Leitfaden für Kindergärten, die einzelne Kinder mit Behinderungen aufnehmen wollen

Inhaltsverzeichnis:

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Leitfaden für Kindergärten

Pädagogisches Konzept

Kooperation und Vernetzung

Organisation und Finanzierung

Anlaufstellen in der INTAKT-Adressdatenbank

weiterführende Links

Das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) bestimmt in Art. 11:

Kinder mit Behinderung und solche, die von einer Behinderung bedroht sind, sollen in Kindertageseinrichtungen nach Möglichkeit gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung betreut und gefördert werden, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Das pädagogische Personal hat die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung und von Kindern mit drohender Behinderung bei seiner pädagogischen Arbeit zu berücksichtigen.

Damit der Kindergarten dieser Aufgabe nachkommen kann, erfordert die Aufnahme von Kindern mit Behinderungen von allen Beteiligten (Träger, Personal und Eltern) eine sensible und verantwortungsvolle Prüfung der Integrationsfähigkeit und Integrationsmöglichkeiten des Kindergartens.

Die Handreichung auf dieser Seite soll Ihnen die Entscheidungsfindung erleichtern. Auch wenn sie noch aus einer Zeit stammt, in der integrative Kindergärten in Bayern noch eine Seltenheit waren, hat sich an den Fragen, die gestellt werden müssen, nicht viel geändert.

Pädagogisches Konzept

Welche Motive bewegen mich als Träger und uns im Team, ein behindertes Kind aufzuneh-men? Welches Menschenbild ist für uns handlungsleitend? Haben wir uns mit den Themen Würde , Einmaligkeit und Individualität des (behinderten) Menschen, *(Mit-) Leid* und Ausgrenzung etc. intensiv auseinandergesetzt? Welche Hoffnungen, Fragen, Ängste und Widerstände haben wir im Hinblick auf die Betreuung eines behinderten Kindes?

Wieviel Zeit und Energie sind wir bereit aufzuwenden für Fachliteratur, Fortbildung und/oder Supervision?

Welche Erwartungen, Wünsche und Ängste verbinden die Eltern mit der Aufnahme ihres behinderten Kindes in den Kindergarten?

Was wissen wir von dem behinderten Kind,

  • seinen Stärken, Fähigkeiten, Neigungen und Interessen,
  • dem bisherigen Entwicklungsverlauf,
  • seinem individuellen Förderbedarf,
  • hinsichtlich bisheriger Fördermaßnahmen?

Was wissen wir über den notwendigen medizinischen und pflegerischen Aufwand?

Welchen Stellenwert messen wir im Aufnahmeverfahren den Erfahrungen und Meinungen von Therapeuten, Frühförderern, Ärzten sowie Eltern des Kindes bei?

Wie berücksichtigt unsere pädagogische Konzeption die Betreuung, Erziehung, Förderung und Bildung des behinderten Kindes und der nichtbehinderten Kinder? Ist eventuell eine Re-duzierung der Gruppengröße notwendig?

Können wir für das behinderte Kind eine handlungs- und alltagsorientierte Förderung garantieren?

Ist unser Kindergarten und der Gruppenraum so gestaltet, daß das behinderte Kind sich zurechtfinden und wohl fühlen kann? Berücksichtigt die Raumgestaltung das besondere Ruhe- und Rückzugsbedürfnis des behinderten Kindes, sind Anzahl und Auswahl der Materialien angemessen?

Kooperation und Vernetzung

Wo können wir uns bzgl. der behinderungsspezifischen Förderung Hilfe holen? Kennen wir unsere Ansprechpartner in den Förderschulen, Sondertagesstätten und Fachdiensten? Haben wir eine Adressenliste entsprechender Fachverbände und Selbsthilfegruppen?

Welche Formen der Vernetzung, Kooperation und Gemeinwesenarbeit können helfen, die Gleichberechtigung und das Benachteiligungsverbot für behinderte Kinder und deren Familien zu verwirklichen?

Welchen Einfluß hat Einzelintegration generell auf unsere Zusammenarbeit mit den Kindergarteneltern?

Organisation und Finanzierung

Kennen wir die organisatorischen Voraussetzungen für die Förderung der Integration durch den Bezirk (vgl. dazu unsere Seite zu Öffnet internen Link im aktuellen FensterIntegration im Kindergarten)? Wissen wir, an wen wir uns bei diesbezüglichen Problemen wenden können? Wer übernimmt die verwaltungstechnischen Arbeiten im Verfahren der Förderung, wer zeichnet für den reibungslosen Ablauf verantwortlich?

Sind die Finanzierungsmodalitäten geklärt?

Gibt es eine Stellenbeschreibung für eine evtl. zusätzlich eingestellte Kraft (Zuständigkeit, Kompetenz, Verantwortung, Informationssystem)?

Wie lassen sich Integrations- und Fördermaßnahmen in den Alltag einbinden?

Gibt es einen interdiziplinär abgestimmten Förderplan?

Sehr geehrter Träger, sehr geehrte Leiterin,

im Interesse einer gelingenden Integration sollte die Beantwortung dieser Leitfragen vor jeder Aufnahme eines behinderten Kindes in den Regelkindergarten erfolgen. Während der Integrationsmaßnahme ist eine regelmäßige Reflexion der pädagogischen Arbeit unerläßlich.

Für weitergehende Hilfen im Zusammenhang mit der Integration einzelner Kinder mit Behinderungen in Ihrem Kindergarten stehen Ihnen die FachberaterInnen der Verbände und der Regierung zur Verfügung. Die Adressen finden Sie Öffnet internen Link im aktuellen Fensterauf dieser Seite .

Würzburg, 22.06.1999
Arbeitskreis der Fachberater
für Kindergärten
und Kindertagesstätten:

  • Der Paritätische Wohlfahrtsverband
  • Diakonisches Werk Bayern/Fachberatung Unterfranken
  • Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Unterfranken
  • Caritasverband für die Diözese Würzburg
  • Regierung v. Unterfranken Kindergartenfachberatung, Ref. Kath. Kinder-Tageseinrichtungen

Anlaufstellen

Wir haben für Sie in einer Adressdatenbank für Bayern wichtige Adressen, die Ihnen weiterhelfen können, zusammengetragen.

Hier finden Sie Anlaufstellen in unserer Adressdatenbank