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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie habt ihr Schwangerschaftsdiagnostik erlebt?


Gast
28.02.2006, 10:05
Hallo!

Ich möchte euch auf eine Veranstaltung hinweisen, die der Familienbund der Katholiken in Würzburg, der euch diese Internet-Plattform zur Verfügung stellt, demnächst veranstaltet. Wir von der Vorbereitungsgruppe brauchen dazu eure Unterstützung. Es geht um eine Fachtagung mit dem Titel "Hauptsache gesund ?" - Elternschaft im Zeitalter der Pränataldiagnostik am 08.04.06 in Würzburg.

Es war mir als Mutter einer jungen Frau mit geistiger Behinderung sehr wichtig, dass das Thema "Pränataldiagnostik", also Diagnostik in der Schwangerschaft, in einem kirchlichen Verband aufgegriffen wird. Schließlich hat es direkte Auswirkungen darauf, wie die Gesellschaft mit uns umgeht. Wenn man heute denkt und ausspricht, ein behindertes Kind "muss doch nicht mehr sein", dann sagt das schon einiges über die Einstellungen zu behinderten Kindern bzw. zu ihren Eltern aus. Darüber könnt ihr sicher alle ein Lied singen. Vielleicht haben Bekannte von euch oder sogar ihr selbst Erfahrungen mit der Schwangerschaftsdiagnostik gemacht, die euch sehr nachdenklich gestimmt, belastet oder auch erfreut haben. Ärzte, die schon gleich einen Termin für die Abtreibung zur Diagnose dazu gegeben haben? Solche, die euch Kontakte zu anderen Eltern (z.B. mit Down-Syndrom) hergestellt haben, damit ihr eine andere Basis für eure Entscheidung habt? Bekannte und Verwandte, die euch unterstützt oder unter Druck gesetzt haben? Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr gemacht habt und was ihr euch für euch bzw. zukünftige Eltern in diesem Bereich wünschen würdet. Auf unserer Fachtagung wollen wir eure Wünsche und Erfahrungen mit in die Diskussionen mit den Experten einbringen, damit diese vielleicht in dem ein oder anderen Bereich Veränderungen anstoßen. So soll eure Stimme über das Internet mit in die Tagung eingebracht werden, weil ja sicherlich nicht alle von euch kommen können. ;-)

Wer sich genauer informieren oder anmelden möchte, kann dies auf der Seite http://www.intakt.info/tagung/ tun. Ich würde mich freuen, den ein oder anderen von euch dort zu sehen, damit nicht nur wieder Experten sich die Köpfe heiß reden, sondern eben auch wir als Eltern (Experten in eigener Sache)gehört werden. Eine weitere Chance sich hierbei zu beteiligen ist im Experten-Chat, der vor der Tagung statt findet. Holger hat dazu im Bereich "Aktuelles" schon einige Infos eingestellt.

Mein Anliegen also: Schreibt hier eure Meinung, eure Erfahrungen zu dem Thema und alles, was euch dabei durch den Kopf geht. Wir werden dafür sorgen, dass das auch gehört wird und die Tagung somit auf dem Boden der Tatsachen diskutiert!

Viele Grüße an alle!

Hildegard

mama123
10.03.2006, 21:21
Hallo Hildegard,
leider hat ja bis jetzt noch niemand hier etwas geschrieben. Ich mache jetzt mal den Anfang, vielleicht melden sich dann noch mehr. Ich selbst habe mit Pränataldiagnostik keine Erfahrungen gemacht, kann aber von den Erfahrungen meiner Schwägerin und einer Freundin berichten.
Meine Schwägerin wurde mit fast 36 Jahren schwanger, also schon im "gefährlichen" Alter. Sie hat sich ganz bewusst gegen besondere Diagnostik entschieden, da für sie von vorn herein klar gewesen ist, dass eine Abtreibung sowieso nicht in Frage kommt. Sie war der Meinung, dass sie lieber ihre Schwangerschaft genießen wollte. Wenn dann tatsächlich das Kind behindert auf die Welt gekommen wäre, hätte das ja nichts an der Tatsache geändert, warum also schon vorher darüber wissen? Glücklicherweise hatte sie auch mit ihrem Frauenarzt Glück, der sie nicht überredet hat, sondern ihre Einstellung akzeptiert hat.
Eine Freundin von mir hat sich bei der zweiten Schwangerschaft bewusst für eine weiterführende Diagnostik entschieden. Ihr erstes Kind kam mit einer Chromosomenanomalie auf die Welt. Für sie war klar, dass sie auch ein zweites Kind mit Behinderung auf die Welt bringen würde, sie wollte einfach nur vorher schon wissen, was Sache ist. Sie brachte übrigens dann gesunde Zwillinge auf die Welt.
So, das war das, was ich zu diesem Thema zu berichten habe.

Wir sehen uns dann auf der Tagung, die ich zusammen mit obiger Freundin besuchen werde.

