Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hausnotruf auch für Kinder
chinarolle
18.06.2004, 14:23
Hallo an Euch alle,
ich schreibe Euch nun wieder um etwas mehr über das Thema Hausnotruf raus zu bekommen. Ich bin eine Hausfrau und Mutter eines zu 100 % schwerstbehinderten kleinen Jungen die doch in der Woche immer alleine zu Hause ist. Der Papa ist im Aussendienst und ist nur am Wochenende zu Hause.
Ich habe nun das Wort "Hausnotruf" in Verbindung mit älteren Menschen aufgeschnappt. Dort geht es um einen Knopf, den man drücken kann ,um Hilfe zu holen. Es kann ja passieren (malen wir den Teufel nicht an die Wand), aber was ist, wenn ich ziemlich ungünstig falle und niemanden anrufen kann ? Mein Sohn kann mir da auch nicht helfen und Telefon kann unter Umständen auch weit weg sein. Was müßte ich tun, um diesen Hausnotruf auch zu bekommen ? Muß man dafür eine Pflegestufe haben, oder wer kommt dafür überhaupt auf ? Zahlt man nur bei Bedarf, also wenn was passiert usw? Ich habe schon erfahren das das Dienste wie Malteser oder Rotes Kreutz machen, aber auch für Kinder ?
Ich weiß nicht, ob ich nun die KK anschreiben soll oder wen ich sonst danach fragen könnte, vielleicht wißt Ihr ja dazu Rat und könnt mir auf ein paar dieser Fragen antworten. Wäre Euch dankbar !
Eure chinarolle http://www.intakt.info/forum/images/smilies/biggrin.gif
Hallo chinarolle!
Der Hausnotruf ist nicht nur für alte Menschen gedacht. Auch Behinderte können ihn nutzen. Wichtig ist halt, daß man ihn nur nutzt, wenn man wirklich ungeplant Hilfe braucht (z. B. Sturz, Übelkeit). Wenn Dein Sohn das schafft dürfte das keine Probleme geben.
Inwiefern man mit einbinden kann, daß er für Dich Hilfe holen kann, müte mit dem Anbieter besprochen werden. Normalerweise hat "nur" der Hausnotruf Teilnehmer diese Hilfestellung.
Wenn eine Pflegestufe vorliegt übernimmt die Pflegekasse ein Teil der Kosten. Details müßtest Du mit der Pflegekasse besprechen.
In meinen Fall wird die Hälfte der monatlichen Kosten übernommen. Kann sein, daß es bei allen Kassen gleich ist.
Falls noch Fragen da sind, frag einfach nach.
Gruß Ramona
HHelmutS
18.06.2004, 23:14
Hallo leckerchen ;-)
so einen Hausnotruf zu bekommen ist recht einfach. Du suchst dir einen Anbieter eines solchen Dienstes... der auch immer einen richtigen Arzt schickt... läßt DIR vom Arzt ... wenn du denn einen findest der es macht... einen Hausnotrufdienst verordnen, und beantragst bei der KK die Kostenübernahme dafür.
So ein Hausnotrufdienst nützt dir und deinem Kind aber nur, solange du nach so einem Unfall noch den Knopf, den man um den Hals hängen haben sollte... drücken kannst. Bekommst du einen Stromschlag und erwartest die nächsten 3 Tage keinen Besuch....wirst du unter Umständen auch mit so einem Ding erst am 4. Tag gefunden.... . So gesehen helfen zahlreiche soziale Kontakte in der Nachbarschaft, und ein schnurloses Telelfon mit Kurzwalhmöhlichkeit.. das man auch immer bei sich haben kann, und alle Tasten mit 112 belegt sind... unter Umständen besser als so ein Hausnotrufsystem. Dazu kommt, das wenn man selber 112 anruft, und sagt das ein Arzt benötigt wird.... kommt auch einer innerhalb kürzester Zeit... was bei Hausnotrufsystem längst nicht immer der Fall ist. Es lohnt sich im Grunde nur da, wo die Erreichbarkeit von Notärzten schlechter ist als die des Hausnortrufanbieters. Es gibt auch allgemeine Notrufzentralen.. da wo 112 ankommt.. die in begründeten Fälle so einen Dienst anbieten. Die machen das aber nur, wenn tatsächlich aus medizinscher Sicht die ständige Gefahr von lebensbedrohenden Zuständen besteht... für so etuvernell mal... schließen die Niemanden an ihren Dienst an. Hier im Dorf gab es mal den Fall, das Bewohner einer Seniorenwohnanlage, mit eigenem Pflegedienst, nachts den Hausnotruft betätigten, weil sie einen Arzt brauchten. Der Notruf landete 70 km entfernt in einer Zentrale. Bis die heraus gefunden hatten, wer vor Ort zuständig ist, verging über 1 Std... da hatte der reguläre Notarzt über 112 die Patienten aber schon lange versorgt... . Hätten sich die Leute auf den Hausnotruf verlassen ...hätten sie heuten keine sorgen mehr.
:-) Helmut
chinarolle
19.06.2004, 07:54
Hallo Ihr beiden,
ich danke Euch für Eure Hilfe ! Mein erster Schritt wäre also zum Kinderarzt. Der stellt mir ein Rezept aus. Wir haben einen ziemlich guten gefunden *:-)
Bei Pflegestufe III und Asthma Bronchiale hätten wir doch gute Gründe ?!?
Das Rezept zur Kasse. Der Fahrdienst den mein Sohn abholt zur Schule ist bereit uns diesen "Knopf" zu geben und zu überwachen.
Aber ich habe doch da was von Kosten gehört ?!? Ähhhh muß man dafür bezahlen ?? Wenn ja wieviel ? Auch für Kinder ?
