Erwachsenenbildung

Bildung ist dazu da, um Menschen dazu zu befähigen, dass sie selbst bestimmen und in der Gesellschaft mitwirken und mitbestimmen können. Wer sich nicht bildet, kann bestimmte Entscheidungen gar nicht treffen, weil er die Bedingungen nicht kennt oder Folgen nicht einschätzen kann. Somit ist Bildung aus unserem heutigen Verständnis von Menschen mit Behinderung gar nicht wegzudenken. Manche kennen die großen Leitgedanken, die man in der Arbeit mit behinderten Menschen verwirklichen möchte:

  • Selbstbestimmung
  • Normalisierung
  • Integration
  • gesellschaftliche Teilhabe

Um diese zu erreichen, muss man Angebote machen, um Menschen mit Behinderung Bildung zukommen zu lassen, die sie diesen Zielen näher bringt. Das Folgende bezieht sich vor allem auf Menschen mit geistiger oder Lernbehinderung, da in diesem Bereich besondere Anforderungen an Angebote der Erwachsenenbildung bestehen.

Bildung hört nicht mit dem Schulbesuch auf. Häufig wird z.B. berichtet, dass nach dem Schulbesuch, die zum Teil mühsam erworbene Lesefähigkeit wieder verloren wird, wenn diese im Arbeitsleben nicht gefordert und gefördert wird. So werden in der Öffnet internen Link im aktuellen FensterWerkstatt für behinderte Menschen meist Arbeiten durchgeführt, für die Lesekompetenz nicht gefordert ist. Wenn nun auch in der Freizeit nicht gelesen wird (oft auch aus Mangel an Literatur in einfacher Sprache, die altersgemäß ist), kann es sein, dass diese wichtige Fähigkeit “verlernt” wird. Natürlich kann man auch selbstbestimmt handeln oder an der Gesellschaft teilhaben, wenn man sich z.B. über schriftlich verfasste Informationen nicht selbst informieren kann, doch es erschwert dies doch bisweilen sehr.

Ein weiteres Beispiel ist der Umgang mit Zahlen, der im schulischen Mathematikunterricht gelernt wird. Ohne mit Zahlen umgehen zu können, kann man z.B. nicht den Busfahrplan lesen, um allein ins Kino zu fahren oder die Mengenangaben eines Kochrezeptes richtig umsetzen, um sich allein zu Hause etwas zu kochen.

Doch nicht nur diese “schulischen Fähigkeiten” sind im Erwachsenenleben wichtig und sollten erhalten werden. Auch Angebote der kulturellen Bildung sind wichtig, um an der Gesellschaft teilzuhaben. So können Bildungsreisen mit speziellen Stadtführungen durchgeführt werden, Kurse in Gesang oder einem Instrument, künstlerische Workshops im Malen, bildnerischen Gestalten oder Theater spielen, Schwimmkurse, Sportgruppen, Kochkurse, Computer- und Internetkurse, Schreinerkurse, und und und… All diese Angebote sind Bildung und verleihen dem betreffenden Teilnehmer ein gewisses Quentchen mehr an Teilhabe an der Gesellschaft.

Gerade für Menschen mit geistiger oder Lernbehinderung müssen Angebote zur Verfügung gestellt werden, die ihre speziellen Bedürfnisse berücksichtigen. Das heißt nicht, dass es nur “Sonder-Erwachsenenbildung” geben muss, auch wenn dies häufig der Fall ist. Auch integrative Angebote können so gestaltet werden, dass sowohl behinderte als auch nichtbehinderte Menschen etwas davon haben.

Angeboten wird Erwachsenenbildung z.B. im Rahmen arbeitsbegleitender Maßnahmen in Öffnet internen Link im aktuellen FensterWfbMs, in Wohnheimen, vor allem jedoch von Trägern der Offenen Hilfen oder Öffnet internen Link im aktuellen FensterFamilienentlastender Dienste – FED , wie auch von örtlichen Volkshochschulen und Vereinen. Entsprechende Angebote für Bayern finden Sie in Öffnet internen Link im aktuellen Fensterunserer Adressdatenbank .