Tagesförderstätte

Inhaltsverzeichnis:

Zusammenfassende Beschreibung

Ziele der Beschäftigung und Förderung

Tagesförderung in der Praxis 

Ausblick

Unter dieser Überschrift wollen wir ein Angebot zusammen fassen, das bisher keinen einheitlichen Namen, weil es noch keine keine gesetzlichen Grundlagen gibt, die einen einheitlichen Begriff festschreiben würden. Wenn wir hier von Tagesförderstätte schreiben meinen wir damit auch

  • Tagesstätte (z.B. für Senioren, Autisten, ...)
  • Förderstätte
  • Tagesstrukturierende Maßnahmen
  • Tagesstrukturierende Fördermaßnahmen
  • Erwachsenenförderbereich
  • ...

Letztlich wird aber immer ein Angebot damit beschrieben, das für erwachsene Menschen mit (vor allem geistiger) Behinderung oder auch mit neurologischen oder psychischen Krankheiten ein alternatives Angebot zur Berufstätigkeit sind. Hintergrund ist, dass man den Betreffenden einen sog. “zweiten Lebensraum” ermöglichen möchte, also eben nicht nur tagein tagaus in einem Wohnheim zu verbringen.

Hierbei soll für all jene, die aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) fähig sind, einer regelmäßigen Arbeit z.B. in einer Öffnet internen Link im aktuellen FensterWerkstatt für behinderte Menschen (WfbM) nachzugehen bzw. die die das Auffnahmekriterium vom “Mindestmaß wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung” Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 136 SGB IX nicht erreichen, ein Angebot geschaffen werden, durch das

  • nach der Erfüllung der Schulpflicht weiterhin eine soziale Bezugsgruppe zur Verfügung steht und
  • der Tag durch Gegensätze wie Anspannung und Entspannung, Arbeit und Freizeit oder Wohnort und Arbeitsplatz eingeteilt und strukturiert wird.

Eine Förderstätte ist also zum einen im Sinne von Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 136 Abs. 3 SGB IX eine Einrichtung zur sozialen Rehabilitation behinderter Menschen. Dort steht, dass behinderte Menschen, die die Voraussetzungen für eine Beschäftigung in einer Werkstatt nicht erfüllen, in Einrichtungen oder Gruppen betreut und gefördert werden sollen, die der Werkstatt angegliedert sind. Im Speziellen würde demnach die Kostenübernahme durch die Eingliederungshilfe nach Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 54 Abs. 1 SGB XII und Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 33 SGB IX gewährt.

Somit ist zwar die Kostenübernahme gesichert, wenn es eine Förderstätte mit einem freien Platz gibt, jedoch ist bislang nicht gesetzlich gesichert, dass in jeder Region genügend Plätze angeboten werden müssen (im Gegensatz zu dem Platz in einer WfbM). Die Folge davon ist auch, dass sich regional unterschiedliche Strukturen entwickeln und solche Angebote manchmal in einer WfbM, manchmal in Wohnheimen, manchmal in einer gesonderten Einrichtung zur Verfügung gestellt werden. Ziele der Beschäftigung und Förderung sind insbesondere:

  • den Betreuten praktische Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, damit diese so selbstständig und selbstbestimmt wie möglich am Leben in der Gemeinschaft teilnehmen und teilhaben können,
  • die Hinführung zur beruflichen Förderung und Beschäftigung in der WfbM,
  • die Milderung der Folgen der Behinderung sowie
  • die Unterstützung und Entlastung der Familien.

Zum anderen gibt es aber eine Gerichtsurteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 27. Dezember 2005 (Aktenzeichen 12 B 03.2609), das bestimmt, dass Förderstätten eben keine Leistung zur Eingliederung ins Berufsleben sind, sondern allgemein zu den Leistungen der Eingliederung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft im Sinne des Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 53 Abs. 1 Satz 1, § 54 Abs. 1 SGB XII jeweils in Verbindung mit Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 55 SGB IX gehören. Somit ist ein Urteil ergangen, das einer über 65-jährigen schwerst mehrfachbehinderten Frau den Besuch in einer Förderstätte auch nach dem (gesetzlich festgelegten) Eintritt in das Rentenalter zugesichert hat, da durch die Förderung dort ihre Teilhabe an der Gesellschaft vergrößert werden kann.

Diese Tagesförderung geschieht in der Regel in kleinen Gruppen, in denen eine intensive Betreuung gewährleistet ist. Dabei werden verschiedene Förderangebote gemacht, wie

  • Basale Stimulation
  • Kommunikationsangebote
  • Sport und Bewegung
  • Krankengymnastik
  • Musik und Rhythmik
  • Hinführung an die Arbeit in einer WfbM
  • Schwimmen und Baden
  • und so weiter…

Vor allem für die Arbeit mit Senioren, die aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind, wird häufig der Begriff der “Tagesstrukturierenden Maßnahmen” verwendet. Die Angebote sind ähnlich, meist jedoch speziell auf die Altersgruppe abgestimmt.

In diesem Bereich ist momentan einiges im Umbruch und am Aufbau. Deswegen ist es sehr schwierig, verlässliche und einheitliche Aussagen über das Angebot der Tagesförderstätte zu machen. Wenn jemand neue Entwicklungen in diesem Bereich wahrnimmt bzw. entsprechende neue gesetzliche Grundlagen kennt, so würden wir uns über Öffnet internen Link im aktuellen Fenstereine entsprechende Mitteilung sehr freuen.

Die Adressen der erfassten Öffnet internen Link im aktuellen FensterTagesförderstätten in Bayern finden Sie unter diesem Link.