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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kann das eine Behinderung sein?


Gast
26.03.2002, 19:02
Ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Ich bin überzeugt davon, daß mit dem Kind meiner Bekannten etwas nicht in Ordnung ist. Ich habe mich nicht getraut, sie darauf anzusprechen. Wahrscheinlich hat das bis jetzt auch sonst niemand getan. Der Kinderarzt hat wohl bei der letzten U auch nichts bemängelt. Oder mache ich mich zu verrückt?? Folgende Symptome: Das Kind ist 7 Monate alt, kann in Bauchlage den Kopf nicht heben, geschweigedenn sich auf die Arme stützen, hat keine stabile Körperhaltung, ist sehr klein und dünn (ich weiß leider keine Zahlen), "erzählt" nicht, sondern stößt nur schrille Schreie aus. Was mir gleich als erstes aufgefallen ist, ist die Kopfform. Ich finde es sieht aus, wie bei einem Frühchen. Kleines Gesicht, aber relativ großer Kopfumfang. Dazu ist zu sagen, daß das Kind keineswegs zu früh kam, sogar ein paar Tage zu spät.
Was soll ich tun? Wie kann ich meiner Bekannten sagen, daß da vielleicht etwas nicht stimmt, ohne sie zu beleidigen? Oder sollte ich mich lieber gar nicht einmischen?

yvonnejanssen
26.03.2002, 22:42
Hallo Julia,

das ist eine blöde Situation in der du steckst. Mal ein paar Fragen vorab: Hat Deine Bekannte noch mehr Kinder und du selber hast du Kinder? In dem Fall könnte man ja vorsichtig im Gespräch vergleiche der Entwicklung anstellen. Leider weiss ich auch nicht, wie intensiv die Freundschaft ist, aber eigentlich wäre man es ihr schuldig sie mal darauf anzusprechen. Vielleicht findet sich ja eine Situation, denn die Entwicklung so wie du sie schilderst, scheint sie nicht im Entwicklungsdurchschnitt für ein 7 monate altes Kind zu sein. Es erinnert mich doch sehr an meine Tochter. Natürlich muss man es wirklich ganz genau abwägen, denn dadurch kann auch eine Freundschaft in die Brüche gehen.
Ich kann mich damals auch noch an unsere Situation erinnern. Obwohl die Ärzte feststellten, dass etwas nicht normal ist, wollte man es nicht wahr haben und war der Meinung, dass sie sich einfach nur langsamer entwickelt. Es dauert auch seine Zeit, bis man sich damit abfindet, aber ich finde es eigentlich schon sehr wichtig, dass deine Bekannte es irgendwie erfährt, damit sie sich evtl. noch von einem anderen Arzt eine Meinung einholen kann und das Kind dementsprechend Therapien bekommen kann z.B. Krankengymnastk.
Wie kommst du denn darauf, dass bei der letzten U Untersuchung alles normal war? Vielleicht hat der Arzt ja schon etwas gesagt, will aber noch ein bisschen abwarten und sie mag evtl. darüber nicht sprechen, weil sie sich schämt oder sogar schuldig fühlt.
Bei uns war es auch so, allerdings schon bei der U4 ( ca. bei 4 Monaten ) dass der Arzt feststellte, dass unser Kind sich anders entwickelt. Erst als sie 6 Monate alt war und sich nicht viel verändert hatte wurde einiges Untersucht, warum sie anders war.
So, ich hoffe, Dir ein bisschen geholfen zu haben und würde mich freuen, wenn du hier berichtest, wie sich alles entwickelt.
Viele liebe Grüße und toi toi toi
Yvonne

Gast
26.03.2002, 23:11
Hallo Yvonne,
Danke für deine Antwort. Ja, ich habe auch ein Kind, 8 Monate alt und 2 Wochen zu früh geboren. Gerade deshalb fallen mir die Unterschiede so sehr auf. Und ich möchte ja auch nicht zu ihr sagen: Hey, meiner kann ja viel mehr und ist viel schneller und besser. Ich habe mal nebenbei gefragt: Na, habt ihr die U5 schon hinter euch. Sie: Ja, ja, das ist immer ein Streß bla, bla... Sie hat sonst nichts weiter erzählt, oder wollte vielleicht nicht(?) Sie ist aber eigentlich nicht der Typ, etwas zu verheimlichen. Unsere Freundschaft ist nicht so innig. Das war das erste mal, daß wir uns getroffen hatten, seit die Kleinen da sind. Im Sommer wird es vielleicht mehr werden. Einerseits denke ich mir: Das geht mich nichts an. Aber andererseits denke ich, wenn jetzt schon das richtige getan wird, kann man vielleicht schlimmeres verhindern. Was meinst du?

