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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Terri Schiavo ist gestern gestorben


clawi_anna17
01.04.2005, 21:42
Hallo an alle,

Terri Schiavo ist gestern gestorben. Da hatte 13 Tage ohne Nahrung gekämpft. Sie hat 15 Jahre im Wachkoma geliegt. Als ich gestern ein Nachricht gelesen, finde ich total schade. Sie hat ein paare jahre vor durch Magensonde ernähert. Der Ehemann hofft sich, dass sie wieder aufwacht kann. Deshalb hat echt schlimm für USA.

Was meinst euch was dazu sagen?

Gruß Anna

Gast
02.04.2005, 09:19
Hallo Anna,
ja du hast recht, es ist traurig was sich da in Amerika abgespielt hat. Ich habe viele Fragen die mit diesem "Fall" zusammenhängen. Wie wird sich diese Entscheidung zukünftig bei ähnlichen Fällen auswirken? Viele Menschen mit Behinderung trifft ein ähnliches Schicksal d.h. sie brauchen zum Überleben eine "Rundumversorgung" mit viel Technik. Wir haben am Anfang des Lebens die Disskusion was lebenswert ist und wer am Leben bleiben darf - jetzt haben wir sie ganz offen auch am Ende. Fluch und Segen unserer Technik zeigt sich immer mehr. Wer hat das Recht eine Maschine abzuschalten, die Ernährung einzustellen? Zählt wirklich unser Wille (mündlich oder schriftlich) oder der Wille anderer die andere Interessen haben wie ich z. B. auch Geld? Diese Medizin ist teuer und es gibt nicht wenige die hochrechnen was ein schwerbehinderter Mensch im Laufe seines Lebens kostet vorallem wenn er an teueren Maschinen hängt. Wo sind Grenzen, wo die Würde des Menschen?
Ich weiß Anna das ist ziemlich "schwerer Topak" den ich dir da vorsetz aber ich find es toll dass du dieses Thema eröffnet hast. Es trifft so viele von uns ob Eltern oder Menschen mit Behinderung früher oder später kommt dieses Thema auf uns zu. Wir merken es doch jetzt schon wenn uns immer häufiger vorgerechnet wird, abgelehnt oder ein schlechtes Gewissen gemacht wird. Vielleicht finden andere dieses Thema auch interessant und mischen sich mit ein Anna.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
Liebe Grüsse
Hildegard

clawi_anna17
02.04.2005, 12:09
Hallo Hildegard Metzger,

Danke für dein Antwort. Gestern habe ich mit meine Mutter über Terri Schiavo gesprochen. Sie hat gesagt, es ist durch Gericht entscheiden,dass Terri nicht mehr Ernährung geben soll.
Ich sehe furchtbar schlimm, wenn es verhungert und verdunstert. Es gibt Unterschied Land USA und Deutschland.
In Deutschland,z.b. wenn jemand an Kind nicht Nahrung geben, dann muss man in Gefänngis bleiben.
In USA ist durch Gericht entscheiden, siehe ich komisch aus, aber das Schicksaal so.

Ja, ich bin gehörlos und hat Probleme bei schwere Lesen, deshalb finde ich die Idee im Forum um hier schreiben kann. Ich kann normal wie du schreibt verstehe ich gut. In Nachrichten in Internet gibt viele unbekannte Wörter. Deshalb können wir auch gern schreiben, das ist kein Problem.
Wenn nur interessante Thema ist, kann auch antworten schreiben.

Gruß Anna

Holger
02.04.2005, 12:23
Hallo!

Auch ich finde es sehr schlimm, was sich da abgespielt hat.
Vor allem die Tatsache, dass es große Zweifel gab, ob es wirklich ihr Wille war, dass das geschieht. Ihre Eltern und einige andere waren ja wohl anderer Meinung. Und dass bei solchen Zweifeln die Ernährung eingestellt wird, finde ich unvorstellbar.

