Gast
15.04.2002, 20:33
Hallo,
unser Sohn Yannick ist mittlerweile 5 Jahre alt (wird im Juni 6).
Bei ihm besteht schon seit mehreren Jahren eine Entwicklungverzögerung (sowohl
in sprachlicher Hinsicht als auch im Rahmen der Wahrnehmung!) - auch körperlich
kommt er eher einem Vierjährigem (fast Fünfjährigem) näher.
Da er schon im Mutterleib aus nicht zu erklärenden Gründen aufhörte zu wachsen
und die Gefahr einer Vergiftung durch das Fruchtwasser nicht auszuschliessen
war, wurde Yannick 3 Wochen vor dem geplanten Geburtstermin auf die Welt
geholt. Das hatte zur Folge, dass er nun eine Woche vor dem Stichtag zur
Regeleinschulung geboren war, was uns jetzt vor besondere Probleme stellt.
Wir waren in der mehr oder weniger glücklichen Lage schon sehr frühzeitig die
Entwicklungsverzögerung bei Yannick zu erkennen (Mutter ist selbst Erzieherin!)
und haben ihn auch schon entsprechen rechtzeitig bei mehreren Ärzten vorgstellt.
Im Alter von ca. 2 Jahren stellten wir fest, dass Yannick offensichtlich
schlechter hört als seine Altersgenossen und dachten uns, dass einige seiner
Auffälligkeiten damit zusammenhängen könnten (sehr mangelhafte sprachliche
Entwicklung, agressives Auftreten gegenüber Gleichaltrigen, ständiges Versuchen
sich von Gruppen spielender Kinder zurückzuziehen, verängstigtes Verhalten bei
Reizüberflutung - z.B Spaziergang in der Stadt) . Wir gingen also mit ihm zum
Ohrenarzt, der aber trotz Hörtest, der ja bei Kindern in dem Alter auch
schwierig durchzuführen ist, keine Auffäligkeiten feststellte!
Vielmehr erklärte er uns, dass Yannick ja noch reichlich Zeit hat sich zu
entwickeln und das man bis zum 4. Lebensjahr noch nichts mit Sicherheit sagen
kann. Da sich aber Yannicks Entwicklung zusehens verzögerte und die sprachliche
Behinderung sich auch deutlich zeigte bestanden wir über dem Zeitraum von ca.
einem Jahr auf weitere Untersuchungen. Wir suchten in unserer Hilflosigkeit auch
weitere Ärtze auf (natürlich auch den Kinderarzt!)
und baten um Unterstützung. Die Antworten waren in meisten Fällen der
obenerwähnten Erklärung ähnlich - also abwarten!
Wir gaben aber nicht auf und im Rahmen einer Erkrankung der Mandeln, zu deren
Beseitigung Yannick ins Krankenhaus musste stellte sich heraus, dass er auf
einem Ohr sogut wie nichts gehört haben kann, da es - wie man uns sagte -
offensichtlich seit Jahren (womöglich seit der Geburt!) verstopft war!
Nachdem diese Beeinträchtigung behoben war, zeigte Yannicks Verhalten (zumindest
in Kleinigkeiten) sofort Änderung (er fing noch am gleichen Abend an laut zu
trampeln und Geräusche mit allen möglichen Dingen zu machen - man merkte, dass
er offensichtlich die Umwelt anders wahrnahm!).
Dennoch waren große Abschnitte der Entwicklung leider verloren, denn
mittlerweile war Yannick schon über 3 Jahre alt. Obwohl wir die Ärzte auf diesen
Umstand hinwiesen, wies man uns darauf hin, dass noch jede Menge Zeit für
Yannick wäre und dass es viel zu früh sei sich Sorgen zu machen. Also
Unterstützende Maßnahmen und Vorschläge bzw. Ratschläge blieben leider aus.
Lediglich der Kinderartzt erkannte uns zu, dass eine logopädische Therapie
angesagt wäre, da die Sprachbildung ja wirklich in den vorangegangenen Jahren
sehr gelitten hatte!
Nach endlosem Drängen unsererseits kam unser Sohn schließlich zur
teilstationären Behandlung in eine kinderpsychatrische Klinik. Dort hat man
seine Entwicklungsverzögerung umgehend erkannt und uns auch im Umgang mit ihm
sehr viel unterstützende Hinweise zuteil werden lassen. Desweiteren haben wir
auch einen Platz in einem integrativen Kindergarten für unser Kind erhalten, den
er jetzt seit ca. einem Jahr besucht. Die Entwicklung schreitet also für Yannick
in diesem Umfeld und dank der derzeitigen Hilfe voran.
