biene63
11.02.2006, 23:07
Hallo!
Ich bitte Euch um Euren Rat. Was ist los?
Patrick hatte lange Zeit einen Schwerbehinderten-Ausweis.
Aber dann sind die Prozente immer weniger geworden. Weil der jeweilige Gutachter meinte, dass Patrick immer weiter entwickelt sei.
Nun gut: Patrick hat sich seine Möglichkeiten, die Behinderungen weitgehend zu kompensieren, hart erarbeiten müssen. Er hat es gut geschafft - und arbeitet weiter. Und die ihn begleitenden Personen arbeiten ebenfalls weiter mit ihm.
Patrick lebt mit einer Menge autistischer Eigenschaften.
Beispiel:
Er ist mittel-bis hochgradig schwerhörig. Diese Tatsache alleine könnte durch die Hörgeräte weitgehend aufgefangen werden. Und die bei frühkindlich Schwerhörigen üblicherweise mit entstandene Fähigkeit, Mimik und Mundbild gut absehen zu könnnen.
Bei Patrick ist das anders. Was?
Patrick kann innerhalb der Wirkungszeit des Ritalins (Medikament zur Stabilsierung der Konzentrations-Fähigkeit) gut hören-verstehen.
Sobald das Ritalin seine Wirkung verliert (also morgens noch vor der Einnahme oder abends nach Ende der Wirkzeit) machen sich seine zusätzlichen auditiven Wahrnehmungsstörungen heftig bemerkbar. Für Patrick ist das immer noch sehr irritierend - wie für alle anderen auch.
Patrick hat aufgrund seines Autismus grosse Probleme, Mimik der Gesprächspartner zu deuten. Auch muss er sich alle Arten von Sozialen Interaktionen und die möglichen passenden Gespräche im Ablauf dazu hart auf der rationalen Ebene erarbeiten. ...er muss das alles auswendig lernen, was andere Leute "einfach mal so" erleben.
Beim Gutachter bzw Amtsarzt-Termin wegen Antrag auf Schwerbehinderten-Ausweis hatte ich beim letzten Mal mit Patrick das Problem, dass Patrick sich so sehr bemühte...Er hat praktisch "olympiareife Leistungen" hingelegt. Stattdessen hätte er aber zeigen-erklären müssen, was wann und warum alles nicht klappt bzw schwierig ist.
Diese Untersuchungs-Situation war in 1998. Seither hab es vermieden, einen Verlängerungs-Antrag zu stellen. Denn ich wollte Patrick nicht diese widersprüchliche Situation bringen.
Was meine ich? Überall im Alltag sonst erwarte ich von ihm, dass er sich nach Kräften bemüht, sich zu entwickeln..zu lernen, es nochmal zu versuchen usw.
Bei diesem Gutachter-Termin wäre nun aber eine Art "Theater-spielen" nötig. Titel des Stückes dabei: "Patrick spielt sich selbst und demonstriert seine Behinderungen".
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Nun die Frage an Euch: Wie krieg ich nen Gutachter dazu, dass der rafft, was Sache ist?
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Wie krieg ich es hin, dass Patrick in seinen Fähigkeiten aber auch in seinen heftigen Grenzen ganz ernsthaft gesehen wird. Seine Möglichkeiten, zu kompensieren sind gut entwickelt. Jedoch: Üblicherweise wird doch ein behinderter Mensch gesehen, in dem was behinderungsbedingt nicht kann. Und nicht, weil er inzwischen umfangreich kompensieren kann.
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Wie krieg ich den Gutachter dazu, dass er *WIRKLICH hinschaut. Ich selbst hab ja asperger-autismus-bedingt auch Probleme in sozialen Kontakten klarzumachen, was los ist. Und gleich Patrick kann auch ich umfangreich kompensieren. ...das meiste kompensiere ich, weil ich für nahezu alle sozialen Situationen passende "Schauspiel-Rollen-Texte" erdacht und auswendig gelernt hab. Aber allzu oft gibt es auch Gesprächs-Situationen, da kann ich einfach nicht adäquat reagieren. Weil ich keinen passenden Text vorbereitet und parat hab.
lg von biene63
Ich bitte Euch um Euren Rat. Was ist los?
