
Zum Thema Schwangerschaftsverhütung möchte ich dich auch noch einmal auf die Möglichkeit der *Pille danach* (innerhalb von maximal 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr muss dazu die erste Pille geschluckt werden) aufmerksam machen- das würde natürlich bedeuten das deine Tochter auch darüber Bescheid weiss und sich im Falle eines Falles fähig und bereit wäre sich dir anzuvertrauen und mitzuteilen oder auch ganz neue alternative homonelle Verhütungsmethoden mit geringerem Hormongehalt als die Pille wie den Verhütungsring (Nuvaring®) oder ein Verhütungspflaster die nicht täglich gewechselt werden müssen.
Auch da empfiehlt sich die Rücksprache und Beratung mit dem Gynäkologen oder einer Beratungsstelle.
Vielleicht hilft dir das eine oder andere ja *weiter, liebe Grüße,
amai
Hallo Ute,
hier noch schnell ein Link passend zum Thema der mir gerade per Zufall per mail ins Haus flatterte:
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=5996
LG, amai
Vielen lieben Dank für die Antwort. Wir werden uns mal in Ruhe die Seite zu Gemüte führen.
HHelmutS
17.09.2004, 22:24
<!--QuoteBegin--+----><table border="0" align="center" width="95%" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td>Zitat ( @ --)</td></tr><tr><td id="QUOTE"><!--QuoteEBegin-->[/quote]
Hallo Ute,
Aids überträgt sich durch den Austausch von Körperflüssigkeiten. An welcher Körperöffnung, oder mit welchen Körperflüssigigkeiten das Austausch stattfindet ist eher egal, als das ein Kondom "bei normalem Verhalten" ( eben mit Küssen und co. ) sicheren Schutz bietet ! Das beste, optimal aufgezogene Kondom, nützt nichts, wenn sich die beiden dabei auf den Mund küssen !
Frei übersetzt heißt das, das wenn dir Schutz vor Aids tatsächlich so wichtig ist, du ihr das Küssen ( an diversen Stellen ) "deutlichst" verbieten müßtes, weil sie dadurch auch Aids bekommen kann.
Wenn behinderte Jugendliche in eine WG ziehen, müssen sich Eltern bzw. ALLE darauf verlassen können, das die betreffenden Eltern sich gegenseitig, oder die Betreuer die Bewohner, über so ein Risiko, wenn es innerhalb der WG auftritt, so weit wie nötig informiert werden. Da das das Leben des Infizierten innerhalb der WG... aufgrund von Panikreaktionen der anderen oder deren Eltern u. Betreuer, erheblich erschweren würde, ist ein möglichst stiller, sachgerechter Umgang mit dem Thema das wichtigste.
Milionen von Frauen leben "lieber", weils "bequemer" ist mit der Pille, als sich dem Risiko eines geplatzen, oder auch nur verrutschten Kondoms auszusetzten. Von behinderten Jugendlichen so etwas zu "verlangen", ohne das sie "ein Mittel ihrer Wahl" wie z.B. verschiedene "Pillen" ausprobiert haben, finde ich... als Vater, und Betreuer von nicht mit mir Verwandter Personen sehr heikel.
Gerade viel mir noch ein : Was du besonders bedenken solltest ist, das Menschen mit Autismus, u.a., einfach gesagt "Kontaktprobleme mit anderen Menschen" haben. Daraus folgt, das ihr die Kontaktaufnahme zu Jungs die ihr gefallen, allein aufgrund ihrer Behinderung sehr schwer fallen kann. Weil sie, bei Verhütung mit Kondomen, auch noch daran denken muß, das er zur Verhütung unbedingt ein Kondom tragen muß, kann ihr das so große Probleme machen, das sich die ganze Diskussion darum quasi erledigt, weil es von ihr aus nicht so weit kommt. Wenn du ihr "halbwegs normale Sexualität" ermöglichen willst, sollte die Verhütung daher "so einfach wie möglich" sein. In Sachen Verhütung von Aids, hilft vernünftig drüber reden am besten.
