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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : mein sohn pascal


Gast
21.03.2003, 14:38
Mein Sohn Pascal hatte ein schüttelhirntraumer erlitten mit 7 wochen. Und vor ca 4 Wochen waren wir in der Computerthomogrfie da hat sich rausgesteld das sich sein nicht verbessert hat. Meine frage ist werden sich die schatten auf dem Bildern noch verbessern oder hat er da keine guten aussichten mehr. Das stand in dem Bericht.

Fragestellung: Kombinerte Retardierung und Hemipegie.Kontroll.Kraniales MRT.


Befund:
Kraniozervikaler Übergang,Kleinhirn,4. Ventrikel und kaudaler Hirnstamm regelrecht. Mittelständiges,mäßig erweitertes und rechts betontes Ventrikelsystem im Cella media-Bereich und lings betont imTrigonum. Ausgedehnte Substanzläsionen bds. temporo-parieto-okzipital sowie rechts fronto-basal. Äußere Liquorräume fronto-perietal betont mäßig erweitert.

ERGEBNIS. Ausgedehnte multilokuläre supratentorielleSubstanzläsionen bds. parieto-okzipto-temporal betont, warsc´heinlich hypoxischer frühkindlicher Genese. Mäßige subkortikale und kortikale Atrophiezeichen.


MEINE Mail Adresse sternchen210571@aol.com

Wolfgang
21.03.2003, 17:17
Hallo Peggy,
zerstörtes Hirngewebe bildet sich nicht mehr zurück, da die Zahl Nervenzellen mit der Geburt (weitgehend) festgelegt ist. Was sich allerdings fortlaufend verändert ist die Anzahl der Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die sogenannten Neurone. Die Anzahl dieser Neurone ist entscheidend.
Das Gehirn ist unglaublich plastisch, d.h. es kann dramatische Ausfälle kompensieren, indem andere Nervenzellen die Funktion von zerstörten Zellen übernehmen und neue Verbindungen ausbilden. Es gibt beispielsweise Fälle, bei denen eine ganze Hirnhälfte nach der Geburt entfernt werden musste, oder Leute, bei denen das Kleinhirn von Geburt an komplett fehlt, ohne dass bei diesen Menschen später irgendwelche Ausfälle zu beklagen sind.
Schwierig wird es, wenn eine diffuse Schädigung verteilt über das ganze Gehirn entstanden ist, oder wenn sehr tiefliegende, von der Evolution her alte Nervengebiete, wie z.B. Kerne im Stammhirn betroffen sind.
Der Ausdruck "parieto-okzipto-temporal" bedeutet, dass wohl hauptsächlich die Großhirnrinde betroffen ist, also keine Schädigung der tiefliegenden Strukturen. Darauf deutet auch "kaudaler Hirnstamm regelrecht" hin. "Hypoxisch" bedeutet allerdings Sauerstoffmangel und es kann sein, dass dieser vermutlich das Gehirn an vielen Stellen diffus geschädigt hat.

Generell gilt, je früher eine Schädigung eintritt, desto besser sind die Heilungschancen.
Ich kann Dir leider nicht sagen, welche Folgen die Gehirnschädigung bei Deinem Sohn haben wird, oder ob er die Ausfälle kompensieren kann. Da er noch sehr klein ist und sein Gehirn unglaublich wandlungsfähig, kann man mit einer passenden Förderung aber sicher sehr viel erreichen.

Die Schatten werden wahrscheinlich nicht verschwinden (ich bin kein Neurologe und kann es Dir nicht verbindlich sagen), aber es gibt viele Kompensationsmöglichkeiten und es gilt diese zu nutzen.

Ciao, Wolfgang