Liebe Grüße

Dagmar

Gast
13.03.2006, 10:37
Hallo Dagmar,

schön dass du dich gemeldet hast. Uns ist bei der geplanten Tagung zum Thema "Hauptsache gesund" Elternschaft im Zeitalter der Pränataldiagnostik ganz wichtig Bodenhaftung ,sprich viele Erfahrungsbericht betroffenenr Eltern einzubringen. Was sich theoretisch noch relativ leicht diskutieren lässt ist im konkreten Fall oft sehr schwer auszuhalten. Was mich "umtreibt" ist auch die Frage wie sich diese ganze Entwicklung langfristig auf das Leben von Menschen mit Behinderung und ihren Familien (die doch noch überleben, nicht entdeckt oder wie die meisten erst nach der Geburt von Behinderung betroffen wurden)auswirken wird.
Schon jetzt erzählen mir Eltern dass sie gefragt werden ob sie denn alles getan hätten, ob es" solche Kinder "heute denn noch geben muß. Müssen sich zukünftig Eltern "schuldig" fühlen wenn sie manches ,was heute angeblich schon selbstverständlich ist ablehnen oder wenn sie sich bewußt für ein behindertes Kind entscheiden. Kann es passieren ,dass wie in Amerika, Versicherungsleistungen verweigert werden wenn Eltern trotz Behinderung das Kind ausgetragen und zur Welt gebracht haben? Wie solidarisch wird sich eine Gesellschaft hinter Menschen mit Behinderung stellen und sie unterstützen wenn sie doch angeblich "vermeidbar" sind? Wer und vorallem wo werden zukünftige Eltern eigentlich aufgeklärt welche Chancen aber auch welche Risiken die Pänataldiagnostik hat.? Vorallem aber muß auch über Grenzen und Folgen gesprochen werden. Wissen ist Macht, Nichtwissen Ohnmacht!

Freue mich dass du bei der Tagung dabei bist
Liebe Grüße
Hildegard

yvonnejanssen
14.03.2006, 10:17
Hallo Hildegard,

nachdem ich nach unserer behinderten Tochter wieder ungewollt Schwanger wurde, hatte ich auch Angst und habe mich für eine Fruchtwasseruntersuchung entschieden. Mein Gedanke war, wenn es behindert ist, werde ich es wohl abtreiben. Nicht, dass ich kein behindertes Kind mehr haben wollte, sondern die Angst 2 behinderten Kindern nicht gerecht zu werden. Ob man es dann wirklich getahn hätte kann ich nicht sagen, da die Fruchtwasseruntersuchung in Ordnung war.
Außenstehende konnten es teilweise nicht verstehen, dass ich wieder Schwanger war. Einige sprachen von Abtreibung, andere sprachen, dass ich ganz schön mutig sei. Die Meinungen gingen da sehr außeinander und man muss ein ganz schön hartes Fell haben um den unterschiedlichen Sprüchen stand zu halten.

Ich habe dann noch eine gesunde Tochter bekommen, die dann allerdings einen Herzfehler hatte, der sich aber in den Jahren verwachsen hat.

Liebe Grüße

Yvonne

Zwillingsmama85
16.01.2008, 10:32
Hallo ihr Lieben...
Ich bin Mutter von Zwillingsmädels!
Zu meiner Geschichte, ich habe in einer Praxis für Radiologie und Nuklearmedizin meine Ausbildung absolviert, als ich plötzlich schwanger war. Erst hieß es ein Kind bei meiner Frauenärztin, beim zweiten mal auf einmal ZWILLINGE...
Oh je meine Angst war groß wegen der ganzen Strahen mit denen ich Tagtäglich zu tun hatte, deshalb habe ich schnellstmöglich die Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. Alles in Ordnung hieß es auch bei ähtlichen 3D Ultraschall Untersuchungen war immer alles ok.Als sich die eine kurz vor der Geburt gedreht hatte und nun falschrumm lag, bestand ich auf einen Kaiserschnitt, jedoch stellte sich das Krankenhaus quer und verweigerte es. Auch als alle 15 min. Wehen auftraten erkannte das 'CTG diese nicht. Ich wechselte das Krankenhaus und mir Wurde Versprochen einen Kaiserschnitt dürchzuführen, als es dann ENDLICH los ging stellte sich erneut der Oberarzt quer und es kam zu einer Spontan Geburt des ersten Zwillings, die zweite lies auf sich warten ... Der Wehentropf wurde immer höher gedreht, jedoch blieben die Wehen aus nach schließlich fast einer Stunde wurde sie dann per NOTsektio geholt.
Sie hatte bereits ihr Leben aufgegeben und mußte widerbelebt werden. Auch hatte sie Hirnbluten was erst nach fast 4 Wochen beim Kinderarzt erkann wurde.
Seitdem hat sie eine extreme Entwicklungsverzögerung und kann mit fast drei Jahren immer noch nicht laufen und die Ärzte können mir nicht sagen WARUM....
Es ist einfach nur schrecklich und peinlich für das Krankenhaus und insgesammt wünsche ich soetwas nicht mal meinem schlimmsten Feind!!!

Liebe Grüße eure Kathi