PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Behindertentransport


Heidi
14.12.2001, 22:00
Wer kann mir sagen, was es für Beförderungsbestimmungen gibt.Unsere Tochter Lea wird im Autokindersitz zur Schule befördert,ihr Rolli ist wie die meisten nicht für den Transport geeignet.
Wir hatten zwei jahre den gleichen Busfahrer der gut mit Lea zurechtkam und sie trotz gegenwehr und auch mal kneifen händeln konnte.
Nun fahren 3 verschiedene Fahrer. 2 von ihnen können Lea nicht in den Bus heben und heute sagte man mir in der Schule
wo ich ja nicht zur Verfügung stehe es große Probleme gibt. Lea würde wie Vieh behandelt und ein Busfahrer äußerte sich sehr abfällig, nun kommt wieder dieses ....Kind,das ist das schlimmste von der Schule. Obwohl ich mich schon mal beschwert habe das es keine ordentlichen Fahrer sind hatte es noch keinen Erfolg. Wer kann mir sagen was ich machen kann um diese Situation zu ändern.
Viele Grüße von
Heidi mit Lea 8 Jahre mehrfachbehindert.http://www.intakt.info/forum/non-cgi/emoticons/confused.gif

yvonnejanssen
14.12.2001, 23:33
Hallo Heidi,

na das ist aber eine blöde Situation. Das Problem an dem Fall ist ja, dass du keine Beweise hast und die musst du wohl erst einmal selber sammeln. Am besten mit selbst beobachten und evtl. Videoaufzeichnung. Stellt Lea denn eine Abwehr da, wenn sie abgeholt wird den Fahrern gegenüber? Wieso können sie eigentlich Lea nicht ins Auto heben? Ich würde an deiner Stelle den Fall auch der Schulleitung mitteilen, denn meiner Meinung nach kann es ja nur an den Fahrern liegen, wenn es vorher auch geklappt hat mit den alten Fahrern. Frage die Schulleitung nach Möglichkeiten, denn vielleicht gibt es ja schon Beschwerden.Ist lea denn Autoagressiv?
Wie du siehst Fragen über Fragen.
Viele Grüße
Yvonne ( Mama von Sarah )

Gast
16.12.2001, 17:38
Hallo Yvonne,
zu deinen Fragen:
Der eine Busfahrer ist zu alt (Rentner), der andere stellt sich an. Lea fasst durch ihre schlechte Wahrnehmung alle fest an und wird dann auch sehr albern und hilft nicht mit, das kann schon blaue Flecken geben. Ich bin darüberauch nicht froh aber so lange kein sicherer Transport gewährleistet ist bin ich nicht bereit lea im Rolli transportieren zu lassen.Unser Rolli ist laut Hersteller nicht für den Transport zugelassen. Möchte deshalb kein Risiko eingehn. Das Sanitätshaus wo wir Lea´s Hilfsmittel bekommen sagte mir das es keine sicheren Rollis gibt und die Schule meint das ich den Transport laut Beförderungsgesetz zulassen muß, da ich sonst lea selbst fahren müsste. Habe vor mir die Beförderungsbedingungen anzufordern um dann zu sehn was möglich ist. bin sehr entäuscht wie alles läuft da es 2 1/2 Jahre gut ging. Danke für die Tipps mal sehn was wird.
Heidi mit Lea

INTAKT_Wolfgang
17.12.2001, 10:28
Hallo Heidi!
Solche Probleme werden von Eltern immer wieder berichtet. Du bist keineswegs ein Einzelfall, deshalb ist es gut, dass Du das Problem ansprichst.

Es ist nicht in Ordnung, wenn ein Kind von drei verschiedenen Fahrern gefahren wird. Eine Möglichkeit wäre es, sich bei der Busfahrtgesellschaft zu beschweren oder besser noch beim Kostenträger nachzufragen (Bezirk, regionale Regierung ...).

Hast Du schon Kontakt mit den anderen Eltern aufgenommen, deren Kinder im selben Bus transportiert werden? Wenn es dort ebenfalls Probleme mit dem speziellen Busfahrer gibt, wäre eine gemeinsame Vorgehensweise ratsam.

