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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kindergartenwechsel


Gast
25.02.2002, 06:31
Hallo!
Mein Sohn Jendrik hat eine Sprach-und Entwicklungsverzögerung von ca. einem Jahr. Er ist jetzt 3 Jahre und 8 Monate alt und besucht seit August 2001 einen Katholischen Kindergarten. Unser damaliger Kinderarzt war der Meinung, daß sich die Verzögerung "auswachsen" würde und wir uns keine Gedanken machen sollten. Der Kindergarten ist eine der besten Einrichtungen vor Ort, hat jedoch keine Fördermöglichkeiten. Bei uns im Neubaugebiet wird nun eine Kindertagesstätte der Lebenshílfe gebaut. Ich habe meinen Sohn schon vor 2 Jahren dort angemeldet, weil er eben bei uns in der Nähe ist. Nachdem nun unser Kinderarzt in Rente gegangen ist, habe ich durch die neue Kinderärztin Krankengymnastik nach Voita und Ergotherapie bekommen, auf die Jendrik auch sehr gut anspricht. (Krankengymnastik weil er einen sehr Hypothonen Muskeltonus hat)
Als Jendrik nun von der Amtsärztin begutachtet wurde, wegen Frühförderung, habe ich diese gefragt ob Jendrik eventuell in einer Integrationsgruppe besser aufgehoben wäre. Sie meinte daraufhin, daß sie einen Wechsel befürworten würde und ich bei der Lebenshilfe schon einmal bescheid sagen sollte. Dies habe ich auch gleich getan und mir wurde ein I-Platz zugesichert. Sicherlich weiß ich, daß er dort besser gefördert werden kann trotzdem fällt mir ein Wechsel schwer. Jendrik fühlt sich in "seinem" Kindergarten sehr wohl und geht auch gerne hin. Leider bekomme ich von Seiten der Erzieherinnen kaum Unterstützung da wir 25 Kinder in der Gruppe haben und sie auf einzelne "Schicksale" keine Rücksicht nehmen können.
Vielleicht hat ja hier im Forum jemand Erfahrungen mit der Arbeit der Lebenshilfe oder über die Pädagogische Arbeit in Integrationsgruppen. Leider kann ich mir den Kindergarten ja nicht ansehen oder mit der Leitung unseren Fall besprechen.
Schon mal vielen Dank im Vorraus.
Gruß Andrea Becker

Hildegard Metzger
25.02.2002, 09:49
Hallo Andrea,

die Lebenshilfe besteht aus vielen kleinen Ortsvereinigungen, die voneinander unabhängig sind. Du musst in jedem Fall die entsprechenden Gruppen selbst anschauen um Dir eine Meinung zu bilden.

Warum kannst Du nicht den Kindergarten anschauen oder mit der Leitung sprechen? Das ist doch Dein gutes Recht! Bist Du Dir sicher, dass es sich um eine Integrationsgruppe handelt? Zumindest in Unterfranken gelten die rechtlichen Vorgaben, dass eine "Mischung" von 2:1 gegeben ist, also z.B. 10 Kinder ohne und 5 Kinder mit Behinderung.

Grundsätzlich davon zu unterscheiden ist die Einzelintegration im Regelkindergarten. Vielleicht nutzen Dir die Angaben auf den Seiten von Intakt (Integration im Regelkindergarten (http://www.intakt.info/anlaufstellen/integration_kindergarten.htm)). Von Region zu Region gelten sicherlich unterschiedlichste Maßgaben, aber vielleicht gibt es auch bei Dir die Möglichkeit, Einzelfallhilfe (BSHG) oder Eingliederungshilfe (KJHG) zu beantragen, damit für Jendrik eine Fachkraft im Regelkindergarten bezahlt werden kann.

Meiner Meinung nach hat es aber keinen Sinn, ein von Behinderung bedrohtes Kind ohne weitere Förderung im Regelkindergarten zu belassen. Speziell Sprachentwicklungsverzögerungen wachsen sich nicht aus, sodern führen in den meisten Fällen zu nachvollgenden Problemen (z.B. Lese-Rechtschreibschwäche).

Warst Du schon bei einer Frühförderstelle? Falls nein, dann solltest Du so schnell wie möglich mit einer solchen Stelle Kontakt aufnehmen, z.B. auch um zu klären, ob ein Sprachheilkindergarten der geeignete Ort wäre.

Für diese vielen Fragen brauchst Du eine kompetente Kontaktadresse. Frühförderstellen können Dich hierbei umfassend beraten ( *Adressen von Frühförderstellen (http://www.intakt.info/anlaufstellen/fruedeu.htm)). Wichtig ist, dass nicht nur die Meinung von Ärzten, sondern auch von Psychologen und Pädagogen eingeholt wird.

