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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kindergarten finden...


Gast
11.04.2004, 13:22
Schöne Ostern zusammen,

heute haben wir auch mal wieder ein Problem: Leonie hat ja DS und ist jetzt am 09.04. 1 Jahr alt geworden. So langsam müssen wir uns Gedanken über einen Kindergartenplatz machen. Wir wissen aber gar nicht wie wir das anstellen sollen. Bei uns in der näheren Umgebung zu Fuss zu erreichen (wir wohnen in einem Vorort von Köln) gibt es 3 Kindergärten. Diese haben uns auf mündliche Anfrage mitgeteilt, das sie keine behinderten Kinder aufnehmen würden. Können die das einfach so machen, oder gibt es irgenwelche Gesetze hierüber? Eine Anfrage bei einem Mitarbeiter der Stadt Köln ergab, das es in unserer Umgebung 2 Einrichtungen gibt, die auch behinderte Kinder aufnehmen. Die erste ist mit der Strassenbahn erreichbar (2 Haltestellen) aber sehr ungünstig gelegen.Er grenzt mit dem Garten unmittelbar (nur durch einen hohen Drahtzaun getrennt) an die Hauptverkehrsstrasse unseres Ortes, wo ständig Autos und vor allem auch LKW fahren. Wir möchten eigentlich nicht, das unser Kind diese ganzen Abgase direkt und unmittelbar abbekommt. Gesund ist das sicherlich nicht. Der 2 Kindergaten ist ebenfalls in einem anderen Ortsteil und für uns nur mit dem Auto erreichbar. Entfernung ca. 5 Kilometer. Diesen möchten wir eigentlich auch nicht, denn wir haben nicht immer ein zweites Auto um unser Kind dorthin zu bringen.
In dem Ortsteil (Porz-Zündorf) gibt es genügend Kindergärten, mind. 5 oder 6 Sück) aber keiner will unsere Tochter aufnehmen. Dies ist für uns sehr unbefriedigend und damit wollen wir uns keinesfalls abfinden.
Welche Möglichkeiten haben wir hier irgendetwas zu tun? Es heisst doch immer, das Integration so wichtig ist. Und wir wollen auf jeden Fall das unsere Tochter nicht nur mit behinderten aufwächst - sie hat zwar das Down-Syndrom, ist aber ansonsten nicht behindert und hat keine sonstigen Einschränkungen.

Für Antwortenn zu diesem Thema wären wir euch wirklich sehr dankbar!!

Liebe Grüsse
Harald

Gast
11.04.2004, 13:28
Ich möchte noch etwas nachtragen, da es möglicherweise wichtig ist: Leonie hatte von Geburt an einen Herzfehler. Dieser wurde im Alter von 6 Monaten korrigiert und sie ist nun geheilt (naja, nicht herzgesund, aber voraussichtlich hat sie keine Einschränkungen dadurch, wenn sie keinen Leistungssport betreiben will...). Dadurch hat sie einen Schwerbehindertenausweis mit 100% und B, G und H bekommen, der ihr sicherlich nun nicht mehr zusteht. Aber er ist gültig bis 2008. Ausserdem erhalten wir für Leonie Pflegegeld der Stufe 1, da sie seit ihrer Geburt durch die Herzschwäche nicht getrunken hat und sehr pflegebedürftig war.
Ich schreibe dies, da es möglicherweise gesetze gibt, die hier die Integration vereinfachen oder erschweren könnten ??

Wir sind völlig ratlos...

Gruss
Harald

gisibabe
11.04.2004, 18:54
Erstmal: Frohe Ostern :-)

Hallo Harald,

ich denke, dass es für Eure Tochter sicherlich gut sein wird in einen Heilpädagogischen Kindergarten zu gehen. Dort wird sie entsprechend gefördert und kann dort auch evtl. notwendige Therapien (KG, Ergo, Logo) bekommen.