Gast
23.12.2001, 23:18
Habe den Eintrag erst jetzt gelesen bei uns war zuviel los.
Habe mir die Beförderungsbestimmungen über die Schule geben lassen. Stand zwar drin das es geschultetes Personal sein muss aber nicht inwiefern geschult. habe mich bei der Taxizentale beschwert und gesagt das der Rooli njicht für den Transport geeignet ist, meinten das ich lea selber fahren müsste wenn sie nicht mehr zu händeln ist. Mir wäre es auch lieber wenn sie im Rolli fahren könnte, aber die sicherheit geht vor. Haben mir gesagt das Lea ab dem 5 Schuljahr sowieso nur noch mit dem Rolli transportiert werden darf, wegen des anfassen beim heben ( sexuelle Bewlästigung). Habe jetzt bei der zuständigen Versicherung der Schultransporte angefragt wie die versicherungssache bei Rollis ausssieht. Werde mich noch an die schule wenden und an die Elternbeiräte. Mal sehen aber es muss irgendwas passieren im Moment ist das nicht so toll. Vor allem wenn man hört das sich ein Busfahrer so Negativ über Lea geäußert hat nach dem Motto schon wieder dies ....Kind.http://www.intakt.info/forum/images/smilies/mad.gif

Gast
16.01.2002, 12:03
Hallo Heidi!

Also unser Sohn Florian ( 18, auch schwerstmehrfachbehindert ), wird seit Jahren ausschliesslich im Rollstuhl transportiert, er hat sogar einen Sitzschalen-Rollstuhl), ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, dass der Rollstuhl Deiner Tochter nicht für den Transport im Auto geeignet ist, Rollstuhlhersteller wie Meyra oder Sopur haben ja stabile Untergestellell, wo das auf jeden Fall moeglich sein muesste.

Soweit ich weiss, machen die Bustransportfirmen das sogar oft zur Bedingung, weil man ja da gar nicht davon ausgehen kann, dass derjenige das Kind im autositz richtig anschnallen kann etc.

Um sich das zu informieren, wuerde ich mich an ein erfahrenes Sanitaetshaus wenden.

Viele Gruesse

Marianne

Heidi
23.01.2002, 09:46
Hallo Marianne,
habe mich jetzt erst gemeldet, da ich Infos zum Transport bekommen habe. War leider falsch das ich gedacht habe das der Transport im Rollstuhl nicht erlaubt ist. Falsche Info bekommen.
Habe jetzt über die Unfallkasse erfahren das es eine Norm für Behindertentransporte gibt die die Anforderung an Personen und Rollstuhlrückhaltesysteme festlegt.
Anforderungen an den Rollstuhl selbst bzgl. Stabilität und Bauweise werden dort nicht gestellt.

Anbei war ein Extrablatt der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspfege.
Darin wird beschrieben das es Sicherheitslücken gibt und der Gesetzgeber sich bislang beim Transport von Rollstuhlfahrern mit speziellen Sicherheitsanforderungen zurückhält.
Laut StVo ist der Fahrzeugführer verantwortlich für die vorschriftsmäßige Besetzung und Sicherheit des Fahrzeugs aber hinsichtlich der Gurtanlegepflicht für Personen,die in einem Rollstuhl befördert werden gibt es keine speziellen Regelungen.
Bei Crash Tests wurde festgestellt das bei einer Karambolage die Mitreisenden im Rollstuhl meist durch die Gurte gesichert sind doch der Rollstuhl auseinanderbrach ,wenn der Behinderte bei einem Auffahrunfall wieder in ihn zurückfällt.
Der Gesetzgeber stellt bislang in dieser Hinsicht keine speziellen Sicherheitsanforderungen. Im Normalfall verlaufen die Transporte auch unproblematisch, doch für den Ernstfall gilt das nicht.
Im Rahmen eines europäischen Programms mit dem Namen Tide wird ein Rollstuhl konstruiert der sich auf die speziellen Bedürfnisse einstellt. Darunter die Firma Fiat und Meyra wird noch erprobt.
Habe vom Sanitätshaus Info bekommen das es einen
Nachrüstsatz *mit Gurtsystem von der Firma AMF gibt wobei der Rollstuhl durch Knotenpunkte versteift wird und den Rollstuhl stabilisiert.
Finde es gut, das etwas in der Entwicklung ist, denn wir möchten ja alle unsere Kinder so sicher wie möglich befördern.
Gruß
Heidi mit Lea:)