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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbstgemachte Hilfsmittel


Ingo
11.02.2004, 13:10
Hallo ich muss heute mal Werbung in eigener Sache machen.
Ich habe auf unserer Seite www.behinderte-kinder.de eine neue Rubrik aufgenommen mit dem Namen „Spiel- und Hilfsmittel selbstgemacht“
Ich schreibe es hier auch nur ins Forum weil ich gerne von euch eine Rückmeldung hätte ob die neue Rubrik überhaupt jemanden interessiert und wenn wir schon dabei sind würde mich konstruktive Kritik an unserer Seite ebenso interessieren.

Schreibt doch bitte mal eure Meinung hier ins Forum oder eine Mail an mich.

Gast
16.02.2004, 08:39
Hallo Ingo,
ich habe Eure Seite vor etwa 2 Wochen "gefunden" und bin seitdem fast täglich hier!
So etwas von gut strukturiert, kompetent, informativ und freundlich habe ich bisher noch gar nicht "erlebt"!
Die Rubrik selbstgemachte Hilfsmittel finde ich sehr gut, ohne eigenes Engagement ist man ja aufgeschmissen, und es lohnt sich immer für unsere Sonnenscheine Zeit und natürlich auch etwas Geld zu investieren.
Hier hätte ich gleich eine Frage:
Linus 4 Jahre CP und div. anderes schaukelt nur sehr ungern bis gar nicht. Ich glaube ihm fehlt einfach etwas Halt unter den Füßen...
Bin am überlegen ob man zum Beispiel einen Fahrradsitz, der hat ja Halterungen für die Füße zu einer Schaukel umfunktionieren kann...
Hält der das aus??
Bin leider nicht so technisch begabt, hätte aber jemanden der es mir baut, nur die ungefähre Anleitung müsste ich schon haben..
Hat jemand einen Tipp???
Vielen Dank und macht weiter so
ich komme gerne wieder
Stephanie http://www.intakt.info/forum/images/smilies/glare.gif

Ingo
16.02.2004, 14:37
Hallo Stephanie

Erst einmal vielen Dank für deine Rückmeldung.

Das er nur ungern schaukelt kann auch an der Reizüberflutung liegen die er dabei bekommt.
Aber selbstverständlich kann es auch daran liegen, dass man beim Schaukeln keine Hilfe des Haltes durch die Füße bekommt. In diesem Fall könnte natürlich eine Fußstütze helfen.
Man könnte evtl. einen Trip – Trap Stuhl entsprechend umbauen.
Wir haben deine Anfrage aber auch an jemanden weitergeleitet der uns einige Sachen für die Rubrik „Spiel- und Hilfsmittel selbst gemacht“ zur Verfügung gestellt hat und evtl. hat er ja eine gute Idee.

Kati
16.02.2004, 21:15
Hallo Ingo,

die Idee ist toll. Ich finde es sehr informativ zu sehen was andere für Hilfsmittel haben, die selbstgebauten und auch die Anderen. Ihr macht wirklich einen guten Job.

Gruß Kati

yvonnejanssen
17.02.2004, 18:45
Hallo Stephanie,

füge mal die Mail ein bezülich unserer weitergeleiteten Frage, sowie auch eine Skizze:

Einen Trip-Trap-Stuhl umzubauen, wäre mir zu kostspielig. Wir haben auch einen Trip-Trap und ich kenne den Preis. Dann *würde ich eher, wenn das Schaukelbrett aus Holz ist, an den beiden Schmalseiten des Brettes Wangen anbringen, die nach unten und oben überstehen, zwischen die man oben eventuell sogar eine Rückenlehne und unten die gewünschten Fußstützen, auch in der Höhe verstellbar, anschrauben kann. Anlage: skizze.jpg. Natürlich müssen die Schaukelseile immer an dem ursprünglichen Schaukelbrett angebracht bleiben.

Ganz allgemein ist es beim Eigenbau von Hilfsmitteln wichtig, die genauen Maße des Kindes zu nehmen. Mindestens die Rückenhöhe, die Sitztiefe, die Unterschenkellänge und die Sitzbreite müssen bekannt sein. Ich habe mir dazu eine Skizze gemacht, in die ich die Maße bei Bedarf eintrage. Oft ergibt sich aus der Kenntnis der Maße schon ein Hinweis auf die Bauart des Hilfsmittels. Ich hoffe, eine kleine Hilfe gegeben zu haben. Freundliche Grüße Manfred Briam


Vielleicht ist es ja eine kleine Anregung für dich.