:-) Helmut
Hallo,
ich möchte die Behauptung AIDS sei durch Küsse übertragbar relativieren und möchte zum Thema AIDS-Risiko und Übertragungswege folgenden Link empfehlen (die Seite ist nicht nur mit Text sondern auch mit leicht verständlichen Piktogrammen versehen):
http://www.gib-aids-keine-chance.de/hiv.html#kuss.
Hier wie versprochen ein Link zur Sexualaufklärung von der *Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
http://www.bzga.de/seite.p....1&sid=6 (http://www.bzga.de/seite.php3?uid=9e806f87f9085d8f72aba5d2d6094862&id=main1&sid=6)
und hier die Seite mit den Infomaterialien einfach mal schauen was sinnvoll wäre, soweit ich mich durchgeklickt habe waren die Bestellungen kostenlos!
http://www.bzga.de/seite.p....&sid=72 (http://www.bzga.de/seite.php3?uid=9e806f87f9085d8f72aba5d2d6094862&id=medien&sid=72)
LG, amai
Danke Amai für Deine Antwort (hups, ich hoffe, den Namen richtig geschrieben zu haben). An Helmut: Vielleicht könnstest Du i. S. Schutz vor Aids noch Nachhilfe benötigen. Also die Chance, sich den HIV-Virus beim Küssen zu holen ist ziemlich gering. Es sei denn er hat sich auf die Zunge gebissen und sie hat gerade eine offene Wunde im Mund, so dass sein Blut in diese Wunde eindringen kann. Also sorry, aber das Thema haben wir seinerzeit vor gut 20 Jahren schon in der Schule bis zum Abwinken behandelt. Panikmache und Hysterie Helmut sind immer schlechte Ratgeber. Die Hauptübertragungssache bei HIV ist nach wie vor a)Blut und b) Geschlechtsverkehr, egal wie.....
Fakt ist, die Pille schützt vor diesen Risiken auf keinem Fall! Ein Kondom wäre hierzu die einzigste Alternative. Wir vermitteln dies unserer Tochter und möchten auch, dass sie weiß so ein Kondom anzuwenden. Das das kein leichtes Unterfangen sein wird, wissen wir. Aber momentan wohnt sie noch zu Hause, ein potenzieller Freund ist auch noch nicht in Sicht. Wir wollen lediglich darauf vorbereitet sein und sie vorbereiten. Das kann ja eigentlich nicht falsch sein. Das hätten wir mit einer "normalen" Tochter auch gemacht. Schließlich leben wir gottlob nicht mehr im Mittelalter. Zum zweiten denken wir, dass sie, sollte sie jemanden kennenlernen, uns den Jenigen präsentiert. Ein offenenes Gespräch wird vermutlich Klärung bringen. Unsere Tochter ist zwar behindert, kann sich aber dennoch ausdrücken und ihre Meinung kundtun. Wir haben schon Hoffnung, dass sie ihren Weg machen wird.
Wir wollen uns nicht als Moralapostel aufspielen, sondern lediglich vorbeugen.
HHelmutS
19.09.2004, 23:11
Hallo Ute,
du schreibst,
Zitat[/b] ] Also die Chance, sich den HIV-Virus beim Küssen zu holen ist ziemlich gering. Es sei denn er hat sich auf die Zunge gebissen und sie hat gerade eine offene Wunde im Mund, so dass sein Blut in diese Wunde eindringen kann.