Wegen der Entfernung würde ich mich an Deiner Stelle mal erkundigen wegen eines Fahrdienstes. Frag einfach mal dem entsprechenden Kindergarten nach. Ich glaube beim Sozialamt bekommt man auch Auskunft (oder Jugendamt) Man muss dann einen Antrag auf Eingliederungshilfe stellen. Den braucht man auch für den Heilp. Kindergarten.

Hoffe Dir ein wenig geholfen zu haben
mfg
Marika

Gast
11.04.2004, 21:47
lieber harald,

mein sohn ist körperbehindert und hat beste erfahrungen im integrationskindergarten gemacht, wo übrigens auch immer kinder mit ds waren, die bestens gefördert wurden (ergotherapie, Sprachtherapie oder was halt nötig war). gut gefallen hat uns immer, daß viele therapiestunden wegfielen, weil er automatisch viel motivierter war, z.b. deutlicher zu sprechen und seinen sprachschatz zu erweitern, oder seine art der fortbewegungen auszubauen, weil er ja hier freunde hatte und nicht abgekapselt eine therapeutin an ihm rumgebastelt hat. er hat daher heute ein sehr lockeres verhältnis zu sich selbst und besucht eine regelschule, 3. klasse, nachdem er kurzzeitig die erfahrung einer förderschule machen mußte, wo er als schwerstebehinderter der klasse auch immer der war, der am längsten warten mußte, und die einschätzung bekam, daß er ja eh nicht "mitkommen" könnte.

wünsche viel glück bei der entscheidungsfindung,
erika
viele gute tipps bietet hier auch der "down-syndrom ev"

Gast
11.04.2004, 22:50
Hallo harald

EIn normaler Regelkindergarten muss keine behinderten Kinder aufnehmen. Können sie auch nicht, weil diese Integrationseinrichtungen heilpädagogische Erzieher und Betreuer braucht und auch sonst gewisse Grundvoraussetzungen erfüllen muss, um behinderte Kinder aufnehmen zu können.
Du als Vater willst ja schliesslich auch, dass dein Kind bestmöglich betreut und versorgt wird. In einem regelkiga ist meist nur eine Erzieherin für 10-15 Kinder zuständig und könnte sich gar nicht noch um ein behindertes Kind kümmern. Deshalb gibt es in Integrationseinrichtungen 2 Betreuer, einer wie gesagt muss eine heilp. Ausbildung besitzen und ist vorwiegend dann nur für die beh. Kinder zuständig. Bei meiner Tochter durften damals 12 gesunde und bis 3 Integrationskinder in die Gruppe.

Ausserdem ist in Integrationseinrichtungen oftmals auch eine Physiotherapeutische Behandlung möglich. Wie auch mitunter Sprachförderung und und und. Also wäre ein Integrationskiga auf jeden Fall die bessere Variante. Wenn es nicht gar die einzige Möglichkeit ist.

Alles Gute und noch Frohe Ostertage
Anke

Gast
12.04.2004, 15:44
Hallo, ich bin gerade durch zufall hier im Forum gelandet. Zu diesem Thema kann ich nur sagen, das ihr unbedingt euer Kind in einem Integrationskiga geben solltet. Meistens haben solche Kindergärten einen Fahrdienst. Wenn nicht, kann man, so ist es bei uns in Niedersachsen, sein Kind mit dem Taxi bringen lassen und die Stadt oder das Land übernimmt die Kosten. ihr solltet euch auf jeden Fall danach erkundigen.
Gruß Karin http://www.intakt.info/forum/images/smilies/glare.gif

Heike&3
12.04.2004, 23:28
Hallo Harald,

ob behinderte Kinder in Regel-Kindergärten aufgenommen werden müssen, ist (leider) von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.

