Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Antragsformulierung
Hallöchen
Ich denke mal das unter Euch seinige sind, die sich damit auskennen.
Ich möchte gern ein behindertengerechtes Fahrrad für meine Tochter beantragen. Wie müsste die Formulierung des Antrages aussehen? Was muss ich zuzahlen?
Am liebsten wäre mir ein Tandem, da Nicole nicht lenkt, nicht wirklich treten will und kann ( Muskelhypothonie ) - drumm soll sie es lernen und es wäre gut für Ihre Muskulatur und sie hat kein Verständnis und keine Auffassungsgabe für Straße und Verkehr. Mit einem Tandem könnten wir gemeinsame Ausflüge machen. Ansonsten müsste ich nebenher laufen um die Kontrolle zu haben.
Jedoch hätte ich keine Unterstellmöglichkeit für dieses dann doch sehr große Rad. Also bleibt mir nur die Möglichkeit eines Rades erst einmal nur für sie.
Könnte man so ein Antragsbeispiel evtl. mal hier im Forum Posten?
Liebe Grüße
Anke
yvonnejanssen
29.01.2003, 11:22
Hallo Anke,
normalerweise benötigst du nur eine Ärztliche Verodnung für ein Therapiefahrrad.
Es sollte folgendes auf dem Rezept stehen: Therapiefahrrad mit Schiebeantrieb und Zubehör. Des weiteren die Diagnose.
Ein Kind hat ein Recht auf ein Fahhrad und es gibt auch Urteile darüber. Die findest du bei uns auf der HP unter Gesetze und Urteile.
Wir selbst haben ein Tandem beantragt und solltest du es dir doch noch anders überlegen, füge ich dir mal bei, was ich aufgesetzt hatte und vom Arzt unterschrieben lassen habe als Ärztliches Attest. Übrigends der Antrag war innerhalb 2 Wochen genehmigt http://www.intakt.info/forum/images/smilies/glare.gif
Auf einem Fahrrad mit Schiebeantrieb kann Sarah nur passiv umhergefahren werden,
Eine Erprobung mit dem Tandem Co-Pilot hat ergeben, dass Sarah sehr gut damit zurechtkommt. Darüber hinaus hat das aktive mitfahren auf einem Tandem gegenüber einem Fahrrad mit Schiebeantrieb einen weitaus größeren therapeutischen Effekt:
Die Mobilität kann durch den Co-Pilot deutlich verbessert werden. Es werden die Sinne stimuliert und es findet eine Koordinationsförderung zwischen Armen und Beinen sowie linker und rechter Körperhälfte statt. Des weiteren wird die Stütz und Gleichgewichtsreaktion trainiert und die Balanciersicherheit gefördert.
Es wird Sarah Sicherheit und Selbstständigkeit geboten.
Daraus ergibt sich verbesserte Mobilität und größerer Aktionskreis. Es wird das Verhalten im Straßenverkehr gefördert und natürliche Bewegungsmuster können vertieft werden.
Da auch Sarah ein Recht auf Bewegung und Familienaktivitäten hat, bietet das Tandem die Möglichkeit an den Familienausflügen aktiv teilzunehmen und somit ist die vollständige Einbindung in das familiäre Leben gegeben. ( siehe dazu auch Bundessozialgericht Az: B 8 KN 13/97 R )
Egal für was für ein Fahrrad du dich entscheidest, du hast einen Eigenanteil von ca. 250 €
Bei nicht so hohem Einkommen, kann man über den Eigenanteil eine einmalige Beihilfe über die Eingliederungshilfe stellen.
Viele Grüße
Yvonne
Hallo,
schau doch mal unter http://down-syndrom.de/down44.html
da geht es um das selbe Problem...hab ich gestern zufällig gelesen.
Viel Erfolg
Gruß Kathrin
Ohh danke Yvonne.
Das ist echt super lieb von Dir. Im Formulieren bin ich nicht grad der Meister. Aber je besser es formuliert ist...so denke ich...sinmd die Chancen auch höher, es bewilligt zu bekommen.
Ich weiß, das ein Tandem viel viel besser wäre und viel effektvoller. Nicole ist fremden gegenüber sehr ängstlich und ich hab mitunter große Schwierigkeiten mit ihr kulturell und anderes zu erleben. Sie will immer gleich nach Hause. So gibt ein kein herumtollen auf dem Spielplatz, keine längeren Spaziergänge im Park ( 10 min höchstens). Nun ist es so, das sie auch einiges an gewicht hinzu "gewonnen" hat. Dies ist natürlich nicht gerade gut für ihre Muskelschwäche und sie muss sich unbedingt sportlich mehr betätigen, wo ich beim rad fahren eine große Möglichkeit sehe.
Ich werde doch ein Tandem beantragen, dann muss ich mal schauen, wie ich das schaffe mit der Unterstellmöglichkeit.
Ich werde Euch darüber informieren, ob ich es genehmigt bekomme...denn die Ablehnung für die Erhöhung der Pflegestufe von 1 auf 2 habe ich kurz vor Weihnachten erhalten...bin erst einmal in Widerspruch mit der bitte, mir das Gutachten vom MDK zuzusenden. Ich habe es bis heute nicht!
Liebe Grüße
Anke
yvonnejanssen
30.01.2003, 12:26
Hallo Anke,
es ist bestimmt eine gute Idee, dass du dich für das Tandem entscheidest. Wir haben auch noch ein kleines Therapiefahrrad für unsere Tochter mit dem wir sie schieben können. Es ist sehr mühselig, zumal sie auch nicht lenken kann und man sie immer korrigieren muß. Das geht ganz schön in die Arme. Des weiteren ist sie bei dem Fahrrad gezwungen ständig zu treten und von daher kann man nicht so sehr weite Strecken damit laufen. Bei dem Tandem von Hoehnig was wir z.B. haben kann man sie automatisch mittreten lassen oder man kann es auf Freilauf stellen, so dass man auch weitere Strecken fahren kann. Den Lenker kann man starr stellen oder das sie mitlenkt. Auch wenn sie mitlenken würde, hätte man trotz alledem die Gewalt selber wo man hin will. Wir haben es mit unserer großen getestet gehabt indem sie vorne voll mit dem Lenker hin und her gewackelt hat.
Solltest du noch fragen haben dann melde dich ruhig.
Bezüglich des Gutachtens wegen der Pflegestufe würde ich dir raten mal bei deiner KK anzurufen und die Pflegekasse verlangen. Bitte sie, dass sie dir das Gutachten zukommen lassen möchten, denn bei denen liegt das Gutachten. Sollten sie sich weigern, dann melde dich und ich gebe dir dann mal ein Schreiben indem sie verplfichtet sind es dir auszuhändigen.
Viel Erfolg
Yvonne