Viel Glück

Gast
26.02.2002, 05:48
Hallo!
Vielen Dank für den Beitrag auf meine Anfrage!
Ich hatte mich aus eigenen Stücken an die Frühförderstelle hier bei uns im Ort gewannt und Jendrik wurde dort dann auch angesehen. Daraufhin mussten wir zur Amtsärztin, die uns auch die Notwendigkeit der Frühförderung bestätigt hat. Den Bescheid vom Kreis über die Kostenübernahme haben wir bereits erhalten. Die Amtsärztin hatte mir bei der Begutachtung (was für ein fürchterliches Wort !) bereits mitgeteilt, daß die einen Integrationsplatz befürworten würde. In unserem Bescheid steht auch drin, daß die Frühförderung bis zum Eintritt in einen Integrativen Kindergarten bewilligt ist. Den Lebenshilfe-Kindergarten kann ich mir leider nicht ansehen, weil er noch nicht fertiggebaut ist. Die Stelle der Kindergartenleitung ist auch noch nicht besetzt und somit habe ich keinen direkten Ansprechpartner. Ich kenne die Frühförderung schon von meinem ältesten Sohn und habe mir nun dort noch einmal einen Termin geben lassen.
Nach Auskunft der Geschäftsstelle, hat der Leiter selbst schon einen Kindergarten geleitet und kann mir diesbezüglich wohl weiterhelfen. Am meisten interessiert mich eh, ob Jendrik in dem Kindergarten eine feste Bezugsperson bekommt und wie im allgemeinen die Personalstärke in der Integrationsgruppe ist. Wie viele behinderte Kinder sich letztendlich in der Gruppe befinden werden steht noch nicht fest, da die Gruppen noch nicht zusammengestellt wurden. (Die gesammte Organisation befindet sich ja noch in der Planung!)
Viele liebe Grüsse von Andrea

Gast
28.02.2002, 08:39
Hallo Andrea,
wann ist der Kindergarten der Lebenshilfe denn fertig? Wenn es noch sehr lange dauert ist es vielleicht zu spät!
Gibt es in Deiner Region Möglichkeiten, eine Fachkraft für den Regelkindergarten zumindest Stundenweise einzustellen? Frag doch einmal beim Jugendamt und bei dem Bezirk nach. In einem solchen Fall würde Jendrik im Kindergarten (wo er jetzt ist) ebenfalls gefördert und eine "Umschulung" in den integrativen Kindergarten wäre unter Umständen gar nicht nötig.

Wie umfangreich wird Jendrik bei der Frühförderstelle gefördert?

Ciao, Markus

yvonnejanssen
28.02.2002, 23:43
Hallo Andrea,

falls es mit dem Lebenshilfe Kindergarten nicht klappen sollte, dann versuche doch mal über die Gesundheitsamtsärzin einen Zivi für dein Kind zur 1:1 betreuung für den Kindergarten zu bekommen. Unsere Tochter war auch in einem regelkindergraten mit Inegtration und hatte einen Zivi für sich zur vollen Betreuung und zur Unterstützung. Es wurde bei uns auch über die Gesundheitsamtsärzin verordnet und bezahlt hat es das Amt für Soziale Dienste.
Viele Grüße
Yvonne

Gast
08.03.2002, 18:17
Hallo Andrea,

auch ich habe eine kleine tochter mittlerweile acht Jahre alt.
Wir haben das gleiche durchgemacht wie Ihr.Auch sie ist entwicklungsgestört und wir haben ein Jahr für ein Integrationsplatz gekämpft ,ein verlorenes Jahr wie ich heute weiß.Dein Kind braucht unbedingt die richtige Fördrung und das sollten Menschen sein die sich WIRKLICH damit aus kennen.Unsere Tochter ist dann in den heilpädagogischen Kindergarten in die Lebenshilfe gegangen und auch ich hatte anfangs Schwierigkeiten damit weil ich immer dachte sie gehört doch nicht zu den Behinderten es hat lange gedauert bis ich eingesehen habe das sie genau da in den besten Händen ist.Mein Rat ist nun denk einfach nochmal richtig über dein Kind nach und überlege was ist der richtige Weg für meun KIND.Was sagt eigentlich die Frühförderung ?

Ich wünsche Euch alles Gute Du kannst Dich jederzeit an uns wenden wenn du noch einen Rat brauchst.Hier meine E-Mail Adresse:guenteradolph@t-online.de

Gast
12.03.2002, 04:18
Hallo!
Ersteinmal vielen Dank für die vielen Beiträge!
Ich hatte mitlerweile ein Gespräch mit dem Leiter der Frühförderstelle (Lebenshilfe) der mir von der Geschäftsstelle empfohlen worden ist. Er kennt Jendrik, denn er hat ihn im Rahmen der Frühförderung selbst begutachtet.
Ich kann mir nun ein sehr gutes Bild von der Arbeit in einer Integrationsgruppe machen und habe mich nun auch für einen Wechsel entschieden. Gestern hat sich nun die zukünftige Kindergartenleiterin bei mir gemeldet. Sie kommt morgen (Mittwoch) vorbei um uns kennenzulernen und sich Jendrik einmal anzusehen. Ich finde es sehr gut, daß sie sich ein Bild vom Förderbedarf macht noch bevor der Kindergarten eröffnet wird.
Ich werde morgen über das Gespräch berichten.
Einen schönen Dienstag wünscht Andrea