Widerspruch einlegen

Inhaltsverzeichnis:

zum Hauptartikel Anträge, Widerspruch und Klage

Wie lege ich einen Widerspruch ein?

Legen Sie immer Widerspruch ein, wenn Sie mit dem Bescheid unzufrieden sind. Sie haben dadurch keine Nachteile. Es kostet nichts einen Widerspruch einzulegen. Auch wenn Sie später feststellen sollten, dass der Bescheid zutreffend ist, können Sie den Widerspruch jederzeit wieder zurücknehmen, ohne dass Kosten hierfür anfallen.

Selbst wenn Sie den Widerspruch zurückgenommen haben, können Sie – solange die Frist nicht abgelaufen ist – erneut Widerspruch einlegen. Sie müssen innerhalb eines Monats, nachdem Ihnen der Bescheid zugeschickt worden ist, Widerspruch einlegen. Als Grundlage gilt der Poststempel, heben Sie also immer die Umschläge mit auf. Die Ein-Monats-Frist gilt nur, wenn der Bescheid eine Rechtsbehelfsbelehrung enthält. Findet sich keine Rechtsmittelbelehrung, so haben Sie ein Jahr Zeit. Zur Einhaltung der Frist muss der Widerspruch am Stichtag bei der Behörde eingegangen sein, es reicht nicht, ihn dann erst abzuschicken. Schicken Sie den Brief per Einschreiben oder bringen Sie ihn persönlich, um einen Nachweis zu haben, dass er bei der Behörde eingegangen ist. Machen Sie auf jeden Fall eine Kopie des Widerspruchs. Das erste Schreiben muss keine Begründung enthalten, siehe Öffnet internen Link im aktuellen Fensterunser Musterwiderspruch.

Fordern Sie dann die Unterlagen der Behörde an, um auf diese in ihrer Begründung eingehen zu können. Begründen Sie genau und möglichst mit Belegen, warum Sie mit dem Inhalt des Bescheids nicht einverstanden sind. Lassen Sie sich hierfür einen genauen Bericht Ihres Arztes erstellen. Um eine gute Begründung zu erstellen, achten Sie auf folgendes:

  • Lesen Sie die Unterlagen genau und vergleichen Sie sie mit Ihrer Realität.
  • Benennen Sie in Ihrer Begründung konkrete Tatsachen, die z.B. die Einschränkungen Ihres Kindes betreffen.
  • Überprüfen Sie, ob die Unterlagen in sich schlüssig sind, ob also Erschwernisfaktoren immer gleich berücksichtigt wurden.

Auf den Widerspruch muss die Behörde innerhalb von drei Monaten reagieren, sonst können Sie eine Untätigkeitsklage beim Sozialgericht erheben.

Sie erhalten von der Behörde entweder einen Abhilfebescheid, in dem sie den Widerspruch annimmt und Ihrem Antrag entspricht. Somit erhalten Sie die geforderten Leistungen. Oder Sie erhalten einen Widerspruchsbescheid, der Ihren Widerspruch zurückweist.

Mein Widerspruch wurde abgelehnt, was nun?
Klage erheben

Jetzt bleibt Ihnen die Möglichkeit Klage zu erheben. Hierfür entstehen keine Kosten für Sie. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Öffnet internen Link im aktuellen FensterGerichtsverfahren.

Überlegen Sie vorab, ob Sie die nötige Kraft und Zeit für ein Gerichtsverfahren investieren wollen. Häufig haben die Gerichtsverfahren wenig Aussicht auf Erfolg und dauern sehr lang. Für einen Streit mit der Pflegeversicherung gibt es beispielsweise die Möglichkeit, nach einem halben Jahr einen Höherstufungsantrag zu stellen. Ein solcher Antrag hat meist mehr Erfolg. Um Erfolgschancen einschätzen zu können oder Erfahrungen von anderen Eltern mit Gerichtsverfahren einzuholen, erkundigen Sie sich bei einer Öffnet internen Link im aktuellen FensterRechtsberatung oder Öffnet internen Link im aktuellen Fensterin unserem Forum.

Anlaufstellen in unserer Adressdatenbank

Wir haben für Sie in einer Adressdatenbank für Bayern wichtige Adressen, die Ihnen weiterhelfen können, zusammengetragen.

Hier finden Sie Anlaufstellen in unserer Adressdatenbank

Akzeptieren

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung unserer Internetseite erklären Sie sie damit einverstanden. Nähere Informationen erhalten Sie hier.