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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eingliederungshilfe in Grundschule ?


gaby1967
19.11.2004, 14:43
Hallo,

ich bin auch mal wieder hier und habe eine spezielle Frage.

Aber erst einmal von uns:

Maximiliane geht es soweit ganz gut. Sie hat ein paar kleinere Problemchen mit dem kalten Wetter. Sie wird wieder schneller leicht bläulich an den Lippen, ist leichter kurzatmig und nicht ganz so belastbar wie im Sommer (hat auch die Ergotherapeutin am Mittwoch festgestellt) und schwitzt auch immer noch regelmässig, aber damit können wir leben.

Am Montag war der vom Gericht bestellte Gutachter hier, um seine Begutachtung wegen unserer Klage gegen die Pflegekasse zu machen. Vom Gefühl her würde ich sagen, es ist gut gelaufen für uns - jetzt halt mal abwarten, ob ich richtig liege mit meinem Gefühl.

Ansonsten macht sich Maximiliane super gut und geht mit absoluter Begeisterung in den Kiga und dort in ihre Vorschulgruppe und nächstes Jahr ist nun die Einschulung angesagt.

Bei uns in Ba-Wü ist im Schulgesetz nicht einfach vorgesehen, daß ein behindertes Kind in eine Regelschule gehen kann, auch wenn es vom Kopf her überhaupt keine Probleme gegen wird, zumindest nicht durch Überforderung, sondern eher durch Unterforderung. In unserem Schulgesetz steht drin, daß ein behindertes Kind in die für seine Behinderung maßgebende Schule muss. Nur in Ausnahmefällen ist ein Schulbesuch in einer Regelschule möglich.

So, nun habe ich bereits mit der Rektorin der Grundschule, wo auch schon Pascal war und Chantal noch ist (nicht unsere zuständige Grundschule) gesprochen und auch mit der nächstes Jahr "freiwerdenden" Klassenlehrerin und beide haben kein Problem damit, daß Maximiliane zu ihnen auf die Schule kommt bzw. auch in diese Klasse. In dieser Schule wird zur Zeit gebaut und auch ein Aufzug eingebaut, den Maximiliane dann auch zum überwinden der Stockwerke benutzen dürfte. Somit wäre diese Hürde bereits genommen. Der Rest ergibt sich dann bei Antragstellung der Integration in eine Regelschule (die Leiterin des Schulamtes für den Grundschulbereich kenne ich auch persönlich - also auch ein Vorteil *gg*)

Maximiliane wird eventuell eine Eingliederungshilfe (keine Integrationshilfe) benötigen für den Schulweg, für eventuelle Wege im Schulgebäude, für den Weg zur Turnhalle und bei Ausflügen der Klasse - also im Prinzip alles, was mit körperlicher Belastung zu tun hat, wo eventuell das Unterrichtsmaterial getragen werden muss und wo ein "Bremser" auf sie einwirken sollte, damit sie sich nicht überfordert. Auf Ausflügen würde sie sehr wahrscheinlich mit Rehabuggy oder irgendwann mit Rolli mitgehen, damit sie daran teilnehmen kann. Für diese Unterstützungen gibt es ja eine Eingliederungshilfe und es wird ein Eingliederungshelfer bezahlt.

Nun meine Frage:

Ist es eventuell möglich, daß ich als dieser Eingliederungshelfer eingestellt und bezahlt werde? Mein Gedanke bei dieser Überlegung ist folgender:

Zur Zeit arbeite ich nicht und bekomme Sozialhilfe. Es wird auch auf absehbare Zeit mit Sicherheit kein "normaler" Arbeitgeber bereit sein mich einzustellen, da ich alleine bin mit meinen drei besonderen Kindern (siehe Sigantur) und ich ja selbst auch schwerbehindert bin. Wenn also für Maximiliane ein Eingliederungshelfer bezahlt werden würde, warum dann nicht an mich bezahlen???