Auch wenn es wirklich überspitzt ist, möchte ich mal den Vergleich zum amerikanischen Recht und der Todesstrafe ziehen: Was ist, wenn jemand sagt „John hat jemanden umgebracht.“ Doch niemand findet die Leiche, geschweige denn andere Beweise oder Indizien dafür, dass dieser Mord wirklich statt gefunden hat. Würde man John dann mit dem Tode bestrafen? Wohl nicht. Man würde ihn nicht einmal ins Gefängnis sperren. Es gibt ja schließlich den Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“.
Nun zurück zu Terri Schiavo: Auch hier gab es Zweifel darüber, ob
1. dies wirklich ihr Wille war (sie hat ihn nicht aufgeschrieben),
2. das was sie als Situation geäußert hat, in der sie nicht mehr leben will, der Situation entspricht, in der sie sich befand und
3. als Patientin im Wachkoma wirklich entsprechend ohne Bewusstsein ist, wie man annimmt.

Ich habe eine interessante Diskussion im Fernsehen darüber gesehen, an der der evangelische Bischof Huber und ein Mitglied der so genannten „Enquete-Kommission“, die unsere Bundesregierung in Fragen der Ethik berät, beteiligt waren.
Der Bischof, der es übrigens auch aus christlicher Sicht vertreten konnte, dass der Wille eines Menschen geachtet wird, wenn er in eine solche Situation kommt, hat die „christliche Patientenverfügung“ vorgestellt, in der man seinen Willen halbwegs rechtlich abgesichert im voraus formulieren kann. So gibt es einen „Beweis“ dafür, dass beispielsweise jemand nicht künstlich am Leben erhalten werden will. Doch der Bischof hat auch zu Bedenken gegeben, dass das nie genau auf eine Situation zugeschnitten sein kann, die eintritt. So allgemein kann man das ja nicht formulieren. Was ist z.B. „künstlich“ oder „mit Maschinen“ am Leben erhalten? Ist nicht ein Herzschrittmacher auch eine Maschine und künstlich?
Das Mitglied der Enquete-Kommission (Namen hab ich leider vergessen) hat ähnliche Befürchtungen geäußert, wie du, Hildegard: Es stellt sich die Frage nach „lebenswertem Leben“. Diese haben die amerikanischen Gerichte offenbar miteinbezogen und festgesetzt, dass Terri Schiavos Leben wohl nicht lebenswert ist, weswegen ihrem Mann (im vorliegenden Zweifelsfall) Recht zu geben ist. Das Mitglied der Enquete-Kommission hat erzählt, dass er schon ein paar Mal auf einer Station mit Wachkoma-Patienten war und dort auch sehr wohl das Gefühl hatte, dass dort „Leben herrscht“. Außerdem gebe es ja noch Patienten, die das so genannte Locked-In-Syndrom haben. Sie sind sozusagen in Ihrem Körper „eingesperrt“, aber bei vollem Bewusstsein. Diese werden häufig nicht erkannt. Es gibt das Buch „Schmetterling und Taucherglocke“ von Jean-D. Bauby, in dem ein Betroffener durch das Zwinkern mit dem Augenlid geschrieben hat, wie das Leben für ihn ist. Und das beschreibt er nicht als „lebensunwert“, denn sonst hätte er als erstes diktiert „Hört auf, mich künstlich zu ernähren“ Wer sagt uns, dass Terri Schiavo nicht auch an diesem Syndrom litt, nur vielleicht niemand bemerkt hat, dass sie ihren kleinen Zeh willentlich bewegen konnte und damit ihren Willen über einen „Code“ hätte erklären können?

Beide Teilnehmer waren sich übrigens einig in ihrem Urteil: „Im Zweifel für das Leben!“ Das meine ich auch und finde ich schrecklich, dass dies nicht berücksichtigt wurde.

Gruß
Holger

clawi_anna17
02.04.2005, 15:47
Hallo Holger,

Stimmt das. Ich habe auch gehört, dass Papst Paul Johannes II auch vielleicht bald sterben, er liegt etwa im Koma, ihre Körper wird langsam kaputt. Alle Leuten vertrauen der Papst in Rom.
Weisst du das was Terris Ursache ist ? Wenn du nicht weisst , ist schon okay.
Solche Fälle in verschiedene Länder diese Gesetze wurde anders. Bei USA ist Gesetz ändern.
Die Familie haben Terri was gekämpft, dann wurde durch Gericht gegangen. Der Gericht entscheidet selbst, die Familie können nicht selbst entscheiden.
Terri mit 15 Jahre war ihre Schicksaal so. Jetzt ist es vermissen.
Nicht so einfach zu leben, was Krankheiten betroffen und auch gegen die Familie denken.

