Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS / ADHS)

Inhaltsverzeichnis:

Begriffsbestimmung
Erscheinungsformen
Fallbeispiel Felix
Begleiterkrankungen
Entstehung / Ursachen
Entwicklung und Verlauf
Multimodale Therapie
Gesteigerte Aktivität kann auch positive Energien freisetzen!
Leitlininien für Eltern
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Begriffsbestimmung

Die Bezeichnung des Störungsbildes hat schon eine Vielzahl von unterschiedlichen Benennungen durchlaufen. Zurückgehen diese Bezeichnungen auf die beiden internationalen Klassifikationssysteme:

  • DSM (Diagnostics and Statistic Manual) – aktuelle Fassung: IV
  • ICD (International Classifikation of Desease) – aktuelle Fassung: 10
  • Hyperaktivität bzw. Hyperkinese: Die Begriffe werden sowohl für die Bezeichnung des Symptoms der motorischen Unruhe innerhalb des Syndroms verwendet, als auch (pars pro toto) für das gesamte Störungsbild.
  • Hyperkinetisches Syndrom (HKS): Die Bezeichnung des gesamten Störungsbildes nach der ICD-9 (1982).
  • Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit/ohne Hyperaktivität: Die Bezeichnung nach dem DSM-III (1984).
  • Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung: Die Bezeichnung nach DSM-III-R (1989) Hyperkinetische Störungen: Findet sich als neue Bezeichnung in der ICD-10 (1991).
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS / ADHS): Das ist schließlich die neue Bezeichnung nach dem DSM-IV (1996). Definition ADS / ADHS nach DSM IV: Leitsymptome sind: Aufmerksamkeitsdefizit, Impulsivität, Hyperaktivität Von einer Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADS) spricht man, wenn ein Kind länger als sechs Monate sowohl im Kindergarten oder in der Schule (Gruppensituationen) als auch zu Hause durch ausgeprägt unaufmerksames und impulsives Verhalten aufgefallen ist. Kommen motorische Unruhe und übermäßiger Bewegungsdrang (Hyperaktivität) hinzu, dann wird von einer ADHS *(Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung)* gesprochen. Es ist Vorsicht geboten, nicht jede Zappeligkeit bei Kindern ist gleich eine ADHS. Zwei wichtige Faktoren sind:
  • Die Verhaltensweisen weichen deutlich vom Alter und dem Entwicklungsstand des Kindes und seinem natürlichen Explorationsdrang ab.
  • Das auffallende Verhalten tritt nicht phasenweise auf, sondern ist zeitlich stabil.
    Die Häufigkeit (Prävalenz) von ADS / ADHS wird in der Literatur höchst unterschiedlich angegeben. Je nachdem welches Diagnosekriterium herangezogen wird. Die Abgrenzung zu sehr lebhaften Kindern ist nicht einfach.
    Repräsentative nationale Studien gehen von einer Häufigkeit von 2,5% – 6% in Deutschland für die Altersgruppe von 5-18 Jahre aus.