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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hallo, bin neu hier


Nico74
04.04.2006, 17:49
Hallo,
ich bin 30 Jahre alt und alleinerziehende Mutter eines 4 jährigen Sohns. Er hat tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die nicht genauer bezeichnet sind und er leidet unter Schlafproblemen. Seine Entwicklung ist ca um 2 Jahre verzögert. Er ist ein hyperaktives Kind, der nur Flausen im Kopf hat und einen sehr fordert. Bis auf seine Motorik sind alle Bereiche betroffen.
Ich weiß ich bin neu hier, aber im Moment bin ich ohne jede Perspektive. Bin mir nicht sicher wie es weiter gehen soll. Ich hoffe auf ein paar gute Tipps und ein paar aufbauende motivierende Worte.
Meine momentane Situation sieht wie folgt aus: Ich lebe notgedrungen von der Sozialhilfe, da mein Sohn zwar in den Kiga geht, aber wir sind immer die ersten die gefragt werden ob ich mein Kind zuhause lassen kann, weil es zB Personalengpässe gibt. Neben dem ist er auch in letzter Zeit oft krank gewesen und mir geht es im Moment auch nicht so gut. Das macht doch kein Arbeitgeber auf Dauer mit. Aber mit meinem Geld komme ich vorne und hinten nicht lang. Was steht mir eigentlich zu? Gibt es Stellen, wo ich noch Unterstützung bekommen kann. Pflegegeld habe ich beantragt, aber die Bewilligung werde ich wohl nicht durch bekommen. Mein Ex-Partner stellt mir zur Zeit ein Auto, brauch man hier auf dem Land auch, aber nun ist das Ding kaputt und die Reparatur, bzw ein neueres kann ich mir nicht leisten. Muss ich jetzt alle meine Träume begraben?
Bei mir geht es seit Jahren nur noch bergab. Ich möchte meinem kleinen Schatz doch was bieten können.
Ich komme mir vor wie ein Versager. Nichts läuft in meinem Leben mehr richtig. So kann das doch nicht weitergehen. Ich war eigentlich immer ein positiv denkender Mensch, aber im Moment habe ich viele Zweifel. Es ist alles nicht so einfach, wenn mal vor Allem alleine steht und keine starke Schulter hat, wo man sich mal anlehnen kann.
Sorry, das ich euch gleich beim ersten Mal so zutexte.
Trotzdem liebe Grüße Nico

biene63
05.04.2006, 21:17
Hallo Nico![B] http://www.intakt.info/forum/images/smilies/biggrin.gif

Ich glaub Dir, daß Du derzeit volle Kanne im Streß bist.

Ich glaub, JEDER von den hier postenden Eltern kennt solche Zeiten.

Wir alle mussten und-oder müssen immer noch durch sehr schmerzhafte und alle in der Familie stark irritierende Zeiten der Diagnostik.
Es ist ausgesprochen belastend für alle Beteiligten, bis ein halbwegs gangbarer Weg gefunden ist....und diesen Weg dann zu gehen - gehen zu müssen, ist selbst oft auch nicht unbedingt einfach.

Erste-Hilfe-Vorschlag an Dich:
- Hast bzw kennst Du Eltern und-oder Selbsthilfegruppen in für Dich erreichbarer Nähe...die Du persönlich besuchen kannst bzw von denen Du im Austausch besucht werden kannst?

- Ich weiss nicht, ob bei Deinem Kind eine "Geistige Behinderung" zutrifft. Aber mir ist bekannt, dass Du Aktive des Vereines "LEBENSHILFE" in ganz vielen Regional-Verbänden findest. Vielleicht findest Du auch in einen solchen Ortsverband in Deiner räumlichen Nähe?

- Welche Fördermöglichkeiten wurden Dir für Dein Kind bereits angeboten?

Bitte an Dich: Poste bitte weitere Details von Deinem Sohn.