Viele Grüße

Yvonne

Pauline
17.02.2004, 19:32
Hallo Ingo,
nur ganz kurz: Finde die Rubrik super (übrigens auch geeignet für Großväter, etc., die ja sonst oft nicht wissen, womit sie dem besonderen Kind eine Freude machen können). Hoffe, sie wächst mit der Zeit. ( Sobald ich etwas Zeit habe, werd´ich auch mal was dazu beitragen...)

May the force be with you
Pauline

Gast
17.02.2004, 19:41
Ist ja der Hammer,
ich sagte ja schon, Eure Seite ist eine echte Hilfe!!!
Das ist eine tolle Idee mit dem Schaukelbrett; werde die Skizze gleich meinem Mann zeigen und ihn in den Baumarkt schicken.. http://www.intakt.info/forum/images/smilies/glare.gif
Danke nochmals für euer Engagement
Stephanie

Gast
17.02.2004, 23:47
Hallo,

das sieht ja alles schön und gut aus - aber wie sieht es denn mit der Unfallgefahr aus, oder wenn etwas passiert und die selbstgebauten "Hilfsmittel" haben keinerlei Prüfplaketten oder Zulassungen?http://www.intakt.info/forum/images/smilies/glare.gif

Na ich weiß nicht, ob ich meinen Sohn in sowas selbstgezimmertes reinsetzen würde. Meine Krankenkasse steht auf Nachfrage wegen eurer Idee der ganzen Sache mehr als skeptisch gegenüber und verneint den Versicherungsschutz.

Tja, und nun http://www.intakt.info/forum/images/smilies/glare.gif???

Fragende Grüsse von Robert

yvonnejanssen
18.02.2004, 10:19
Hallo Robert,

ich wiess ja nicht, ob du dir die Mühe gemacht hast, dir bei uns auf der Seite die selbstgemachten Hilfsmittel anzusehen. Dort steht als erstes folgender Satz:

Wenn Sie diese Hilfsmittel für ihre Kinder nachbauen, bitten wir folgendes zu beachten: Die in den Artikeln vorgestellten Hilfsmittel sind sämtlichen Eigenkonstruktionen findiger und technisch versierter Menschen, in Eigeninitiative hergestellt. Sie sind nicht Tüv- geprüft und tragen keinerlei Güte- oder Sicherheitssiegel. www.behinderte-kinder.de und auch die Erfinder der Hilfsmittel übernehmen keinerlei Garantie für die Funktionstüchtigkeit oder Wirksamkeit der Hilfsmittel und Spielsachen und natürlich auch keinerlei Gewährleistung oder sonstige Haftung im Schadensfalle!

Hast du denn deine KK auch mal gefragt, ob sie z.B. eine Therapieschaukel zahlen würden?
Leider ist es in vielen Dingen sehr schwieirg von denen gewisse Dinge zu bekommen, die nicht zum täglichen Leben dienen.
Ich denke kaum, dass wenn eines der Eltern etwas nachbaut so fahrlässig handelt es nicht 100%ig zu kontrollieren ob das nachgebaute auch gut Stand hält. Ich denke es bleibt jedem selbst überlassen und keiner ist gezwungen, die Anregungen hier anzunehmen.
Was hättest du denn für Stephanie für eine Idee?

Viele Grüße

Yvonne

amai
18.02.2004, 10:45
Hallo http://www.intakt.info/forum/images/smilies/glare.gif
mir fällt spontan dazu ein dass man auch an einen Kindersitz fürs Auto Fussstützen montieren kann (es gibt sogar ja teilweise welche mit Stützen) und die Gurte würden ein Kind dass aktiv seine haltung wenig beeinflussen kann stabilisieren und gegen rausfallen sichern. ich bin technisch unbegabt und vielleicht ist meine Idee auch schlecht oder technisch nicht umsetzbar fiel mir aber beim durchlesen ein weil Sitze für Fahrräder finde ich da noch unbequemer und unsicherer. Autokindersitze kriegt man oft günstig gebraucht.
Was ich ganz toll finde sind auch diese grossen runden Schaukel in die man sich reinlegen oder reinsetzen kann auch zu mehrern Kindern oder Elternteil mti Kind zusammen, bloss wie man das in Eigenbau umsetzen könnte da habe ich null Idee.