Muß das genehmigt werden (wie ja fast alles, blöde Gesundheitsreform) ? Wie lange braucht so was ,bis man es in den Händen hat ?
Schon wieder so viele Fragen ....
Die Geschichte mit dem Seniorenheim hat mich schockiert, dann braucht man diese Dinger praktisch gar nicht. Ich werde schauen was unser Telefon so kann ! Nachbarn wären nicht schlecht, aber man glaubt es kaum, selbst in Kassel (Umgebung), gibt es einsame Gegenden, dafür viel Natur, aber wenn ich hier schreie hört das eh kein S... (sorry, aber zuviel Natur schadet auch :-)
Wenn Ihr mir diese zwei Fragen noch beantworten könntet wäre ich Euch echt dankbar.
Ach und Harald ; Du müßtest mal probieren *http://www.intakt.info/forum/images/smilies/biggrin.gif
Eure chinarolle
HHelmutS
19.06.2004, 08:15
Hallo Chinarolle,
ich glaube nicht, das du ein Hausnotrufsystem für dein Kind von der Krankenkasse bezahlt bekommst. Du hattest davon geschrieben, das DIR was passieren könnte.... daher hatte ich geschrieben, das DU DIR eine Verordnung dafür ausstellen lassen müßtest. Wenn mit deinem Kind was ist, kannst du problemlos zum Telefon gehen und 112 ... oder euren KiA anrufen. Wiewviel das kostet hängt von der Art des Dienstes ab. Es gibt Hausnotrufanbieter, die schicken erstmal einen "jemanden für viele Fälle"... der, wenn es ein medicinisches Problem ist, dann eben über 112 einen richtigen Arzt besorgt... das dauert dann halt. Es gibt auch solche, die kommen sofort mit Arzt und Krankenwagen, aber dafür muß es schon was besonderes sein, jemand mit Astma der alleine wohnt oder sowas... aber nicht wenn da noch jemand ist das helfen kann. Wieviel das was du brauchst kostet... frag den Anbieter und deine KK. Ich würde sagen, das die Sache mit dem schnurlosen Televon erstmal sie sinnvollste ist.
Da ich nicht glaube, das du eine schlechte Chinarolle bist, brauch ich nicht zu probieren.. ;-)
:-) Helmut
( nicht Harald ! )
chinarolle
19.06.2004, 11:08
Ja ja wenns schnell gehen soll. Sorry, ich meinte natürlich Helmut, Helmut :-)
Aber noch kurz ne Zusatzfrage:
Wenn ich aber keine Pflegestufe oder Probleme haben, kann ich mir den Gang zur doch Kasse sparen, oder ?
Gibt es denn nicht noch andere Geräte, die evt. kleiner sind als Telefone womit man sich selber ,ja und dementsprechend auch dem Kind Hilfe holen könnte ? Wenn mir was passiert, sagen wir ich stürze beim Gardinen aufhängen , dann ist mein Sohn ja auch sich selber überlassen. Und das Telefon dann in der Nähe zu haben ,wäre Glückssache.
Kennst Du da noch andere Geräte ?
Wäre schön wieder von Dir zu hören...
Gruß chinarolle
HHelmutS
19.06.2004, 14:41
Hi Chinarolle,
die Geräte für Hausnotrufe sind nichts anderes, als schnurlose Telefone, die auf Knopfdruck eine bestimmte Nummer anwählen, und ähnlich wie beim Händy per SMS eine Information senden, woran der Empfänger erkennt wer anruft, und was für Hilfe gebraucht wird. Es gibt solche Telefone frei zu kaufen. Die gibts auch mit "Freisprecheinrichtung". So kann man das Gerät so Programieren, das es auf Knopfdruck 112 anruft.... und du wenn du noch reden kannst, selber einen Notruf aufsagen kannst. Das hilft, wie in meiner ersten Antwort schon beschrieben aber nur, wenn du nach dem Unfall noch so fit bist das du den Knopf drücken, und reden kannst. Es gibt such Geräte, die automatisch einen Text von Band abspielen.... die nützen aber nichts, wenn du den Knopf nicht immer um den Hals hängen hast. Da einfache Handys z.T. kleiner sind als solche Geräte, lohnt sich der Riesenaufwand im grunde nur, wenn tatsächlich Gefahr im Verzug ist.
Die einfachste Lösung dürfte sein, das du dir zum einen ein Handy, oder besser ein Schnurlostelefon mit Freisprecheinrichtung um den Hals hängst, entsprechend Nummern eingibst, und Freunde oder Nachbarn bittest dich zwischendurch mal anzurufen. Man kann auch, wenn man "gefährliche" Sachen macht, ein Schild ins Fenster stellen wo drauf steht :"Wenn dieses Schild um "soviel" Uhr noch hier steht brauche ich Hilfe, Bitte rufen sie die Polizei, und einen Krankenwagen " Oder man kann Freunde und Nachbarn bescheid sagen, das sie kommen sollen wenn du sie bis "soviel" Uhr nicht wieder angerufen hast, oder sie dich gesehen haben.
Die Gefahr ist allerdings groß, das einen Nachbarn und Freunde für ganz schön "abgedreht" halten und solche Aktionen nicht so... oder auch zu ernst nehmen... was dann eher nach hinten los geht als das es hilft. Man kann sich für "gefährliche" Arbeiten auch Hilfe holen, die zur Not daneben steht und aufpaßt.... einen Arzt ruft wenn was passiert.... Möglichkeiten gibt es viele.
Den weg zur KK kanst du dir sparen... es sei denn ein Arzt bescheinigt dir, das du so etwas tatsächlich brauchst... was ich so eher nicht glaube.
:-) Helmut
Vater von Sonja, 19.J. alt, nach einer schweren
Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber noch auf
den Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehör-
los, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.