Beispiel: Wie war die motorische Kleinkind-Entwicklung? (kriechen, krabbeln, laufen, selbständig sitzen:war wann möglich) Wie ist die sprachliche Entwicklung? (Wie ist die auditive Verarbeitung, wird besser Sprache oder Musik verarbeitet-erkannt, besser Melodie oder Rhythmus, können Zahlenfolgen erinnert werden, gibt es Echolalie?).Wie ist die Feinmotorik entwickelt? (gezieltes Greifen möglich, existiert schon ein 3Punkt-Griff. Basteln-Malen &Co: Was klappt, was gar nicht?).Wie ist die Visuelle Wahrnehmung (Figur-Hintergrund-Wahrnehmung, räumliches Sehen, Farben erkennen und-oder zuordnen können, visuelles Symbol-Bewusstsein?) Gibt es sterotypes Verhalten? Können alltagspraktische Tätigkeiten zwar zB "nachgeahmt" werden...aber irgendwie "nicht benutzt"?
Gibt es Hinweise auf Sensorische Übersensivitäten (versucht, bestimmte Sinnesreize zu vermeiden). Gibt es Hinweise auf "weisses Geräusch" (Nerven-Eigen-Empfindungen ..Person "schaut nach innen...bzw betrachtet Flocken in der Luft...hört auf innere Geräusche....schmeckt an den Seiten der Zunge usw)

==>Diese Detailfragen hab aus einem mich und meine Kinder sehr tief treffenden Grund gestellt: Ich und mein Sohn Patrick haben recht intensive Erfahrungen mit "autistischen Zügen". Ich und mein Sohn Ralf leben mit starken Sensorischen Übersensivitäten.

Ich halte es für ziemlich wichtig, diesen Bereich "Autismus" so frühzeitig wie möglich vom Bereich "Geistige Behinderung" abzugrenzen. Ist einfach so, dass Autisten oft eine recht gut vorhandene Intelligenz haben, aber dies halt nicht zeigen können.

Liebe Grüsse von biene63

clawi_anna17
07.04.2006, 18:54
Hallo Nico!

Herzlich Willkommen hier!

Dann habe ich meine Behinderung vorstellen. Ich bin eine Cerebralparese, Skoliose, LWS Syndrom, Gehörlosigkeit, Diparese! Ich bin Anna.

Ich wünsche dir viel Spaß hier!

Gruß Anna

Pauline
11.04.2006, 21:13
Hallo Nico,
hier also die motivierenden Worte:
KOPF HOCH! Wenn nicht wir, wer sonst!
Laß Dir ein dickes Fell wachsen, Du wirst es noch brauchen. Und schreibe vielleicht detaillierteres über Deinen Sohn, damit wir mehr auf Dich eingehen können.
lg Pauline

Kapitänin
22.04.2006, 13:22
Hallo Nico,
vor einem Jahr war ich auch in einer für mich zu verzweifelnden Situation. Damals bin ich, owohl ich keiner Kirche angehöre, zur Seelsorge gegangen. Das war mein Raum, wo mir jemand zuhörte, mich tröstete und half, einen klaren Kopf zu bekommen. Dort konnte ich meine Baterien aufladen und gestärkt zurück in meinen Alltag gehen.

Ich kann mir vorstellen, das Dir soetwas auch gut tun würde. Das muss nicht Seelsorge sein. Ich meine einen Ort, wo jemand professionell Ausgebildeter, für Dich da ist.

Es gibt übrigens Zentren (SPZ), die für Kinder mit besonderen Bedürfnissen zuständig sind. Das betrifft medizinische sowie soziale Versorgung und Beratung. Dort gibt es z.B. sozialpädagogen, die beim Ausfüllen von Anträgen etc. helfen.

Tschöö,

Kapitänin

Kapitänin
24.04.2006, 12:00
Hallo Nico,

noch mal eine kurze Anmerkung meinerseits. Ich wollte Dir eigentlich nur Mut machen, etwas für Dich zu tun, damit Du wieder Kraft und Energie für Dein Kind hast. Natürlich muss das nicht ein Gespräch mit proffessioneller Hilfe sein sein, owohl ich viel davon halte. Joggen, ein Spaziergang oder ein Treffen mit einer Freundin erfüllen oft die selbe Funktion.

Wie geht es Dir jetzt?

Tschööö

Kapitänin