Es braucht sich niemand extra auf die Zunge zu beißen. Einfaches leichtes Zahnfleischbluten, was beim essen eines Apfels, oder nach dem Zähnputzen... was man vor solchen Gelegenheiten ja mitunter tut... reichen für eine Ansteckung völlig aus. Dazu kommt das Zahnfleischprobleme zu den Nebenwirkungen von einigen Medikamenten zählen, die Behinderte mitunter regelmäßig nehmen müssen. So gesehen verehrte Ute, ist das mit der Nachhilfe so eine Sache. Auf jeden fall ist das Risiko beim Küsen, bei Behinderten, wegen der oft nicht so tollen Verhältnisse im Mund, ein anderes als bei Otto Normalverbrauchern. Wenn dir Schutz vor Aids also tatsächlich so wichtig ist, solltest du das Thema in die Gespräche mit deiner Tochter einbeziehen. Ich hatte vor 2 Jahren intensiev mit Aidskranken zu tun, und habe mehrer Ärzte gefragt wie das Risiko einer Ansteckung ist. Die Antwort aller war, das der Austausch von Körperflüssigkeiten an egal welcher Stelle, wo Schleimhäute zusammentreffen, vermieden werden sollte.
Wenn meine Tochter fitter wäre, und die Frage nach von ihr gewolltem Geschlechtsverkehr aufkommen würde, würde ich ihr sicher auch Kondome ans Herz legen, aber immer nur zusätzlich, zu einer "Grundverhütung", wie die Pille, sicher nicht als Ersatz dafür. Wer es will kann so detailierte Information natürlich als Panikmache bewerten, das ändert jedoch nichts am Infecktionsrisiko !
:-) Helmut
clawi_anna17
25.09.2004, 00:49
Hallo Helmut,
du hast voll recht zu gesagt. Da habe ich auch Biologie im Unterricht über " AIDS" gelernt. Wenn man fremde Leute mit z.b. mit ein Frau ist ganz vorsichtig berühren, es kann passiert HIV- Krankheit bekommt. Am meisten ist dunkelhäutige, mittelhäutige Menschen bekommen oft " AIDS" und " HIV". Mit Kondom können schützen vor Aids bekommt. Wenn jemand lieben wollen, ist gut, achten aber vorsichtig Sexulität, es kann auch Fehler machen. Sex macht Spaß, ist ja näturlich. Wenn Frau schwangert ein Kind (mit HIV) kann gefährlich sein, weil Kind auch HIV hast. Wenn jemand Mundverkehr auf Scheide möchten, kann " Scheideflüssigkeit" passiert. Ich schäme mich, wenn ein Mann mit HIV und gleichzeitig anstecken ist.
Gruß Anna
Hallo Ihr da draußen,
tja, kein leichtes Thema: Aids. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, daß meine Tochter von einem Auto überfahren wird größer, als daß sie sich durch einen Zungenkuss Aids holt. Trotzdem kann es passieren.
Bucht man das nun unter natürlichem Lebensrisiko? @helmut, wie würdest Du es mit einer nicht-behinderten Tochter halten? Die hätte ja schon diverse Küsse hinter sich.
Am schönsten fände ich, seinem Kind den Wert von Sexualität und festen Bindungen beizubringen und so einen guten Kontakt zu ihm zu bekommen, daß es sich mitteilt, wenn es soweit ist. Dann bliebe Zeit für einen Aids-Test. Ich denke, das ist die beste Lösung.
@Anna: Das gilt auch für Dich. Wenn Du jemand wirklich gerne hast und er Dich, dann macht einen Aids-Test und seid Euch treu. Dann kann nichts passieren. (Natürlich kannst Du schwanger werden.)
Und schon wieder was vergessen:
@Helmut: Aufgrund Deiner Beiträge hier und anderswo bin ich mir sicher, daß Du ein Mann bist und kein Fake. Du hast in Deinem leben noch nie Hormone und ihre Begleiterscheinungen über Dich ergehen lassen müsse.
May the force be with you
Pauline
HHelmutS
25.09.2004, 23:40
Hallo Pauline,
du hast Recht, das ist kein leichtes Thema. Es fängt z.B. damit an, das volljährige Behinderte ein Recht auf selbstbestimmtes Leben haben. Sie können nicht nur entscheiden, wo sie wohnen, was sie Essen, und arbeiten wollen. Sie können in sehr weiten Grenzen auch entscheiden, wie sie Schwangerschaftsverhütung betreiben wollen. Da gibt es bekanntlich verschiedene Möglichkeiten, und nicht nur "kompliziert anzuwendende" Gummis.