Wir wohnen in Hessen - und hier wurden vor einigen Jahren die heilpädagogischen Kindergärten völlig abgeschafft; Integration ist mittlerweile fast schon Normalität in hessischen Kindergärten! Behinderte Kinder sollen, wenn irgend möglich, in ihrem Wohnort in den Kindergarten gehen. Was Anke geschrieben hat, gilt in Hessen auf keinen Fall. Hier wird eine Integrationsmaßnahme beantragt - wenn diese genehmigt wird (was meistens der Fall ist), bekommt der Kindergarten mindestens 15 Personalstunden zusätzlich (und auch das nötige Geld). Außerdem bildet sich das gesamte Kindergartenteam weiter, um nicht nur das behinderte Kind gut betreuen zu können, sondern um Integration in der gesamten Einrichtung zu leben.

Allerdings gibt es vereinzelt Gemeinden, die sich gegen diese neuen Regelungen noch sperren. Da ist es sinnvoll, wenn man die Gesetzeslage kennt und nicht locker lässt.

Bevor ihr euch von den Regelkindergärten "abwimmeln" lasst, erkundigt euch doch einmal in eurer Frühförderstelle, wie die Gesetzeslage in eurem Bundesland aussieht!

Liebe Grüße

Heike

esrie
13.04.2004, 10:02
Hallo Harald

Ich hatte mit Flo auch dieses Problem der Kitasuche. Was hier gar nicht erwäht wurde, ist die Heilpädagogische Tagespflege (Tagesmutter). Flo war auch ca 1 Jahr alt, als er zu seiner Tagesmutter ging, da ich irgendwann auch arbeiten wollte. Sie hatte eine Zusatzqualifikation für behinderte Kinder und auch schon Erfahrung.Ich fand das eigendlich ganz gut, vor allem für die Vorbereitung auf den Kindergarten. Sie waren dort insgesammt 3 Kinder (davon 2 "gesunde") und so konnte sich die Tagesmutter ganz gezielt mit Flo beschäftigen und ihn fördern. Ich denke im Alter von einem Jahr gehen die Kinder in einer normalen Kita auch irgendwie unter. Falls ihr euer Kind doch in einer Kita unterbringen wollt, achtet darauf das es altersgemischte Gruppen sind( größere und kleine Kinder zusammen)so lernt das Kind auch viel von den "großen".
als ich von ein paar Monaten hier auf Kitasuche war, habe ich bei den Regelkitas auch nur Ablehnungen bekommen. Jetzt ist Floh zum Glück in einer tollen Integrationskita(evangelisch).Dort sind sie normalerweise auch 16 Kids in der Gruppe mit 2 Erzieherinnen wovon eine eine Zusatzausbildung hat.Die Kita arbeitet eng mit der Picklergesellschaft zusammen und sie schauen genau wo Floh Förderung benötigt.Die Therapien finden auch in der Kita statt (lehnen staatliche Kitas meist ab)

liebe Grüße Steffi mit Flo aus Berlin

Ulrich
14.04.2004, 10:17
Hallo Harald,

meine Tochter besuchte einen integrativen Kindergarten.
Dies bedeutete in einer Gruppe waren fünf behinderte und zehn nichtbehinderte Kinder, betreut von zwei Erzieherinen (mit heilpäd. Zusatzausbildung) und bis zu vier Zivis. Für meine Tochter war das super.
Für uns war es gut, weil wir als Eltern eines behinderten Kindes keine Ausnahme waren.
In einem Regelkindergarten, mit wenigen oder nur einem behinderten Kind ist man als Eltern in einer Außenseiterrolle, die es einem nicht ermöglicht aus der Gruppe heraus gegenüber dem Träger oder der Leitung berechtigte Forderungen durchzusetzen.
Im Gegenteil, Erfahrungen von anderen mit der Einzelintegration zeigen, das auch die Eltern nicht behinderter Kinder einem entgegen stehen.
Es gibt aber natürlich auch viele Berichte über gelungene Einzelintegration.
Für die Wahl der Einrichtung sollte dann vielleicht neben Erreichbarkeit, Fahrdienst usw. auch die Erfahrung der Einrichtung mit Behinderung ein wichtiges Kriterium sein.
Hilfe dazu kann Euch sicher eure Frühförderstelle (z.B. von der Lebenshilfe oder AWO) geben.