yvonnejanssen
27.03.2002, 01:20
Hallo Julia,

tja, wie schon von mir gesagt, ist es wirklich ein schwierige Situation. Denn es kann ja unterschiedlich ausgehen, wenn du sie darauf ansprichst. Entweder sie ist einsichtig und vielleicht dankbar dafür oder sie bricht den Kontakt zu Dir ab. Vielleicht für immer oder erst einmal vorübergehend. Es ist ja auch bekannt dass viele Mütter bei Treffen ihre gleichaltrigen Kinder in der Entwicklung vergleichen und das könnte für sie dann ja auch zur Schutzfunktion werden, dass sie sich damit verdeitigt, dass jeder sein Kind eben als besser ansieht und ihr Kind eben langsamer in allem ist. Vielleicht ist sie aber auch einsichtig und geht auf Deine Ängste ein und lässt es noch einmal abklären.
Ich denke mal, dass es eine Bauchentscheidung ist, wie du Dich entscheiden wirst und ich wünsche Dir viel Glück dabei!!
Bitte berichte wie es ausgeht, denn vielleicht betrifft es ja auch mal hier einen anderen Besucher und ist froh etwas darüber zu lesen, wie er sich in so einer Situation Verhalten könnte.
Viele Grüße
Yvonne

Gast
07.04.2002, 23:37
Ja, nicht leicht abzuwegen auch ich bin nicht sehr aufgeschlossen mit der Nachricht umgegangen das mein Kind ein Problem hatte. Eine befreundete Kindergärtnerin hat mir gasagt das meine Tochter Lisa 2.6 ca Jahre alt eine WAHRNEHMUNGSSTÖRUNG hat. Nun ist Lisa 8 Jahre hat z Zt. eine Lernbehinderung und div... gehabt und ich bin heute froh über, wie auch dein Gedanke, die Anregung von damals.
Es sind Phasen die wir Eltern, Mü6ter Behinderter Kinder durchlaufen und die brauchen Ihre Zeit und Toleranz von unseren Fraunden, also nur Mut wenn Du soweit bist vieleicht nicht für die Freundinn, aber für das Kind möchte ich hier meine Lobby aussprechen denn natürlich mußt du auch lernen damit umzugehen wenn du nix gesagt hast und der Zustand sich nicht verwächst.Wünsche Dir die gabe ein nettes Abendesse oder einen schönen andere Rahmnen zu finden sie auf Ihre Wahrnehmung anzusprechen oder einfach mal mit Ihr über Ihre ganz persöhnlich Idee dazu zu befragen. Meißt wissen wir Mütter aber die Gesellschaft kann es nicht zulassen uund damit auch nicht wir.

Gast
24.05.2002, 23:18
Liebe julia,

auch ich habe das gleich "Problem";eine Freundin der ich nicht zu sagen wage ,das Sie Ihr Kind als solches annimmt wie es ist und nicht,wie sie es sich vormacht und das,obwohl die Unterschiede zwischen unseren Kindern(2 und 1 1/2) drastisch sind!!!
Würde mich über mehr von Dir oder anderen freuen...
Möchte aber nicht " erkannt" werden,weil ich manchmal denke Ihrem
Sohn tut wenigstens der ungezwungene umgang mit uns besser als gar keiner.....denn meine Freundin würde den Kontakt glaub ich abrechen..

Gast
10.06.2002, 20:47
Moin moin;

das Thema "Wahrheit" ist so alt wie die Menschheit; und bis heute gibt´s keine Patentlösung. Meine Freundin und ich waren vor knapp 4Jahren sehr froh, dass wir einen Arzt hatten, welcher uns gleich von vornherein über Alexej´s Behinderungen informiert hat. Es gab kein "Warum...wieso...weshalb..." - es gab nur diese Tasache der Behinderung. Natürlich möchte man vieles nicht sehen (wahrhaben) - doch je eher man sich der realen Situation anpasst, um so eher wird das Leben "normal". Für alle, die Angst vor einer Zukunft mit Behinderungen (eigene oder von Kindern)haben, kann ich nur folgendes Zitat hierlassen:

"Solange Du etwas glaubst, weisst Du es nicht - wenn Du es weisst, glaubst Du es nicht!"

Wir haben vor 4 Jahren nicht geglaubt, das unser Sohn mal mehr wie "ein lebloser Zellklumpen" (O-Ton einer Ärztin) sein wird - und heute, wenn wir ihn im Umgang mit seiner Schwester oder anderen Menschen sehen, wissen wir: Etwas wie "geht nicht - kann nicht - gibt es nicht" kommt in der Natur nicht vor...alles ist jederzeit möglich!
Ich bedanke mich für das Lesen dieser Zeilen - bin kein Schreiberling, aber habe mein bestes gegeben....
Gruss aus Hamburg...Tom "Dac*"
Unsere bescheidene Homepage (http://www.dacula.de)

Gast
07.09.2006, 20:45
Hallo, schwierige Situation. Also ich bin mit einem angeblich gesundem Kind aus der Klinik entlassen worden. Irgendwann fragte mich eine Freundinn, ob er immer so verkrampft eine Faust machen würde. Klar, war es mir aufgefallen, aber für mich war das normal, Säuglige fäusteln viel,.... aber nicht mehr mit sechs Monaten. Ohne den Hinweis meiner Freundinn, hätte ich mir nicht schon so früh gedanken gemacht ,das doch etwas nicht stimmen könnte. Ich wollte es nicht wahr haben, es einfach verdrängen. Böse war ich ihr nicht, eher dankbar, das sie mich wachgerüttelt hat. Was man früh erkennt, kann man auch früh Theraphieren und somit vielleicht schlimmeres verhindern. Gruß Mutti