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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorgehen gegen Betreuerin


Gast
23.08.2002, 12:29
Kann mir jemand sagen, ob ich als Privatperson ohne familiäre Bindung zum Behinderten gegen dessen Betreuerin vorgehen kann, wenn ich denke, sie kümmert sich nicht optimal um dessen Belange?

yvonnejanssen
25.08.2002, 15:13
Hallo Clara,

jeder hat das Recht besser gesagt sorgar die Pflicht so etwas zu melden, wenn etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Betreuungsvereine, die es z.B. in jeder Stadt gibt kümmern sich sehr gut um solche Fälle. Mir ist ja leider nicht bekannt, wo die behinderte Person untergebracht ist um jetzt genauer zu schreiben an wn du dich sonst wenden kannst.

Viele Grüße
Yvonne

Gast
26.08.2002, 13:58
Die Sache mit dem jungen Mann ist etwas kompliziert: Bis vor kurzem wohnte er in einem Heim für KInder und Jugendliche. Dort musste er Hals über Kopf raus, weil sich der pflegerische Aufwand nach einem Klinikaufenthalt soweit vergrößerte, dass die medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet werden konnte. außerdem hat er das maximale Alter überschritten, das einen Aufenthalt dort gerechtfertigt hätte. Deswegen wurde er in ein Alten- und Pflegeheim "abgeschoben", weil sich auf die Schnelle kein anderer Platz finden ließ. Soweit ist die Sache für mich noch nachvollziehbar. Das SChlimme ist, dass es jetzt so aussieht, als ob die Betreuerin sich nicht bemüht, schnellstmöglich einen angemessenen Platz für ihn zu finden. Ich weiß (weil ich mich selber drum gekümmert habe), dass es so einen Platz gibt. Auch die Betreuerin kennt die Tel. der Ansprechpartnerin von dem Heim schon seit längerer Zeit, hat sich aber noch nicht dort gemeldet oder den Platz reserviert.

Ein weiterer Punkt, der mir unangebracht scheint, ist, dass der junge Mann eine Trachealkanüle bekommen hat, die dauerhaft liegen soll. Was anfangs als Erleichterung für ihn gedacht war (und akut auch berechtigt), wird in meinen Augen aber nun zu einer weiteren Behinderung für ihn. Abgesehen davon, dass seine Mobilität sehr unter diesem Eingriff leidet, hat er gesundheitliche Probleme duch die Kanüle (ständiger Hustenreiz, schon die 2. Bronchitis innerhalb von 3 Wochen... .) Die Betreuerin ist felsenfest der Ansicht, dass die TK gerechtfertigt ist. Sie hat das mit den damals behandelnden Ärzten abgesprochen. Ich bin medizinischer Laie - habe ich hier irgendwelche Möglichkeiten, was zu unternehmen?
Die Betreuerin arbeitet übrigens für einen Betreuungsverein und ist dort auch im Vorstand. Ich habe von ihr eine Vollmacht, mich um den jungen Mann zu kümmern. Über meine Hilfe, die über diese "ehrenamtliche" Tätigkeit hinausgeht, ist sie alles andere als erfreut, weil sie glaubt, ich würde ihre Kompetenzen untergraben. Ich habe Angst, dass sie mir die Vollmacht entziehen könnte, wenn ich sie zu sehr "ärgere".

Wie gesagt, es ist alles recht kompliziert.Trotzdem wäre ich für weitere Infos sehr dankbar. Clara

yvonnejanssen
26.08.2002, 20:55
Hallo Clara,

na das was du schreibst klingt wirklich nicht toll. Auf jedenfall höre ich aus deinem Schreiben raus, dass es ganz egal sein wird, was du tun wirst, damit es dem jungen Mann besser geht, wird die Betreuerin nicht erbaut von sein und es wird mit ihr Stress geben.
Aber was kann Dir passieren, wenn du dich einsetzt? Okay du verlierst evtl. die Vollmacht, aber was bringt dir die Vollmacht im Moment?Noch nichts, denn die Verantwortung trägt doch eh die Betreuerin und die hat ja bei allem das letzte Wort. Und dass du den jungen Mann weiterhin besuchst falls du durch die Sache Stress bekommen solltest, daran wird wohl niemand etwas machen.
Da du ja nicht die Möglichkeit hast dich direkt an den Betreuungsverein zu wenden, da die liebe Betreuerin ja auch noch im Vorstand sitzt, würde ich Dir Raten, die Lebenshilfe aufzusuchen um denen den Fall zu schildern und um Hilfe und Rat zu bitten. Wo sind denn die Eltern? Interessiert es die nicht oder hat er keine mehr?
Bitte halte mich auf dem laufenden
Viele Grüße
Yvonne

Gast
09.09.2002, 15:26
Hallo Yvonne,
In den letzten Tagen hat sich einiges getan. Ich habe eine Bekannte, die in der Behindertenarbeit tätig ist und die weiß, wie man vorgehen muss und die zusätzlich auch noch vor Ort ist. Sie hat veranlasst, dass die Betreuerin überprüft wird (das macht das zuständige Gericht auf Veranlassung von jedem, der Gründe dafür sieht.) Das geht jetzt hoffentlich schnell über die Bühne. Damit dann kein neuer Betreuer gesucht werden muss und dem jungen Mann schnell geholfen wird, werde ich dann die Betreuung übernehmen. ERst wollte ich nicht, weil damit ja doch recht viel Arbeit verbunden ist (wie ihr Eltern am besten wisst!!) und ich mich mit dem Betreuungsgesetz überhaupt nicht auskenne. Na, jedenfalls werd ich´s jetzt doch machen und sehen, dass ich mich so gut es geht "durchwurschtele". Da wird sich zeigen, ob ich nicht nur meckern, sondern es auch besser machen kann! http://www.intakt.info/forum/images/smilies/wink.gif

Ich werde Dich auf dem Laufenden halten, damit Du weißt wie die Sache ausgeht.
Tschüss erstmal sagt Clara

yvonnejanssen
09.09.2002, 20:28
Hallo Clara,

ich finde es toll, dass du weitere Schritte gewagt hast und ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass du deine Wünsche und Vorstellungen durchsetzen kannst.
Bin ganz gespannt, wie die Sache weitergeht und es ist schön zu hören, dass es Leute wie dich gibt, die sich so dafür einsetzen, damit ein junger Behinderter Mensch optimal für seine Bedürfnisse unteregbracht und betreut wird http://www.intakt.info/forum/images/smilies/glare.gif
Alles Gute und viel Erfolg bis demnächst
Yvonne

Gast
09.09.2002, 21:29
Hallo,

ich wollte nur fragen wobei eine TK Erleichterung verschaffen soll.
Meine tochter hat selbst eine TK aber ich finde es ist keine Erleichterung...... Ich würde mich mal mit dem Arzt in Verbindung setzten.

Monika