Patrick hatte lange Zeit einen Schwerbehinderten-Ausweis.
Aber dann sind die Prozente immer weniger geworden. Weil der jeweilige Gutachter meinte, dass Patrick immer weiter entwickelt sei.
Nun gut: Patrick hat sich seine Möglichkeiten, die Behinderungen weitgehend zu kompensieren, hart erarbeiten müssen. Er hat es gut geschafft - und arbeitet weiter. Und die ihn begleitenden Personen arbeiten ebenfalls weiter mit ihm.
Patrick lebt mit einer Menge autistischer Eigenschaften.
Beispiel:
Er ist mittel-bis hochgradig schwerhörig. Diese Tatsache alleine könnte durch die Hörgeräte weitgehend aufgefangen werden. Und die bei frühkindlich Schwerhörigen üblicherweise mit entstandene Fähigkeit, Mimik und Mundbild gut absehen zu könnnen.
Bei Patrick ist das anders. Was?
Patrick kann innerhalb der Wirkungszeit des Ritalins (Medikament zur Stabilsierung der Konzentrations-Fähigkeit) gut hören-verstehen.
Sobald das Ritalin seine Wirkung verliert (also morgens noch vor der Einnahme oder abends nach Ende der Wirkzeit) machen sich seine zusätzlichen auditiven Wahrnehmungsstörungen heftig bemerkbar. Für Patrick ist das immer noch sehr irritierend - wie für alle anderen auch.
Patrick hat aufgrund seines Autismus grosse Probleme, Mimik der Gesprächspartner zu deuten. Auch muss er sich alle Arten von Sozialen Interaktionen und die möglichen passenden Gespräche im Ablauf dazu hart auf der rationalen Ebene erarbeiten. ...er muss das alles auswendig lernen, was andere Leute "einfach mal so" erleben.
Beim Gutachter bzw Amtsarzt-Termin wegen Antrag auf Schwerbehinderten-Ausweis hatte ich beim letzten Mal mit Patrick das Problem, dass Patrick sich so sehr bemühte...Er hat praktisch "olympiareife Leistungen" hingelegt. Stattdessen hätte er aber zeigen-erklären müssen, was wann und warum alles nicht klappt bzw schwierig ist.
Diese Untersuchungs-Situation war in 1998. Seither hab es vermieden, einen Verlängerungs-Antrag zu stellen. Denn ich wollte Patrick nicht diese widersprüchliche Situation bringen.
Was meine ich? Überall im Alltag sonst erwarte ich von ihm, dass er sich nach Kräften bemüht, sich zu entwickeln..zu lernen, es nochmal zu versuchen usw.
Bei diesem Gutachter-Termin wäre nun aber eine Art "Theater-spielen" nötig. Titel des Stückes dabei: "Patrick spielt sich selbst und demonstriert seine Behinderungen".
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Nun die Frage an Euch: Wie krieg ich nen Gutachter dazu, dass der rafft, was Sache ist?
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Wie krieg ich es hin, dass Patrick in seinen Fähigkeiten aber auch in seinen heftigen Grenzen ganz ernsthaft gesehen wird. Seine Möglichkeiten, zu kompensieren sind gut entwickelt. Jedoch: Üblicherweise wird doch ein behinderter Mensch gesehen, in dem was behinderungsbedingt nicht kann. Und nicht, weil er inzwischen umfangreich kompensieren kann.
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Wie krieg ich den Gutachter dazu, dass er *WIRKLICH hinschaut. Ich selbst hab ja asperger-autismus-bedingt auch Probleme in sozialen Kontakten klarzumachen, was los ist. Und gleich Patrick kann auch ich umfangreich kompensieren. ...das meiste kompensiere ich, weil ich für nahezu alle sozialen Situationen passende "Schauspiel-Rollen-Texte" erdacht und auswendig gelernt hab. Aber allzu oft gibt es auch Gesprächs-Situationen, da kann ich einfach nicht adäquat reagieren. Weil ich keinen passenden Text vorbereitet und parat hab.
lg von biene63