Gruß Anna

Simon
02.04.2005, 19:44
Hallo,

ich finde, dass es pervers ist, wie die Geschichte von den Medien weltweit ausgeschlachtet wird.

Doch ich hoffe es hat den Nutzen, dass sich viele Menschen mit dieser Thematik auseinandersetzen, die es sonst nicht getan hätten.

Pauline
02.04.2005, 20:19
Hallo Simon,
kann Dir (wieder mal) voll zustimmen. Was für ein Pech, daß man über den Sterbebett(en, wenn man den Papst dazunimmt) nicht auch noch Kameras installieren konnte.
Und hallo Anna,
Terri hatte vor 15 Jahren einen Herzinfarkt. Was sie wollte, weiß nur sie selber. Am besten, man überlegt sich gut und redet und schreibt darüber, was man selber gerne hätte, wenn so etwas passiert .
lg Pauline

clawi_anna17
02.04.2005, 20:42
Hallo Pauline,

Danke für dein Antwort. Zuerst hat sie eine Herzinfarkt, nachdem liegt sie im Wachkoma, stimmt das oder ?
Herzinfarkt ist ein gefährlich Herz. Meine Erdkundelehrerins Ehemann hat Herzinfarkt, hoffe ich , dass er nicht sterben werden. Sie hat Angst, dass vielleicht ihre Ehemann sterben. Übrig hat síe nur ein große Hund. Deshalb lass er immer allein. Die Lehrerin muss immer schnell Hause gehen wegen Hund auch aufpassen.
Das ist schwere Leben für Terri. Und ist das Herzinfarkt für Terri selbst näturlich ?

Gruß Anna

Holger
04.04.2005, 14:19
Hallo Anna!

Es war nicht so, dass die Familie von Terri nichts dazu sagen durfte. Nur ihr Mann hat gesagt, es ist besser, wenn man aufhört, sie zu ernähren. Ihre Eltern haben gesagt, es ist nicht besser. Das Gericht hat dabei nur entschieden, wer Recht bekommt - und das war eben Terris Mann.

Ich finde nur, dass sich Gerichte nicht für den Tod entscheiden dürfen, wenn nicht klar ist, wie der Wille aussieht. Und dabei denke ich, dass sich das Gericht so entschieden hat, weil es eben sowieso geglaubt hat, dass es für Terri besser ist, zu sterben, weil Wachkoma "doch kein Leben" ist. Gerade deshalb finde ich es so schlimm, weil wenn Gerichte danach gehen, dann könnten sie auch schnell bei vielen Kindern mit einer schweren Behinderung sagen, dass das "doch kein Leben" ist oder "viel zu teuer" ist. Und dann wird es gefährlich...

Mich würde echt auch interessieren, was ihr anderen darüber denkt. Glaubt ihr nicht, dass dieser Fall letztlich auch was mit der Sicht von Menschen mit Behinderung zu tun hat?

Grüße von
Holger

clawi_anna17
04.04.2005, 16:45
Hallo Holger,

Danke für dein Antwort. Meine Mutter hat mich auch letzte Minute gesagt, dass Ihre Familie liebt Terri. Du hast auch recht zu gesagt. Ich meine, dass das Schicksaal für Terri wahr schwer, wenn sie im Wachkoma liegt, kann nicht wieder besser und bleibt wie tiefe Schlaf. Ihre Familie denken, dass Terri bald wieder aufwacht, aber es klappt nicht, das war 15 Jahre gekämpft. Der Gericht hat selbst entscheiden, dass Terri schon aufhören für künstlich Ernährung. Eben ist andere Sachen für Gericht meinen, was du gesagt hat. Alle wissen nicht, ob ein Kind auch behindert oder gesund...keine Ahnung.

Gruß Anna