Lassen wir das Aidrisiko erstmal außen vor. Stell dir vor, deine Eltern hätten eine "Kondomallergie", und würden dir, um zu verhindern das du auch Probleme damit bekommst, Verhütung mit Kondomen ausreden, und dir einreden das Pillen schlucken, egal welche Nebenwirkugen sie haben, besser ist. Stell dir weiter vor, das du wegen der Nebenwirkungen 6 Monate später aussiehst wie eine Regentonne, und dann erfährst, das es andere Pillen, und sogar Verhütung ganz ohne Pillen und Hormone gibt. Ich denke, das du es deinen Eltern eher Krumm nehmen würdest, als das du ihnen dankbar dafür wärst, das sie dir andere Möglichkeiten vorenthalten haben.
Genau so wie du deinen Eltern die "schlechte Aufklärung" krumm nehmen könntest, kann Utes Tochter es ihrer Mutter später krum nehmen, das sie ihr die Möglicheit der Schwangerschaftsverhütung mit Hormonen vorenthalten, oder auch nur ausgeredet hat. Verhütung mit Kondomen ist die wohl "kompliziertetes Form" der Verhütung, die selbst nicht behinderte nicht immer sicher auf die Reihe kriegen. So etwas Behinderten "aufzuschwatzen", ohnen "sicherere und einfachere Methoden" ausprobiert zu haben,.... würde ich eher mit Nötigung, als mit Hilfe zur Verhütung bewerten.
Kommen wir zum Aidsrisiko. Behinderte die in einer WG im Betreuten Wohnen wohnen, leben in "recht kontrollierten Verhältnissen". Sicher, es kann und braucht nicht ständig jemand dabei sein, SO Freizügig, wie Junge Leute mit eigener Wohnung Leben können, leben Behinderte in solchen WG´s nicht. Daraus ergibt sich schon ein gewisser "Schutz" vor Aids. (siehe meine Antworten vorher)
Zum Küssen. Natürlich ist das Ansteckungsrisiko beim Küssen geringer als beim Geschlechtsverkehr. Der Haken an der Geschichte ist jedoch der, das wenn man bei Behinderten das Ansteckungsrisiko beim Küssen außer acht läßt, kann das dazu führen, das sie als Infiziert bekannte Leute, auch intensiev Küssen, und da hilft dann kein Kondom mehr. Dann ist das Infecktionsrisiko hoch. Daher gehört das Thema anstecken durch Küssen, wenn man selbst in "beschützender Umgebung", besonderen wert auf Schutz vor Aids legt, aus meiner Sicht dazu.
Um in dem Durcheinander nicht zu Übertreibungen zu neigen, sage ich mir daher, das in WG´s "der Schutz vor Aids" so gut ist, das man Behinderte nicht wegen dem Ansteckungsrisiko "auf Kondome festnageln" sollte. Kondome Schützen zwar besser vor Aids, doch die ganze Schwangerschaftsverhütung mit Kondomen nutzt nichts, wenn beide Beteiligten... was bekanntlich selbst bei hoch Intelligenten Menschen vorkommt... von ihren Hormonen überwältigt werden, das Kondom garnicht erst aus der Tüte, oder nicht richtig aufgezogen wird. Dann haben im bösen Fall hinterher nicht nur beide Aids, dann ist die Frau zudem auch noch schwanger. Adis zu haben ist nicht schön, schwanger zu sein ist auch nicht für jede Frau schön, aber beides zu sein,..... kann man Verhütung durch Hormone, und zusätzlich Kondome, am sichersten verhüten.
Nur wenn eine behinderte Frau tatsächlich keine Schwangerschaftsverhütung mit Hormonen verträgt.... was man durch ausprobieren leicht herausfinden kann... ist es gerechtfertigt, sie dazu anzuhalten, nur mit Hilfe von Kondomen zu verhüten.
:-) Helmut