Nun stellt sich uns, wie vorher bereits beschrieben, das "Problem" der
vorzeitigen Entbindung in den Weg. Dadurch, dass Yannick eine Woche vor dem
Einschulungsstichtag geboren wurde, verlangt der Landschaftsverband nun die
Beendigung des Aufenthalts in dem integrativen Kindergartens und versagt jede
weitere Unterstützung - da ja mit Beginn der Einschulung der Landschaftsverband
nicht mehr Kostenträger ist. Wäre Yannick eine Woche später auf die Welt geholt
worden würde diese Frage überhaupt nicht auftauchen!! Die kinderpsychatrische
Klinik hat desweiteren festgestellt und dies auch dem Landschaftsverband
mitgeteilt, dass Yannicks Entwicklungsrückstand ziemlich genau ein Jahr beträgt
(auch körperlich ist er eher zierlich und schmächtig!) und dass die
Wahrscheinlichkeit besteht, dass er diesen Rückstand innerhalb des kommenden
Jahres aufholen kann, wenn man ihn in seiner jetzigen Umgebung belässt und die
integrative Kindergartenarbeit beibehält. Ein Abbruch bzw. der Gang in den
Vorschulkindergarten wird nach Meinung der Erzieher, der Pädagogen und auch des
Arztes der Kinderpsychatrie Yannick wieder deutlich zurückwerfen.
Der Landschaftverband teilte uns mit, dass nur medizinische Gründe aber keine
elterlichen od. "Wünsche" von Pädagogen Berücksichtigung finden und dass ein
weiterer Verbleib in der integrativen Einrichtung nicht unterstützt wird . Wir
sind jedenfalls fest entschlossen uns für unseren Sohn stark zu machen und
hoffen nun auf diesem Weg jemanden zu finden, der ähnliches schon erlebt hat
und/oder uns einen Rat geben kann, wie wir uns verhalten können um unserem Kind
einen möglichst chancengleichen Start ins Leben ermöglichen zu können.
Ich weiß, dass dies hier keine "Meckerecke" sein soll und hoffe auch das mein
Schreiben auch nicht so verstanden wird (obwohl man sich schon deutlicher
Entrüstung nicht erwehren kann, wenn so der Staat für seine Kinder sorgt!).
Wir sind für jeden Hinweis dankbar!
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!
unser Sohn Yannick ist mittlerweile 5 Jahre alt (wird im Juni 6).
Bei ihm besteht schon seit mehreren Jahren eine Entwicklungverzögerung (sowohl
in sprachlicher Hinsicht als auch im Rahmen der Wahrnehmung!) - auch körperlich
kommt er eher einem Vierjährigem (fast Fünfjährigem) näher.
Da er schon im Mutterleib aus nicht zu erklärenden Gründen aufhörte zu wachsen
und die Gefahr einer Vergiftung durch das Fruchtwasser nicht auszuschliessen
war, wurde Yannick 3 Wochen vor dem geplanten Geburtstermin auf die Welt
geholt. Das hatte zur Folge, dass er nun eine Woche vor dem Stichtag zur
Regeleinschulung geboren war, was uns jetzt vor besondere Probleme stellt.
Wir waren in der mehr oder weniger glücklichen Lage schon sehr frühzeitig die
Entwicklungsverzögerung bei Yannick zu erkennen (Mutter ist selbst Erzieherin!)
und haben ihn auch schon entsprechen rechtzeitig bei mehreren Ärzten vorgstellt.
Im Alter von ca. 2 Jahren stellten wir fest, dass Yannick offensichtlich
schlechter hört als seine Altersgenossen und dachten uns, dass einige seiner
Auffälligkeiten damit zusammenhängen könnten (sehr mangelhafte sprachliche
Entwicklung, agressives Auftreten gegenüber Gleichaltrigen, ständiges Versuchen
sich von Gruppen spielender Kinder zurückzuziehen, verängstigtes Verhalten bei
Reizüberflutung - z.B Spaziergang in der Stadt) . Wir gingen also mit ihm zum
Ohrenarzt, der aber trotz Hörtest, der ja bei Kindern in dem Alter auch
schwierig durchzuführen ist, keine Auffäligkeiten feststellte!
Vielmehr erklärte er uns, dass Yannick ja noch reichlich Zeit hat sich zu
entwickeln und das man bis zum 4. Lebensjahr noch nichts mit Sicherheit sagen
kann. Da sich aber Yannicks Entwicklung zusehens verzögerte und die sprachliche
Behinderung sich auch deutlich zeigte bestanden wir über dem Zeitraum von ca.
einem Jahr auf weitere Untersuchungen. Wir suchten in unserer Hilflosigkeit auch
weitere Ärtze auf (natürlich auch den Kinderarzt!)
und baten um Unterstützung. Die Antworten waren in meisten Fällen der
obenerwähnten Erklärung ähnlich - also abwarten!
