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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tagespflege


Audrey2
28.06.2005, 15:42
Hallo,

hoffentlich bin ich hier richtig mit meiner Frage.

Ich betreue als sog. Tagesmutter (Tagespflegeperson) stundenweise einen mehrfach schwerstbehinderten 14jährigen Jungen (Pflegestufe 3).

Die Mutter ist alleinerziehend und arbeit nachmittags und abends im kirchlichen Dienst. Die Großeltern wohnen etwa 100 km entfernt.
Während ihrer Abwesenheit kümmere ich (Erzieherin) mich um ihren Sohn. Bisher wurde ich vom Jugendamt für meine Hilfe bezahlt.

Anfang des Monats teilte man mir vom Fachdienst Jugend ohne weitere Begründung mit, dass die Tagespflege mit Ablauf diesen Monats eingestellt wird.

Selbstverständlich habe ich sofort Einspruch erhoben, da der Junge völlig hilflos ist - er kann u.a. seine Arme und Beine nicht gebrauchen, nicht sitzen, seinen Kopf nicht halten, ist geistig behindert und kann nicht sprechen. Bisher ist noch keine Antwort eingetroffen.

Frage:
- Was kann ich tun, damit die Tagespflege weitergeführt wird?

- Gibt es irgendeine rechtliche Grundlage, dass ab 14 jahren keine Tagespflege mehr gewährt wird?

- Ist die Mutter gezwungen, mich vom Pflegegeld aus der Pflegekasse zu bezahlen?

Für hilfreiche Infos schon mal im Voraus herzlichen Dank!

Gast
29.06.2005, 08:07
Hallo Audrey,

wie die Gesetzeslage ist weiß ich leider auch nicht aber: Bei stundenweiser Vertretung der Pflegeperson kann man doch prima die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen, ohne das das Pflegegeld gekürzt wird. Die Verhinderungspflege wird ja bei stundenweiser Inanspruchnahme zusätzlich zum Pflegegeld gezahlt. Sind 1432,-- Euro im Jahr wenn ich das richtig im Kopf habe. Wir praktizieren dies schon länger so und haben noch nie ein Problem damit gehabt.

Schöne Grüße
Harald

Audrey2
30.06.2005, 15:08
Hallo Harald,

erstmal danke für deinen Tipp.

Die Mutter meines Pflegesohnes meint, dass die Verhinderungspflege für mich wohl nicht in Frage kommt, da ich wöchentlich bis zu 30 Stunden für sie "arbeite".
Zusätzlich fahre ich noch ehrenamtlich auf Behindertenfreizeiten mit, weil der Junge Einzelbetreuung braucht.

Sie braucht die Verhinderungspflege, wenn ihr Sohn bei ihren Eltern (Mitte 70) mal einige Tage Ferien macht, weil dann der Sozialdienst für die Grundpflege kommen muss. Die Eltern sind gesundheitlich nicht in der Lage, den 14jährigen aus dem Rolli oder aus dem Bett zu heben.

Bisher hat das Jugendamt pauschal etwa 330 Euro monatlich gezahlt.
Ich wünschte, alles könnte weiterlaufen wie gehabt. Die Mutter überlegt ernsthaft, ihren Beruf aufzugeben, wenn ich nicht mehr kommen kann. Sie meint aber jetzt schon, dass sie dann wahrscheinlich totunglücklich sein würde, weil sie ganz in ihrem Beruf aufgehe und ihn als Ausgleich brauche.

Liebe Grüße
Audrey