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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorstellung: Mama u. Kind mit Asperger


Gast
18.11.2005, 18:58
Hallo,

ich bin eine alleinerziehende Mama mit einem 5jährigem Sohn, Asperger.
Es war ein langer und beschwerlicher Weg bis er vor einigen Monaten im Autistenzentrum diagnostiziert wurde.
Das ist geschafft!
Die nächste Aufgabe besteht darin, die Rechte meines Sohnes durchzusetzen, da gibt es Teilerfolge zu verbuchen. Die Therapiestunden im Autistenzentrum sind genehmigt u. die Kostenzusage liegt vor.
Antrag auf Behindertenausweis läuft, ebenso Antrag auf integrative Beschulung u. Schulbegleiter.
Ja,, so ganz nebenbei gehe ich arbeiten und kümmere mich eben um mein besonderes Kind. Ich liebe ihn sehr , aber es ist nicht immer ganz leicht und manches mal würde ich gerne die Flinte ins Korn werfen, aber es muss ja weitergehen, nicht wahr?
So habe ich mit enormen Energieaufwand erreicht, das er einen Schwimmkurs besucht, (wird dort echt super betreut) und habe uns ein soziales Netz aufgebaut, nicht ganz einfach, bei seinem Verhalten, es wackelt immer mal wieder.
Will mich aber nicht beschweren, habe auch einiges gelernt, durch meinen Sohn, z.B. der Sache auf den Grund zu gehen, sehen, wer wirklich mein Freund ist, übe mich in Gedult und Toleranz. Ist ja auch was, oder?
Ach, wer mehr von uns wissen will:
Liebe Grüsse,
Aspiemama

Gast
18.11.2005, 19:02
Hallo

nochmaliger Versuch:
Sebastians Weg (http://www.sebastian2000.q27.de)

Liebe Grüsse,
Aspiemama

clawi_anna17
19.11.2005, 00:11
Hallo Asperimama!

Herzlich Willkommen hier!


Ich wünsche dir viel Spaß hier!

LG Anna

biene63
14.01.2006, 23:34
Hallo Aspiemama!

Mein Sohn Patrick ist 14. Er ist mittel-bis hochgradig schwerhörig, Asperger-Autist. Schlaffer Muskeltonus, dadurch jetzt beginnende Skoliose. ADS-hypoaktiv

Selbst hab ich ebenfalls Asperger-typische Erfahrungen. Ich bin sensorisch übersensitiv. ADS-hypoaktiv.

Mein älterer Sohn ist 17, hat Erfahrungen mit extremer Winkelfehlsichtigkeit. ADS-hyperaktiv, Legasthenie.

Wir alle drei bekommen Ergotherapie, mit grossem Erfolg.

Ich lerne seit knapp vier Jahren Deutsche Gebärdensprache. Dadurch kann ich mich jetzt immer besser spüren, weil nun erstmals in mir ein "Körperschema" entsteht.

Mein Hauptproblem:
Ich hab grosse Probs, anderen "Helfern" klarzumachen, dass ich keinerlei Hilfe benötige, mir die Behinderungen, Defizite, Schwächen meiner Kinder erklären, deuten oder sonstwie beizubringen. Gleichfalls sehe ich gut unsere Stärken, da Potential. Im Gegenteil: Den grössten Teil der Frühförderung hab ich mit viel Erfolg selbst geleistet - korrekt! Ich hab Lernhilfen entwickelt....und verstehe ziemlich viel von dem, wie der individuelle Entwicklungsstand beim jeweiligen Sohn ist. Ich bin ein Extrem-Autodidakt, wie alle Autisten.

Aber: Ich hab ganz grosse Probs, meinen Kindern die "Normalität" beizubringen - da ich selbst sie nicht kenne bzw niemals erfahren hab. Genau von dem Kenntnisstand einer "normalen Entwicklung" scheinen die "Helfer" aber auszugehen, wenn sie sich so sehr bemühen, "helfend in das Familien-System einzugreifen".

Ich brauche-suche Unterstützung von anderen "normalen Eltern" mit Asperger-betroffenen Kindern, die mir verraten können, was "normal ist bzw als normal erwartet wird".

Das meiste des Erwarteten kann ich mir per Verstand und nach viel Rätselraten ja selbst erschliessen.....aber Vieles ist mir dennoch immer weiter unerklärlich. Es ist ungefähr wie mit eingeschlafenen Füssen über Glatteis laufen. Ich weiss per Verstand, was zu tun ist - aber erspüren kann ich es nicht!

Wer weiss Hilfe?
Danke fürs Lesen, lg von biene63

Gast
21.02.2006, 20:24
Hallo Asperimama und biene63,

ich war schon mal im Chat, aber eher selten, da ich kaum Zeit habe. Ich bin auch alleinerziehend, berufstätig und habe 2 Kinder. Mein ältester Sohn ist 12 und auch ein Aspi, mein jüngerer ist 10 und gesund. Die Diagnose wurde mit 9 Jahren gestellt, nach einem sehr langen Weg, von Arzt zu Arzt. Ich würde mich auch gerne austauschen, denn vieles was er macht oder auch nicht kann ich oft nicht verstehen, ebenso was er fühlt, und was nicht. Es fällt mir schwer mich hineinzuversetzen, weil ich ja dieses Problem nicht habe. Ich muss unbedingt mal wieder in euren Chat kommen, übrigens auch viele liebe Grüße an Clawi.

Liebe Grüße
Heidi

biene63
07.03.2006, 00:10
Hallo! http://www.intakt.info/forum/images/smilies/biggrin.gif

Ich bin ...glaub ich...recht froh! Warum?
Am Mittwoch letzter Woche war eine Hilfekonferenz in Patricks Schule. Da haben die meisten der derzeitigen helfenden Bezugspersonen beisammen gesessen. Wir haben überlegt, wie es weitergehen kann.

Ich hatte solche Super-Angst, dass auch diesmal die Asperger-Betroffenheit auf schulischer Seite wieder nicht ernst genommen würde.

ABER:diesmal war es gaaaanz anders! Was?
Sowohl die Schulhelferin (gestellt vom AutistenVerband) als auch die Amublanz-Lehrerin für entwicklungsverzögerte Schüler tuteten in gleiche Horn und bestätigten weitgehend meine Beobachtungen...bzw schilderten ihre eigenen Erfahrungen mit Patrick.

Ergebnis: Die Lehrer fühlen sich von Patrick jetzt weniger veralbert. Denn sie haben mehr Basis-Infos bekommen, dass Patrick wirklich die Probleme hat, wie sie ja auch in den Gutachten stehen....denn bisher hatte ja immer nur ich bzw dr Einzelfallhelfer entsprechend gehört....und konnten das nicht ernstnehmen. Aber nun mit dieser "enormen fachlichen" Unterstützung?....da ging es nun!

Übrigens: Auch die Amulanzlehrerin für Förderschwerpunkt Hören war anwesend....und hat mich bestätigt, dass Reduzierung von Störschall immer hilfreich ist...*freu*
Sie hat auch auf die Notwendigkeit einer Pause alle 30Minuten verwiesen...weil u.a. schwerhörige Schüler sich ihre Pause sonst zwangsweise irgendwie anders holen....(die können einfach nicht mehr auditiv verarbeiten sonst).

Ich bin gespannt auf meine weiteren körper-internen und auch sonstigen Reaktionen. Ich war-bin massiv angespannt....und hoffe, dass ich nun abspannen kann-darf. Ich hoffe, das wird mir möglich sein

@Heidi: Bin gespannt, dich mal im Chat zu erleben. ;)

lg von biene63