(Die Angaben in diesem Artikel und den nachfolgenden Seiten zur Pflegeversicherung beziehen sich auf die Zeit vor dem 1.1.2017 und gelten hauptsächlich für diejenigen, die vor dem 1.1.2017 schon eine Pflegestufe hatten. Die Leistungen und Beträge ab 1.1.2017  (Pflegestärkungsgesetz II) werden auf unseren Seiten derzeit eingepflegt und stehen in Kürze zur Verfügung).

Pflegehilfsmittel und technische Hilfen bis 31.12.2016

Inhaltsverzeichnis:

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Pflegehilfsmittel und technische Hilfen

Pflegehilfsmittel und technische Hilfen

Pflegebedürftige haben Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege, zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständige Lebensführung ermöglichen (Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 40 SGB XI ). Dies gilt, wenn diese Hilfsmittel nicht schon durch einen anderen Leistungsträger, wie Krankenkasse oder Sozialamt, gewährt werden müssen. Die Aufwendungen für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel werden monatlich bis zu 31,- Euro ersetzt (z. B. Windeln, wenn diese die Krankenkasse nicht zahlt).

Technische Pflegehilfsmittel sind Pflegehilfsmittel, die nicht zum Verbrauch bestimmt sind. Hierzu gehören Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege, zur Körperpflege, zur selbständigen Lebensführung und Mobilität sowie zur Linderung von Beschwerden. Die Ausstattung mit Pflegehilfsmitteln umfasst: Die Grundausstattung, das Zubehör, die Anpassung und Ausbildung im Gebrauch des Pflegehilfsmittels, die Änderung, Instandsetzung oder Ersatzbeschaffung. Bei technischen Hilfsmitteln gibt es für Volljährige eine Eigenbeteiligung von bis zu 25,- Euro je Hilfsmittel (10 % des Preises), wenn diese nicht nur leihweise überlassen werden (§ 40 Abs. 3 SGB XI). Eine Befreiung gilt unter den gleichen Öffnet internen Link im aktuellen FensterVoraussetzungen wie bei der Krankenkasse . Hilfsmittel, die die Krankenkasse bezahlen muss, sind im Hilfsmittelverzeichnis. Der Öffnet internen Link im aktuellen FensterMedizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK), der auch die Öffnet internen Link im aktuellen FensterPflegestufe feststellt, verfügt über das Hilfsmittelverzeichnis, so dass es sich empfiehlt, zunächst anhand dieses Verzeichnisses festzustellen, ob die Krankenkasse leisten muss. Nur wenn keine Leistungspflicht der Krankenkasse gegeben ist, tritt die Pflegekasse ein.

Sie haben die Möglichkeit, selbst beim Internetangebot REHADAT in der Öffnet externen Link in neuem FensterHilfsmitteldatenbank und dem Öffnet externen Link in neuem FensterVerzeichnis der zugelassenen Hilfsmittel der Gesetztlichen Krankenversicherung nach Hilfsmitteln zu suchen. Dort finden Sie ebenfalls die Adressen der Hersteller, genaue technische Spezifikationen der jeweiligen Produkte und weiterführende Informationen.

Pflegehilfsmittel

Ob und in welcher Weise die Versorgung mit Hilfsmitteln notwendig ist, prüft der Öffnet internen Link im aktuellen FensterMDK oder eine beauftragte Pflegefachkraft. Man sollte daher gleich bei der Begutachtung durch den Öffnet internen Link im aktuellen FensterMDK angeben, welche Hilfsmittel benötigt werden, damit die Leistungen schneller bewilligt werden können.

Folgende Hilfsmittel können erforderlich sein:

Zur Erleichterung der Pflege

  • Lifter zur Fremdbedienung,
  • Pflegebetten,
  • Pflegebettzubehör (Bettgalgen, Bettverkürzer, Aufrichthilfen),
  • spezielle Pflegeliegestühle
  • Lagerungshilfen
  • Umsetz-/Hebehilfen zur Fremdbedienung
  • Schieberollstühle, fremdbedienbare Elektrorollstühle und Zusatzantriebe zur Fremdbedienung
  • fremdbedienbare Treppensteighilfen

Zur Körperpflege/Hygiene

  • Hilfen zum Baden oder Duschen (Badelifter, Badewanneneinsätze, Sicherheitsgriffe),
  • Toilettenhilfen (Toilettensitzerhöhung, Toilettenstühle, Toilettenstützgestelle, Sicherheitsgriffe)
  • Produkte zur Betthygienne (Bettpfannen und Urinflaschen, Bettschutzeinlagen)
  • Patientenwaschsysteme

Zur Mobilität bzw. zur selbständigen Lebensführung

  • An-/Ausziehhilfen,
  • Aufstehhilfen
  • Hilfen zum Verlassen und Aufsuchen der Wohnung, z.B. mobile Rampen,
  • Notrufsysteme

Zur Linderung von Beschwerden

  • Fersenschützer/Ellenbogenschützer
  • Sitz-/Liegehilfen zur Linderung von Druckbeschwerden (Fellauflagen, Sitzkissen, Matratzenauflagen),
  • Lagerungsrollen
  • spezielle Wärme-/Kälteapplikationshilfen (Wärme- und Kältepackungen)

Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel

  • urinaufsaugende und -ableitende Produkte (z.B. Windelhose, Urinalkondom),
  • einmalverwendbare Bettschutzeinlagen,
  • Schutzkleidung, wie Fingerling/Handschuh
  • Mundschutz

Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds

Für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds werden nach Öffnet externen Link in neuem Fenster§ 40 (4) SGB XI Zuschüsse bis zu 2.557,- Euro je Maßnahme gewährt (behinderungsgerechte Ausstattung des Bades, Treppenlift, Türverbreiterung usw.). Die Kosten für eine Maßnahme enthalten seit 30.12.2012 keinen Eigenanteil mehr; eine Einkommensprüfung entfällt.
Da der maximale Zuschuss pro Maßnahme berechnet wird, kann nach Abschluss einer Maßnahme bei einer veränderten Pflegesituation eine neuer Zuschuss beantragt werden Die individuelle Wohnraumanpassung hat das Ziel, die häusliche Pflege zu erleichtern oder überhaupt (wieder) möglich machen. Ein vorrangiges Ziel ist es dabei, eine möglichst eigenständige Lebensführung des Pflegebedürftigen zu bewahren oder wieder herzustellen und eine Überforderung der Pflegeperson zu verhindern.

 

Anlaufstellen in unserer Adressdatenbank

Wir haben für Sie in einer Adressdatenbank für Bayern Adressen wichtige Adressen, die Ihnen weiterhelfen können, zusammengetragen.

Hier finden Sie Öffnet externen Link in neuem FensterAnlaufstellen in unserer Adressdatenbank

Quellen:

 

Wendt, S. (2000). Pflegeversicherung im häuslichen Bereich: Informationen für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörigen (5. Auflage). Marburg: Lebenshilfe.