LG, amai

Ingo
18.02.2004, 12:02
Hallo Robert,

als erstes vielen Dank für dein Aufmerksam machen von eventuellen Gefahrenpunkten.Aber wie meine Frau ( Yvonne ) ja schon geschrieben hat, haben wir dementsprechend extra auch ein Gefahrhinweis für den Nachbau auf unsere Seite gebracht. Ich gehe auch von der Verantwortungsbewußtheit der Eltern aus, diese dann nur nachzubauen oder nachbauen zu lassen, wenn sie sich sicher sind, dass diese dem Kind keinen Schaden zufügen können. Und wenn man sich auf unserer Seite die selbestgebauten Hilfsmittel einmal anschaut, stellt man als erstes fest, das dort nur 2 evtl. überhaupt einen Gefahrpunkt dastellen können. Das wäre zum einen die Therapieschaukel und der Rollstuhl, wobei beim Rollstuhl auch darauf hinwegiesen wird, dass ein Nachbau nicht empfehlenswert ist.
Gedacht ist es, den Eltern auch nur Anregungen zu geben um Spielsachen oder kleinere von der KK nicht übernommenen Hilfsmittel selbst zu bauen.

Ulrich
18.02.2004, 13:41
Hallo,

selbstgemachte Hilfsmittel sind doch alles Hilfen die wir basteln, bauen usw. die das Leben unseres behinderten Kindes verschönern, erleichtern oder interessanter machen sollen. Viele Sachen kann man selber machen die entweder garnicht, in falscher Form oder zu teuer auf dem Markt sind.
So habe ich ( neben der obligatorischen Schaukel mit Befestigung für die Sitzschale, die aber nicht gut ankam ) auch schon an die Wohnsituation angepasste Wickeltischauflagen, aber auch Klangböden oder einfache Spielzeuge mit den Licht- und/oder Klangeffekten gebaut. Manches waren längerlaufende "Projekte", manches ging auch schneller.
Alles in allem ging es aber immer darum etwas was wir wollten, aber nicht hatten, nach Möglichkeit zu bauen.
Heute ärgere ich manchmal das ich das so gemacht habe und nicht frühzeitig entsprechende Hilfsmittel bei der KK beantragt habe. Als Beispiel möchte ich das Pflegebett nehmen, das wir jetzt erst beantragten und dessen Genehmigung fast ein Jahr dauerte. Vor 8 - 10 Jahren wäre dies sicherlich einfacher gewesen.

Dennoch, oft lohnt sich einfach das selbermachen.

Ulrich

Ulrich
18.02.2004, 13:51
Hallo,

zu der Skizze mit der Schaukel eine Anmerkung.

Der Schwerpunkt des Körpers im Sitz liegt über dem Aufhängepunkt.
So wird der Sitz wenn das Kind sich nicht an der Kette halten kann umkippen und das Kind kann herausfallen.
Dies kann nicht geschehen wenn die in rot eingezeichnete Änderung dazukommt. (Siehe Anhang)


Ulrich

Gast
18.02.2004, 15:27
Hallo an Alle,
zunächst einmal Danke Ulrich für den guten Hinweis!
Das gibt der Schaukel deutlich mehr Sicherheit!
Ich denke schon, daß es gut und sinnvoll ist für unsere Kinder Hilfsmittel selbst zu basteln/bauen. Wo kämen wir denn hin, wenn wir immer nur auf Vater Staat bauen würden??
Die "besten" tipps für den Umbau unseres Hochstuhles (triptrap ähnlich von Hauk), da der Bügel zu klein wurde und Linus sich durch "kippeln" beinahe umgestoßen hat:
Einen Bügel selber bauen, Linus bekommt keinen, da er ja sitzen kann, es ist ja ein Verhaltensproblem (!!), oder eine Sitzhose, mit der er sich immernoch seitlich umstoßen kann, er hat eben manchmal einen "Dickkopf".
Darum sollten wir noch "Kufen" an den Brettern seitlich unten am Hochstuhl anbringen! Eine Erklärung dafür? Fehlanzeige!
Und das in einer extra Hilfsmittelsprechstunde!!!
Da erscheint mir die Schaukel mit Zeichnung und Verbesserungsvorschlägen doch als die deutlich Bessere Lösung!
Liebe Grüße
Stephanie

Gast
19.02.2004, 08:18
Hallo zusammen,
habe mit Interesse die Diskussion bezüglich der Schaukel verfolgt. Wir hatten vor kurzem das gleiche Problem. Die Idee mit dem Autositz ist klasse, besonders für Kinder ohne Rumpfkontrolle und wenn man die Halteseile wie in der zweiten Skizze anbringt, steht dem schaukelvergnügen nichts mehr im Wege.... jedenfalls ist es so bei Dominik, er liebt es endlich in aufrechter Position zu schaukeln.
Allen "Nachbauern" viel Erfolgt. http://www.intakt.info/forum/images/smilies/biggrin.gif

Lieben Gruß Kerstin mit Dominik

jasbet
24.02.2004, 12:48
Hallo ihr Lieben !!