Ich hätte einen Job und würde Geld verdienen, dieses verdiente Geld würde den Sozialhilfeanspruch zumindest reduzieren und ich kenne auch Maximiliane und weis was sie kann und was nicht und würde ihr somit auch nicht zuviel abnehmen (sie kann sehr gut einen auf toooootal hilflos machen ;-)).

Meint ihr sowas ist möglich? Die Stadt würde durch diese Idee ja Geld sparen. Wenn ein fremder Integrationshelfer bezahlt würde, dann würde die Stadt diesen bezahlen und uns weiterhin die jetzige Sozialhilfe. Wenn ich Integrationshelfer sein könnte, dann würde sie zwar auch das Geld für die Integration bezahlen, aber auf der anderen Seite ja Geld bei der Sozi sparen.

Schreibt mir doch mal Eure Gedanken zu meiner Überlegung.

Danke Euch jetzt schon.

gaby1967
27.11.2004, 18:17
Hallo ihr alle,

ich nochmal.

Hat wirklich keiner eine Meinung oder Infos zu meiner Überlegung?

Ich müsste nämlich so langsam mit dem ganzen Vorhaben anfangen und ich möchte mich nicht als absoluter "Volltrottel" präsentieren, da ich mich mit Eingliederungshilfe etc. in der Schule gar nicht auskenne.

Bitte gebt doch mal Eure Überlegungen dazu preis, damit ich diese eventuell mit Überdenken kann. (so ne Art "Brain-storming" vielleicht??).

Danke Euch.

bubblegum
28.11.2004, 15:08
Hallo Gay,
ich habe auch keine Ahnung von Eingliederung. Weil wir auch noch nicht so weit sind habe ich mich damit auch noch nicht befasst. Aber deine überlegung ist doch ganz ok. Ich weiß nur nich ob das so geht weil du ja die Mutter bist. Obwohl wie du schon schreibst sie am besten kennst. Aber manchmal tut eine andere Person dem Kind auch gut. Geh doch einfach drauf los und geben den Ämtern deine Überlegung preis. Ich drücke dir aber die Daumen das es so wird wie du es dir wünscht.

Bianca
29.11.2004, 15:37
Hallo Gaby,

so wirklich ne Antwort kann ich dir auch nicht geben. Ich weiß nur, dass die Einzelfallhelfer in einem Verein tätig sein müssen. Stephan hat auch eine Einzelfallhelferin die bei "Mitten Drin" tätig ist. Die Kosten dafür übernimmt das Sozialamt.

Aber vielleicht solltest du dich einfach mal beim Sozialamt erkundigen. Die müßten dir schon ne Auskunft geben können. Oder du gehst zu einem Verein, wie z.B. die Lebenshilfe. Würde ich denke mal, als erstes machen, bewor du zum Sozialamt gehst.

Liebe Grüße Bianca und dicke Knuddelgrüße von Stephan http://www.intakt.info/forum/images/smilies/wink.gif

HHelmutS
29.11.2004, 16:31
Hall Gaby,

die Antwort ist im Grunde ganz einfach.

Stell dir vor, du wärst deine Tochter, und deine Mutter würde dir in der Schule, "noch mehr auf die Pelle rücken" wie sie es zuhause tut. Ob du das so toll finden würdest ? Ich glaube nicht. Allein so betrachtet wäre so ein Job für dich, für deine Tochter nur sinnvoll, wenn du an einer anderen Schule arbeiten würdest. Da aber oft bekannt ist, das behinderte Kinder öfter zum Arzt müssen, oder kank sind, sind die Aussichten sehr schlecht, überhaupt eine Arbeit... und wenn, kaum in einem Bereich, wo jeder unabkömmlich ist... zu bekommen. Ich such selber seit 20 J. so einen Stelle. Daher solltest du für deine Tochter zur Schulbegleitung eher eine andere Kraft suchen, als so ein Experiment zu machen.

