Beratungseinsatz und Pflegeberatung ab 1.1.2017

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Beratungseinsatz und Pflegeberatung


Beratungseinsatz bei häuslicher Pflege

Wenn Sie Pflegegeld erhalten, sind Sie nach Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 37 SGB XI verpflichtet, sich regelmäßig hinsichtlich der Pflege beraten zu lassen. Dies kann von einer zugelassenen Pflegeeinrichtung oder, sofern dies vor Ort nicht gewährleistet werden kann, durch eine von der Pflegekasse beauftragte, jedoch von ihr nicht angestellte Pflegefachkraft, geschehen.

Dies muss alle 6 Monate geschehen (bei Pflegegrad 2 und 3) und alle 3 Monate (bei Pflegegrad 4 und 5), wobei die Kosten von gesetzlichen oder privaten Kasse getragen werden müssen. Werden die Beratungseinsätze nicht in Anspruch genommen, kann das Pflegegeld gekürzt oder gar ganz gestrichen werden!

Wenn Sie Anrecht auf Öffnet internen Link im aktuellen FensterEntlastungsbetrag in der Pflege haben, sind Sie berechtigt, die Beratung in den jeweiligen Zeiträumen zwei Mal in Anspruch zu nehmen. Sie sollten hierin keine Überwachung sehen, sondern tatsächlich einen Service, denn der Inhalt dieser Einsätze ist die umfassende Beratung, Unterstützung und Anleitung von Pflegenden durch professionelle Fachkräfte.

Mögliche Themen sind:

  • gemeinsames Lösen von Pflegeproblemen,
  • Erkennen von Überforderung und Schaffen von Abhilfen,
  • Finden von Möglichkeiten zur Entlastung der Pflegeperson,
  • Vermeidung von Pflegefehlern,
  • optimale Versorgung des Pflegebedürftigen, ...

Die Beratungseinsätze sollen der Qualitätsteigerung der häuslichen Pflege und dem Schutz des Pflegebedürftigen als auch der Pflegeperson dienen.

Was leistet die Pflegeberatung?

Pflegebedürftige haben nach § 7a SGB XI Anspruch auf kostenlose, individuelle Beratung und Hilfestellung durch einen Pflegeberater oder eine Pflegeberaterin.
Diese erweiterte Pflegeberatung zielt darauf ab, den Pflegebedürftigen eine umfassende Unterstützung bei der Auswahl und Inanspruchnahme notwendiger Hilfe- und Pflegeleistungen zukommen zu lassen und auf die dazu erforderlichen Maßnahmen hinzuwirken.

Aufgaben der Pflegeberatung:
1. den Hilfebedarf gemäß Begutachtung des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) sowie die Ergebnisse der Beratung in der eigenen Häuslichkeit zu erfassen und zu analysieren (sofern der Pflegebedürftige zustimmt)
2. einen individuellen Versorgungsplan mit erforderlichen Leistungen (soziale, gesundheitsfördernde, präventive, kurative, rehabilitative oder sonstige medizinische und pflegerische) zu erstellen,
3. auf die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen und deren Genehmigung durch den jeweiligen Leistungsträger hinzuwirken,
4. die Durchführung des Versorgungsplans zu überwachen und erforderlichenfalls einer veränderten Bedarfslage anzupassen,
5. bei besonders komplexen Fallgestaltungen den Hilfeprozess auszuwerten und zu dokumentieren sowie
6. über Leistungen zur Entlastung der Pflegepersonen zu informieren.

Die Pflegekassen sind dazu verpflichtet zeitnah einen zuständigen Pflegeberater/in zu benennen.

Angehörige oder weitere Personen können auf Wunsch des Pflegebedürftigen in die Beratung einbezogen werden. Die Beratung kann auf Wunsch des Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld stattfinden.

Anlaufstellen in unserer Adressdatenbank

Wir haben für Sie in einer Adressdatenbank für Bayern Adressen wichtige Adressen, die Ihnen weiterhelfen können, zusammengetragen.

Hier finden Sie Öffnet externen Link im aktuellen FensterAnlaufstellen in unserer Adressdatenbank

Quellen:

Soziale Pflegeversicherung (Sozialgesetzbuch (SGB) – Elftes Buch (XI):