Ulrich

Ulrich
14.04.2004, 10:36
fast vergessen,
meine Tochter besuchte später auch für 4 Jahre eine integrative Grundschule. Diese war auch (meistens) super.
Hier lernten wir, wie wichtig motivierte Lehrer/Mitarbeiter sind.
Inzwischen besucht sie eine normale Sonderschule (auch ok)

Ulrich

Gast
02.05.2004, 19:53
hallo harald!
das prob kenne ich auch! nsere jana ist querschnittsgelähmt(sie kann mittlerweile krabbeln,aber nicht laufen,ist auf den rolli angewiesen)jana ist jetzt 2 1/2.
vor über einem jahr haben wir beschlossen,daß ana nicht in einen heilpädagogischen kiga gehen soll,weil sie von anfang an das "normale" leben haben soll,d.h. mit ihren nachbarskindern in den kiga gehen,mittags abgeholt werden,...
wir haben hier einen kiga,in den auch unsere große geht,der rolligerecht ist.bisher gabs dort aber kiene behinderten kinder!
wir haben jetzt über ein jahr gekämpft,um eine integrationskraft durchzuboxen und letzte woche haben wir den kigaverrtag für jana unterschreiben können!
am 1.november kommt unsere maus in einen stinknormalen regelkiga direkt bei uns um die ecke!

Gast
03.05.2004, 10:05
Hallo alle,

vorab erst einmal Vielen Dank für die vielen verschiedenen Nachrichten. Unsere Entscheidung was wir nun tun werden, fällt uns jetzt noch schwerer als vorher. Aber zumindest wissen wir jetzt, wo die Vor- und Nachteile liegen.

Wahrscheinlich werden wir jetzt erst einmal alle KiGa in unserem Ort anschreiben und fragen, ob einer bereit ist Leonie aufzunehmen. Also eine Einzelintegration versuchen. Uns bleibt ja noch ein bischen (2 Jahre) Zeit. Also können wir das ganze in Ruhe angehen. Sollte keiner der KiGa dazu bereit sein, werden wir Leonie in einem integrativen KiGa anmelden. Sicherlich hätten wir auch die Möglichkeit darum zu kämpfen, das sie eine Einzelintegration bekommt und normalerweise bin ich in dieser Beziehung auch recht unnachgiebig und scheue die Auseinanderstzung mit den Behörden nicht, aber in diesem Falle wären wir auch mit einer integrativen Einrichtung einverstanden, da eben hier die Förderungsmöglichkeiten besser sind. Und da ihr alle damit gute Erfahrungen gemacht habt, kann es so schlecht nicht sein ;)

Und je nach Entwicklungsstand von Leonie nach dem KiGa haben wir ja dann u. U. noch den Kampf um die Integration in eine Regelschule. Und diesen werden wir dann auch führen, wenn wir der Meinug sind, das Leonie es braucht und kann. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg...

@Steffi, danke für den Hinweis mit der Tagesmutter. Aber das steht bei uns nicht zur Debatte. Leonie soll frühestens mit 2 1/2 oder erst 3 Jahren in einen KiGa gehen. Bis dahin kümmern wir uns selber um sie. Ehrlich gesagt, auch wenn unser Kind keine Behinderung hätte, käme dies für uns nicht in Frage. Ich möchte mein Kind die ersten Jahre doch lieber alleine erziehen und kann mir ehrlich gesagt überhaupt nicht vorstellen, ein 1-jähriges Kind für den halben Tag einer fremden Frau zu überlassen :-( Dies soll jetzt keineswegs deine Entscheidung in Frage stellen!! Es kommt eben immer auf die Umstände an. Aber bei uns ist dies eben nicht notwendig und für uns beide auch undenkbar.

Vielen Dank nochmals für eure Meinungen und: Falls noch jemandem etwas einfällt - Immer her damit ;-)

Schöne Grüsse
Harald