Wenn die Sachbearbeiter gut drauf sind, können die dir sicher zu eine Stelle genau so finanzieren, wie einem Zivi. Das werden die aber aus Rücksicht auf deine Tochter nicht ohne versuche mit anderen Personen tun.

:-) Helmut

Gast
29.11.2004, 20:10
Hallo,

ich würde das auch mal von einer anderen Seite betrachten:

1-Du bekommst Sozi-Geld, weil du nicht arbeiten kannst
2-Du kannst für deine Tochter arbeiten

Gast
29.11.2004, 20:15
Entschuldigung, falsche Taste gedrückt.
Jedenfalls musst du aufpassen, dass das Sozi dir bei deinem Vorschlag nicht damit kommt:
Ah ha, dann gehen Sie mal arbeiten und ob es mit der Eingliederungshilfe was wird, ist eine andere Sache.
Alles schon passiert, also pass gut auf.
Außerdem hat Helmut völlig recht, als Mutter solltest du dich da raus halten.

Gruß, Susanne

gaby1967
06.12.2004, 23:25
Hallo,

erst einmal danke für Eure Überlegungen zu meiner Frage.

Ich werde mir das Ganze noch einmal durch den Kopf gehen lassen. War ja nur so eine Idee, da ich jetzt im Kiga auch auf sämtliche Ausflüge mitgehe, als zusätzliche Begleitperson, um Maximilianes Reha-Buggy zu schieben und auch sonst die Kiga Gruppe unterstütze, wie es in meiner Macht steht - allerdings als kostenlose Mami. Meine Überlegung war halt, warum sollte ich mir dann nicht diese Arbeit "bezahlen" lassen, wenn Maximiliane in die Schule geht? Bis jetzt gefällt es ihr noch sehr gut, wenn ich immer dabei bin und ich betüttel sie mit Sicherheit nicht, das machen eher die anderen, wenn ich diese nicht "bremse". ;-)

Auf dem "normalen" Arbeitsmarkt sind meine Chancen gleich null. Durch meine eigene Erkrankung, das Alleinerziehend und die anderen beiden "besonderen" Kinder, stellt mich doch keiner ein. Die Gefahr des Ausfalls bzw. des nicht-gewachsen-sein ist doch viel zu groß. Selbst die Verteilstelle der 1-Euro-Jobs wußte keine Stelle, wo sie mich "hinsetzen" könnte und wenn die schon nichts Geeignetes haben, wer denn dann?

Bei den Überlegungen von Susanne mache ich mir die wenigsten Gedanken, da ich gerade diese Tage erfahren habe, daß mein jetziger SB vom Sozi ab nächstem Jahr für die Eingliederungshilfe zuständig ist. Der SB hat mich die letzten 4 Jahre "in Ruhe gelassen" was arbeiten angeht, warum sollte er dann ausgerechnet jetzt Stress machen?

Ich mache jetzt mal einen Termin in der Schule aus und werde mit der Rektorin und der Lehrerin überlegen, was überhaupt notwendig ist für Maximiliane und dann weiter sehen.

daniela21502
27.12.2004, 18:32
Hallo!
Ich habe den Eintrag erst jetzt gelesen.
Genau die gleiche Überlegung habe ich auch seit einiger Zeit. Ich bringe meinen Sohn jeden Tag zur Schule und fahre wieder nach Hause, deshalb kann ich nicht die benötigte Stundenanzahl arbeiten gehen. Der Schulweg nimmt 3 Stunden in Anspruch. Nachmittags holt ihn über die AWO jemand ab, den ich bezahlen muß. Ich bekomme auch Sozialhilfe und demnächst ja Alo II. Also warum kann ich nicht auch offiziell als Eingliederungshilfe (hier in dem Fall Eingliederung in den öffentlichen Straßenverkerhr) angesehen werden? Also mit Deinen Überlegung stehst du nicht allein da. Ich hab allerdings diesen Gedanken auch noch nicht an die entsprechende Öffentlichkeit getragen.