Wir gaben aber nicht auf und im Rahmen einer Erkrankung der Mandeln, zu deren
Beseitigung Yannick ins Krankenhaus musste stellte sich heraus, dass er auf
einem Ohr sogut wie nichts gehört haben kann, da es - wie man uns sagte -
offensichtlich seit Jahren (womöglich seit der Geburt!) verstopft war!
Nachdem diese Beeinträchtigung behoben war, zeigte Yannicks Verhalten (zumindest
in Kleinigkeiten) sofort Änderung (er fing noch am gleichen Abend an laut zu
trampeln und Geräusche mit allen möglichen Dingen zu machen - man merkte, dass
er offensichtlich die Umwelt anders wahrnahm!).
Dennoch waren große Abschnitte der Entwicklung leider verloren, denn
mittlerweile war Yannick schon über 3 Jahre alt. Obwohl wir die Ärzte auf diesen
Umstand hinwiesen, wies man uns darauf hin, dass noch jede Menge Zeit für
Yannick wäre und dass es viel zu früh sei sich Sorgen zu machen. Also
Unterstützende Maßnahmen und Vorschläge bzw. Ratschläge blieben leider aus.
Lediglich der Kinderartzt erkannte uns zu, dass eine logopädische Therapie
angesagt wäre, da die Sprachbildung ja wirklich in den vorangegangenen Jahren
sehr gelitten hatte!
Nach endlosem Drängen unsererseits kam unser Sohn schließlich zur
teilstationären Behandlung in eine kinderpsychatrische Klinik. Dort hat man
seine Entwicklungsverzögerung umgehend erkannt und uns auch im Umgang mit ihm
sehr viel unterstützende Hinweise zuteil werden lassen. Desweiteren haben wir
auch einen Platz in einem integrativen Kindergarten für unser Kind erhalten, den
er jetzt seit ca. einem Jahr besucht. Die Entwicklung schreitet also für Yannick
in diesem Umfeld und dank der derzeitigen Hilfe voran.
Nun stellt sich uns, wie vorher bereits beschrieben, das "Problem" der
vorzeitigen Entbindung in den Weg. Dadurch, dass Yannick eine Woche vor dem
Einschulungsstichtag geboren wurde, verlangt der Landschaftsverband nun die
Beendigung des Aufenthalts in dem integrativen Kindergartens und versagt jede
weitere Unterstützung - da ja mit Beginn der Einschulung der Landschaftsverband
nicht mehr Kostenträger ist. Wäre Yannick eine Woche später auf die Welt geholt
worden würde diese Frage überhaupt nicht auftauchen!! Die kinderpsychatrische
Klinik hat desweiteren festgestellt und dies auch dem Landschaftsverband
mitgeteilt, dass Yannicks Entwicklungsrückstand ziemlich genau ein Jahr beträgt
(auch körperlich ist er eher zierlich und schmächtig!) und dass die
Wahrscheinlichkeit besteht, dass er diesen Rückstand innerhalb des kommenden
Jahres aufholen kann, wenn man ihn in seiner jetzigen Umgebung belässt und die
integrative Kindergartenarbeit beibehält. Ein Abbruch bzw. der Gang in den
Vorschulkindergarten wird nach Meinung der Erzieher, der Pädagogen und auch des
Arztes der Kinderpsychatrie Yannick wieder deutlich zurückwerfen.
Der Landschaftverband teilte uns mit, dass nur medizinische Gründe aber keine
elterlichen od. "Wünsche" von Pädagogen Berücksichtigung finden und dass ein
weiterer Verbleib in der integrativen Einrichtung nicht unterstützt wird . Wir
sind jedenfalls fest entschlossen uns für unseren Sohn stark zu machen und
hoffen nun auf diesem Weg jemanden zu finden, der ähnliches schon erlebt hat
und/oder uns einen Rat geben kann, wie wir uns verhalten können um unserem Kind
einen möglichst chancengleichen Start ins Leben ermöglichen zu können.
Ich weiß, dass dies hier keine "Meckerecke" sein soll und hoffe auch das mein
Schreiben auch nicht so verstanden wird (obwohl man sich schon deutlicher
Entrüstung nicht erwehren kann, wenn so der Staat für seine Kinder sorgt!).
Wir sind für jeden Hinweis dankbar!
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!