Also die Idee mit der Hilfsmittelbörse ist oberklasse,wie fast alles von Yvonne und Ingo.Selbst wer die Sachen nicht nachbauen oder brauchen kann,bekommt doch eine Idee von Solidarität untereinander.
Die Hilfsmittel werden immer seltener bewilligt und wer nicht selbst aktiv wird,schaut sehr bald in die Röhre.Also,weshalb nicht Resourcen nutzen,die eh schon da sind(Kreativität,handwerkliches Geschick)

Gruß an alle,Bettina

Pauline
25.02.2004, 20:12
Zitat[/b] ( @ --)]
Hallo Robert und Ihr anderen da draußen,
ja, was soll das mit dem TÜV etc. Mein Großer, normal entwickelter Sohn ist nun bald 13. Ja glaubst Du tatsächlich, ich hätte ihn nur auf geprüftem Spielzeug abtoben lassen? Und er hat sich auch schon Gehirnerschütterungen, aufgeschremmte Fressen und blaue Flecken geholt. Na klar müssen wir vorsichtiger sein und mehr aufpassen, gerade wenn es sich um Kinder handelt, die etwas fragiler gebaut sind. Aber rechnest Du wirklich nur in Schadensersatzansprüchen? Oder vielleicht auch ein wenig in Erlebniswelten, Gefühlen, Spaß...
Es wäre Euch zu wünschen.

May the force be with you
Pauline

Gast
25.02.2004, 21:45
Hallo Pauline,

was ihr mit euren Kindern macht oder nicht, das müsst ihr letztendlich selber entscheiden. Ich für meinen Teil werde einen Teufel tun und meinen Sohn in etwas reinsetzen, was technisch und versicherungsrechtlich bedenklich ist.

Das heißt jetzt aber nicht, das mein Sohn deswegen weniger Spaß hat als andere, im Gegenteil, wir bieten ihm jede Menge Erlebniswelten, Gefühle und Spaß ect. - nur wir passen darauf auf, das alles technisch geprüft und genehmigt ist.

Eigentlich wollte ich hier öffentlich nicht davon anfangen, aber wir haben wegen so einem selbstgebauten Kram unsere Tochter verloren........ aus nur 60 cm Höhe aus der Schaukel gefallen, mit dem Kopf unglücklich aufgekommen, Genick gebrochen und nun ist sie seit 2 Jahren tot, gerade 5 1/2 Jahre jung geworden.

Wenn ich damals schon mehr auf die Sicherheit geachtet und nur TÜV-geprüfte Hilfsmittel eingesetzt hätte und nicht einen Eigenbau, dann würde sie sicherlich noch leben. Soviel zu dem Thema Sicherheit und selbstgebaute Hilfsmittel. Ich schreibe dies als Tischler-Meister mit über 20 Jahren Berufserfahrung.

Zu Yvonne:
Wir haben keine Probleme von der Krankenkasse unsere Hilfsmittel zu bekommen, von Anfang an nicht. Wir sind einfach immer nur freundlich und sachlich geblieben, haben nicht nur gefordert - das ist das ganze Geheimnis. Auch eine Therapieschaukel hätten sie damals gezahlt, wenn ich nur gefragt hätte.

Robert

Gast
26.02.2004, 08:15
Hallo Robert,
das mit Deiner Tochter tut mir sehr leid, verständlich, daß Ihr nun sehr auf Sicherheit bedacht seid!
Passieren kann allerdings immer und überall etwas...
Ich denke, daß jeder das Recht hat selbst zu entscheiden, ob er etwas bauen mag oder nicht. Ingo und Yvonne haben ja auf eventuelle Sicherheitsrisiken hingewiesen, das finde ich sehr wichtig und auch richtig!
Ich wünsche Euch noch viel Spaß im Leben
Stephanie

Ingo
26.02.2004, 09:59
Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer schmerzlich und ich kann sehr gut verstehen das man dann alles mit ganz anderen und mit ängstlicheren Augen betrachtet.
Aber das Leben hat immer seine Tücken, so hat z.B. meine älteste Tochter (nicht behindert) es letzte Woche geschafft beim balancieren in höchstens 20 cm Höhe hinzufallen und sich den Arm zu brechen.

Wie ich weiter oben auch schon erwähnt habe sind so gut wie alle selbst gemachten Hilfs- und Spielmittel ohne Risiko und sollen dazu anregen Idee zu entwickeln wie man sein Kind Sinnvoll beschäftigen kann. Auch sind dort wie z.B. Der Bildwortschatz, die Klettwand überhaupt nicht in dieser Form käuflich zu erwerben ob mit oder ohne Kostenübernahme der Krankenkasse.